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Sozialforscher: „Wohlstand wird weniger werden“

05.10.2012 | 18:23 |  NORBERT RIEF (Die Presse)

Die Welt nach der Krise werde nicht wie jene vor der Krise sein, sagt Sozialforscher Berthold Vogel. Vor allem die Mittelschicht wird von Wohlstandskonflikten betroffen sein.

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Die Presse: Unter den Österreichern überwiegt laut einer Umfrage Zuversicht und gute Stimmung. Ist die Krise noch nicht bei den Menschen angekommen?

Berthold Vogel: Das ist eine interessante Beobachtung. Fragt man die Menschen, ob ihr Land in der Krise ist, sagen sie mehrheitlich Nein. Wenn man sie auf ihre konkrete Lebenssituation anspricht – wie sie die Zukunft sehen, die Zukunft ihrer Kinder, die Entwicklung des eigenen Wohlstands –, dann überwiegt die Sorge.

Geht es den Menschen heute schlechter als vor drei, vier Jahren?

Jenen in prekären Beschäftigungsformen sicherlich. Sie werden hin- und hergeschoben, sie waren der Krisenpuffer. In der Mitte der Gesellschaft sorgen sich die Menschen wiederum um ganz zentrale Stützpfeiler ihrer Lebensführung: um die Programme des Staates, die unter anderem den eigenen Wohlstand sichern. Sparprogramme werden diskutiert, und damit wird die staatliche Handlungsfähigkeit infrage gestellt.

Wird es in Zukunft weniger Staat geben?

Es wird auf jeden Fall weniger staatliche Leistungsfähigkeit geben, daran führt kein Weg vorbei.

Erleben wir den Anfang vom Ende des Wohlfahrtsstaates?

In Griechenland und Spanien sind wir schon mittendrin im Ende des Wohlfahrtsstaates. Bei uns, in Österreich und Deutschland, befinden wir uns in einer Übergangsphase: Wir erleben das Ende eines bestimmten Typus des Wohlfahrtsstaates. Der umsorgende Staat, der auch einen gesellschaftlichen Anspruch stellt und gesellschaftsgestaltend sein will – den wird es nicht mehr geben.

Weil er es sich nicht mehr leisten kann oder weil die Menschen es nicht mehr wollen?

Einerseits nimmt die Leistungsfähigkeit aus fiskalischen Gründen ab. Andererseits sind die Ansprüche an den Staat ein Problem geworden. Die Gesellschaft ist vielfältiger geworden und stellt auch viele unterschiedliche Anforderungen, was die Art zu arbeiten und zu leben betrifft. Der Staat reagiert mit Zurückhaltung, er ist zögerlicher geworden.

Wenn der Staat immer weniger mitgestalten kann und will, werden wir dann einen Kampf um die Leistungen des Staates erleben?

Ich denke schon. Die entscheidenden sozialen und materiellen Konflikte werden bei uns nicht so sehr zwischen Arm und Reich ausgetragen, sondern das wird in der Mitte der Gesellschaft stattfinden. Gerade die Mitte hat vom Wohlfahrtsstaat profitiert. Jetzt, da die Ressourcen schwinden, gibt es eine Auseinandersetzung darüber, wem Förderungen und Zuwendungen genommen werden, wer sie bekommt, wer sie behält. Das wird zu Wohlstandskonflikten führen, zu Verteilungskämpfen um die Zuwendungen des Staates. Die Probleme der Mittelschicht werden immer größer, es gibt mehr prekäre Beschäftigungsverhältnisse, sie wird sich stärker in Gewinner und Verlierer aufteilen.

Und weiter schrumpfen?

Weniger werden, aber auch ungleicher. Die untere Mittelschicht wird sehr damit beschäftigt sein, den Abgrenzungskampf nach unten erfolgreich zu führen. Da ist viel Bewegung im Spiel und viel Potenzial für Konflikte. Die Mittelschicht wird an Bedeutung verlieren.

Was bedeutet das für die Gesellschaft? Aristoteles hat festgestellt, dass die Mittelschicht die Geheimwaffe der Demokratie sei, weil sie am ehesten der Vernunft gehorcht. Ein Staat mit einer starken Mittelschicht ist für Aristoteles die beste Form.

Im aristotelischen Sinn ist eine Gesellschaft mit einer starken Mitte friedfertiger, solidarischer, demokratiefähiger. Insofern muss man Sorge haben um eine Gesellschaft, die mit Abstiegsprozessen konfrontiert ist, mit Konflikten um Status, Wohlstand und Selbstbehauptung. Sozialer Ausgleich wird in so einem Umfeld schwieriger. Wohlstandskonflikte haben einen zerstörerischen Effekt auf die Gesellschaft. Möglicherweise muss die Politik jene mehr in die Pflicht nehmen, die derzeit Privilegien genießen, um so ein gewisses Maß an gesellschaftlicher Integration und Friedfertigkeit zu erhalten.

Ist die in vielen Staaten schon eingeführte oder diskutierte Reichensteuer eine adäquate Reaktion?

Die Frage ist, ob das finanziell genügt. Der Staat wird in Zukunft entweder allgemein Steuern erhöhen oder Leistungen drastisch reduzieren müssen.

In Österreich haben wir bereits eine Abgabenquote von 43 Prozent, da ist nicht mehr viel Spielraum nach oben. Bleibt also nur die Kürzung von staatlichen Leistungen?

Man muss sich durchaus fragen, welche noch notwendig sind und welche wir uns leisten wollen. Was wollen wir vom Staat, welchen Staat wollen wir, was soll der Staat leisten, was soll er nicht machen, was können andere leisten? Eine solche Diskussion ist unausweichlich, weil die Ressourcen des Staates begrenzt sind.

Der Mittelstand gerät ja auch wegen der steigenden Lebenskosten unter Druck. In Israel demonstrieren Familien gegen die gestiegenen Preise für Wohnungen und Lebensmittel. Müssen wir künftig genügsamer werden, wird der Wohlstand weniger werden?

Auf jeden Fall. Unsere Vorstellung von dem, was Wohlstand ist, steht auf dem Prüfstand. Gerade die Mitte ist dominiert von Wohlstandsvermehrung. Durch die Krise bekommen wir aber sehr deutlich vor Augen geführt, dass künftige Generationen den Lebensstil, den wir über Jahrzehnte praktiziert haben, nicht mehr haben werden.

Wird nach der Krise nicht vor der Krise sein?

Noch glauben viele, dass das genau so ist, dass wir wieder auf den alten Pfad zurückkommen, wenn nur die Wirtschaft wieder wächst. Das wird definitiv nicht so sein. Die nachfolgenden Generationen werden mit weniger zurechtkommen müssen als die jetzige Generation und um das kämpfen, was zu verteilen ist.

Da sind wir wieder bei den Wohlstandskonflikten.

Genau. Die Menschen werden sagen, sparen muss man bei den anderen, nicht bei mir. Und wieder andere werden sagen, jetzt sind wir endlich einmal am Zug, bisher haben immer die anderen die Privilegien genossen. Das gefährdet den Zusammenhalt der Gesellschaft.

Wird unsere Gesellschaft insgesamt unsolidarischer werden?

Das ist die ganz zentrale Gefahr. Wenn es ans Eingemachte geht, um den eigenen Wohlstand, um Statusfragen, dann ist es mit der Solidarität vorbei. Solidarität ist immer dann einfach, wenn es viel zu verteilen gibt.

Zur Person

Berthold Vogel, Jahrgang 1963, leitet das Soziologische Forschungsinstitut an der Universität Göttingen in Deutschland und ist unter anderem Mitarbeiter am Hamburger Institut für Sozialforschung von Jan Philipp Reemtsma. Bekannt wurde er mit seinem Buch „Wohlstandskonflikte. Soziale Fragen, die aus der Mitte kommen“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.10.2012)

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160 Kommentare

Re: Re: was ist Arm? welches Bedürfnis eines Menschen muss befriedigt sein, nicht Arm zu sein?

wieso fühlen sie sich angegriffen?

ich wollte zum nachdenken anregen, ob jemand, der kein iPhone etc. hat, arm ist? oder arm ist, weil er grundbedurfnisse nicht decken kann. und wann ist man arm, wann beginnt Mittelstand? kann man arm und vermögend sein?

kann man arm UND glücklich sein? oder gar zufrieden?

wann ist reich? mit eigenem Haus, welches man 20 Jahre abgespart hat und auf anderen Luxus verzichtet? oder ist der reich, der 20 Jahre in der gemeindewohnung auf kosten anderer lebt und jährlich in Urlaub fährt und sein Geld verprasst?
ist der Zahnarzt reich, der als Student weit unter der Armutsgrenze lebte, rund um die Uhr arbeitete und sich heute einen Porsche leistet?

oder ist man arm, wenn man täglich seine. schlafplatz unter der Brücke verteidigt?

Re: Re: was ist Arm? welches Bedürfnis eines Menschen muss befriedigt sein, nicht Arm zu sein?

Da hab ich ja noch Glück: ich zahle 650 EUR Miete inkl. BK, Hausmeister gibt es keinen. Ich wohne aber auch nicht in Wien.

Strom/Heizung: 150 EUR
Monatskarte: 70 EUR/Erwachsener (Kinder fahren gratis)
Essen: 300 EUR (Mehrpersonenhaushalt)
Hygiene, Körperpflege: 15 EUR/Person
Kleidung, Schuhe: 50 - 100 EUR/Person
Versicherung, Vorsorge: 200 EUR
Internet: 20 EUR
Handy pro Person: 10 EUR

Wir haben kein Fernsehen, daher keine GIS.

Auf Urlaub fahren wir nicht, wir haben einen Fernseher, der zwar ein Flatscreen ist, aber nur deshalb, weil unser alter Röhrenfernseher eingegangen ist. Es ist kein besonders großes und auch kein besonders teures Gerät, es kann auch kein HD.
Digicam gibt es eine, aber die war mit 99 EUR auch nicht unbedingt teuer.
Iphone gibts in der ganzen Familie keins - ich bin ja nicht blöd und zahle für ein Handy (offen, ungebrandet, weil nur solche kommen mir ins Haus) mehr als 200 EUR. Und so ein Handy muss halten, bis es kaputt wird, jedes Jahr ein neues Handy spielts nicht.

Bildung ist extrem teuer, dafür geben wir sicher auch mind. 100 EUR/Monat aus.

Das wusste ich aber schon lange!

Herr Vogel drückt genau das aus, was ich eigentlich schon seit Langem weiß. Uns (jetzt Jungen) wird es immer schlechter gehen in der Zukunft und wir werden ein Leben lang arbeiten. Und wenn es uns nicht mehr möglich ist, zu arbeiten (Krankheit, Jobverlust), dann wird es keine Sozialleistungen mehr geben, die uns auffangen.

Re: Das wusste ich aber schon lange!

Seit 1985 - Damals bekamen die jungen Briten keine Lehrstellen -
gibt es eine No Future Jugendkultur.
Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die fest daran glauben, dass sich eigene Anstrengungen ohnehin nicht auszahlen und daher Anstrengungen vermeiden, muessen schließlich feststellen, dass sich ihre Prophezeiung bewahrheitet

Gast: muraene
06.10.2012 15:53
3 0

Die neue "Sozialcard" in Graz

Leider wurde die Einkommensgrenze (912,-- inkl. 13.u.14.) für die Anspruchsberechtigung aber so herabgesetzt, so dass ein Großteil der bisher Berechtigten für die alte Mobilitätskarte nun keinen Anspruch mehr auf die vergünstigte Benützung der öffentlichen Grazer Verkehrsmittel haben.
Das trifft Senioren mit kleinen Pensionen und Kleinverdiener besonders hart, nachdem bereits auch die Wohnbeihilfe für etwas darüber liegende Einkommen Anfang des Jahres gestrichen wurde. Abgesehen von der schon seit einigen Jahren anhaltend hohen Preissteigerungen der Waren des täglichen Bedarfs und realen Einkommenkürzung durch Pensionserhöhung weit unter der Inflationsrate.
Gespart wird wieder einmal bei den Kleinen, die arbeiten oder ihr ganzes Leben lang gearbeitet haben und nicht einmal 1000.-- im Monat zur Verfügung haben und alles bezahlen müssen, im Gegensatz zu anderen, eh schon wissen......

Re: Die neue "Sozialcard" in Graz

Es gibt kein Geld, folglich werden alle Unterstützungen sukzessive gestrichen.

Wobei ich mich dann halt schon frage, ob es notwendig ist, dass z.B. ein Politiker zwischen 100.000 und 250.000 EUR/Jahr verdient. Klar, Politiker haben eine große Verantwortung, aber eigentlich kann man auch von 5000 EUR/Monat ganz gut leben.

Antworten Antworten Gast: Laughing
06.10.2012 16:47
2 0

Re: Re: Die neue "Sozialcard" in Graz

"Politiker haben eine große Verantwortung" --> LOL

Re: Re: Re: Die neue "Sozialcard" in Graz

fäbe es dies, die Wiener rathausfenster wären vergittert...

Re: Re: Re: Re: Die neue "Sozialcard" in Graz


Um den Neubau eines Häfens zu sparen, und uns vor den Insaßen zu schützen?

Gast: Be-obachter
06.10.2012 15:53
1 1

Um wieviel genau muss der Wohlstand weniger werden,

dass man dezitiert von Armut sprechen kann?

Gast: ggggggrrrrrrrrrauslich
06.10.2012 15:52
3 1

jene leistungsträger, ..

.. die sich so schamlos an den steuergeldern bereichern gehören schonungslos abgeurteilt .. dann wird man sehen, dass genug steuergelder für einen wohlfahrtsstaat vorhanden sind .. 4 mio euro für eine homepage "von der stange", um nur ein beispiel zu nennen .. 40 mio euro für einen pratervorplatz aus spanplatten, styropor und farbe um 100.000 euro materialkosten, die nicht mal zu gänze bezahlt werden konnten ..

2 1

Die ehemals sozialistischen Schweden....

haben da auf Grund der Intelligenz der Wähler und junger Politiker noch rechtzeitig die Reißleine gezogen. Kreiskys Liebling Palme hatte auch dort den verantwortungslosen Umgang mit den Leistungsträgern heraufbeschworen. Bei 100% Steuern haben dann nicht einmal die linken Künstler mitgemacht und das Land verlassen. Die Einsicht kam dann sehr bald und heftig. Nur bei uns in Bagdad.....

Gast: Michel nr.4011
06.10.2012 14:39
0 0

Was denn für ne Krise ?

Solang der arme arbeitende Michel Kredite nehmen kann - solang wird er auch die Krise nicht kapieren, auch wenn er es nicht zurückzahlen kann, denn der Michel ist und bleibt ne Marionette.


Antworten Gast: Halbwissen
06.10.2012 15:38
0 0

Re: Was denn für ne Krise ?

Das schöne ist das der nicht arbeitende Michel gar keinen Kredit aufnehmen muß, da dies der Staat für ihn erledigt !

Und noch schöner ist das er dadurch gut dasteht und auf die anderen schimpft weil sie sich ( wegen ihm ) über beide Ohren verschulden müssen nur um zu überleben.

Antworten Antworten Gast: Michel nr.4011
06.10.2012 16:39
1 0

Re: Re: an Michel 4012

Natürlich sind an der Krise nur die Arbeitslosen schuld...

Michel mach deine Äuglein auf !

Gast: muraene
06.10.2012 14:36
1 0

Die Gießkanne

hat leider noch immer nicht ausgedient. Ach, ja, weil uns z.B. alle Kinder gleich viel wert sind.
Damit für die wirklich Bedürftigen nicht das Geld ausgeht erst einmal keinerlei Staatsgeschenk mehr ab 5.000 €, Steuerschlupflöcher schließen, keine Deckelung bei Sozialabgaben. Bleibt aber ein schöner Traum, denn die Politiker - mit ihren Spitzenbeamten und Seilschaften zu den Wirtschaftsbossen - die so etwas bechließen müssten, denken als Betroffene nicht einmal im Schlaf daran.

Wenn sich der Staat nach der Decke strecken muss, bricht weder der Wohlfahrtsstaat noch der ganze Wohlstand zusammen!

Die Ansicht, dass der Wohlstand sinken muss, wenn der Staat weniger ausgibt, ist falsch!

Unser heutiger Wohlstand hängt nicht von den Sozialleistungen des Staates ab, sondern von vergangenen Investitionen und der zukünftige Wohlstand von den Investitionen, die heute getätigt werden!

Für den Staat sind aber Investitionen nur der kleinste Teil seiner Ausgaben, außerdem sind es immer solche, die selbst nichts bringen, sondern nur private Investitionen rentabler machen, wie z. B. Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur.

Das vom Staat ausgegebene Geld steht aber für private Investitionen nicht mehr zur Verfügung, weshalb eine Einschränkung der Staatsausgaben nicht zu weniger, sondern sogar zu mehr Wohlstand führen wird!

Dass die EU-Bürger heute selbst von der Krise nichts spüren, kommt daher, dass die EU alle Möglichkeiten nützt, um immer weiter Schulden zu machen und damit den Menschen heute Geld gibt, das sie erst später als "Haftungen" werden bezahlen müssen. Dann kann aber nicht einmal mehr das gerade verdiente Geld ausgegeben werden, weil davon noch alte Schulden abbezahlt werden müssen.

Es ist diese EU-Politik, die unseren künftigen Wohlstand ruiniert und nicht die Einschränkung der Staatsausgaben!


Es braucht eine "Troika"

Dass es mit unserem Land stetig abwärts geht, haben wir in erster Linie der Parteien-Diktatur von SPÖVP zu verdanken:
_ Budgetdefizite auch in wirtschaftlich guten Zeiten mit üppigst sprudelnden Steuern und Gebühren
_ veraltete und massiv ineffiziente Strukturen
_ hohe offene (und versteckte) Schulden
_ miese Universitäten
_ ineffizientes Bildungssystem
_ u.ä.m.
_ und last but not least: Parteibuchwirtschaft bis zum Erbrechen
Trotzdem wird es auch bei den nächsten Nationalratswahlen zu keinen dramatischen Veränderungen kommen, zu viele Menschen sind Pfründe-Günstlinge oder Abhängige - und die werden den Ast nicht absägen, auf dem sie (vermeintlich) gut sitzen. Es wird auch in den Bundesländern nach den jeweiligen Landtagswahlen nicht anders sein: Wien (Rot), NÖ (Schwarz), OÖ (Schwarz) usw.
Zu einem Aufbruch der fatalen Strukturen wird es erst dann kommen, wenn eine „Troika“ unseren (Partei-)Politikern nach einer – nach einem neuerlichen Wirtschaftseinbruch zu erwartenden – Kreditklemme sagt, wo es lang geht. Ganz wie in Griechenland.

Gast: Nun denn
06.10.2012 13:31
6 1

Also um festzustellen,

daß durch millionenfache fremde Migration
nach Europa ganz einfach der Anteil am Kuchen für Einheimische kleiner wird und Wohlstand, Lebensqualität, öffentliche Sicherheit (Grenoble ist erst der Anfang), Ínfrastruktur und Sozialsysteme nicht auftrecht erhalten werden können, braucht man keine Experten.

Das haben warnende Stimmen mit gesundem Menschenverstand schon vor Jahrzehnten gesagt. Man hat sie aber verhöhnt, verfolgt, eingesperrt, an Wahlantritten gehindert und von den Medien ausgesperrt.

Es wird der Tag kommen, an dem Ihr Euch büschelweise die Haare austreißt und jammert, daß Ihr nicht auf sie gehört habt.

Aber dann wird es sehr spät sein, wenn Ihr Glück habt, nicht zu spät.

Re: Also um festzustellen,

Migration ist nur dann schädlich, wenn man - wie in Österreich - alle nimmt, die kommen wollen , auch solche, die hier nichts anderes beabsichtigen, als sich hier gesund machen zu lassen und auf Kosten unseres Sozialsystems ein Leben zu führen, von dem sie zuhause nicht einmal träumen konnten!

Vernünftige Staaten machen es so, wie es die Amerikaner immer schon gemacht haben: willkommen sind nur gesunde, tüchtige und leistungsbereite Menschen, die mehr zum Wohlstand beitragen, als sie kosten!

Damit wurde Amerika reich, mit unserer Einwanderungspolitik werden wir arm!

Antworten Antworten Gast: Hinkt leicht links
06.10.2012 14:57
2 1

Re: Re: Vernünftige Staaten machen es so, wie es die Amerikaner immer schon gemacht haben

Hitler wollte dieses auch !

Traurig aber Wahr !

Re: Re: Re: Vernünftige Staaten machen es so, wie es die Amerikaner immer schon gemacht haben

Hitler wollte Vieles und das Meiste davon war das Gebrabbel eines Größenwahnsinnigen.

Es ist aber schon etwas Wahres dran dass die meisten Länder nicht jeden einwandern lassen (und ich rede von Einwanderern, nicht von Flüchtlingen).

Auch in Kanada, Australien, Neuseeland... muss man gewisse Voraussetzungen erfüllen, um einwandern zu dürfen. Vor allem muss man entweder einen Job oder genügend Vermögen vorweisen können, damit man dem Sozialsystem eben nicht auf der Tasche liegt. In manchen Ländern muss sogar ein Bürger für einen bürgen.

Wieso macht man das bei uns nicht so?

Re: Re: Re: Vernünftige Staaten machen es so, wie es die Amerikaner immer schon gemacht haben

der hat aber eine, übrigens durch vom Mund abgesparte BILDUNG, reiche Bevölkerungsschicht erst finanziell alles abgepresst und schließlich ermordet.

jeglicher Vergleich des Holocausts mit dem heutigen System in Österreich ist meiner Meinung nach eine Verharmlosung desselben und sollte unterlassen werden. Kein spätgeborener kann sich ansatzweise in diese schreckenszeit einfühlen.

Antworten Gast: Halbwissen
06.10.2012 13:59
0 0

Re: Also um festzustellen,

Nur durch falsche Migrationsbedingungen bleibt der Kuchen gleich groß und die Stücke dadurch kleiner !


Antworten Antworten Gast: Nun denn
06.10.2012 15:39
0 0

Re: Re: Also um festzustellen,

Und diese falschen Migrationsbedingungen sind seit 1970 Realität.

Und keine Änderung in Sicht.

(Dass das bei der mittelalterlichen Urbarmachung durch Baiern, Franken und Alemannen anders war, ist unbestritten, aber darum geht es heute nicht)


Re: Re: Also um festzustellen,

Da wir zu wenig Nachwuchs haben und unsere Kinder durch das schlechte Beispiel auch noch dazu verführt werden, nicht zu arbeiten sondern auf Staatskosten zu leben (man findet immer mehr einheimische Familien, wo es Junge gibt, die nicht arbeiten sondern nur Schmarotzer sind), wird der Kuchen immer kleiner!

P.S.: In den Spitalsambulanzen wimmelt es von Migranten, die sich hier gesund machen lassen wollen, wie ich oben beschrieben habe!


6 0

nicht nur, dass heir Gemeinplätze bedient werden, ist

manchen einfach eine Verwechslung on Ursache und Wirkung.
Nicht der Mittelstand hat vom Wohlstand profitiert, sondern er hat ihn auch gemacht, und der Mittelstand ist die Krone der Demokratie, und beides ist nicht nur in Gefahr, sondern schon im Schwinden.
Das zeigt sich auch daran, dass der Mittelstand, der sich an den Finanzgeschäften beteiligen wollte, der größte Verlierer daran ist, was seinen Abstieg beschleunigt.
So lange Menschen etwas zum Essen und Anziehen brauchen werden die Reichen nicht wirklich ärmer werden.

Aber es ist gut zu wissen, und deshalb schätze ich solche Interviews, dass aufgezeigt wird, dass die, die es wissen müßten, aus seichten Brunnen trinken

Gast: mmmh
06.10.2012 11:37
2 0

die aussagen sind speziell im falle

österreichs nicht korrekt: der staat österreich finanziert mit seinen tausenden posten in den landesverwaltungen bereits einen gutteil der "mittelschicht". staats- oder ländernahe unternehmen tragen weiters dazu bei, in österreich einen ausnahmezustand herzustellen. im verglich zu den personalkosten des bundes und der länder sind die sozialausgaben der geringere teil und desshalb budgetär weniger relevant als die föderalen kosten österrreichs. mit hunderttausenden steuerfinanzierten arbeitsplätzen erhält man in ö den sozialen frieden!

1 0

Re: die aussagen sind speziell im falle

Bis es nicht mehr geht- siehe Griechenland. Die Parteiennomenklatura kan gerade dort nicht mehr finanziert werden.

2 0

Re: die aussagen sind speziell im falle

das ist aber ein Teil des Problems, und nicht die Lösung.
Ein symptomatisches Beispiel kann man in der TT lesen, über die Qualität dieses Blattes will ich mich hier nicht äußern: ein Beamter der Stadt beklagt sich über die Briefkosten, die die Zustellung der Strafmandate hervorruft. Die Konsequenz, vorher zu überlegen, ob man derart Strafen muss, ob nicht in der Organsation der Stadt, des Verkehrs, und sonstwie, etwas Grundsätzliches falsch ist, dass solche Kosten hervorgerufen werden, wird nicht einmal angedacht.

Das Problem ist, dass die Verwaltung wie die Politik, und die soll ja einfach nur gut verwalten, an ihre Grenzen angelangt sind.

Gast: Halbwissen
06.10.2012 10:21
8 2

So lange die Wirtschaftsstrukturen nicht durch Fabrikschließungen oder Krieg zerstört werden wird der Wohlstand nicht weniger werden !

Wie dieser verteilt wird ist eine andere Frage.

Da Krieg meistens eine Folgeerscheinung von Fabriksschließungen ist müssen einfach nur die Fabriken ausgelastet werden.
Und dies geht natürlich nur wenn die Leute Geld in der Hand haben um etwas zu kaufen.

Druckt Geld und verteilt es halbwegs gleichmäßig und der Wohlstand wird nicht sinken sondern sich nur anders verteilen !
Oder spart euch in den Krieg !


Gast: SchlimmeWissenschaft
06.10.2012 10:20
4 0

Statt

den Menschen Hoffnung und Ideen für die Zukunft aufzuzeigen, verursacht man einmal Angst. Bravo!

Antworten Gast: gast1984
06.10.2012 12:00
1 0

Re: Statt

"Man kann die Realität ignorieren, aber man kann nicht die Konsequenzen der ignorierten Realität ignorieren."

Re: Statt

Offensichtlich lebt dieser Forscher eben nicht im Wolkenkuckucksheim, sondern beschreibt die sich bereits lange abzeichnende Realität. "Hoffnung und Ideen",vielleicht für noch mehr "Wohlstand" zeigen höchstens Parteibonzen auf, die wiedergewählt werden und so bloß ihre Dauerhöchstalimentierung weiterbeziehen möchten.

Wahre Hoffnung käme nur dann auf, wenn der Mensch bei seiner derzeitigen Philosophie der Existenz ansetzen und diese umkehren würde. Aber dies würde zu einem Verwerfen großer Teile unseres neuzeitlichen Lebensbildes führen, wofür die Menschen keinerlei Zugang mehr besitzen.

Gast: Johan Meltini
06.10.2012 09:51
3 0

was er nicht alles weiß

das oraklen über die Zukunft war seit jeher als Neigung einzelner in den Gesellschaften präsent.
Was der Herr Professor tut, ist nicht wirklich etwas anderes. Ich erinnere mich noch, wie ganzen Scharen von Sozialwissenschaftler auf dem ganzen Globus die Kinnlade hängen blieb, als der Ost-West-Konflikt zu Ende war.
Man sollte sich solche Pseudoorakelsprüche einfach sparen und wenn schon, dann sollte man nicht so tun, als würde man hier eine unabänderliche Geschichtsnotwendigkeit gleich einem Archäologen im Feld aufgedeckt haben. Es gibt Akteure, die wollen, was der Herr Professor zu erkennen glaubt und es gibt Akteure, die das nicht wollen. Entschieden ist da das Wenigste.
Diese Art von professoraler Gesellschaftssupervision, die bestimmte Interessen subtil verstärkt, kann man jedenfalls dringlicher zur Disposition stellen als den Wohlfahrtstaat.

1 0

Re: was er nicht alles weiß

vollkommen richtig:
"Diese Art von professoraler Gesellschaftssupervision, die bestimmte Interessen subtil verstärkt, kann man jedenfalls dringlicher zur Disposition stellen als den Wohlfahrtstaat."
nicht nur, dass er Gemeinplätze verteilt hat, der Herr Professor

Stronach hat also recht!

erschütternd, das heisst also, dass stronach mit jedem wort recht hat. da bleibt einem die luft weg. hoffentlich geht sich (für östetrreich, für viele ist der zug ja schon weg) noch die rechtzeitige umkehr aus.

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Re: Stronach hat also recht!

Stronach ist ein alter Mann, der die heutige Gesellschaft, so wie auch viele junge Männer, (auch ich, aber das ist hier nebensächlich) nicht mehr versteht und sie in einer Form zurückwünscht, wie er sie kennt.

Ich lese gerade Peter Heather, ie Invasion der Barbaren, das schärft den Blick in der heutgen Zeit.

Sozialforscher: „Wir erleben das Ende eines bestimmten Typus des Wohlfahrtsstaates.“

Das sind klare Worte.
Warum schaffen es unsere Politker nicht, Klartext zu reden?
Dabei kann es sich nur um Dummheit oder Feigheit handeln.

Das sollte der Herr näher erklären:

Der Mittelstandsbürger mit seinen über 100 Prozent Lohnnebenkosten, der genug verdient, um aus vielen Tranferleistungen herauszufallen, aber zu wenig, um den Sozialversicherungsdeckel zu spüren, profitiert am meisten vom Wohlfahrtsstaat?

0 0

Re: Das sollte der Herr näher erklären:

das sollte er einmal erklären!

2 0

Dazu braucht man keinen Forscher

Das ist doch augenscheinlich der Fall.
Gebt ihm einen ordentlichen Job damit er Praxis hat wie es im täglichen Leben zugeht.

Gast: mir reichts
06.10.2012 08:40
2 0

der pöse mittelstand

der nur profitiert hat und niemals nie nie nicht den ganzen zirkus finanziert hat.

man merkt an der meinung des herrn sozialforschers, er möchte den mittelstand abschaffen.

also schaut sein gesellschaftsideal aus: jede menge proletarier, die gerade noch so dahinvegetieren dürfen und die elite.

wie nennt man das, das ja so ein erfolgreiches gesellschaftsmodell war und ist: genau. man nennt es kommunismus.

selbstverständlich wird sich herr sozialforscher zu den eliten zählen.

Gast: Dicker S
06.10.2012 07:47
2 0

Wow auf das wäre ich nicht gekommen,

Wie klug der Mann ist!

Interessant,

womit manche Leute ihr Geld verdienen. Um das, was dieser Herr ganz wichtig verkündet, festzstellen, bedarf es keines Sozialforschers. Man muß nur die "kleinen Leute von der Straße" fragen. Die bekommen es als erste zu spüren.

1 1

die krise der sozialwissenschaften ist offensichtlich schon ausgestanden

oder hat irgendjemand hier etwas neues gelernt ? mehr als eine nacherzaehlung von hier und am internet seit jahren dutzende male gelesenen lesermeinungen bietet der professor nichts: abstiegskampf der unterern mittelklasse, 'prekaer' beschaeftigte sind von krise staerker betroffen, dem schuldenwohlfahrtsstaat geht das geld aus, verteilungskaempfe - olle karmellen, tote 'wissenschaft', nutzlose akademiker.

Gast: ein schwarzes Schaf
06.10.2012 02:13
7 0

die Probleme erkannt, nur die Lösung fehlt

. . . und so ist's alles schaut nach Griechenland und der Mittelstand, das Stimmvieh der Privilegien- und Pfründewirtschaft kommt sich noch erfolgreich vor.
Weg mit dem Filz und Sumpf, der die Zukunft verprasste und jetzt ganz Europa verpfänden will.

1 0

In AT ist die europäische Krise noch gar nicht angekommen

Aber das wird sie, daran geht kein Weg vorbei.

Noch muss sich die Mittelschicht nicht wirklich einschränken, da der Staat noch sein Füllhorn (auf Pump) ausschüttet. Aber diese Ära wird zwingend zu Ende gehen. Daran sollten sich die Mittelschichtler gewöhnen.
Entweder in die Oberschicht retten, oder nach unten durchrasseln. Viel mehr wird es nicht geben.
Es steht uns also ein ziemlich harter "Kampf" um die Ressourcen bevor. Als Selbständiger weiß ich wovon ich rede, denn da bekommt man das früher als ein Angestellter zu spüren.


Antworten Gast: Messalina-X
06.10.2012 10:08
1 0

Re: In AT ist die europäische Krise noch gar nicht angekommen

als Grenzgänger bezahle ich zwar Steuern und das nicht zu knapp, aber ich könnte mich jetzt nicht erinnern, wann ich von diesem Stast etwas bekommen hätte

nur eine frage der zeit!

wir wissen, dass der sozialstaat deshalb an seine grenzen stößt, weil es sich zu viele dort ohne anstrengung gemütlich gemacht haben!

allein in wien gibt es bereits 129.000 mindestsicherungsbezieher, aber in wien leben nur 25 prozent der österreichischen bevölkerung und 2/3 der mindestsicherungsbezieher entfallen auf 25 prozent der bevökerung.

kindergeld, 13 familienbeihilfen, wohnbeihilfen, schulstartgeld, gemeindewohnungen, zuschüsse usw. warum sollte sich eine bestimmte schicht auch anstrengen?

europ brennt lichterloh - an der verheerenden zuwanderung von unterschichten in den sozialstaat wird weiter festgehalten; es kann nur in den abgrund gehen!

die frage wird also sein, ob es sich die 30 prozent der nettozahler noch gefallen lassen, dass die umverteilung zu ihren ungunsten gesteuert wird, während sie selbst in bedrängnis kommen!

österreich hat seinen "wohlstand" bis heute auf schulden gebaut und das wird nicht gut ausgehen!

ja ich frage mich auch, warum sich "eine bestimmte schicht" anstrengen sollte

wozu vollzeit arbeiten gehen, wenn man dafür (wie im handel 1080 eur netto) gerade genug kohle rausbekommt, um irgendwie über die runden zu kommen? wozu sich im hamsterrad abstrampeln, mit der karotte des "sozialen aufstiegs" vor der nase, mit dem idealbild "geht's der wirtschaft gut, gehts und allen gut", wenn man mit dem ganzen billigkrempel mit eingebauter obsolenzenz einfach nix anfangen kann und man wirtschaftlich an dem, was als gesellschaftleben angesehen wird, ohnehin kaum teilnehmen kann? wozu überhaupt sich gedanken darüber machen, wie ein staat/eine gesellschaft organisiert werden sollte/könnte?
meine privilegien geb ich sicher nicht ab, damit es anderen weniger mies geht, schuld sind immer die anderen, vor allem, weil sie so anders sind. erinnert mich an romney's 47% sager und die daily show, wo js vorführte: 50% of the buggers have a fridge! 25% have a microwave! how dare they???sie Sie iÜ der meinung, dass die lage sich normalisieren würde, wenn man alle, die nicht ins neoliberale leistungskonzept passen, einfach sagen wir mal "aus der gleichung streichen würde?" das würde mich interessieren, wie Sie sich diesbezüglich eine lösung vorstelln!

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