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Griechenland: Generalstreik legt öffentliches Leben lahm

18.10.2012 | 15:50 |   (DiePresse.com)

Die Proteste richten sich gegen den Sparkurs der Regierung. Im Nah- und Fernverkehr ging nichts mehr. Dabei kam es in Athen zu Ausschreitungen.

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Der bereits vierte Generalstreik in diesem Jahr hat in Griechenland das öffentliche Leben weitgehend lahmgelegt. Die Proteste gegen die Sparpolitik der Regierung und den Druck der internationalen Gläubiger beeinträchtigten am Donnerstag massiv den Nah- und Fernverkehr sowie die Verwaltung des hochverschuldeten südlichen EU-Landes. In Athen kam es am Rande der Proteste zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. In Brüssel sollten am Abend die Staats- und Regierungschefs zum EU-Gipfel zusammenkommen.

Neben einem morgendlichen U-Bahn-Streik in Athen wurden auch Zug- und Fährverbindungen gestrichen. Auch Taxifahrer streikten, zudem wurden Flüge annulliert. Eine weitere Protesthochburg war Thessaloniki. Bereits am Mittwoch hatten die Gewerkschaften Anwälte, Notare, Apotheker, Ärzte und Journalisten aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. Der Gewerkschaftsdachverband der Privatwirtschaft (GSEE) rief für Mitte November erneut zum Generalstreik auf.

25.000 demonstrierten in der Hauptstadt

In Athen bedrängten rund 500 zum Teil vermummte Demonstranten die Polizei am zentralen Syntagma-Platz vor dem Parlament und warfen Brandsätze, die Beamten setzten Tränengas ein, wie ein Journalist berichtete. Laut Polizei waren rund 25.000 Demonstranten auf den Straßen der griechischen Hauptstadt, 17.000 protestierten demnach in der Hafenstadt Thessaloniki.

Während der Proteste in Athen erlitt ein 65-jähriger Mann einen tödlichen Herzinfarkt, wie aus dem Gesundheitsministerium verlautete. Unklar war, ob er inmitten der heftigen Zusammenstöße auf dem Syntagma-Platz zusammenbrach, wie es der Radiosender Skai berichtet hatte. Aus Polizeikreisen hieß es, der Mann sei von Rettungssanitätern etwas abseits der Proteste aufgelesen worden.

Einigung zwischen Athen und Troika möglich

Die griechische Regierung will im November weitere Kürzungsmaßnahmen durchs Parlament bringen, um die Forderungen der Gläubiger-Troika aus EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) zu erfüllen. Athen soll ein Sparpaket im Umfang von 13,5 Milliarden Euro vorlegen, damit die Troika die dritte Kredittranche über 31 Milliarden Euro aus dem insgesamt 130 Milliarden Euro schweren Finanzpaket freigibt.

Die EU-Kommission hatte am Mittwoch erklärt, die Troika sei sich mit Athen in den meisten Kernfragen einig. In den kommenden Tagen wolle sie eine abschließende Einigung mit Athen erzielen. Neben Griechenland soll es beim EU-Gipfel in Brüssel über die nächsten Schritte für eine grundlegende Reform der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion gehen. Regierungschef Antonis Samaras will in Brüssel für mehr Zeit zur Umsetzung der Sparmaßnahmen werben.

Weitere Streiks angekündigt

In Griechenland finden seit Monaten immer wieder Streiks aus Protest gegen den Sparkurs statt. Dieser sieht unter anderem eine Senkung des Mindestlohns, Kürzungen bei Pensionen und im Gesundheitsbereich sowie die Streichung von etwa 15.000 Stellen im öffentlichen Dienst bis zum Jahresende vor. Die Gewerkschaften machen die Sparpolitik mitverantwortlich für die verheerende Rezession.

GSEE-Chef Giannis Panagopoulos kündigte weitere Streiks an. Am 14. November werde es eine "paneuropäische Mobilisierung" geben mit Portugal und Spanien an der Seite Griechenlands. "Unfaire und unwirksame Wirtschaftspolitiken haben uns Armut und Erniedrigung gebracht", sagte Panagopoulos. "Die Völker Europas ächzen, allen voran die Griechen", fügte er hinzu. Der Chef der kommunistischen Partei, Aleka Papariga, forderte den Austritt Griechenlands aus der EU.

(APA/AFP)

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4 Kommentare

das ganze volk fuehlt den kater beim langsamen aufwachen aus dem schuldenrausch, bzw wohlstand-auf-pump rausch

mit einer eigenen waehrung konnte man noch kontinuierlich inflationieren, dann tut es wenigstens nominell nicht so weh (nur kaufkraftmaessig, aber das wird vom "gemeinen fussvolk" sowieso ignoriert)

um die bereinigende deflatorische wirkung voll entfalten zu lassen, waere es erforderlich zu 100% den staatsbankrott zu erklaeren und alle bisherigen anleihen fuer null und nichtig zu deklarieren

dann wuerde das land zwar fuer jahre (moeglicherweise fuer jahrzehnte) keinen zugang zu krediten haben, was ausgeglichenes haushalten zur notwendigkeit machen wuerde, weil dann einfach nicht mehr mehr ausgegeben als eingenommen werden kann. es sei denn die regierung beginnt das spiel von vorne mit dem fiat geld (anstelle auf eine goldgedeckte hartwaehrungspolitik zu setzen) um das volk einzulullen mit frischen fiat-funny-money aus der notenpresse, das genauso wertlos werden wird wie jedes mal zuvor in der geschichte (aber es ist der weg des geringsten widerstands ein volk zu enteignen)

bezueglich gold & oel - griechenland koennte mit seinem oel ganz europa versorgen, wenn erlaubt werden wuerde die vorhandenen bodenschaetze (oel, gold) zu extrahieren

Gast: PÖHSE
18.10.2012 19:02
1 0

Welches 'öffentliche Leben' ?


Das der sinnlosen Beamten, die wir über deren Tod hinaus füttern, oder die Demonstranten der
Ultralinken ?

Ich habe es satt, dieses ....-Land zu zahlen .

Gast: badbankemacht
18.10.2012 17:16
1 0

die badbanker u. finanzeliten haben europa fest in ihrer hand und werden nicht ruhe geben, bis wieder große teile der völker verarmt sind.

das europäische krank u.tot sparen beschränkt sich ja vor allem auf den mittelstand, den arbeitnehmern,den asvgpensionen. weltweit gibt es nur in europa einen großen mittelstand in der bevölkerung. dieser trug wesentlich zum aufbau europas bei. die europäer konnten sich durch fleiß u.viel arbeit einen relativ guten wohlstand erarbeiten u.festigen. der mittelstand war bisher das fundament dieser europäischen stärke. während die reichen, finanzeliten, konzerne u. börsenspekulanten nur mehr steuern im promillebereich zahlen u. abermrd. aus den ländern herauslösen, zahlte u.zahlen der mittelstand u.die arbeitnehmer die meisten steuern. europas aufstieg, stärke u.sozialer wohlstand der völker musste daher wieder gebremst u.gestoppt werden. und dazu werden von den bilderbergern, finanzeliten u.vielen politikern laufend neue sozialabbaumodelle entwickelt.
wie z.b. der ausverkauf viele europäischer firmen, die abwanderung in billigländern(die menschen sollen sich nur mehr die produkte aus den billiglohnländern kaufen, aber selber keine produkte mehr herstellen/zu teuer).die schaffung eines euros, der nur für ein paar länder getaugt hätte. nun wird die eurowährung zum totengräber des kontinents.>die schaffung künstlicher finanzprodukte und deregulierung der banken und finanzmärkte. diese setzen nun schon ca. 60x mehr gelder(virtuell) um, als die gesamte reale weltwirtschaft produziert. europas sozialen wohlstand, den mittelstand u faire pensionen will man mit aller gewalt weg haben.

Antworten Gast: diyod
19.10.2012 12:19
1 0

Re: die badbanker u. finanzeliten haben europa fest in ihrer hand und werden nicht ruhe geben, bis wieder große teile der völker verarmt sind.

hätte ich treffender nicht formulieren können - Sehr gute Analyse!

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