Auch Moody's kippt Frankreichs Spitzenrating

Nach Standard & Poor's im Jänner stuft mit Moody's jetzt die zweite Ratingagentur Frankreich herab - von "Aaa" auf "Aa1", Ausblick negativ.

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Archivbild – (c) EPA/Andrew Gombert

Rückschlag für die Bemühungen um eine Beilegung der Schuldenkrise: Frankreich besitzt auch bei der Ratingagentur Moody's keine Topbonität mehr. Moody's stufte die Kreditwürdigkeit des Euro-Landes am späten Montag um eine Note von "Aaa" auf "Aa1" herab. Der Ausblick bleibt negativ, damit droht eine weitere Abstufung. Standard & Poor's hatte Frankreich bereits im Jänner das Spitzenrating aberkannt.

Moody's begründete den Schritt damit, dass sich Frankreichs langfristige wirtschaftliche Wachstumsaussichten eingetrübt hätten. Das Land habe an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt, erklärte die Ratingagentur in Frankfurt. Der finanzielle Ausblick sei unsicher. Es sei auch immer weniger berechenbar, wie Frankreich künftige Schocks in der Eurozone verkrafte.

Regierung verspricht Reformen

Der französische Finanzminister Pierre Moscovici erklärte in einer ersten Reaktion, die Bewertung von Moody's beziehe sich auf die Vergangenheit. Die sozialistische Regierung werde rasch Reformen umsetzen. Die Ratingagentur bezeichnete die angekündigten Reformen dagegen als nicht ausreichend, um die Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen.

Ein schlechteres Rating kann die Geldbeschaffung am Kapitalmarkt erschweren und verteuern. Die Abwertung wirkt besonders schwer, weil Frankreich zu den größten Volkswirtschaften der Eurozone gehört. Auch das deutsche Spitzenrating steht bei Moody's unter Beobachtung.

Der Euro gab nach der Herabstufung gegenüber dem US-Dollar nach.

>>> Karte: Die Bonität der EU-Länder

(APA/dpa/Reuters/AFP)

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