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Finanzsteuer soll EU-Beiträge für Wien reduzieren

09.10.2012 | 15:35 |   (DiePresse.com)

Für Finanzministerin Fekter habe man bei der Finanztransaktionssteuer erst den Anfang geschafft. Details sollen bis Weihnachten ausgearbeitet werden.

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VP-Finanzministerin Maria Fekter kann sich langfristig zwar eine Verwendung der Mittel aus der Finanztransaktionssteuer für ein EU-Budget vorstellen, allerdings müssten dann im Gegenzug Österreichs Zahlungen an die Europäische Union sinken. Mit der verstärkten Zusammenarbeit für die Finanztransaktionssteuer haben "wir eigentlich erst die Autobahnauffahrt geschafft. Den ganzen Weg bis zum Ziel müssen wir erst gehen", sagte sie nach dem EU-Finanzministerrat in Luxemburg Dienstagnachmittag.

Dies treffe auch auf das konkrete Modell der Steuer zu. Hier seien die Details bis Weihnachten auszuarbeiten. "Wenn man in europäischen Dimensionen denkt, muss man aber auch an die europäische Solidarität denken. Wenn wir hier eine Finanztransaktionssteuer in Europa belassen, wollen wir im selben Ausmaß eine Entlastung bei den Zahlungsverpflichtungen. Das haben alle Länder klargestellt", so Fekter. Es könne ja auch "keine vorauseilenden Geschenke an jene geben, die nicht mittun. Ganz im Gegenteil, es muss mehr Motivation geben, dass noch mehr mittun". Sie präferiere jedenfalls den Vorschlag von EU-Steuerkommissar Algirdas Semeta, der ursprünglich für alle 27 Staaten ausgearbeitet wurde.

Umsetzung in einem Jahr

Es gehe darum, zu sehen, wie rasch die Finanztransaktionssteuer umgesetzt werden könne. "Ein Jahr Umsetzungszeitraum ist nicht zu kurz". Eine Lösung ähnlich einer "simplen Börsenumsatzsteuer würde der Zielsetzung nicht wirklich helfen. Einerseits kommt da viel zu wenig an Betrag heraus, andererseits trifft es vor allem die ohnehin regulierte Börse. Wir wollen aber die außerbörslichen Umsätze auch mit erfassen, insbesondere jene Bereiche, die uns große Sorgen machen", wobei Fekter den Hochfrequenzhandel nannte. Natürlich müsse eine solche Steuer auch "einen gewissen Stabilitätseffekt im Finanzsektor mit sich bringen". Dies gelinge nur, wenn auch Derivate erfasst seien. Gleichzeitig dürfte die Realwirtschaft nicht gehemmt oder Kreditklemmen verursacht werden. Derzeit sei vorgesehen, dass die Steuer dann anfalle, wenn ein Partner in einem Partizipationsland sei, egal ob dies das Heimatland oder der Fremdstaat sei.

Generell zeigte sich Fekter erfreut über den Ausgang des Ministerrats. Die Mehrheit der Euroländer habe Primärüberschüsse. Es gibt "ganz große Anzeichen für eine verstärkte Stabilität in der Eurozone. Das heißt, wir sind am richtigen Weg. Unsere Maßnahmen, die wir sukzessive als Baustein errichten, bringen ein stabileres Fundament und in dem Zusammenhang war dieser Gipfel der Finanzminister nicht unerfolgreich".

Wiener Börse befürchtet Umsatzabfluss

Die Wiener Börse ist "äußerst kritisch" zur Transaktionssteuer in nur elf Euro-Ländern eingestellt. Denn nun sei eine Abwanderung von Umsätzen an Handelsplätze zu befürchten, wo es keine Besteuerung gibt, warnte Börse-Sprecherin Beatrix Exinger am Dienstag. Für die Wiener Börse sei die Einigung auf elf Teilnehmer heute überraschend gekommen.

Alles hänge nun von der Ausgestaltung der Abgabe ab: Die Wiener Börse wünscht sich eine stärkere Belastung des außerbörslichen Handels, wo in Österreich wie auch europaweit bereits mehr als die Hälfte des Handels stattfindet.

Heimische Politik durchwegs erfreut

Die Finanztransaktionssteuer (FTT) eint zur Abwechslung die heimische Politik: Aus allen fünf Parlamentsparteien gab es am Dienstag einhellige Zustimmung zur heutigen Entscheidung, dass elf EU-Staaten, darunter Österreich, versuchen wollen, die FTT einzuführen.

SP-Bundeskanzler Werner Faymann ist froh, "dass man der Zielgerade immer näher kommt", unter Dach und Fach sei der Beschluss aber erst, wenn die endgültigen Entscheidungen gefallen sind. ÖVP-Staatssekretär Reinhold Lopatka sieht einen "Durchbruch auf europäischer Ebene und ein wichtiges Zeichen an die globalen Finanzmärkte".

Für FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz Christian Strache ist "die Einführung einer Finanztransaktionssteuer auf europäischer Ebene ein erster richtiger Schritt zur Regulierung der Spekulation auf den Finanzmärkten". Die Einnahmen dürften jedoch nicht in den EU-Haushalt fließen. Werner Kogler von den Grünen sieht in der aktuellen Entwicklung "einen ganz großen Schritt zur Spekulationsbekämpfung". BZÖ-Chef Klubobmann Josef Bucher ist für die rasche Umsetzung der FTT, das Geld solle dazu genutzt werden, die Beiträge der Nettozahler ins EU-Budget zu verringern.

(APA)

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17 Kommentare
Gast: CCAAT
09.10.2012 21:24
0 5

wer stand schon auf vom Lachen?

Null komma wieviel Prozentchen nochmals als "Steuer"?

Also wirklich grandios diese "Steuer", ja wirklich endlich fair. Diese Steuer betrifft alle jene die die Null komma irgendwas na sowas von jucken werden. Die werden wahrlich ins Schwitzen kommen bei dieser neuen Steuer.

Aber sonst ist das "Steuersystem" ja auch noch sowas von fair. Was gibt es denn da für andere Steuern zu welchen Prozentchen?
5,10,15,20 oder gar bis zu über 50 Prozentchen ernsthaft Steuer ja und was wird denn da besteuert?
Etwa ernsthaft Steuer auf Arbeit und Lebensmittel z.B.? Ja und wie hoch ist jetzt der Anteil im Vergleich zu dieser neuen "Steuer" ?
Kann es ernsthaft möglich sein, dass die neue "Steuer" nur gar ein 1/2000 einer MWST ausmacht!

Ja jetzt heisst es fest die Händchen schütteln und doll in die Linsen lächeln, eine super Leistung der Interessensvertreter.

Mein Gott wie armselig dieser Tiefschlag, Null-Komma hat man den Kapitalisten wahrlich abgeschröpft - jetzt wird wirklich alles besser und finanzierbar. Das Geld ist jetzt nicht mehr Zweck von allem was wir wollen, jetzt ist endlich das Geld nur noch wieder Mittel zum Zweck! Ja wahrhaftig so sprach Z. !


Seit Einführung des Euros

wurde mein Gehalt seitens der Politik mittlerweile soweit abgewertet, dass ich mir um solche Steuern keine Sorgen mehr machen muss.
Stattdessen hoffe ich nicht älter als 6o Jahre alt zu werden, um der Altersarmut zu entgehen.

„Die Steuer spricht die Schlüsselfaktoren nicht an, die zur globalen Finanzkrise beigetragen haben“

Genau! Und welche sind die "Schlüsselfaktoren"?:
Die Politiker, deren Interventionen: Clintens "jeder muss sich ein Haus leisten können, auch wenn er's nicht bezahlen kann" über Bush, Greenspan bis hin zum Faymann. Die Politiker haben uns die Finanzkrise eingebrockt und jetzt wollen sie mit einer solchen Alibiaktion davon ablenken. Nur ATTAC & Co. glauben noch an die "bösen Spekulanten".

Antworten Gast: J.F.
10.10.2012 09:45
0 0

Re: „Die Steuer spricht die Schlüsselfaktoren nicht an, die zur globalen Finanzkrise beigetragen haben“

Auch sehr Schwarz-Weiss oder ned?!

Macht euch mal keine Sorgen

solange das nicht flächendeckend für ganz Europa eingeführt wird, werden die Banken, Spekulanten, Hedgefonds etc. Mittel und Wege finden diese Steuer galant zu umgehen.

Manchmal wünscht man sich da doch glatt das die hohen es für den Otto-Normalo auch so einfach machen sollten. Aber nein nicht mal der freie Warenverkehr ist zu 100% uns Bürger zugänglich.

Re: Macht euch mal keine Sorgen

Die Finanztransaktionssteuer trifft auch nicht die Banken, Spekulaten, etc. sondern die "Kleinen" Fondssparer, Lebensversicherungssparer, die mit privater Altersvorsorge und sogar Urlauber, die im nicht Euroraum mit einer Kreditkartezahlen. Das ist eine typische Steuer zur Ausplünderung der Bürger und Bürgerinnen und die Dummen merken es nicht einmal.

Gast: Halbwissen
09.10.2012 20:07
1 0

Wenn das Geld niemandem fehlt !

Liegt ja nur in der Gegend herum.

Ist natürlich Eigenkapital das abgeführt wird.
War da nicht etwas mit Eigenkapital ?
Ach so, die Banken haben ein negatives und müssen daher gerettet werden. Oder waren es höhere Eigenkapitalanforderungen ? Egal !

Gast: oko
09.10.2012 19:54
1 10

gute idee

da gibts auch mal was gutes in der EU
diese steuer ist besser als jede vermögenssteuer

denn nur wirklich reiche können sich finanztransaktionen leisten

z.b. mafia

Re: gute idee

"denn nur wirklich reiche können sich finanztransaktionen leisten"

Na eh! Wenn sie nämlich ihre Stromrechnung bezahlen ist das keine Finanztransaktion! Und wenn ihr Arbeitgeber Waren im Ausland kauft um produzieren zu können, ist das auch keine Finanztransaktion!

HERR! LASS HIRN VOM HIMMEL REGNEN!!!!

Als wäre die politisch verursachte Schuldenkrise die wir haben noch nicht schlimm genug, demontieren die Sozialisten jetzt auch noch die Wirtschaft.

die Idee ist gut - theoretisch

praktisch ist das ein Sieb mit riesigen Löchern


3 6

HOFFNUNGSSCHIMMER

Ein Lichtblick am Horizont der vom konservativ/neoliberalem Geist geführten EU.

Gast: kritiker2012
09.10.2012 19:28
5 3

schwachsinnig...

Bei jedem Wertpapier, das mit Gewinn verkauft wird, werden automatisch 25% KESt. bzw. bei Unternehmen 25% KÖSt. fällig!

Wozu noch eine Transaktions-Steuer?


Gast: tigerauge
09.10.2012 19:05
0 1

wieso nur für wien?


Ich war sehr pessimistisch

bin jetzt eines besseren belehrt worden! weiter so: Bankenregulierung, Verbot von Hedgefonds oder alternativ keine bankenstützung, bankentrennung in kunden- und investmentbanken, und dann nimmt die regierung wieder das szepter in die hand!

Antworten Gast: kfgnlsnvls
09.10.2012 18:21
11 3

Gelungene Satire

Danke !

Natürlich wird die Finanztransaktionssteuer nach kurzer Einführungsphase aus "Sachzwängen" auf JEDE Überweisung ausgedehnt werden müssen und wieder werden es die Kleinen sein die in der Masse die Spekulanten sanieren dürfen.

Wann schon hat die EU nicht gelogen ? Allerwichtigste Verträge nicht ungeahndet gebrochen ?

Wer glaubt das die Finanztransaktionssteuer nur die Reichen zahlen werden irrt, ein Indiz dafür ist ja schon WER sich auf einmal dafür einsetzt.

Antworten Antworten Gast: Zyni
09.10.2012 19:10
4 1

Nur für die ganz Blöden und für Mitzi

Ausdehnung..eine Frage der Zeit! Steuerträger...wie immer jeder. Steuererhöhung über die Bande.

Iiiiiiiiiih!

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