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Griechenland muss Ziele weiter nach unten korrigieren

31.10.2012 | 14:02 |   (DiePresse.com)

Wirtschaft schrumpft im Jahr 2013 um 4,5 Prozent, die Neuverschuldung nimmt um 5,2 Prozent zu. Ein neuer Schuldenschnitt soll dennoch kein Thema sein.

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Tiefere Rezession, größeres Defizit, höherer Schuldenstand: Die griechische Regierung hat ihre wichtigsten Ziele für das kommende Jahr korrigiert. Das Bruttoinlandsprodukt wird demnach um 4,5 Prozent einbrechen, geht aus dem am Mittwoch in endgültiger Fassung vorgestellten Haushaltsentwurf für 2013 hervor. Bislang war ein Minus von 3,8 Prozent erwartet worden. Nach sechs Rezessionsjahren in Folge soll es 2014 eine Rückkehr zu Wachstum geben, das dann bei 0,2 Prozent liegen soll.

Die wirtschaftliche Misere lässt auch die Neuverschuldung steigen: Erwartet wird ein Defizit von 5,2 Prozent. Anfang Oktober war noch von 4,2 Prozent die Rede gewesen. Der sogenannte Primärhaushalt - bei dem die Kosten für den Schuldendienst ausgeklammert werden - soll erstmals seit 2002 wieder ein Plus ausweisen. Es dürfte aber mit 0,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes nicht einmal halb so groß ausfallen wie bislang mit 1,1 Prozent angestrebt. 2016 soll er 4,5 Prozent betragen.

Währenddessen fordert die Eurogruppe Griechenland auf, zu einer schnellen Einigung mit der Troika über das Sanierungsprogramm zu kommen. Nach einer Telefonkonferenz der Finanzminister der Währungsunion sagte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker, es seien Fortschritte erzielt worden. Allerdings müssten die restlichen ehrgeizigen Ziele und weitreichenden Maßnahmen so rasch wie möglich vorangetrieben werden, um zu einer Einigung zwischen Athen und den Institutionen der Troika - Kommission, IWF und EZB - zu kommen.

Sparmaßnahmen treiben Schulden

Auch der Schuldenberg wird stärker wachsen als angenommen. Er wird voraussichtlich 189,1 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung erreichen. Zuvor waren 179,3 Prozent prognostiziert worden. Bis 2016 soll er nur leicht auf 184,9 Prozent fallen. Die höheren Zahlen begründete die Regierung mit den Folgen der Sparmaßnahmen, die sich negativ auf die Wirtschaftsentwicklung auswirkten.

Ein neuer Schuldenschnitt steht nach Angaben des Chefs der Arbeitsgruppe der Euro-Finanzminister trotz der düsteren Aussichten derzeit nicht zur Debatte. Er sei in dieser Woche mehrfach mit Vertretern der sogenannten Troika aus EU-Kommission, Europäische Zentralbank und Internationaler Währungsfonds zusammengetroffen, sagte der Vorsitzende der Arbeitsgruppe, Thomas Wieser, im Deutschlandradio Kultur. "In keiner dieser Diskussionsrunden und Verhandlungsrunden wurde jemals das Wort Schuldenschnitt erwähnt." Zwar werde in der Presse darüber spekuliert. Dies habe "aber mit den Arbeiten der Troika nichts zu tun". Diese prüft derzeit, ob Griechenland die vereinbarten Reformziele erreicht hat und frisches Geld bekommen kann, ohne das Mitte November eine Staatspleite droht. "Fertig sind die Verhandlungen noch nicht", sagte Wieser.

Wieser für Zeitaufschub

Er sprach sich dafür aus, Griechenland mehr Zeit zum Erreichen der vereinbarten Ziele einzuräumen. So sei ein Überschuss im Primärhaushalt von 4,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes derzeit kaum erreichbar. "Angesichts des Einbruchs der griechischen Wirtschaft halten wir das nur für sehr, sehr schwer erreichbar", sagte der Österreicher. "Wir haben noch keine Entscheidung darüber getroffen, aber es könnte sein, dass das um ein Jahr oder zwei verschoben werden könnte."

Dieser Aufschub müsse die anderen 16 Euro-Länder kein zusätzliches Geld kosten. Die zusätzliche Liquidität für Griechenland könne über die bereits bestehenden Hilfsprogramme bereitgestellt werden.

(APA/Reuters)

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81 Kommentare
 
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Gäääähn


Was ist da bloß passiert.......hungern jetzt auch bald die Bayern???

"Transferleistungen innerhalb der Euro-Zone sind so absurd wie eine Hungersnot in Bayern."

--Jean-Claude Juncker, 1998

Gast: Baur4
02.11.2012 13:33
1 0

Nicht nur Griechenland

Der Euro ist wie eine Zwangsjacke. Er brachte in allen Ländern Not, Armut und hohe Arbeitslosigkeit (meint der Finnische Außenminister)

Mich erinnert das an die Mißwirtschaft in den ehemaligen Kommunistischen Ländern. Igend wann ging gar nichts mehr. Die Bonzen in Brüssel handelnähnlich.

zensur

schande über die "freie presse", ihr zensiert mehr als im vielgscholtenen kreml.

Gast: Gast1048
02.11.2012 11:01
1 0

Sollten nicht langsam auch die PolitikerInnen draufkommen,

dass das so nicht (gut)gehen kann?

Antworten Gast: Rober48
02.11.2012 13:40
1 0

Re: Sollten nicht langsam auch die PolitikerInnen draufkommen,

100%richtig!

Es gibt immer höhere Arbeitslosenzahlen, die Wirtschaft stagniert, Staatsschulden steigen in vorher nicht vorstellbaren Höhen,......aber die Politiker machen weiter wie bisher.

SPÖ+ÖVP+Grüne haben erst neulich den ESM im Parlament beschlossen wodurch Brüssel ohne das Parlament oder die Regierung zu fragen unbeschränkt!!! Steuergeld von uns abziehen kann.

Wir als Bürger haben nur eine Möglichkeit: Wahltag ist Zahltag

Offensives Vorgehen gegen kritische Journalisten

Welche Auswirkungen die Sparprogramme bewirken, wird leider in unseren Medien nicht beleuchtet. Beinah täglich gibt es Proteste. Die Regierung in Athen beginnt nun auch damit, offensiv gegen Journalisten vorzugehen, wenn deren Berichte dazu geneigt scheinen, die allgemeine Protesthaltung zu verstärken:

RussiaToday: Weiterer Journalist verhaftet:

http://rt.com/news/greece-government-censorship-media-732/

Gast: E.T.
01.11.2012 17:20
2 0

Löcher stopfen

Wir stopfen ein Loch und drei weitere reißen auf. Somit können wir uns schon ausrechnen, wann der ganze Stoff nur mehr ein einziges Loch ist.

Aber das macht ja nichts........ Die Reichen aller Länder haben dann ohnehin ihre Reserven aufgestockt und in sicheren Ländern veranlagt.


was solls


Gast: klaus3
01.11.2012 15:48
2 1

Ist

doch klar ! Raus mit diesen Betrügern! Wie lange lässt sich Österreich noch von der EU veräppeln?

Re: Ist

Nee...
Österreich muss dafür kaempfen, dass die Türkei nicht in die EU kommt. Was sollen denn die Österreich ohne die EU gegen die Türken sagen!

Antworten Antworten Gast: PÖHSE
01.11.2012 18:55
1 0

Re: Re: Ist



House, sind Sie Stermann, oder Grissemann?

Gast: newy123
01.11.2012 15:06
8 0

UNBEGREIFLICH

-Merkel gibt für Ackermann ein Geburtstagsfest
- Anwälte der Deutschen Bank schreiben für die Regierung die Finanzmarkt Gesetze
- Ehem. Goldman Sachs Banker sitzen (ohne gewählt zu sein) in Regierungen

Und wir fragen uns warum die Staaten sich selbst ruinieren?
Das ganze hat nicht einmal etwas mit dem Euro zu tun. Der Euro war nur das Vehikel, um die gewollte Umverteilung von unten nach oben noch schamloser voranzutreiben.

Eigentlich geschieht es uns ganz recht....

wenn ich lese das die Zustimmung zur EU unter diesem Volk weiterhin ungebrochen ist. Wenn ich nichts höre, wenn unsere Politiker ihre Unterschrift zu einem ESM geben. Wenn die Menschen glauben-das eine Bürgschaft uns nichts kosten wird. Wenn ich lese das 77% der Sparer Lemminge Vertrauen in die Banken haben. Und zu guter letzt gesammte Familien zum Weltspartag ihr Geld auf die Bank bringen. Das blödeste Schaf wählt seinen Metzger selber und ja der Großteil von diesem Volk sind leider Schafe!!! Bis die Leute aufwachen und versuchen ihr Erspartes in Gold und Silber zu retten.......dann wird es keines mehr geben. Aber wie auch schon zuvor in der Überschrift - es geschieht uns ganz Recht....

wenn ich lese das die Zustimmung zur EU unter diesem Volk weiterhin ungebrochen ist

Die Frage ist , wo werden die Umfragen gemacht, also ich bin 45 Jahre und mich hat bis heute noch nie jemand gefragt!

Re: wenn ich lese das die Zustimmung zur EU unter diesem Volk weiterhin ungebrochen ist

Da muss ich Ihnen Recht geben. Aber leider sind viele mehr Faul als um sich um ihr eigenes Geld zu kümmern. Wenn Papa sich ein neues Auto kauft - dann weiß er alles darüber. Gib dem selben Mann 30.000 Euro-läuft er auf die Bank, legt das Geld auf den Thresen und sagt ,,machen sie mich Reich''

Gast: Dr Milkmaid
01.11.2012 13:22
5 0

wie Griechenland schrumpfen muss

Ausgehend von der Tatsache, dass Griechenland zuviel Schulden angehaeuft hat und, dass sich das Land in den letzten 10 Jahren 2% Reallohnwachstum vs Deutschland gegoennt hat, dann muesste das BIP wie folgt schrumpfen :

* um mind. 20% real (hier ist noch kein Zinseszins enthalten)
* nominal ist der Wert mind. 30%

Ob das reicht, um Griechenland wettbewerbsfaehig zu machen ist ein anderes Kapitel.

Da eine Schrumpfung ueber den Wechselkurs von der politischen Elite momentan nicht als Alternative gesehen wird, erfolgt die Schrumpfung ueber Sparprogramme, Steuererhoehungen und Einschnitte in das Sozialsystem.

Ganz schlaue haben schon erkannt, dass es in einem rezessiven Umfeld unmoeglich ist, Schulden abzubauen. Daher fordern sie, ein Wachstums- und investitionsprogramm fuer Griechenland. Das dumme ist nur, dass sich Griechenland 10 Jahre lang die Wettbewerbsfaehigkeit ruiniert hat, weshalb sich hier die Katze in den Schwanz beisst.

Griechische Wirtschaft?

Gibts soetwas überhaupt ausser Tourismus, oder hat schon irgendjemand Obst oder Gemüse in unseren Regalen gesehen, ich nicht! Und produziert für Konsumgüter wird in Griechenland auch nichts ausser Schulden! Mir muss mal einer erklären wie die jemals auf einen grünen Zweig kommen wollen.

9 0

Sie haben es einfach auf den Punkt gebracht!

Selber retten, kann sich nur der, der wettbewerbsfähig ist. Und mit dem Euro werden die Griechen nie und nimmer wettbewerbsfähig.

Warum unsere Schlaumaier an UNIs, Medien und in der Politik zu blöd sind, das zu begreifen, ist mir schleierhaft.

Gast: Robert45
01.11.2012 13:18
2 1

Wir verdienen nichts anderes!

Wir haben JA zu dieser EU gesagt.

Damit weiterhin unbeschränkt Geld in die Schuldenländer überwiesen werden kann, haben im Parlament SPÖ+ÖVP+Grüne den ESM beschlossen.

Wahltag ist Zahltag!

Re: Wir verdienen nichts anderes!

Bitte werfen Sie nicht alle in einen Topf! In Juni 1994 habe ich wie 33% der Österreicher mit NEIN gestimmt, wurde aber von Leuten wie Ihnen überstimmt!

Wir haben JA zu dieser EU gesagt.

Zu "dieser " EU hätte keiner Ja gesagt!

Antworten Antworten Gast: Baur4
01.11.2012 15:13
6 0

Oder doch

Erst vor wenigen Wochen haben SPÖ+ÖVP+Grüne zu unbeschränkten Finanzunterstützung der Schuldenländer (EMS) im Parlament JA gesagt.

Statt die Mrd. im eigenen Land zu investieren schicken wir sie nun zu den reformunwilligen Südländern.

Gast: Teddy
01.11.2012 12:39
10 0

...

... aber ist doch ein "gutes Geschäft". laut Schottermitzi.

Antworten Gast: Plach2
01.11.2012 13:16
4 0

Re: ...

Nirgends in der Eurozone sind die Einkommen so stak gesunken wie in Österreich! (lt. USB)

wohlstand auf pump

natürlich geht das wieder nach unten!

und zwar dort hin, wo es hin gehört!

 
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