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Globalisierte Alpenrepublik: Österreich, die Euro-Idylle

24.10.2012 | 07:04 |   (DiePresse.com)

Musterschüler Österreich: Die deutsche "Wirtschaftswoche" erklärt, warum das Land besser durch die Krise kommt als andere Euro-Staaten.

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Negative Wirtschafts-Schlagzeilen zur Eurozone gibt es täglich viele. Die deutsche "Wirtschaftswoche" widmet sich daher einem Positiv-Beispiel der Eurozone: Österreich. Der Titel: "Warum Österreich die Idylle der Eurozone ist". In der Geschichte wird erklärt, warum das Land besser durch die Krise kommt als andere Staaten. Als Beispiel zieht die Wochenzeitung die 6000-Einwohner-Stadt Mattighofen in Oberösterreich heran.

Einleitend wird der Ort für seine bilderbuchmäßige Idylle gelobt, ehe auch dessen wirtschaftliche Bedeutung hervorgehoben wird: "Mattighofen ist auch Symbol für die Modernisierung der österreichischen Wirtschaft, für die Eroberung neuer Märkte in Fernost und Südamerika; kurzum: für die rasante Globalisierung der Alpenrepublik".

Österreichische Erfolgsgeschichten

Tatsächlich ist in Mattighofen der erfolgreiche Motorradbauer KTM beheimatet. Das seit den 1940er Jahren tätige Traditionsunternehmen stand kurz vor der Jahrtausendwende vor der Pleite, schaffte aber die Trendwende. Nach BMW ist KTM zum zweitgrößten europäischen Motorradhersteller aufgestiegen. Der Umsatz betrug 2011 rund 527 Millionen Euro, davon fielen mehr als 30 Millionen Euro Gewinn ab. KTM expandiert weltweit und nimmt Asien ins Visier - auch weil die Absatzmärkte Italien und Spanien wegbrechen.

Als weitere Erfolgsgeschichten werden die österreichischen Unternehmen Wolford, Semperit und Red Bull angeführt. Diese seien weltweit nicht mehr wegzudenken.

"Geografische Lage konsequent genutzt"

Das Blatt erwähnt auch die - im Eurozonen-Vergleich - niedrigste Arbeitslosenquote. Das Bruttoinlandsprodukt liege ebenfalls über dem Durchschnitt der Eurozone. Zudem seien die Lohnstückkosten ähnlich moderat wie in Deutschland gestiegen. In Forschung und Entwicklung sei investiert worden, was die Produktivität gesteigert habe, lautet das Lob der Zeitung. Auch für die niedrigen Strompreise erntet Österreich Anerkennung.

"Österreich hat nach dem Fall des Eisernen Vorhangs seine geografische Lage konsequent genutzt und gilt heute für Unternehmen aus ganz Europa als Sprungbrett nach Südosteuropa", schreibt die "Wirtschaftswoche" und führt als Beispiel den deutschen Bosch-Konzern an.

Achillesferse: Pensionssystem

Aber es gibt auch Schattenseiten. Als ein Problem wird der verschärfte Fachkräftemangel bezeichnet: "Vor allem in technischen Berufen und in den Naturwissenschaften wird der Nachwuchs knapp". In diesem Bereich müsse die Regierung noch mehr unternehmen. Kritisiert wird auch die hohe Abgabenquote von 44 Prozent. Als größte Reformbaustelle wird das niedrige Pensionseintrittsalter von 59 Jahren angeführt.

(Red.)

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133 Kommentare
 
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Gast: Cunard-Line
26.10.2012 02:15
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Wann bricht der Bug weg?

Für mich ist die Frage ja was zertrümmert die EU zuerst:
Die Schulden und Haftungen der Geberländer oder aber der Punkt wo die eben geretteten Banken mit dem massenhaft gebunkerten Hilfs-(Spiel-)geldern den Markt fluten und eine Inflation weimar´schen Ausmaßes verursachen.
Und dann stellt sich nur mehr die Frage wann die strukturelle Belastung zu groß wird und es die wunderbare Konstruktion EU zerreisst.

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Wir bezahlen.....

...diesen Blödsinn mit:

* sehr grossen Abgabenquote besonders im Mittelstand (wenn man das so beeichnen will)
* niedrige Gehälter im erzeugenden Bereichen sowie bei Akademikern (abseits von Banken und wirtschaftlichen Berufen)
* extreme Bevorzugung von "automatischen, nicht erwerbsgerichteten" Einnahmen wie Mieten, Zinsgewinne (nicht bei den kleinen Sparern) und Veräusserungsgewinnen.
* Steuererleichterungen von Wirtschaftsbetrieben (als schlimmstes Beispiel beeinflussen Verluste im Ausland die Steuerbeträge von Gewinnen im Inland.)
* Extreme Einseitigkeit bei Besteuerung von Arbeit

Das ist bitte nur meine meinung, aber diese Lobhudelei der Wiwo ist.....ungerechtfertigt. Aber andererseits, von der Wirtschaftsseite gesehen ist Österreich sicher ein Paradies.


Gast: wasfüreinverlödeter
24.10.2012 19:44
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titel

das multikulti flachland im osten maximal

Gast: DrBiersauer
24.10.2012 19:07
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Schönfärberei auf allen Ebenen!

http://redegefahr.com/2012/06/16/oesterreich-ist-bankrott/

Alleine diese 12,9% Mehrheitserhalter, welche dem Ösi auf der Tasche liegen, über 1,000.000, werden mit den unmöglichsten Posterln beschäftigt, dass sie immer wieder für dieses System stimmen werden, weil sie ansonsten unnötig sind.

oesterreich ist vielleicht das bessere, kleinere Deutschland.

wenn sich Bayern wie Österreich selbstständig macht und Sachsen auch selbststaendig wird, dann gibt es viele kleine potente Deutschländer in der eu. war schon unter maria Theresia so!

Antworten Gast: Etwas Barockzeit
24.10.2012 20:38
0 0

Re: oesterreich ist vielleicht das bessere, kleinere Deutschland.

Am Anfang Maria Theresias Reformen stand die Schaffung der Haus-, Hof- und Staatskanzlei als Behörde mit vor allem außenpolitischen Kompetenzen, was 1742 erfolgte. Die eigentliche Reformpolitik setzte dann nach dem Ende des österreichischen Erbfolgekrieges ein, unter anderem auch, da angesichts der hohen Kriegskosten die Reform der Staatsfinanzen besonders dringlich war, weshalb Maria Theresia die Erhebung zusätzlicher Steuern für die Regierung und das Militär verkündete. Dies war der Beginn einer grundlegenden Neuordnung des österreichischen Steuerwesens.

Gast: os747
24.10.2012 18:47
1 2

Landleute

ja am land leben noch viele bodenstaendige,fleissige,anstaendige, loyale und optimistische menschen.wenn die zeitung wien (viele verlassen sich auf die gemeinde/staat)als beispiel genommen haette,wuerde die rechnung ganz anders ausschauen.

Antworten Gast: Boeing 767
25.10.2012 07:40
0 1

Re: Landleute

Wenn ich als Wiener in den Westen Österreichs komme fällt mir auf:

Teure Villen von Zugrasten (a la Beckenbauer, Treichl, etc.), weitläufige Felder mit schmucken, teuren und idyllischen Bauernhöfen...... und dann (meist neben Bahnlinien oder in unattraktiven Randzonen) die 3-4 stöckigen Arbeitergettos in Plattenbauten.

Ob die zitierte Landbevölkerung in diesen triesten Bauten auch noch so "bodenstaendig,fleissig,anstaendig, loyal und optimistisch ist, entzieht sich meiner Kenntnis.

Bestimmt jedoch feiern Beckenbauer, Treichl und Co. ihr tolles Leben in Österreich ab und dürften die Probanden dieser Meinungsumfrage gewesen sein.

Gast: Marandana
24.10.2012 18:43
3 0

für wen ist diese meldung gedacht ??

die im bericht erwähnten privatunternehmen u. auch viele andere wären auf grund ihrer eigentümer u. führungskräfte überall erfolgreich auf der welt (in demokratien) unabhängig vom standort,ich sehe bei meinen geschäftsreisen quer durch europa gestandene geschäftsleute die genauso gut bzw. noch besser leben(auch in problemstaaten) als viele österreicher die unternehmerisch tätig sind !! ich glaube dieser bericht richtet sich an die beamten,lehrer bzw. nettoempfänger allg. sprich; an das massenstimmvolk denn so viel sozialstaat ist sicher weltweit an der spitze angesiedelt,(wie eben auch die abgabenquote) u. so ---> mit eben sozialgeschenken werden auch alle vier jahre die wahlen gewonnen !!!

Der Schein trügt

Schattenseiten gibt auch viele, man braucht nur ins TV schauen: Korruption, Reförmchen in Schneckentempo, überfrachtete, aufgeblähte Verwaltung, Ausländerfeindlichkeit, hohe versteckte Arbeitslosigkeit...

Gast: ÖVP Ohlsdorf
24.10.2012 18:16
0 1

Das Event-Foto vom Pühringer ist reizend.


Musterschüler mit horrenden Ausgaben im öffentlichen Sektor?

"Government spending has risen to 53.1 percent of total domestic output, leading to a higher budget deficit at 4.6 percent of GDP and public debt equivalent to 72.2 percent of GDP."

das sollte zu denken geben.

quelle: 2012 index of economic freedom


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Re: Musterschüler mit horrenden Ausgaben im öffentlichen Sektor?

Können Sie die Österreichische Wirtschaft und die Öffentliche Hand nicht auseinanderhalten?

Re: Re: Musterschüler mit horrenden Ausgaben im öffentlichen Sektor?

Und was glauben Sie wer die Konjunkturimpulse und Subventionen finanziert? Ein Tipp: Der Weihnachtsmann ist es nicht...

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Re: Re: Re: Musterschüler mit horrenden Ausgaben im öffentlichen Sektor?

Eine steht fest, Sie sind jedenfalls nicht der Weihnachtsmann!
Auch in anderen Ländern gibt es Konjunkturimpulse und Subventionen, aber trotzdem keine rasant anwachsenden Schulden.

In Österreich sind seit Jahrzehnten die Schulden durch nicht durchgeführte Reformen, beispielsweise bei den ÖBB, bei den Pensionen, bei der Verwaltungsreform, Staatsreform explodiert.

Und dann kommen Sie und wollen mir erzählen, dass die Wirtschaft nur deshalb so stark wäre!

Re: Musterschüler mit horrenden Ausgaben im öffentlichen Sektor?


Laut dem Standortranking (Global Competitiveness Report) des World Economic Forum verbesserte sich Österreich aber jüngst auf Platz 16 unter 144 Nationen.

Aber das war leider auch in der "Presse" nur eine kleine Randnotiz während jeder Abfall in einem solchen Ranking in einem langen Artikel erläutert und in Kommentaren bejammert werden.

Antworten Antworten Gast: Kein Wunder
25.10.2012 07:43
0 1

Re: Re: Musterschüler mit horrenden Ausgaben im öffentlichen Sektor?


Nun ja, den ansiedlungswilligen Unternehmen wird ja auch all jenes nachgeworfen, was man der eigenen Bevölkerung wegnimmt.

Müssten die die Steuerquote der Österreicher entrichten, ließe sich keine Sau bei uns nieder.

Gast: AP
24.10.2012 15:00
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Nigel Farage im britischen TV-Interview



Er hatte im letzten Jahr ein Treffen mit Angela Merkel, erzählt er. Dabei habe er die Kanzlerin auf die Eurokrise angesprochen. Im Verlauf der Unterhaltung, erzählt Nigel Farage, habe er zur Kanzlerin gesagt, dass die Deutschen Bürger mit ihren Steuern und Abgaben bereits zwanzig Jahre lang die Wiedervereinigung bezahlt hätten. Und dann, so fährt er fort, „sagte ich zu ihr, es wäre doch eine freundliche Geste den deutschen Steuerzahlern gegenüber, wenn man das andauernde Unterschreiben von Blankoschecks einmal beenden würde?" Und dass es doch eine Befreiung für Griechenland wäre, aus dem Euro zu gehen, eine Abwertung zu machen, zur Drachme zurückzukehren und zurück zu gesunden Wirtschaftsverhältnissen zu kommen? Und sie sagte, „Nein, Herr Farage, wenn Griechenland den Euro verlässt, würden alle Länder das machen, und das wäre das Ende unseres europäischen Traumes."

http://hartgeld.com/infos-europa.html

http://ralfkeser.wordpress.com/2012/10/23/kommentar-es-ist-uns-vollig-egal-ob-die-jugendarbeitslosigkeit-60-erreicht/

Antworten Gast: HB4242
24.10.2012 15:29
8 4

Re: Nigel Farage im britischen TV-Interview

Schade, dass wir so einen Politiker nicht in AT haben !

(der spricht wenigstens Klartext ....)

man kann beim kauf eines gebrauchten autos

natürlich die feinen extras loben, das gepflegte äussere, unfallfrei usw. man sollte sich aber doch trauen, die motorhaube zu öffnen und genauer hinzuschauen. oder will man das nicht?

Hoch gelobt, tief gefallen

Na toll, da haben wir also KTM und eine Handvoll andere guter Unternehmen in Österreich, nur die hatten vor dem Euro auch schon!

Was gerne verschwiegen wird: unser Handelsbilanzdefizit!

Es zeugt eindeutig von einer sehr maroden Wirtschaftspolitik und einem herbei gelogenen Europamarkt. Gegenüber den EU27 haben wir ebenfalls ein Handelsbilanzdefizit.

Weshalb es uns ohne Euro wirtschaftlich schlecht gehen soll, kann keiner dieser dreisten Lügner sinnvoll und auf ökonomischen Grundlagen aufbauend, erklären.
Dafür ist das Gegenteil der Fall: der Target2 führt ebenfalls direkt ins Chaos, dieses Geld fehlt in Deutschland und scheint in keinem Rettungsschirm auf! (Dafür wird die Wichtigkeit bestritten!)
Griechenland muss pausenlos gerettet werden, koste es was es wolle - obwohl das längst nur eine europäische Bankenrettung ist.

Die Staatsschulden Österreichs steigen ebenfalls rasant an.

Welch eine sinnvolle und kompetente Wirtschaftspolitik! Das sollte nicht nur in der deutschen Wirtschaftswoche als positives Beispiel gebracht werden!
Solch einen Untergang kann man nicht hoch genug loben.....

Re: Hoch gelobt, tief gefallen

Wissen sie wann ein Handelsdefizit langfristig negativ ist?

Wenn der Staat sich verschuldet, und nur dann!

Das Handelsdefizit sagt nichts, gar nichts über die Exportstärke eines Landes aus.
Es gibt afrikanische Länder mit kronischem Überschuss und die USA hat ich weiß nicht wie lange schon ein Defizit.

Und woran liegts: Nur an der Staatsverschuldung.
Eine Wirtschaft (egal welche!) kann im Mittel nur eine ausgeglichene Bilanz haben, weil relativ schnell (weniger als 2 Jahre) die Konsolidierungseffekte kommen.

Re: Re: Hoch gelobt, tief gefallen

@jordi.laforge

Etwas lesen wäre eine tolle Sache!
Mich würde interessieren auf welcher Uni/Schule man solche tollen Infos bekommt.

Zu ihrer Information: (offizielles)
http://www.statistik.at/web_de/static/einfuhr_und_ausfuhr_nach_laendergruppen_2011_024383.pdf

Re: Re: Re: Hoch gelobt, tief gefallen

Sagen die Zahlen was aus?
China hat einen Überschuss aber Asien?
Amerika hat einen Überschuss aber die USA.

Vielleicht einmal ein bißche Theorie:
http://www.positivedialectics.org/1493874.htm
IN dem Artikel wird die Rolle des Staates nicht beachtet, und auch nicht die fehlende Nachhaltigkeit, zeigt aber gut den Mechanismus.

Und wenn wir schon bei Bildung sind ist die 6. Frage vielleicht interessant:
http://www.google.at/url?sa=t&rct=j&q=rolle%20des%20staates%20%20handelsbilanzdefizits&source=web&cd=6&ved=0CD0QFjAF&url=http%3A%2F%2Fwww.b-m-r.org%2Fpublic%2FEigene_Zus.fassungen%2FVWL%2FKapitel%252026.doc&ei=CgOIUPHcOMXYtAa4sYCQCA&usg=AFQjCNHE5olfnvRa8L1it4asuE0dDpG9jg&cad=rja

Ich weiß nicht in welche Schule sie gegangen sind, aber ja ich mußte das mal lernen.

Re: Re: Re: Re: Hoch gelobt, tief gefallen

@jordi.laforge

Mit diesen Referenzen: no comment (aber nicht, weil sie so gut sind...)

Re: Re: Re: Re: Re: Hoch gelobt, tief gefallen

Warum kein Kommentar?

Paßt an denen was nicht? Wenn ja, dann würde ich es gerne wissen.

 
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