Griechische Demonstranten attackieren deutschen Konsul

Der deutsche Generalkonsul Wolfgang Hoelscher-Obermaier wurde mit Kaffee und Wasser übergossen.

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Griechenland – (c) EPA (SOTIRIS BARBAROUSSIS)

Der deutsche Generalkonsul im griechischen Thessaloniki ist von aufgebrachten Demonstranten attackiert worden. Teilnehmer einer Demonstration gegen geplante Entlassungen im öffentlichen Dienst übergossen Generalkonsul Wolfgang Hoelscher-Obermaier am Donnerstag nach Polizeiangaben mit Wasser und Kaffee. Außerdem warfen sie Eier auf andere Teilnehmer einer Konferenz zur deutsch-griechischen Zusammenarbeit.

Insgesamt demonstrierten laut Polizei rund 300 Menschen vor dem Konferenzgebäude in der nordgriechischen Stadt. Einige skandierten Parolen wie "Zusammen Nazis rausschmeißen". Hoelscher-Obermaier blieb unverletzt und wurde von Polizeibeamten aus dem Gedränge geleitet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die gewalttätigen Proteste verurteilt. "Gewalt ist kein Mittel der Auseinandersetzung", sagte Merkel am Donnerstag in Berlin. Selbstverständlich müsse es aber möglich sein, friedlich zu protestieren.

"Missverständnis"

Eine deutsche Parlamentarierin der Linkspartei, Annette Groth, die an der Konferenz teilnahm, drückte den Demonstranten ihre Solidarität aus: "Ich verstehe euch, auch ich war wütend und arbeitslos." Gegen "Faschismus und bestimmte Interessen" müsse gekämpft werden.

Am Vortag der Demonstration hatte der Staatssekretär im Berliner Arbeitsministerium, Hans-Joachim Fuchtel (CDU), Medienberichten zufolge gesagt, ein Beamter in Deutschland erledige die gleiche Arbeit wie drei städtische Beamte in Griechenland. Bei der Konferenz in Thessaloniki am Donnerstag sagte Fuchtel, es handle sich bei diesen Äußerungen um "ein Missverständnis", das inzwischen ausgeräumt sei. Er sei nun "stärker pro-griechisch als je zuvor".

18,5 Milliarden Euro Einsparungen

Das griechische Parlament hatte vergangene Woche weitere Einsparungen in Höhe von 18,5 Milliarden Euro bis zum Jahr 2016 gebilligt. Die neuen Maßnahmen sehen neben Massenentlassungen im öffentlichen Dienst und Steuererhöhungen vor allem weitere Kürzungen bei Pensionen und Gehältern, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie Streichungen beim Kinder- und Weihnachtsgeld vor.

Viele Griechen sehen Deutschland als einen der Hauptverantwortlichen für den starken Spardruck, unter dem das hoch verschuldete Land leidet. Die Eurozone will Griechenland zwei weitere Jahre zur Erfüllung seiner Sparauflagen einräumen, über die Finanzierung dieses Aufschubs gibt es jedoch noch keine Einigung.

(APA/AFP)

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