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"Handeln, nicht reden": Eurozone stellt Athen Ultimatum

09.10.2012 | 10:04 |   (DiePresse.com)

Die Geldgeber setzen der griechische Regierung eine Frist bis 18. Oktober, um zugesagte Sparmaßnahmen umzusetzen. Auch die IWF-Chefin warnt.

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Kurz vor dem Besuch der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel in Athen setzt die Eurozone Griechenland wegen der schleppenden Reformen unter Zeitdruck: Die Währungspartner forderten die Regierung in Athen am Montagabend auf, bis zum EU-Gipfel am 18. Oktober alle noch offenen Punkte abzuarbeiten, die als Voraussetzung für eine Auszahlung der nächsten Hilfsgelder verabredet wurden.

Die Euro-Gruppe und der Internationale Währungsfonds zollten Griechenland zwar Anerkennung für die Fortschritte. Die Währungspartner signalisierten aber zugleich ein Ende ihrer Geduld: Bis in knapp zwei Wochen solle Griechenland die 89 Zusagen umsetzen, die vereinbart worden seien, erklärte Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker in der Nacht. Er kündigte Beschlüsse zu Griechenland für die "kommenden Wochen" an.

Ohne Hilfe ist Griechenland bald pleite

Die internationalen Kreditgeber haben bisher noch nicht das neue Sparprogramm Athens von 14,5 Milliarden Euro gebilligt. Dies ist aber Voraussetzung für die Freigabe der dringend benötigten Kredittranche von 31,5 Milliarden Euro. Ohne das Geld wäre Griechenland schon bald pleite.

Juncker sagte außerdem, dass Spaniens marode Banken vom europäischen Rettungsfonds ESM im November erste Milliardenhilfen erhalten sollen. Einen Betrag nannte er aber nicht. Die Euroländer hatten Madrid bereits im Juli pauschal bis zu 100 Milliarden Euro für angeschlagene Geldhäuser zugesagt. Schon seit längerem ist klar, dass der Betrag nicht ausgeschöpft wird.

Druck auch auf Zypern

Die Euroländer machen auch Druck auf das kleine Zypern, sich intern auf ein Hilfsprogramm zu einigen. Die Arbeiten sollten beschleunigt werden, forderte der luxemburgische Premier Juncker. Der IWF will noch im laufenden Monat eine Mission nach Nikosia schicken, um Bausteine eines Hilfsprogramms zu beraten. Die Banken des Inselstaates sind schwer von der Finanzkrise getroffen, drei von ihnen wurden am Montag von der Ratingagentur Moody's weiter in den Ramschstatus herabgestuft.

Die Euro-Gruppe stimmte zudem der Auszahlung der nächsten Kredittranche an Portugal zu. Das Land erhält 4,3 Milliarden Euro aus dem mit der EU, der EZB und dem Internationalen Währungsfonds verabredeten Hilfsprogramm.

"Handeln, nicht nur reden"

IWF-Chefin Christine Lagarde setzte auf der abschließenden Pressekonferenz ein klares Signal. "Es gibt Fortschritte vor Ort", sagte sie. "Aber es muss noch mehr getan werden, an allen Fronten." "Handeln bedeutet Handeln und nicht nur reden", setzte sie hinzu. Juncker lobte seinerseits wesentliche Fortschritte der Regierung in Athen in den vergangenen Jahren. Griechenland müsse aber "seine starke Verpflichtung" auf das Sparprogramm untermauern, erklärte er.

Die Troika aus EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds setzt ihre Prüfung der finanziellen Lage Griechenlands laut Lagarde in den kommenden beiden Wochen ohne Unterbrechung fort. "Wir haben die Troika und Griechenland aufgerufen, ihre Verhandlungen abzuschließen und so bald wie möglich zu vereinbaren, wie die Fiskallücken für die Jahre 2013 und 2014 geschlossen werden können", sagte Juncker.

"Jetzt müssen wir den richtigen Ton finden"

Auch Merkel mahnte eine Umsetzung der zugesagten Reformen an, zollte dem von der Staatspleite bedrohten Euro-Partner aber auch Anerkennung. Es gebe Länder, die im Augenblick unglaublich viel leisteten, sagte die CDU-Chefin auf einer Parteikonferenz in Düsseldorf. "Jetzt müssen wir den richtigen Ton finden, um anderen Mut zu machen, dass sie ihre Dinge schaffen... Denn wir gehören zusammen."

Merkel selbst erwartet am Dienstag in Athen "sehr konstruktive und freundschaftliche Gespräche", wie sie zuvor bei einem Treffen mit den Fraktionsvorsitzenden der CDU und CSU in Bonn betonte. Sie werde die Gespräche allerdings auch im Hinblick auf die Erwartungen an das Land führen. "Wir haben ja miteinander auch Vereinbarungen geschlossen, um deren Umsetzung es uns auch geht." Diese Abmachungen würden weiter gelten, betonte sie am Abend. Es sei wichtig, dass die Europäische Union und der Euro-Raum wettbewerbsfähig blieben oder würden.

Hoffnung in Griechenland

Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras will einem Zeitungsbericht zufolge mit dem Besuch von Merkel ein neues Kapitel der deutsch-griechischen Beziehungen aufschlagen. "Es wird sowohl auf uns als auch auf Europa gesetzt, dass es Griechenland schafft", sagte er der "Bild"-Zeitung vor seinem Kabinett. "Ich bin überzeugt, dass der Besuch der Bundeskanzlerin Frau Merkel entscheidend dazu beitragen wird."

Der griechische Finanzminister Ioannis Stournaras hofft unterdessen auf einen zeitlichen Aufschub der Geldgeber um zwei Jahre. "Alle Berechnungen, die wir anstellen, gehen davon aus, dass das Programm bis 2016 läuft und dass wir das Ziel eines Defizits von 4,6 Prozent eher 2016 erreichen als 2014", sagte er in Luxemburg. Dies sei möglich, ohne dass die Partner mehr Hilfsgelder bereit stellen müssten.

(APA/Reuters/dpa)

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66 Kommentare
 
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Gast: ein gast
09.10.2012 18:16
0 0

das, was man besteuert, wird weniger; was man subventioniert, wird mehr!

der grundgedanke und die konstruktion des "rettens" sind von vornherein falsch!

der euro wurde so beschlossen, dass länder, die die stabilitätskriterien verletzen, als "negative motivation" STRAFZAHLUNGEN (indirekt) an die sorgsam gewirtschaftet habenden länder zu leisten haben, was natürlich eine gute motivation ist, eben verantwortungsvoll auch für die nächste generation zu wirtschaften!

hier jetzt geld auszuschütten wird natürlich genau den gegenteiligen effekt haben, den hat es etwa bei griechenland ja auch die ganze zeit prompt!

wenn man das beschlossene einhalten würde, entstünde genau die RICHTIGE motivation:

angeblich hat ja irland gewisse erfolge bei der defizitverringerung und der reduzierung der steuergeldverschwendung, wie sie etwa für "geisterimmobilien" stattgefunden hat, wobei das gar nicht das allerschlimmste ist, weil da zumindest reale dauerhafte werte geschaffen wurden!
irland wird dafür auch belohnt, weil es dadurch weit WENIGER strafzahlungen als vorher bezahlen müsste!

im strafrecht muss ja auch der UNehrliche gauner eine geldstrafe bezahlen und der ehrliche selbstverständlich keine, das ist die richtige motivation, die auch funktioniert!

Daher steigt die ...

... Anzahl der Sozialhilfeempfänger.

2 0

Scherz

Bis zum 18. Oktober !
Solch ein Koloss laesst sich nicht in 10 Tagen manoevrieren .
Aber wir sollen/muessen (dran ) glauben.

Gast: unbeteiligter
09.10.2012 15:03
2 0

Olli Rehn (Eu-Fanat) hat (siehe ntv) schon ...

zugesagt, dass die Griechen neues Geld bekommen -so verlogen ist diese Bande .

Ich will auch einen Job bei der Troika:
gutes Essen, viel Sonnne, schöne Hotels, Polizeischutz und das Ergebnis meiner Arbeit steht schon vorher fest- bis dahin Schauspielern , etwas drohen und dann fette Gage abholen.

die Eu ist ein Krebsgeschwür und muss ausgerottet werden.

Tod der EU!

Gast: Bänkster
09.10.2012 14:43
2 0

wenn man 10 Jahre auf Pump lebt

muss man mindestens 10 Jahre (wegen der Zinsen vielleicht noch länger) den Gürtel enger schnallen.

Mit dieser EU ist etwas Grundlegendes sehr falsch gelaufen, denn sonst wäre es nicht möglich, dass man obiges glaubt vermeiden zu können.

Langsam reicht es wirklich und es wird Zeit, dass die Griechen ihren Lebensstandard auf das Maß ihrer wirtschaftlichen Leistung reduzieren.

Wenn viele Griechen dabei "durch den Rost fallen", dann ist das in erster Linie eine Sache der griechischen (Um)verteilungspolitik bzw. eine Sache der Steuerbehörden und der Korruption.

Jedenfalls Dinge, die Griechenland SELBST in Ordnung bringen muss - und das wird leider konterkariert und zuwidergelaufen - mit jeder weiteren "Hilfs"tranche....

Wir haben bereits genug gezahlt, Griechenland ist nicht die Sahelzone. Griechenland kann sich nur selber helfen. Unser Geld landet nur in den Taschen von korrupten Politikern, korrupte und/oder unfähigen und/oder ineffizienten Beamten und von Baenkern.

Den Griechen selbst hilft man am besten und schnellsten, in dem man sie zunächst auf den Boden der Realität bringt.

Gast: Plach2
09.10.2012 14:19
0 0

Was Merkel in Griechenland macht ist wichtig für uns!

Wir schließen uns der Meinung Deutschlands an meinten in einer Debatte Fischler (ÖVP) und Scholten (SPÖ) über die Tätigkeit von Faymann und Außenminister Spindelegger. Merkel macht das schon für uns...

Gast: moodysverbieten
09.10.2012 14:17
0 0

Diese Würschtln enteigneten und entrechteten

mIllionen "normaler" Bürger und deren Nachkommen.
An die 0,1% der reichen ujnd mächtigen trauen sie sich nicht ran;
für die hauen sie sich ins zeug, brechen Verträge und verletzten Menschenrechte.

Nichts neues unter der Sonne!

Gast: Tinas
09.10.2012 14:13
2 1

Griechen- Pleite die Nächste.

warum wird ein Land was immer schon Pleite war immer noch am Leben erhalten ? das hat nichts mit Solidarität zu Tun- das ist einfach Geldvernichtung pur.

Antworten Gast: Halbwissen
09.10.2012 14:33
0 1

Re: Griechen- Pleite die Nächste.

Warum ?

Weil Europa einen schwachen Euro braucht !
Spanien und Italien brauchen einen Wechselkurs zum Dollar von 1,1 - 1,15. Vorher wird dort kein Cent investiert.

Deutschland und Österreich? verdienen sich derzeit dumm und dämlich !

Gast: Eusebius
09.10.2012 14:05
2 1

Einzige halbwegs erträgliche Lösung

für das griechische Problem wäre ein Austritt aus der Euro-Zone, zurück zur Drachme, Strukturen des Landes sanieren und in 10 bis 20 Jahren reden wir dann weiter, ob eine Rückkehr zum Euro für Griechenland sinnvoll ist oder nicht.
Die Schulden können die Griechen niemals zurückzahlen und die Wettbewerbsfähigkeit mit dem Euro gelingt ihnen niemals.

Ultimatum - und was dann?

Und was wenn sie die Ziele endgültig nicht erfüllen?
Die Griechen wissen, dass die EU zu feig ist, sie aus der Euro-Zone rauszuwerfen, wovor sollten sie sich also fürchten?

Gast: Hackler bis 72
09.10.2012 13:32
9 0

dafür schuften österreichische ASVGler bis 72:

http://kurier.at/wirtschaft/4515047-der-griechische-bauer-als-millionaer.php

....und natürlich auch für die eigenen Günstlinge im Bauern- und Beamtenstand.

Re: dafür schuften österreichische ASVGler bis 72:

Und was ist mit denen die 10 000 Euro im Jahr verdient haben, und trotzdem mehr als 10 000 weniger als 100 000 ins Ausland überwiesen haben?? .... sind die unschuldig? Wo haben sie den Rest her? Ich glaube bei den Griechen ist eine Menge Schwarzgeld unterwegs, und zwar um einiges mehr als die 22 Milliarden aus dem Bericht.

Solang die ASVGler ...

... wie im Burgenland SPÖVP wählen, wird sich nichts ändern. Warum sollte es auch? 90% bei wirklich freien Wahlen?
Die müssten ja völlig verrückt sein.

mit vollem respekt

die griechen wissen wie man die eu ausbeutet. jahrelang gelder kassiert und jetzt noch die sahne mit hilfsgelder die NİE zurück gezahlt werden.. ich bewundere die griechen ...

Gast: Sind drankonische Massnahmen die beste Lösung?
09.10.2012 13:17
2 2

Lehrer kündigen, Schulklassen vergrössern...

... ist das die Lösung?

gem. Kontakt mit Athen von gestern sind die Griechen daran sehr viele Lehrer zu kündigen und die Schulklassen von ca. 20 Kindern auf 40-60 Schüler zu erhöhen.

Ob solche Massnahmen wirklich der Bevölkerung zu gut kommen???

Wäre es nicht sinnvoller das viele Geld --- von dem die Armen unter den Griechen eh nix sehen --- der Bevölkerung, die ja fast keine Arbeit mehr hat, zu geben, damit die Arbeitslosenrate, die unter den Jugendlichen riesig ist, zu verkleinern.

Ist auch gut so ...

.... bei einem "nicht gedekten" Konto ist es schwierig für jeden Privaten den "Kukuck" zu vertreiben. ... Athen hat die Auflagen in keinster erfüllt und scheinen nicht wirklich bemüht zu sein, also sind Massnahmen zu setzen. Schade um die Milliarden die man schon überwiesen hat.

Gast: Sind drankonische Massnahmen die beste Lösung?
09.10.2012 13:15
1 2

Lehrer kündigen, Schulklassen vergrössern...

... ist das die Lösung?

gem. Kontakt mit Athen von gestern sind die Griechen daran sehr viele Lehrer zu kündigen und die Schulklassen von ca. 20 Kindern auf 40-60 Schüler zu erhöhen.

Ob solche Massnahmen wirklich der Bevölkerung zu gut kommen???

Wäre es nicht sinnvoller das viele Geld --- von dem die Armen unter den Griechen eh nix sehen --- der Bevölkerung, die ja fast keine Arbeit mehr hat, zu geben, damit die Arbeitslosenrate, die unter den Jugendlichen riesig ist, zu verkleinern.

Sie könnten auch die Lehrergehälter

... halbieren und die Klassen gleich groß lassen.
Eine dritte Möglichkeit gibts nur in der Phantasie von Volkswirtschaftern in Kooperation mit dem Weihnachtsmann.

Gast: Rechenkünstler
09.10.2012 13:14
9 0

Jedes Land braucht Einnahmen

Warum wird in Griechenland der Hebel nur bei der Ausgabenseite angesetzt? Wäre es nicht angebracht auch Dampf zu machen, dass die Griechen Steuern zahlen, so wie es bei uns üblich ist? Solange die größten Unternehmen steuerfrei bleiben, wird das Problem Griechenland nicht gelöst.

Weil man bei uns sieht ..

.... dass höhere Steuern zu nichts führen? Wir sind bald auch so hoch verschuldet wie die Griechen und haben eines der teuersten Steuersysteme der Welt.
Steuererhöhungen bringen schlicht nichts. Außer dass Länder mit Mehreinnahmen aus den Steuern für andere Länder mehr zahlen müssen (das ist Gerechtigkeit oder sowas ähnliches).

Antworten Antworten Gast: nick
09.10.2012 15:20
0 0

Re: Weil man bei uns sieht ..

Sie reden davon, dass "höhere Steuern" kontraproduktiv wären. Sagen Sie mal, haben Sie in den letzten 2 Jahren Zeitung gelesen / Radio gehört und sich mit dem Drama um Griechenland auch nur ein bisschen auseinandergesetzt ? Es geht doch vor allem darum, dass dem Hinterziehen von Steuergeldern - auf allen Ebenen - in Ende gesetzt wird.

Gast: Gegen globale Ausbeutung
09.10.2012 13:04
3 1

Handeln im Sinne der Finanzmafia, nicht reden!

Mit dem ESM ist dem straffreien Ausrauben der EU nichts mehr entgegenzusetzen. Ausser die Menschen gehen auf die Strasse.

5 0

Griechenland protestiert gegen Merkel - gut so!


dann sollen die Griechen zusehen, wie sie ohne den ungeliebten Göd auskommen.

Vorschlag

Wir schicken den Griechen unseregriechische Zahnlücke, da könnte sie ihren eigenen reichen Landsleuten Reeder usw.das Geld aus der Tasche ziehen.Wäre aber ihr Todesurteil denke ich.

6 2

Auch ich stell der Eurozone ein Ultimatum!

aufzuhören mein Geld hinauszuschmeissen.

 
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