Deutschland will bei den Milliarden-Rettungshilfen für Griechenland die Zügel straffer anziehen. Wie am Mittwoch aus Koalitionskreisen in Berlin verlautete, strebt Berlin bereits mit der Auszahlung der nächsten Kredittranche von 31,5 Milliarden Euro ein Sonderkonto mit schärferen Kontrollmechanismen durch die Europäer an. Auf das Sperrkonto soll die Athener Regierung keinen Zugriff haben.
"Wir wollen jetzt eine Lösung, die hält", hieß es. Damit verdichten sich auch Hinweise darauf, dass die nächste Hilfszahlung an Athen im November auch tatsächlich fließt. Berlin hatte zuletzt bekräftigt, Athen in der Euro-Zone halten zu wollen.
Noch immer keine Einigung mit Troika
Die "Troika" der internationalen Geldgeber hat unterdessen ihre Verhandlungen in Athen abgeschlossen. Es gebe mit den griechischen Behörden zwar Einigkeit über die meisten Spar- und Reformvorhaben, doch weitere Diskussionen seien nötig, berichtete die EU-Kommission am Mittwochabend in Brüssel. Eine Vereinbarung auf Beamtenebene ("staff level agreement") sei für die nächsten Tage geplant. Es gebe auch Gespräche über "Finanzierungsthemen" zwischen den Geldgebern und Athen.
Ministerpräsident Antonis Samaras äußerte sich am Mittwoch zuversichtlich, die Forderungen der Troika mit denen der Regierungskoalition in Einklang zu bringen. Wie schon zuvor bekannt wurde, hatten sich Regierung und Gläubiger in den Verhandlungen über harte Sparauflagen deutlich angenährt, das Streitthema Arbeitsmarktreform aber nicht ausgeräumt. Von dem im November erwarteten Bericht der Troika hängt ab, ob Griechenland eine weitere Hilfstranche erhält.
(APA/dpa)
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