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Schäuble schließt Staatsbankrott Griechenlands aus

14.10.2012 | 18:19 |   (Die Presse)

Der deutsche Finanzminister schließt einen Staatsbankrott des Landes aus. Damit erklärte er indirekt die Bereitschaft Deutschlands, auch ein neuerliches Hilfspaket für Griechenland mitzutragen, sind sich Beobachter einig.

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Wien/Dpa/Reuters/Red. Es war für Wochen einer der großen Streitpunkte in der deutsch-französischen Achse: Soll Griechenland ein weiteres, drittes Hilfspaket bekommen? Während sich Vertreter der neuen französischen Regierung unter François Hollande auch öffentlich mehrmals dafür aussprachen, bremsten deutsche Politiker bei diesem Thema – allen voran Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble. Am Sonntag lockerte er jedoch bei einer Rede anlässlich des Treffens europäischer und asiatischer Finanzminister in Singapur merklich die Bremse. „Es wird in Griechenland keinen Staatsbankrott geben. Es wird nicht passieren“, so Schäuble vor seinen Ministerkollegen. Damit erklärte er indirekt die Bereitschaft Deutschlands, auch ein neuerliches Hilfspaket für Griechenland mitzutragen, sind sich Beobachter einig.

Zuletzt hatte sich Schäuble geweigert, die Möglichkeit eines neuen Hilfspakets zu kommentieren, solange der Bericht der Troika aus EU, EZB und IWF noch nicht vorliegt. Dieser sollte bereits Anfang Oktober fertig sein, aufgrund der aufwendigen Verhandlungen mit der griechischen Regierung liegt er aber immer noch nicht vor. So fordern die Euroländer von Griechenland, jene schon vor Monaten vereinbarten 89 Reformmaßnahmen endlich vollständig umzusetzen, deren Erfüllung sich durch die Neuwahlen im Juni verzögert hatte. An diesem Donnerstag, dem 18. Oktober, läuft nun eine Frist ab, die Athen von den anderen Euroländern gesetzt wurde. Laut dem griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras werde sein Land sich bis zu diesem Tag mit der Troika über das notwendige Sparprogramm geeinigt haben.

 

Kommt der zweite Schuldenschnitt?

Damit wäre zwar der Weg für eine neue Tranche im Ausmaß von 31,5 Mrd. Euro aus dem bereits gewährten zweiten Hilfspaket in Höhe von 130 Mrd. Euro frei. Doch immer mehr Ökonomen gehen davon aus, dass die vorhandenen Sparanstrengungen nicht ausreichen werden, um den Schuldenstand Griechenlands per 2020 auf 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu drücken – was immer noch das Doppelte des im Maastricht-Vertrag erlaubten Wertes wäre. Viele Experten rechnen daher mit einem weiteren Schuldenschnitt, nachdem dem Land heuer bereits 100 Mrd. Euro erlassen wurden.

Diesmal müssten sich jedoch – anders als beim ersten Mal – nicht nur private Gläubiger sondern etwa auch die Europäische Zentralbank daran beteiligen. Dies wird von der EZB jedoch abgelehnt, da dadurch Kredite der Notenbank an Griechenland auch offiziell uneinbringlich würden. Die EZB würde so definitiv gegen jene Regel verstoßen, die ihr eine Finanzierung von Staatsschulden verbietet.

Das deutsche EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen brachte daher am Wochenende einen bereits im Vorjahr diskutierten Vorschlag aufs Tapet, wie Griechenland auch ohne Schuldenschnitt seine Staatsverschuldung senken könnte. Demnach solle der neu geschaffene europäische Stabilitätsfonds ESM den Griechen Kredite geben, mit denen diese ihre eigenen Anleihen am Markt zurückkaufen können.

Da diese Anleihen nur noch bei rund 30 Prozent ihres ursprünglichen Wertes notieren, würden die ESM-Kredite „gehebelt“ werden. So ließen sich mit drei Mrd. Euro ausstehende Anleihen im Volumen von zehn Mrd. zurückkaufen. Da Griechenland diese Anleihen nach Ablauf ihrer Laufzeit nicht mehr zurückzahlen müsste, könnte der Schuldenstand so effektiv gesenkt werden.

 

Schweden erwartet „Grexit“

Von der deutschen Regierung wurde der Vorschlag skeptisch aufgenommen. Das Kernproblem sei, dass, auch wenn man Griechenland völlig entschulden würde, das Land am Ende des Jahres wieder Schulden auf dem Konto hätte. Daher gehe es „vorrangig darum, die Umsetzung des vereinbarten Programms voranzubringen“, heißt es.

Fehlende Möglichkeiten, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, sieht auch Anders Borg, der Finanzminister des Nicht-Euro-Landes Schweden, bei Griechenland. „Es ist schwer zu verstehen, wie sie die Situation unter Kontrolle bekommen wollen, ohne ihre Konkurrenzfähigkeit durch eine Abwertung der Währung zu verbessern.“ Er rechnet daher mit einem Euro-Austritt Griechenlands in den nächsten sechs Monaten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.10.2012)

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114 Kommentare
 
12 3

Wenn er das meint....

...soll er (bzw. Deutschland) das auch alleine bezahlen.

Gast: Plach2
16.10.2012 09:55
0 0

Da hat unser Außenminister mehr Rückgrat

17.8.2012: Spindelegger will Euroländer die sich nicht an die Vereinbarungen halten “rauschmeißen”.

Re: Da hat unser Außenminister mehr Rückgrat

Außenminister - Rückgrat? Inkompatible Begriffe

0 0

Egal was auch passieren wird

Eines ist zu 1000% sicher:
Die Wähler sind dumm genug um immer wieder den Politikern am Leim zu gehen.

Re: Egal was auch passieren wird

Und wen soll man bitte wählen? Vielleicht die Grünen? Beispiele Graz und Wien zeigen, was dabei rauskommt, wenn die auch nur in einer winzigen Minderheit sind.

0 0

Schäuble

Auch einer der Totengräber des Wohlstandes in DE.

Gast: astoles
15.10.2012 19:49
3 0

Schäuble vor!

Dann soll Schäuble doch bitte alle Zahlungen an Griechenland selbst leisten, und andere EU-Staaten wie Österreich, Finnland und Niederlande von Zahlungen an den Pleitestaat Griechenland entbinden.


Grexit - Ja !!!!

Schäuble predigt Wasser und trinkt heimlich Wein...!

Gast: Walter444
15.10.2012 17:35
3 0

16.6.2010 im Parlament: "Mrd. die wir nach Griechenland schicken sind für uns ein gutes Geschäft" Fekter Finanzministerin


Re: 16.6.2010 im Parlament: "Mrd. die wir nach Griechenland schicken sind für uns ein gutes Geschäft" Fekter Finanzministerin

Ob sie sich daran noch erinnert?

Re: Re: 16.6.2010 im Parlament: "Mrd. die wir nach Griechenland schicken sind für uns ein gutes Geschäft" Fekter Finanzministerin

Mit welchem Gehirn sollte sie sich erinnern?

Der wirtschaftlichen Leistung Griechenlands würde ein Standard entsprechen

der vielleicht dem Doppelten des albanischen entspricht.
Wobei die Albanier rasant aufholen, weil sie ja nicht mit EU-Geld verhätschelt werden.

4 0

Hilfe !

Kann nicht mal jemand Schäuble's Doktorarbeit auf Plagiate untersuchen ? (oder ist die unter Verschluss)

Gast: Plach2
15.10.2012 16:41
3 0

Warum macht er das nicht?

17.8.2012: Spindelegger will Euroländer die sich nicht an die Vereinbarungen halten “rauschmeißen”.

0 0

Re: Warum macht er das nicht?

weil er sich nur aufplustern kann reiner sturm im wasserglas

Re: Warum macht er das nicht?

Jett haben`s mich aber erschrocken, was der Spindelecker alles will. Wie sollte das funktionieren ? Dazu braucht er die EU und die brechen selbst laufend die Verträge.

Gast: STFU
15.10.2012 16:37
1 0

Gollum alias der Propagandafinanzminister

muss ja das geopolitischen Ziel im Auge haben die EU als Vorposten der VS nicht sinken zu lassen

Gast: PÖHSE
15.10.2012 15:57
13 0

Griechenland ist schon viele Jahre bankrott,


und zwar ersichtlich, nicht heimlich. Es ist ein Dritte-Welt-Land völlig ohne Perspektive .

Was bisher gegeben wurde, ist (gutes Geschäft!),
restlos weg.
Schluß, Grenzen zu uns Ausschluß des Landes aus Euro und EU, und die Politiker, die bei uns den Schaden angerichtet haben, beinhart einsperren !

0 0

Re: Griechenland ist schon viele Jahre bankrott,

und enteignen!

Re: Griechenland ist schon viele Jahre bankrott,

genau.. aber im ernst solange wir unseren Lohn von unseren AG erhalten ist keine Wirtschaftskrise zu spüren. wir reden seit 10 Jahren darüber... ich erhalte nein Gehalt jeden Monat...!

Antworten Gast: Plach2
15.10.2012 16:30
4 0

Wir verdienen nichts anderes!

Wir wählen bei der nächsten Wahl wieder jene Politiker die dies verursacht haben.

Antworten Antworten Gast: PÖHSE
15.10.2012 16:58
1 0

Re: Wir verdienen nichts anderes!



ICH seit vielen Jahren nicht.

Keine Angst. Und die ÖVP, die ich vor Jahrzehnten das letzte Mal gewählt hatte, gibt es genauso lange schon nicht mehr.

'Einzige EU-Paddei Österreichs ' ! DER Bringer !

Gast: 23
15.10.2012 15:50
4 0

??? sonst noch was???

...schließt Griechenlands Staatsbankrott aus...

was hat denn der Herr für Informationsquellen??
Griechenland ist doch seit Monaten schon auf "fremde Hilfe" angewiesen....
oder liest er die Bunte nicht.

Andererseits : wenn Griechenland nicht Pleite ist ...folgt daraus daß die anderen downgerateten Staaten auch nicht Pleite sind??-
und Österreich super dasteht?
na dann : gute Nacht.

Re: ??? sonst noch was???

Er liest gar nicht; seine Kompetenz lässt auf Analphabetismus schließen.

Gast: Speiber
15.10.2012 15:39
5 0

"Die EZB würde so definitiv gegen jene Regel verstoßen, die ihr eine Finanzierung von Staatsschulden verbietet."

Na so was auch... Da würde man ja die 1. Regel brechen...

Gast: Speiber
15.10.2012 15:36
12 0

muss glatt an meine Tochter denken :)

„Es wird in Griechenland keinen Staatsbankrott geben. Es wird nicht passieren“

=

"Ich mach meine Augen zu, jetzt bin ich unsichtbar"

 
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