In Griechenland ist die Industrieproduktion im August erstmals seit viereinhalb Jahren wieder nennenswert gestiegen. Im Jahresvergleich legte die Produktion um 2,5 Prozent zu, wie die Statistikbehörde (Elstat) am Mittwoch in Athen mitteilte. Zuwächse gab es im Verarbeitenden Gewerbe sowie in den Bereichen Wasser- und Stromversorgung. Einen Rückgang habe es hingegen im Bereich Bergbau gegeben, hieß es weiter.
Im Juni hatte die Behörde zwar bereits ein leichtes Plus von 0,3 Prozent gemeldet, bevor es im Juli wieder 5,0 Prozent nach unten ging. Seit Anfang 2008 hatte es in Griechenland insgesamt nur drei Monate mit Zuwächsen bei der Industrieproduktion gegeben. In den übrigen Monaten brach die Produktion mehr oder weniger deutlich ein und erreichte mehrfach zweistellige Minusraten. Das hochverschuldete Griechenland leidet unter einer jahrelangen schweren Rezession.
Erneuter Streikaufruf
Diese positiven Nachricht halten die größten Gewerkschaften des Landes nicht davon ab, für den 18. Oktober zu einer 24-stündigen Protestaktion gegen die rigiden Sparmaßnahmen der Regierung aufzurufen. Mit dem landesweiten Streik solle die Regierung gedrängt werden, die eingeleiteten Schritte zu beenden, sagte ein Gewerkschaftsvertreter am Mittwoch. Zeitgleich mit dem Streik findet ein Gipfel der Europäischen Union statt.
Die EU bildet zusammen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) die Troika, die derzeit prüft, ob Griechenland seine Zusagen unter dem zweiten Hilfsprogramm erfüllt hat. Ihr Bericht ist Voraussetzung für die nächste Tranche von Hilfskrediten über 31,5 Milliarden Euro.
(APA/dpa)
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