Auch Moody's kippt Frankreichs Spitzenrating

20.11.2012 | 06:10 |   (DiePresse.com)

Nach Standard & Poor's im Jänner stuft mit Moody's jetzt die zweite Ratingagentur Frankreich herab - von "Aaa" auf "Aa1", Ausblick negativ.

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Rückschlag für die Bemühungen um eine Beilegung der Schuldenkrise: Frankreich besitzt auch bei der Ratingagentur Moody's keine Topbonität mehr. Moody's stufte die Kreditwürdigkeit des Euro-Landes am späten Montag um eine Note von "Aaa" auf "Aa1" herab. Der Ausblick bleibt negativ, damit droht eine weitere Abstufung. Standard & Poor's hatte Frankreich bereits im Jänner das Spitzenrating aberkannt.

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Moody's begründete den Schritt damit, dass sich Frankreichs langfristige wirtschaftliche Wachstumsaussichten eingetrübt hätten. Das Land habe an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt, erklärte die Ratingagentur in Frankfurt. Der finanzielle Ausblick sei unsicher. Es sei auch immer weniger berechenbar, wie Frankreich künftige Schocks in der Eurozone verkrafte.

VIDEO: Moody's streicht Frankreich die Bestnote

Die US-Ratingagentur hat angesichts der schwächelnden Wirtschaft des Landes Frankreich die Bestnote entzogen. Die Kreditwürdigkeit des Landes wurde von Aaa um eine Stufe auf Aa1 gesenkt.

Regierung verspricht Reformen

Der französische Finanzminister Pierre Moscovici erklärte in einer ersten Reaktion, die Bewertung von Moody's beziehe sich auf die Vergangenheit. Die sozialistische Regierung werde rasch Reformen umsetzen. Die Ratingagentur bezeichnete die angekündigten Reformen dagegen als nicht ausreichend, um die Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen.

Ein schlechteres Rating kann die Geldbeschaffung am Kapitalmarkt erschweren und verteuern. Die Abwertung wirkt besonders schwer, weil Frankreich zu den größten Volkswirtschaften der Eurozone gehört. Auch das deutsche Spitzenrating steht bei Moody's unter Beobachtung.

Der Euro gab nach der Herabstufung gegenüber dem US-Dollar nach.

>>> Karte: Die Bonität der EU-Länder

(APA/dpa/Reuters/AFP)

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8 Kommentare

Die Franzosen wollten das so... - wenn sie es anders gewollt hätten - dann hätten sie anders gewählt...


Die sozialistische Schuldenpolitik von Hollande mit Senkung des Pensionsalters und Vertreibung von Kapital/Kaufkraft greift schon.

Nachdem Werner Faymann ein großer Fan von Hollande ist und dafür sogar die Solidarität mit unserem Nettozahler-Mitstreiter Deutschland aufgekündigt hat,
können wir uns unter der SPÖ geführten Regierung auf eine ungemütliche Zeit als Nettoempfänger vorbereiten.

Frankreich ist fertig und wird den Euro in die Luft jagen, die EU gleich mit dazu!

Staatsausgabenquoten in % des BIP:
1) FRANKREICH:....57%
2) Finnland:.........53,1%
3) Griechenland:..51,5%
3) Schweden:......51,5%
5) Italien:...........51,4%
6) UK:................49,5%
7) Ungarn:..........49,4%
8) Deutschland:...46,0%
9) Spanien:.........44,4%
10) Tschechien:...44,0%
11) Slowakei:......38,8%
12) Schweiz:......34,3%
13) Ägypten:......29,2%
14) USA:............24,3%
15) Iran:............21,1%
16) Russland:.....20,4%
17) Polen:.........20,2%

Industrieanteile am BIP 2011:
1) Iran:.............40,2%
2) Tschechien:...38,0%
3) Ägypten:.......37,6%
4) Russland:......36,9%
5) Slowakei:......35,5%
6) Polen:...........33,3%
7) Ungarn:........29,1%
8) Deutschland:.28,6%
9) Finnland:......27,7%
10) Schweiz:.....27,5%
11) Schweden:..27,3%
12) Italien:.......24,7%
13) Spanien:....24,0%
14) UK:............21,5%
15) USA:..........19,2%
16) FRANKREICH:..18,7%
17) Griechenland:..16,2%

Der starke Agrarbereich ist doch auch schon zu Tode gefördert. Der Dienstleistungsbereich durch die irren Kosten der staatlichen Dienstleistungen aufgeblasen und mit einem geringen Nutzen für die Gesellschaft. Der Rest ist nur sinnloser Konsum. Das bissl Tourismus wird das Riesenland niemals füttern können.

Der Traum, dass alle Menschen gut von den Staatsausgaben leben können, dieser Traum geht dem Ende zu.

Der Versuch das Vermögen "der Reichen" zur Finanzierung der Umverteilungswahnsinns zu verwenden wird kommen und damit die Unternehmen ganz zerstören.

Verliert auch Österreich sein Triple-A bei einer weiteren Ratingagentur?

Vor kurzem hat der deutsche Finanzminister darauf hingewiesen, dass die Grande Nation näher analysiert werden sollte, womit die Abstufung im Prinzip eine Bestätigung der deutschen Meinung darstellt. Problematisch ist vor allem, das mit der Abstufung auch die Kosten für die Eurorettung teurer werden, weil sich dies auch auf den Zinssatz der Rettungsfonds auswirkt. Die in die Rezession schlitternde Grande Nation stellt sich naturgemäß gegen den Sparkurs Deutschlands, weil weitere Einsparungen zum Rückgang des BIPs und damit zu einer Erhöhung der Verschuldensquote führen. Nachdem Deutschland die Hauptlast der Eurorettung trägt versucht Merkel natürlich die weitere Belastung ihres Landes und damit eine Gefährdung des eigenen Triple-A zu vermeiden.

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die Bewertung von Moody's beziehe sich auf die Vergangenheit

Nein. Die bezieht sich schon auf die sozialistische Zukunft des Landes, und die schaut nun mal nicht rosig aus.

Würde uns auch blühen...

...wenn Feymann Präsident wäre. So macht unser Budneskanzler aber nichts und das ist schon schlimm genug.

Re: Würde uns auch blühen...

Böse Zungen - so hörte ich- definieren angeblich die Tätigkeit des Herrn Faymann als "Bundeskasperl"

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