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Griechenland: Sind die Milliarden verloren?

28.10.2012 | 18:23 |   (Die Presse)

Die Gläubigertroika schlägt einen neuen Schuldenschnitt für Griechenland vor. Österreich könnte das mehr als eine Milliarde Euro kosten. Gegen den Plan der Troika legen sich viele Länder in der Eurozone quer.

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Wien/Höll. Die Hiobsbotschaften aus Griechenland reißen nicht ab: Die sogenannte Gläubigertroika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) empfiehlt laut Medienberichten einen weiteren Schuldenschnitt für das südeuropäische Land.

Der am Sonntag bekannt gewordene Vorschlag sieht vor, dass sich diesmal die öffentlichen Gläubiger an der Maßnahme beteiligen und auf einen Großteil ihrer Forderungen verzichten sollen. Damit würden vor allem die Steuerzahler in den Euroländern belastet. Auch Österreich müsste auf einen Teil der bislang geleisteten Zuschüsse verzichten. Die Höhe des Schuldenschnitts ist derzeit noch nicht bekannt. Finanzkreisen zufolge könnte Österreich mit bis zu 1,55 Milliarden Euro betroffen sein.

Telefonkonferenz am Mittwoch

Gegen den Plan der Troika legen sich viele Länder in der Eurozone quer. Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sprach sich am Sonntag strikt gegen einen erneuten Schuldenerlass aus. Das sei „eine Diskussion, die wenig mit der Realität in den Mitgliedstaaten der Eurozone zu tun hat“, sagte er.

Die erste Teilentschuldung für Griechenland gab es im Frühjahr 2012. Damals waren in erster Linie private Investoren betroffen. Banken, Versicherungen und Investmentfonds, die griechische Staatsanleihen gehalten haben, verloren bis zu 80Prozent ihres Investments. Der österreichische Staat kam über die Bad Bank der Kommunalkredit ebenfalls zum Handkuss. Der Steuerzahler schoss dem Institut eine Milliarde Euro zu. Eine Sonderrolle nimmt bei den Programmen die Europäische Zentralbank (EZB) ein. Diese hält zwar griechische Staatsanleihen in der Höhe von 40 Milliarden Euro. Laut einem Bericht des „Spiegel“ müsste sich die EZB auch am zweiten Schuldenschnitt nicht beteiligen, weil ihr diese Form der Staatsfinanzierung verboten ist.

Am Mittwoch, den 31.Oktober werden die Finanzminister der Eurozone bei einer Telefonkonferenz darüber beraten, wie es mit Griechenland weitergehen soll. Themen sind die Verzögerung des griechischen Sparprogramms und offene Fragen der Finanzierung. Österreichs Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) wollte sich zu einer möglichen Teilentschuldung nicht äußern. Sie warte zuerst die Telefonkonferenz ab, hieß es am Sonntag im Finanzministerium.

Entscheidungen sind am Mittwoch aber nicht zu erwarten. Diese sollen erst beim nächsten Treffen der Minister am 12.November fallen. Denn Athen braucht bis Mitte November die nächste reguläre Finanzspritze von 31,5 Milliarden Euro. Das Land hat nur noch bis 16.November Geld. Die 31,5 Milliarden Euro sind Teil des zweiten Hilfsprogramms, das die Euro-Finanzminister im Frühjahr 2012 beschlossen haben und 130 Milliarden Euro schwer ist.

Athen erreicht Sparziel nicht

Doch nun stellt sich heraus, dass die 130 Milliarden Euro nicht ausreichen. Neben dem Schuldenschnitt wird daher auch über ein drittes Hilfsprogramm diskutiert. Die Regierung in Athen sagte ursprünglich zu, dass sich die Schuldenquote bis zum Jahr 2020 durch die Hilfsgelder und verschiedene Sparmaßnahmen von derzeit über 160Prozent der Wirtschaftsleistung auf 120 Prozent reduzieren soll. Aus einem Bericht des Internationalen Währungsfonds geht allerdings hervor, dass die 120 Prozent ohne zusätzliche Hilfen nicht zu erreichen sind. Die Rede ist von einer weiteren Finanzlücke von bis zu 30 Mrd. Euro. Kommt es zu keiner Teilentschuldung, müssen die anderen Euroländer wieder Geld zuschießen.

Friedman, Thatcher & Co: Die Euro-Kritiker der ersten Stunde

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.10.2012)

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513 Kommentare
 
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Re: Re: Was ich wirklich nicht begreife...

Mit "Rüstung"sind wahrscheinlich amerikanische Panzer gemeint!
Darüber wurde ja wenigstens berichtet. Immerhin. Aber hier ist leider wenig zu finden. Auch nicht über die Goldman Sachs Aktion. Gibt es rechtliche Schritte der EU? Wenn nicht warum wohl?
Es ist schon unglaublich.

Antworten Gast: HB4242
28.10.2012 20:24
1 0

Re: Was ich wirklich nicht begreife...

Kleiner Tipp zu den Thema:

http://www.youtube.com/watch?v=Tu8L3N-87mA

0 0

Re: Re: Was ich wirklich nicht begreife...

Sagen wir es mal so:

Dieses Video ist eine bessere Info als die offiziellen Artikel.

Antworten Antworten Antworten Gast: HB4242
28.10.2012 21:00
0 0

Re: Re: Re: Was ich wirklich nicht begreife...

Das Video war keine Info, sondern nur ein Denkanstoß !

Da hab ich noch eines:

http://www.youtube.com/watch?v=FfWcZJtP6NI

0 0

Re: Re: Re: Re: Was ich wirklich nicht begreife...

Den Film kenne ich sogar. Da macht mich aber eines stutzig: Der große 007 alles geheim, aber dann wird ein Film darüber gedreht und der Geheim Agent in der Hauptrolle. Oder willst du damit andeuten, dass die Medien eben auch nur der verlängerte Werbearm der Wirtschaft ist und somit nur berichtet wird, was gewollt ist?

Antworten Gast: Bärenfalle...
28.10.2012 20:10
6 0

Re: Was ich wirklich nicht begreife...

Klar.

Kurz vor der Pleite finden die Griechen plötzlich unermessliche Vorräte an wertvollen Rohstoffen auf ihrem Hoheitsgebiet.

Also .. wird zumindest gesagt.

"Ich bin nicht pleite Hr. Banksachbearbeiter, ich habe noch 2 Kilogramm Gold im Keller, ehrlich ! Wenn Sie mir jetzt also noch ein paar Euros leihen würden ..."


2 0

Re: Re: Was ich wirklich nicht begreife...

Plötzlich fanden sie es eben nicht (wenn das ganze nicht überhaupt nur eine Ente ist).
Genau deshalb wäre Information in diesem Bereich wichtig. Vielleicht werden die Milliarden ja wiklich nur überwiesen um die Rendite an Goldman Sachs zu zahlen und für den Ausbau der Förder-Anlagen. Und dann wäre ja wohl wichtig zu wissen welche Firmen das sind. Vermutlich wohl nicht einmal europäische...
Aber deshalb nervt es so, dass hier keine Info zu finden ist.

Vernunft

Überrascht mich zwar ein wenig, aber das ist mal ein guter Vorschlag der Troika. Die haben offensichtlich auch was gelernt.

Antworten Gast: Turm
29.10.2012 07:00
0 0

Re: Vernunft

Dann werden wir gleich mal IHRE Steuern kräftigst erhöhen.

heilung durch schrumpfung

einen Krebs im Frühstadium kann man manchmal ganz gut heilen, indem man ihn chirurgisch entfernt. wenn man aber zu lange wartet, kann er sich im körper verbreiten und andere organe befallen, sodass der ganze körper stirbt.
also wärs vielleicht doch ganz gut zu überlegen, ob man nicht doch die griechen aus der EU entlässt, damit diese wieder heilen kann (sofern das überhaupt noch möglich ist...)?!? nur so als gedanke ;-)

Nicht nur die Milliarden an die Griechen sind verloren, es wird noch mehr abzuschreiben sein.

http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/?em_cnt=497081

Gast: Barrorscho
28.10.2012 19:58
4 0

Ja, wer hätte denn sowas ahnen können?

Ganz sicher nicht jemand, der beruflich jeden Tag mit Finanzen zu tun hat, oder?
Ja, wer hätte denn sowas ahnen können? - Das Mädchen war doch nur ein ganz kleines bisschen schwanger...

16 1

Die Gemeinschaftswährung ist "keine Erfolgsstory", sondern eine "Missgeburt"

Sie wollen uns tagtäglich den Euro als großen Erfolg verkaufen.
Generationen haben sich abgeschuftet um unseren Wohlstand zu erlangen. Und nun wird das ganze Elend sichtbar.16 klamme Finanzminister beraten
über ein drittes und viertes Hilfsprogramm.
Griechenland, Spanien, Portugal und Irland gibt uns eine Vorahnung davon, was bald für alle Europäer Realität sein wird: nämlich, dass wir vom Staat nichts mehr zu erwarten haben.

12 1

"Sind die Milliarden verloren?"

Klar, die Milliarden haben sich - wie die Demokratie und Hoheit der Nationalstaaten - in Schall & Rauch aufgelöst!

Gast: PÖHSE
28.10.2012 19:52
11 1

..verloren ? JA. Und die künftigen, die sie noch


von UNSEREM Geld hinterherjagen, nach Griechenland, Italien, Portugal, Frankreich
(kommt !), Spanien, Slowenien, etc., genauso !

ALLES, was man dem EU-Moloch hinten reinblast, ist verloren und verpufft -für den ääräääbääischäään Drauuum !

Drauf ge... n !

Gast: Freund S
28.10.2012 19:51
13 0

Herr Faymann

Ich möchte meinen Anteil zurück!

16 0

Wie verkaufen wir das jetzt dem österreichischen Steuerzahler, Hr.Faymann?


13 0

Re: Wie verkaufen wir das jetzt dem österreichischen Steuerzahler, Hr.Faymann?

gar nicht, die österreichischen Steuerzahler hat er längst verkauft!

6 0

Re: Re: Wie verkaufen wir das jetzt dem österreichischen Steuerzahler, Hr.Faymann?

Darum sollte Österreich auch erst wieder zur Ruhe kommen, sobald die Krähen diesen Hochverrätern die Augen auspicken.

Antworten Gast: Anzeigenkeiler
28.10.2012 19:55
12 0

Re: Wie verkaufen wir das jetzt dem österreichischen Steuerzahler, Hr.Faymann?

Mit der nächsten groß angelegten Inseratenkampagne. Arbeitstitel: Unser Geld ist sicher in Greece. (und dort bleibt es auch)

1 1

Re: Re: Wie verkaufen wir das jetzt dem österreichischen Steuerzahler, Hr.Faymann?

Wenn wir dafür wenigstens einmal pro Jahr einen Gratis Familienurlaub machen könnten wär's ja auch fein ;-)

Gast: Eusebius
28.10.2012 19:39
18 0

War von Anfang an klar,

dass diese Gelder niemals zurückgezahlt werden können.
Jeder, aber auch wirklich jeder, der sich nur ein bissl informiert hat - zB Vorträge von Prof. Sinn gehört und auch verstanden hat -, wusste schon vor 2 Jahren, dass entweder ein Schuldenschnitt oder die Rückkehr zur Drachme notwendig ist.

Gast: Darf ich fragen
28.10.2012 19:38
9 0

Wo ist der Schuldenschnitt?


Mit dem 1. "Schuldenschnitt" sollen sich die Schulden Griechenlands schlagartig um 105 Milliarden verringert haben.

http://diepresse.com/home/wirtschaft/eurokrise/752509/Griechenland-erklaert-Schuldenschnitt-fuer-vollzogen

Nur, es hat nicht stattgefunden, denn der Schuldenstand hat sich so gut wie gar nicht verändert.

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/167459/umfrage/staatsverschuldung-von-griechenland/

Da fehlt nix.

Hier wurde schon noch selbstloser geholfen

http://diepresse.com/home/wirtschaft/eurokrise/750470/380-Mrd-Euro-fliessen-nach-Griechenland

Die Zahlen und Berichte sind doch zum Krenreiben.

Wenn die Griechen für die 30 Milliarden alle bei uns Urlaub machen würden,

dann wäre das Geld wenigstens nicht ganz verloren. Die Griechen hätten ihren Spaß bei uns und die Hotelangestellten wenigstens Arbeit, eben für die Griechen halt.... ist aber immer noch besser als nichts.
Das Blöde ist nur: Das Geld wir offenbar gar nicht mehr direkt nach Griechenland überwiesen sondern geht direkt an Banken (Goldmann-Sachs, Frankreich....). Von dort wird es dann erneut an die EU verborgt, die es wieder nach Griechenland schickt. Bei jeden Durchlauf verschwinden so an die 30% spurlos.

Gast: Thanks a lot
28.10.2012 19:35
0 1

Wieder einmal wurde ich mit meiner Enscheidung bestätigt

schon vor Jahren aus dem Lohnsteuerkarussell freiwillig ausgestiegen. Nächstes Jahr, so Gott will in die Alterspension. Wenn dann der errechnete Betrag ausbezahlt wird sage ich vielen Dank und küß´d Hand. Es hat mich sehr gefreut.

12 0

Was wird Fekter machen?

Zurücktreten? Sicher Nicht!
Die Milliarde aus eigener Tasche zahlen? Sicher nicht!
Uns zum Ausgleich noch vor der Wahl eine grooße Steuersenkung für nach der Wahl versprechen, wenn wir alle brav ÖVP wählen? Vermutlich ja!

Gast: Halbwissen
28.10.2012 19:28
0 1

Das einnahmenseitige Sparen funktioniert anscheinend nicht !


Super Geschäft

Wenn man bedenkt, daß für die Bevölkerung
stets der ÖVP Schmäh " wir müssen sparen" zur
Anwendung kommt, wird einem ob der Summen die im Bankenstrudel verschwinden schlecht.

Nein, verloren sind sie nicht, die Milliarden

sie sind schon längst wieder auf den Konten der Gläubiger eingelangt! Nicht wissen?

Gast: ZARA
28.10.2012 19:19
10 0

Verloren?

Aber geh! Ein super G'schäft für uns, das war es! Das Fekter hats uns ja versprochen.

Re: Verloren?

Zur Hälfte stimmt´s ja eh. Ein "super G´schäft" ist´s sogar noch immer - nur halt nicht für uns... ;-)

Antworten Gast: Mir verspricht keiner irgend etwas
28.10.2012 19:50
8 0

Re: Verloren?

Jeder selber schuld der sich von dieser S..bande je etwas versprechen hat lassen. Frau Ederer mit ihrem heißen Tausender lässt grüßen.

der Josef Pröll hat uns das als Geschäft erklärt



jetzt die Fekter-was haben wir doch für Plaudertaschen in der Finanzpolitik?

Re: Verloren?

Alles pfänden, was griechisch ist!

Antworten Antworten Gast: Halbwissen
28.10.2012 20:01
0 1

Re: Re: Verloren?

Am besten wir schicken Sie hin und Sie persönlich konfiszieren die neuen Panzer !

Antworten Antworten Antworten Gast: Lingus
28.10.2012 20:33
1 0

Re: Re: Re: Verloren?

Warum hinfahren?

Es reicht völlig wen das gesamte GR-Auslandsvermägen eingezogen wird. Da bleibt nach der Schuldentilgung noch was über!

Gast: HB4242
28.10.2012 19:17
13 0

Die Milliarden sind nicht verloren ....

... die hat halt nur wer anderer .....

22 0

Das dürfte nur unsere Schlaumeier (Politiker und PC-Gläubige) überraschen.

Otto Normalverbraucher hat das schon lange vermutet.

 
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