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Griechenland: Troika will offenbar neuen Schuldenschnitt

28.10.2012 | 10:14 |   (DiePresse.com)

Die Vertreter von EU-Kommission, EZB und IWF fordern laut einem Bericht, dass öffentliche Gläubiger auf den Großteil der Forderungen verzichten.

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Die Gläubiger-Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) schlägt laut einem Bericht des "Spiegel" einen weiteren Schuldenschnitt für das hoch verschuldete Griechenland vor. Wie das Nachrichtenmagazin am Sonntag meldete, unterbreiteten die Troika-Vertreter ihren Vorschlag am vergangenen Donnerstag bei einer Vorbereitungssitzung für das nächste Finanzministertreffen der Eurozone.

Der Vorschlag sieht demnach vor, dass sich vor allem die öffentlichen Gläubiger Griechenlands an der Maßnahme beteiligen und auf einen Großteil ihrer Forderungen verzichten. Damit würden die Steuerzahler deutlich belastet.

Bei dem Treffen, an dem Spitzenbeamte der Finanzministerien teilnahmen, sei der Vorschlag auf den Widerstand mehrerer Staaten gestoßen, darunter auch Deutschland, berichtete der "Spiegel". Viele Teilnehmer hätten gesagt, sie wollten das Geld nicht verlieren, das ihre Regierungen für Unterstützungszahlungen für Griechenland vergeben hätten. Die EZB wäre dem Bericht zufolge von einem Schuldenschnitt ausgenommen, weil ihr diese Form der Staatsfinanzierung untersagt ist. Die Zentralbank habe sich aber bereit erklärt, ihre Gewinne aus griechischen Anleihen zur Verfügung zu stellen.

Mindestlohn kürzen, Kündigungsschutz lockern

Wie das Magazin weiter berichtete, verlangt die Troika von Griechenland dutzende neue Maßnahmen. In einem Zwischenbericht der Troika werde festgestellt, dass Athen erst 60 Prozent der von den Gläubigern geforderten umgesetzt habe. 20 Prozent würden derzeit von der Regierung beraten, 20 Prozent stünden noch aus. Demnach werden in dem Papier 150 neue Vorschläge unterbreitet, darunter eine Lockerung des Kündigungsschutzes, eine Aufweichung des Mindestlohns und eine Aufhebung bestimmter Berufsstandsprivilegien.

Ferner enthalte das Troika-Papier Vorschläge, um Athen zu Maßnahmen zu zwingen. So werde etwa angeregt, ein Sperrkonto einzurichten, auf dem die Hilfsgelder für Griechenland geparkt werden könnten. Dies hatte Medienberichten zufolge bereits die Bundesregierung vorgeschlagen. Falls Athen die Maßnahmen nicht wie verlangt umsetze, würden dem Vorschlag zufolge beispielsweise automatisch die Steuern erhöht, heißt es in dem "Spiegel"-Bericht.

RBI-Stepic: "Kein zweiter Schuldenschnitt"

Keinen zweiten Schuldenschnitt für Griechenland erwartet der Generaldirektor der Raiffeisen Bank International (RBI), Herbert Stepic. "Das wäre ein weiterer Paradigmenwechsel, und es war schon der erste Schuldenschnitt nicht hilfreich", sagte Stepic in einem Interview in den "Salzburger Nachrichten". Stattdessen werde man "die Rückzahlung strecken, bis zum Geht nicht mehr, letztlich auf ewig".

Stepic' Wahrnehmung ist, dass sich in der Eurozone die Lage zuletzt etwas beruhigt hat und die Politik vermittelt, dass man Griechenland retten will. Ein Austritt hätte für Griechenland katastrophale Auswirkungen, das Land könnte sich nicht mehr finanzieren, würde total den Bach hinuntergehen. Und es entstünde ein Herd der Unruhe an der Südflanke Europas. Andererseits seien, so Stepic, andere Varianten wie eine Teilung des Euro auch nicht attraktiv. Der Kurs eines Nordeuro würde um 27 Prozent steigen, man wäre nicht mehr konkurrenzfähig. "Realpolitisch sind das keine Alternativen."

(APA/AFP)

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121 Kommentare
 
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Das gute Geschäft

Sollte es tasächlich zu dem von der Troika empfohlenen Haircut kommen (und wer zweifelt eigentlich daran, dass dieser Vorschlag 1:1 umgesetzt wird, wenn er auch vielleicht mit anderen Worten und einiger neuen termini techinci dem dummen Volk als einzige Alternative aufgetischt werden wird?) verliert Österreich ca. 1,6 Milliarden Euro.
Na da sind wir aber froh, dass Frau Fekter bis jetzt heiße 16 Mio. an Zinsen eingenommen hat. Wirklich ein gutes Geschäft, Frau Finanzministerin! Die Frage ist aber immer nur:"Für wen war das Geschäft gut?"

Gast: ChangeTheEU
28.10.2012 22:58
0 0

Herr Stepic, Sie sind bloß Banker, kein Politiker oder Wirtschaftsexperte!

"Andererseits seien, so Stepic, andere Varianten wie eine Teilung des Euro auch nicht attraktiv. Der Kurs eines Nordeuro würde um 27 Prozent steigen, man wäre nicht mehr konkurrenzfähig."

Wer ist denn "man", Herr Stepic?? Denken Sie allen Ernstes, Länder wie Deutschland hätten ein Exportproblem, wenn Länder wie Griechenland massiv abwerten würden? Der griechische Markt ist für Deutschland völlig uninteressant, und international könnten griechische (oder andere südeuropäische) Firmen mit 'Mercedes & Co.' auch nach starker Abwertung (bzw. Aufwertung des Nordeuro) trotzdem nicht konkurrieren. Wenn die Überlegung so simpel wäre, wäre Deutschland gegenüber China ja schon längst nicht mehr konkurrenzfähig.

Politisch unabhängige(!) Experten stellen demgegenüber unwiderlegbar dar, dass NUR mit einer starken Abwertung einer griechischen Währung (Grexo, Drachme oder wie auch immer man sie nennt) die GRIECHISCHE Wirtschaft wieder eine Chance hat, in ihren Kernbereichen konkurrenzfähig zu werden. Sollte das nicht erfolgen, wird Griechenland auf alle Zeiten am Tropf der anderen EU-Staaten hängen bleiben.

und

am ende sind wir alle pleite und einige wenige verdienen ein vermögen mit europas konkurs. europa-ein -friedensprojekt für alle für die bürgerkrieg, frieden ist.

Gast: max37
28.10.2012 19:00
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Haircut

Da Österreich jedes Jahr einen Budgetüberschuss erwirtschaftet, können wir es uns ja leisten ein paar Milliarden nach Griechenland zu schicken. :-)

http://www.staatsschulden.at/

Wer jagt diese Politiker endlich in die Wüste?

Wenn bekommt Österreich den erten Haircut. Wir hätten es mehr als notwendig.

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Alarmisten

Wie kommt man eigentilch zu der Behauptung, Griechenland würde zum Unruheherd und würde "den Bach runter" gehen? Griechenland muss so oder so einen Schnitt machen, die Prolongierung des Staatswahnes, der zu der Krise geführt hat könnte durchaus in einem europäischen Totalitarismus enden.

Gast: Liebe Leute
28.10.2012 18:47
3 0

wir sollten da schleunigst raus


http://de.statista.com/statistik/daten/studie/167465/umfrage/staatsverschuldung-von-spanien-in-relation-zum-bruttoinlandsprodukt-bip/

1. Quartal 2012 noch bei etwas über 70%

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/163692/umfrage/staatsverschuldung-in-der-eu-in-prozent-des-bruttoinlandsprodukts/

das schaut alles nicht gut aus, gar nicht...
Wenn die so weiter machen, arbeiten unsere Urenkerl auch noch für dieses Gesindel. Das ist ein Plünderverein, kein Friedenprojekt.


..und der Hafen von Sidney ist voll mit griechischen Yachten....


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Re: ..und der Hafen von Sidney ist voll mit griechischen Yachten....

was daran liegen mag, dass Australien schon seit osmanischen Zeiten bevorzugtes Ziel von Griechischen Auswanderern war.
Ich geh mal davon aus, dass die meisten Besitzer dieser Yachten durchaus einen Wohnsitz in AUS haben.

Wahrscheinlich ist es schlicht steuersparender, unter gr. Flagge zu segeln....;)

Gast: Europa wird willfährig für Banken von korrupten Hohlbirnen verwaltet, das Einzige was voll ist sind ihre Geld-und Goldsäcke, ALLES andere ist hohl wie die meisten Denkmäler, diese Denkmalhohligkeit wird schon ihre Gründe haben, Silent Night Hohle Night....ich bin auf das Ende gespannt, oder eigentlich eh nicht, weil ich es eh schon weiß!
28.10.2012 18:34
7 0

Griechenland: Troika will offenbar neuen Schuldenschnitt???.....

.....also deppert sind die Griechen nicht, ich habe gerade die Salami so lange geschnittten, bis nichts mehr da war....das würde ja heissen, dass die Griechen am Ende gar KEINE Schulden mehr haben und wir in Österreich immer mehr!
be.es:
Die Dummheit ist rund, man weiß nicht wo sie anfängt oder aufhört!

3 0

und WER

finanziert die "ÖFFENTLICHEN" Gläubiger ?

Sobald 1 Land in den ESM greift ist es so und so vorbei, und wir kommen aus dem Zahlungen an die EU niemals wieder raus ...

... wenn wir schon ständiges Minus erwirtschaften, wie solln wir die Schulden der Anderen finanzieren?

Da hat der Bundesheinz nicht mitgedacht, ich hoffe die Verfassungsklage gegen dem ESM geht durch.

Re: Sobald 1 Land in den ESM greift ist es so und so vorbei, und wir kommen aus dem Zahlungen an die EU niemals wieder raus ...

Bundesheinzi und Denken schließen einander naturgemäß aus...

eingestehung des bankrotts auf raten nennt man das

rechtlich gesehen auch konkursverschleppung

zahlungsunfaehigkeit = zahlungsunfaehigkeit

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Schuldenschnitt

Wie gesagt, ein gutes Geschäft für Österreich!!!
Bagage unnötige

Gast: pan-tora
28.10.2012 18:15
2 0

laut einer norwegischen...

und einer us-amerikanischen firma, sitzt griechenland auf etwa 6 mrd barrels an oel. damit ist das land aber ganz schnell wieder schuldenfrei! wieso wird das nirgendwo angesprochen?

Antworten Gast: HB4242
28.10.2012 18:47
0 0

Re: laut einer norwegischen...

Weil das die Amis nicht wollen !

Die buddeln schon (mit Hilfe der Israelis) nach den Zeug ....

Die EU ist keine Demokratie, in den Köpfen der EU-Politiker gibt es daher das Volk gar nicht, alles dreht sich nur darum, die Finanzindustrie mit Unterwürfigkeit zu "beruhigen"!

Der Eiertanz um den Schuldenschnitt ist absurd! Griechenland wird seine Schulden nie zahlen können, sie müssten in den Büchern der Banken längst auf Null abgewertet werden. Das wollen die Bilanzkünstler aber unbedingt vermeiden, das wäre ja ein Schritt zu einer ehrlichen Bilanz, was der ganzen Finanzblase EU den Garaus machen könnte!

Der Eurobeitritt Griechenlands hatte nur den Zweck, das Land mit unsinnig hohen Krediten vollzustopfen, für die dann sowieso die anderen Staaten haften würden. Diese Geldschwemme verursachte in Griechenland eine Lohn- und Preislawine, die die Wettbewerbsfähigkeit vernichtete und zu immer weiterem Schuldenmachen zwang. Fekter hat recht, das ist "ein gutes Geschäft", aber nur für die Finanzindustrie, die den Griechen immer mehr Geld hineinschieben kann. Für Zinsen und Schuldentilgung sorgen dann die "Rettungsschirme", also die Steuerzahler der Staaten, die noch Kredit haben!

Eine Erholung Griechenlands ist nur durch eine Währungsabwertung, die Preise und Löhne wieder auf ein normales Niveau bringt und damit die Wettbewerbsfähigkeit Griechenlands wieder herstellt, möglich. Das wollen aber die Finanzhaie, die oft in den USA sitzen, unter allen Umständen vermeiden, das würde ja ihrem lukrativen Geldverleih ein Ende setzen! Deshalb wimmelt es von Schauergeschichten, wie gefährlich ein Austritt der Griechen aus dem Euroraum (und damit die Stunde der Wahrheit) wäre!

Sie werden uns alle aussaugen, so lange wir noch irgendetwas in der Haut haben!


Ich befürchte

das an GR unter dem Titel "Kredite" (LOL) transferierte Geld ist so und so weg. Also kann man das Kind auch gleich beim Namen nennen, und auch offiziell darauf verzichten.

Und wenn da nicht immer wieder alle von guten Geschäften, vorübergehenden Hilfen, sind auf gutem Weg, etc., gefaselt hätten, wär's wahrscheinlich auch einfacher der traurigen Wahrheit auch offiziell in's Auge zu blicken.

Na und?

Griechenland ist Pleite , Punkt um. Jetzt heißts: So schnell wie raus aus der EU bevor Österreich auch so ein Schicksal ereilt.

Re: Na und?

Raus aus der EU? Ich bin dabei !!! Das Geld was wir bereits gesponsert haben ist vermutlich eh Geschichte, aber was isn dann mit dem "unwiederruflichen" ESM, sind wir aus dem auch draussen?

Antworten Antworten Gast: HB4242
28.10.2012 18:39
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Re: Re: Na und?

Aus dem ESM kommt keiner so schnell mehr raus !

Würde auch das Ziel (Die Vereinigten Staaten von Europa) extrem gefährden ....

was wunder

wer hätte etwas anderes erwartet. die deutschen werden als pöse natschis verunglimpft, die ol und gasförderrechte an die amis verkauft, die reichen gauner verschoben ihr geld ins sichere ausland und die dummene europäischen steuerzahler dürfen blechen damit die banken welche gute geschäfte mit den griechen machten weiter gesichert absahnen können und an ihre manger irre bonis auszahlen können .alles in ordnung, super europa, super politgesindel .

Re: was wunder

vor allem die öffentlichen Gläubiger sollen sich beteiligen...naja so lange die Leute sich nicht beschweren geht das Spiel weiter, bis alle pleite sind!

... bis alle pleite sind.

Das nennt sich realer Sozialismus, für in den Augen Linker Ungebildete wie mich schlicht Kommunismus.

Und genau das ist das wirkliche Ziel...

Der Schärdinger

Schuldenschnitt und was ist nachher, GR ist dann aber immer noch pleite.

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Re: Der Schärdinger

und wie immer (zB. im Osten) PROFITIEREN wir am meisten - laut XY-Perchten.

 
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