Forscher empfehlen neue Schuldenschnitte

09.11.2012 | 18:37 |   (Die Presse)

Die vorgeschlagenen Maßnahmen reichen von einem neuen Schuldenschnitt für fragile Staaten bis zu einer Ausweitung der Aufgaben des Euro-Rettungsschirms ESM.

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Brüssel/Apa. 33 Forschungsinstitute aus zwölf Ländern haben unter Leitung von Wifo-Chef Karl Aiginger ein Paket mit Vorschlägen zur Bewältigung der Krise geschnürt. Die vorgeschlagenen Maßnahmen reichen von einem neuen Schuldenschnitt für fragile Staaten bis zu einer Ausweitung der Aufgaben des Euro-Rettungsschirms ESM. Sie empfehlen eine noch stärkere wirtschaftspolitische Koordinierung und treten für eine Verlängerung der Sanierungsfrist für Haushalte ein. Erneut wird auch die Einrichtung eines zeitlich begrenzten Schuldentilgungsfonds gefordert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.11.2012)

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7 Kommentare

Ein "Schuldenschnitt" ist genau so verlogen, wie die ganze EU!

Nicht nur Griechenland, sondern auch andere - hauptsächlich am Mittelmeer gelegene - europäische Staaten wurden durch die Euroeinführung in eine aussichtslose Situation gebracht.

Anfangs gab es dort durch massive Kapitalzufuhr aus dem Norden sogar eine Scheinblüte, die zu einer Preis- und Lohnexplosion führte, was die Vernichtung ihrer Wettbewerbsfähigkeit zur Folge hatte.

Seit 2007 wird aber Kapital von dort wieder abgezogen, die Zahlungsbilanzen wurden notorisch negativ, diese Staaten konnten ihren Konkurs nur durch irrsinniges Schuldenmachen durch den Staat vermeiden. Jetzt erst rutschten diese Staaten, allen voran Griechenland, in die heutige ausweglose Lage.

Die Zurückgewinnung der Wettbewerbsfähigkeit wäre nur durch eine Währungsabwertung möglich. Weil die EU-Bonzen dann aber zugeben müssten, dass ein Euro für alle, die ihn haben wollten, die schlimmste Fehlentscheidung seit dem 2. Weltkrieg war, verhindern sie diese Lösung mit aller Macht. Statt dessen wird Griechenland gezwungen, die Löhne und Pensionen zu kürzen, was aber nicht zur erhofften Preissenkung geführt hat und deshalb zwar eine Verelendung der Bevölkerung, aber keine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit gebracht hat.

So lange es den gemeinsamen Euro gibt, gibt es keinen Ausweg aus dieser Falle, diese Staaten müssen dauerhaft mit Geldzufuhr aus dem Norden (Rettungsschirme, Tilgungsfonds, Eurobonds usw.) künstlich vor der Staatspleite, die ein Dominoeffekt auch für andere wäre, bewahrt werden!


Re: Ein "Schuldenschnitt" ist genau so verlogen, wie die ganze EU!

Dass die durch den Euro ruinierten Staaten jemals ihre Schulden bezahlen könnten, ist völlig ausgeschlossen, sie bleiben "ewig" Almosenempfänger (Italien hat mit seinem Mezzogiorno das gleiche Problem, das jetzt schon 150 Jahre anhält und nie ein Ende findet)!

Wenn es ehrlich zugehen würde, müssten alle Forderungen an diese zahlungsunfähigen Staaten sofort auf Null abgewertet werden, was aber den Konkurs von vielen europäischen Großbanken zur Folge hätte und auch die Staaten mitreißen würde, was nicht nur das Ende des Euro, sondern der ganzen EU unweigerlich nach sich ziehen würde!

Ein buchhalterischer Trick, diesen Totalzusammenbruch zu verzögern oder sogar (mit der Hoffnung auf ein Wunder) zu vermeiden ist, die Abwertung auf Null nicht sofort, sondern portionsweise nach und nach vorzunehmen. Das nennt man dann "Schuldenschnitt"!

In Wahrheit ist aber die ganze EU längst pleite, und ob das Zeitschinden da noch hilft, ist sehr zu bezweifeln!

Der einzig denkbare Ausweg wäre eine stabile Währung für den europäischen Norden (wie es die D-Mark einmal war), eine eigene Währung für Griechenland und einen Resteuro für den europäischen Süden inklusive Frankreich!

Das würden die sturen Eurokraten aber nie zulassen und es auch am verkehrten Ende beginnen, und den Griechen den Euroaustritt nahelegen.

Das hilft aber nicht, weil niemand eine gute gegen eine schlechte Währung tauschen will. Zuerst müsste Deutschland austreten und der Norden mitgehen, der Rest aber beim Euro bleiben!

Verkehrte Welt der Politik!

33 Forschungsinstitute braucht die Politik, um das seit Jahren vorhandene Wissen der Bürger als Lösung der Krise zu begreifen?

Aber wer den Schaden ihrer Tätigkeit bezahlen soll, wussten sie vorher!

2013 wird jedenfalls noch eine Krise kommen - eine massive Parteikrise der EU-Kopfnicker Einheitspartei.

Schöne Aussichten!


Mir schmecken die Linzerschnitten besser :-)


Hier sollte Minus-Geld mit Minus-Geld gerettet werden ...

... scheint für Spezialisten auch eine Lösung des Problems zu sein.
Auf meinem Bankkonto funktioniert das nicht oder?

Vielleicht ist es das Beste wenn man sich keine Gedanken über die Gesamtsituation macht und einfach auf Egoisten-Modus schaltet.

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Wessen Suppe ich ess

dessen Lied ich pfeif! Diese Forscher mit ihren alternativlosen Konzepten kennt man schon zu gut.

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Eurorettung kostet ja nichts

Jahrelang haben uns unsere verlogenen Europolitiker erzählt die Eurorettung kostet nichts. Das sind ja nur Haftungen die nie schlagend werden.

Die Griechen werden keinen Euro jemals zurückzahlen. Das Geld ist ja schon verloren. Der einzige Unterschied liegt darin, dass die Verluste noch nicht eingebucht sind.

Mit welchen Steuern soll denn das finanziert werden oder doch vielleicht auf Pump für die nächsten Generationen.

Der Euro es eine politische Währung. Längerfristig werden aber die ökonomischen Gesetze gewinnen und da kann der Euro mit diesen Ländern nicht überleben.

Der Euro ist eine Fehlkonstruktion und gehört geordnet aufgelöst.

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