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Draghi: „Die EZB wird kein Geld drucken“

09.10.2012 | 18:17 |   (Die Presse)

Der Zentralbankchef ermahnt Regierungen, ihre Budgets gefälligst selbst zu sanieren. "Die EZB kann keine monetäre Budgetfinanzierung betreiben“, so Draghi. Er skizzierte auch seine Vorstellungen von der Bankenunion.

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Brüssel/Go. Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), richtete am Dienstag einen scharfen Appell zur Haushaltssanierung an die Regierungen der Eurostaaten. „Es ist zu leicht zu glauben, dass die EZB die Aufgaben der Staaten übernehmen oder einfach mehr Geld drucken kann. Das wird nicht passieren. Die EZB kann keine monetäre Budgetfinanzierung betreiben“, sagte Draghi bei seiner regelmäßigen Anhörung vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments.

Draghi ist wegen seiner Ankündigung, dass die EZB unter konkreten Bedingungen in unbestimmtem Ausmaß Staatsanleihen kriselnder Euromitglieder kaufen würde, vor allem in Deutschland stark kritisiert worden. Am Dienstag war er bei seinem dreistündigen Meinungsaustausch mit den Abgeordneten darum bemüht, Ängste im Norden und Begehrlichkeiten im Süden gleichermaßen zu zerstreuen: „Wir wollen sicherstellen, dass unser Programm wirksam ist, von unserem Mandat gedeckt und dass es das Handeln von Regierungen nicht ersetzt.“

„Banken untergehen lassen“

Mit einem kaum verhohlenen Seitenhieb auf den Schlendrian des damaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi fügte Draghi hinzu: „Wenn es keine Bedingungen zu erfüllen gäbe, würden die Anreize für die Regierungen, zu handeln und Reformen anzugehen, zerstört.“ 2011 hatte die EZB unter Draghis Vorgänger Jean-Claude Trichet begonnen, italienische Anleihen zu kaufen, um deren Zinssätze zu drücken. Das hatte Berlusconi sofort zur Aufgabe großer Sparversprechen verleitet. Wenig später trat er unter dem Druck der erneut ansteigenden Zinsen zurück.

Draghi skizzierte auch seine Vorstellungen von der Bankenunion, die 2013 in Kraft treten soll. Er wünscht, dass auch Nicht-Eurostaaten mit gleichen Rechten und Pflichten unter die neue Aufsicht mit der EZB an der Spitze kommen. Wie das rechtlich machbar sei, werde derzeit geprüft. Dazu gehöre auch ein Rahmen zur Abwicklung insolventer Banken: „Wir müssen es uns leisten können, Banken untergehen zu lassen.“ Entgegen anders lautenden Darstellungen würden die nationalen Bankaufseher ihre Zuständigkeiten nicht an die EZB verlieren: „Das wird ein gemeinsamer Entscheidungsprozess.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.10.2012)

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16 Kommentare

Und die Erde ist eine Scheibe ...

Wer's glaubt, darf sein Geld behalten ;)

Gast: unbeteiligter
10.10.2012 16:03
0 0

Wir müssen es uns leisten können. Lügner und -...

Verfassungsbrecher zur Veranwortung zu ziehen.

Tod der EU !

So ein Lügenbold

Die EZB und FED schaffen tagtäglich Geld aus dem nichts.

Gast: r-tiroch@t-online.de
10.10.2012 15:20
0 0

gefühlswallungen

und dann kam die Meldung, dass alle banken ja noch viel schlechter dran sind, als bisher gedacht. da waren die 3 Stresstests wohl O Wert, trotz ihrer Zahlen-und Rechenwerke?
wenn nun Bilanzbereinigungen kommen, gehen sie direkt (über Los) sprich in die Bad-Banken und somit automatisch an den Steuerzahler. als Krönung nennt man den ESM nun Liquiditätskanone, und deren Chef Regling meint, dass die Finanzkrise vorbei sei? wie schön.

Niemand wird eine Mauer bauen ...

... hat den exakt gleichen Wahrheitsgehalt.

Wenn einer dieser Sprechpuppen etwas verlautet, kann man getrost vom genauen Gegenteil ausgehen...

Gast: Liberty Force
10.10.2012 11:41
1 0

Draghinoccio!


Ja, ja, was sagt er nur, der Präsident.

"Wenig später trat er unter dem Druck der erneut ansteigenden Zinsen zurück."

Ja und warum stiegen diese Zinsen? Weil mit einer konzertierten Aktion italienischer Banken, ich nehme an unter Einfluss der Banca Italia, die Draghi-Goldman-Sachs leitete, italienische Anleihen verkauften, um den Berlusconi loszuwerden.

Sowas nennt man dann freie, faire Marktwirtschaft und Marktkräfte, was in Wahrheit ein dirigistisches mafioses Verhalten bewirkt hat.

Dieses Europa ist zum Vergessen!

2 0

Ach nein

Griechenland wird im Euro bleiben, die Schulden zurückzahlen, alle sind von der EU begeistert und der ESM ist ein Erfolg.

"Die EZB wird kein Geld drucken"

Tut sie schon.

Re: "Die EZB wird kein Geld drucken"

Nur er kapierts möglicherweise selber gar nicht mal. Weil er zu dumm ist.

Gast: afritsch
10.10.2012 06:20
3 0

„Die EZB wird kein Geld drucken“

Ab wann wird sie damit aufhören? Dieses Statement ist pure Desinformation dieses Bankenknechtes.

wenns die ezb nicht tut...

....dann zahlen wirs halt direkt von steuergeldern.
gute idee.

Na, dann raten Sie mal, wer die EZB finanziert.

Es ist nämlich der Steuerzahler.

Gast: gast1984
09.10.2012 23:19
3 1

Draghi: „Die EZB wird kein Geld drucken“

Was? So bald schon!

An ihren Taten sollt ihr sie messen.

Nicht an ihren Worten.

1 5

Erstaunlich!

Ein sinnvoller Kommentar eines EU-Politikers! Vielleich hat ja die Goldman-Sachs Ausbildung doch etwas geholfen? Dennoch glaube ich nach wie vor, dass die USA diesen Mann an die Spitze der EZB gesetzt hat. Irgendein Plan steckt da schon dahinter.

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