Negative Wirtschafts-Schlagzeilen zur Eurozone gibt es täglich viele. Die deutsche "Wirtschaftswoche" widmet sich daher einem Positiv-Beispiel der Eurozone: Österreich. Der Titel: "Warum Österreich die Idylle der Eurozone ist". In der Geschichte wird erklärt, warum das Land besser durch die Krise kommt als andere Staaten. Als Beispiel zieht die Wochenzeitung die 6000-Einwohner-Stadt Mattighofen in Oberösterreich heran.
Einleitend wird der Ort für seine bilderbuchmäßige Idylle gelobt, ehe auch dessen wirtschaftliche Bedeutung hervorgehoben wird: "Mattighofen ist auch Symbol für die Modernisierung der österreichischen Wirtschaft, für die Eroberung neuer Märkte in Fernost und Südamerika; kurzum: für die rasante Globalisierung der Alpenrepublik".
Österreichische Erfolgsgeschichten
Tatsächlich ist in Mattighofen der erfolgreiche Motorradbauer KTM beheimatet. Das seit den 1940er Jahren tätige Traditionsunternehmen stand kurz vor der Jahrtausendwende vor der Pleite, schaffte aber die Trendwende. Nach BMW ist KTM zum zweitgrößten europäischen Motorradhersteller aufgestiegen. Der Umsatz betrug 2011 rund 527 Millionen Euro, davon fielen mehr als 30 Millionen Euro Gewinn ab. KTM expandiert weltweit und nimmt Asien ins Visier - auch weil die Absatzmärkte Italien und Spanien wegbrechen.
Als weitere Erfolgsgeschichten werden die österreichischen Unternehmen Wolford, Semperit und Red Bull angeführt. Diese seien weltweit nicht mehr wegzudenken.
"Geografische Lage konsequent genutzt"
Das Blatt erwähnt auch die - im Eurozonen-Vergleich - niedrigste Arbeitslosenquote. Das Bruttoinlandsprodukt liege ebenfalls über dem Durchschnitt der Eurozone. Zudem seien die Lohnstückkosten ähnlich moderat wie in Deutschland gestiegen. In Forschung und Entwicklung sei investiert worden, was die Produktivität gesteigert habe, lautet das Lob der Zeitung. Auch für die niedrigen Strompreise erntet Österreich Anerkennung.
"Österreich hat nach dem Fall des Eisernen Vorhangs seine geografische Lage konsequent genutzt und gilt heute für Unternehmen aus ganz Europa als Sprungbrett nach Südosteuropa", schreibt die "Wirtschaftswoche" und führt als Beispiel den deutschen Bosch-Konzern an.
Achillesferse: Pensionssystem
Aber es gibt auch Schattenseiten. Als ein Problem wird der verschärfte Fachkräftemangel bezeichnet: "Vor allem in technischen Berufen und in den Naturwissenschaften wird der Nachwuchs knapp". In diesem Bereich müsse die Regierung noch mehr unternehmen. Kritisiert wird auch die hohe Abgabenquote von 44 Prozent. Als größte Reformbaustelle wird das niedrige Pensionseintrittsalter von 59 Jahren angeführt.
(Red.)

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