Neue Rekord-Arbeitslosigkeit in der Eurozone

30.11.2012 | 11:01 |   (DiePresse.com)

In der Eurozone beträgt die Arbeitslosigkeit 11,7 Prozent, Österreich hat erneut die niedrigste Arbeitslosigkeit.

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Österreich hat im Oktober weiterhin die geringste Arbeitslosenrate in der EU-27 verzeichnet. Während die Arbeitslosenquote in der Eurozone mit 11,7 Prozent einen neuen Rekordwert erreichte, sank sie in Österreich gegenüber September auf 4,3 Prozent, geht aus den jüngsten am Freitag von Eurostat präsentierten Daten hervor. Spanien ist neuerlich Schlusslicht, die Quote stieg auf 26,2 Prozent.

Auch in der EU-27 wurde ein neuer Höchstwert mit 10,7 Prozent erreicht. Im September hatte die Arbeitslosigkeit in der Währungsunion 11,6 Prozent und in der EU-27 noch 10,6 Prozent betragen. Im Jahresvergleich - Oktober 2011 zu Oktober 2012 - betrug die Steigerung in der Eurozone 1,3 Prozent, in der EU-27 kletterte sie um 0,8 Prozent nach oben.

Österreich bei Jugendarbeitslosigkeit Zweiter

Hinter Österreich rangierten im Vormonat Luxemburg mit 5,1 Prozent Arbeitslosigkeit, Deutschland (5,4 Prozent), Niederlande (5,5 Prozent), Malta (6,6 Prozent), Rumänien (6,9 Prozent), Tschechien (7,3 Prozent) Belgien (7,5 Prozent), Dänemark, Finnland und Schweden (je 7,7 Prozent), Slowenien (8,6 Prozent), Polen (10,4 Prozent), Frankreich (10,7 Prozent), Italien (11,1 Prozent), Litauen (12,4 Prozent), Bulgarien (12,6 Prozent), Zypern (12,9 Prozent), Slowakei (14,0 Prozent), Irland (14,7 Prozent), Portugal (16,3 Prozent) und Spanien (26,2 Prozent). Keine Oktober-Daten lagen von Estland, Griechenland, Lettland, Ungarn und Großbritannien vor.

Bei der Jugendarbeitslosigkeit belegte Österreich mit 8,5 Prozent im Oktober weiterhin Rang zwei hinter Deutschland (8,1 Prozent). Allerdings ist in Österreich die Jugendarbeitslosenquote gegenüber September von 8,9 auf 8,5 Prozent gesunken. In Spanien ging die horrend hohe Rate von 54,7 Prozent im September weiter in die Höhe - sie betrug im Oktober schon 55,9 Prozent bei den unter 25-Jährigen. Griechenland wies hier keine Daten aus. Im Spitzenfeld befinden sich noch Portugal (39,1 Prozent), Italien (36,5 Prozent), Bulgarien (30,3 Prozent) und die Slowakei (30,1 Prozent).

(APA)

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14 Kommentare

Kleinstaaten stehen besser da

Einmal mehr zeigt es sich empirisch, dass Kleinstaaten tendenziell deutlich besser da stehen, vor allem ausserhalb des EURO-Raums (nicht nur in Bezug auf die Arbeitslosenquoten). Offenbar ist es in Kleinstaaten einfacher möglich, Wohlstand und Wohlfahrt zu erhalten. Die Arbeitslosenzahlen in den Kleinstaaten Norwegen, Schweiz, Schweden, Dänemark, Liechtenstein usw. liegen am unteren Ende und deren Wirtschaftskraft pro Kopf am oberen Ende der Skala. Auch die Euro-Raum-(Klein-)Staaten Finnland, Luxemburg und Österreich stehen gut da. Bei Österreich ist insofern eine Einschränkung erlaubt, als die Arbeitslosenquote durch das sehr frühe Pensionsalter statistisch stark gesenkt wird.

Ausnahmen vor der Regel zeigen Griechenland und Portugal. Beides ebenfalls kleinere Staaten. Griechenland hatte schon immer eine eher schwache Wirtschaft un einen schlecht organisierten Staat. Durch den Euro-Beitritt und die völlig verunglückten Hilfsmassnahmen versinkt das Land im Chaos. Warum Portugal trotz grundsätzlich guter Voraussetzungen so schlecht da steht, kann ich nicht beurteilen.

Island und Irland wiederum sind Spezialfälle. Island hatte immer eine sehr niedrige Arbeitslosenrate, bis zum Bankenzusammenbruch vor 3 Jahren, erholt sich nun aber sehr schnell. Die aktuellen Arbeitslosenquote liegt bei 6.4%.


Eine rasche und radikale Änderung dieser EU Politik ist erforderlich!

17.8.2012: Der Euro ist wie eine Zwangsjacke. Er brachte für Mio Menschen Not, Armut und Arbeitslosigkeit . Entweder der Norden oder der Süden wird weg brechen (Finnische Außenminister Tnomioja)

Faymann und Spindelegger wollen weiter machen wie bisher.

Wahltag ist Zahltag!

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Re: Eine rasche und radikale Änderung dieser EU Politik ist erforderlich!

Das ist absolut richtig,nur das kann alles kein zufall sein!!
ich behaupte das ist alles so gewollt!!

Warum erscheint Österreich so gut?


Verfügbare Arbeitskräfte in % der Gesamtbevölkerung

1) Schweiz........55,7%
2) Deutschland..53,6%
3) Tschechien....51,8%
4) USA..............48,9%
5) Griechenland..46,2%
6) Frankreich......45,0%
7) Österreich......44,6%

Hätte Ö die gleiche Struktur wie die CH, dann hätte Ö um gut 900.000 Menschen mehr in Arbeitslosigkeit!

Hätte Ö die gleiche Struktur wie D, dann hätte Ö um gut 700.000 Menschen mehr in Arbeitslosigkeit!

Hinter dem vermeintlichen Vorteil Österreichs verstecken sich heftige strukturelle Probleme!

Re: Warum erscheint Österreich so gut?

Ein aufschlussreicher Vergleich, der die offiziellen Arbeitslosenquoten relativiert. Wenn man bedenkt, dass offenbar auch Kleinstarbeitsverhältnisse von wenigen Stunden pro Woche voll mitgezählt werden, wird die Vergleichstabelle noch problematischer.

Besser wäre es wohl, man würde die geleisteten Arbeitsstunden pro Jahr und Kopf erfassen. Dieser Kennwert hätte einen direkten Bezug zur volkswirtschaftlichen Wertschöpfung. Die Arbeitslosenquoten sagen bestenfalls etwas über die Verteilung der Arbeit aus.

Wie sehen die echten Zahlen aus?

Wie immer verschleiert Österreich einen Teil seiner Arbeitslosen durch (teilweise) völlig sinnlose und unnötige Kurse. Jene Kursteil-nehmer fallen dann aus der Arbeitslosenstatistik heraus.
Also, wie sieht die Arbeitslosigkeit in Österreich nun wirklich aus?

Re: Wie sehen die echten Zahlen aus?

ja das stimmt! ich war heuer bereits in 3!!! Kursen nur damit man von der Statistik wegfällt lol und noch ein Kurs

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Re: Wie sehen die echten Zahlen aus?

Die Frühpensionisten nicht vergessen! Dort sind auch einige "Arbeitslose" versteckt.

Re: Wie sehen die echten Zahlen aus?

Genau so ist es.

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getäuschter Frieden

Wie man mit solchen Daten einen Friedensnobelpreis bekommen kann ist mir wirklich ein Rätsel. Die EU hat ein System der Institutionalisierten Ungerechtigkeit aufgebaut und Demokratischer Widerstand wird also 'rechtsradikal' demonisiert. Dies ist nur ein getäuschter Frieden, wahrlich ist es aber ein Krieg an deren Bürger um einen Ideologische Utopie zu erzwingen.

Re: getäuschter Frieden

das war wie vieles andere ein plumper psycho-trick fuers volk: wenn die eu den friedens nobel preis erhalten hat, muss diese gut sein, oder?!

Re: getäuschter Frieden

Ich kann das Rätsel auch nicht auflösen. Persönlich halte ich es für ziemlich riskant, der Hälfte jener im kräftigsten Alter zu viel Zeit zu geben und andererseits zu wenig zu verlieren. Könnte sich rächen. Aber egal - bis dahin machen wir noch ein wenig Wohlstand auf Kredit.

Ob es eine gute Idee war...

den Staat auf Kosten jener zu verschulden, die nichtmal eine Arbeit haben, um´s zurückahlen zu können - auf Kosten der Jungen nämlich?

Diejenigen, die jetzt mitten im Erwerbsleben stehen, werden es erfahren.

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nope . . . es ist die Pfründe- und Privilegienwirtschaft.


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