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56 Prozent der jungen Spanier sind auf Jobsuche

30.11.2012 | 18:30 |   (Die Presse)

Im Oktober kletterte die Arbeitslosenquote in der Eurozone auf einen neuen Rekord von 11,7 Prozent. Österreich belegt mit 4,3 Prozent den besten Platz, doch haben es auch hierzulande Jugendliche schwerer.

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Wien/B.l. Die europäische Staatsschuldenkrise zeigt ihre Auswirkungen: 26 Millionen EU-Bürger waren im Oktober auf Arbeitssuche, wie das EU-Statistikamt Eurostat am Freitag bekannt gab. Die Arbeitslosenquote kletterte seit einem Jahr von 9,9 auf 10,7 Prozent. In der Eurozone erreichte sie mit 11,7 Prozent ein neues Rekordhoch.

Besonders stark verdüstert hat sich die Lage im krisengebeutelten Spanien: Waren vor einem Jahr noch 22,7 Prozent auf Jobsuche, so lag dieser Anteil zuletzt bei 26,2 Prozent. Damit belegt das südliche Land nach wie vor den traurigen ersten Platz. Die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien hat die 50-Prozent-Marke längst überschritten: 55,9 Prozent der 15- bis 24-Jährigen finden keine Arbeit.

Ältere sind besser geschützt

Dass die Jugendarbeitslosigkeit ungefähr doppelt so hoch ist wie die Gesamtarbeitslosigkeit, ist indes ein EU-weites Phänomen. Eine Ursache ist, dass die Unternehmen wegen der unsicheren Aussichten zögern, neue Mitarbeiter einzustellen. Wer schon einen Job hat, hat es leichter: Häufig genießen Ältere einen strengeren Kündigungsschutz, auch wollen sich die Unternehmen aus Angst vor einem künftigen Fachkräftemangel nicht so gern von erfahrenen Mitarbeitern trennen. EU-weit sind 23,4 Prozent der 15- bis 24-Jährigen ohne Arbeit. In Österreich sind es 8,5 Prozent.

Dabei belegt Österreich den zweitbesten Platz nach Deutschland (8,1 Prozent), wo sich bereits die demografischen Veränderungen bemerkbar machen. Bei der Gesamtarbeitslosigkeit bleibt Österreich mit 4,3 Prozent unangefochten auf dem besten Platz. Damit wäre die Arbeitslosigkeit in der Alpenrepublik nicht höher als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquoten von Eurostat werden allerdings im Nachhinein häufig revidiert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.12.2012)

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2 Kommentare

Fehlendes unternehmerisches Denken

ist nach meinen Erfahrungen (bei Spanienreisen) der Grund für die hohe Jugendarbeitslosigkeit. Spanien hat kein duales Ausbildungssystem sondern nur schulische Bildung. In dieser wird den Jugendlichen das eigenständige Verfolgen unangepasster Ideen ausgetrieben - Diktatur Frankos sei Dank!
Außerdem ist Spanien ein Feudalstaat, in dem immer noch der Großteil des Landes den Adeligen gehört. Die Bauern sind Angestellte und Tagelöhner (illegale Einwanderer) mit extrem niedriger Bezahlung.

Ohne Bodenreform mit Enteignung der Adeligen und Bildungsreform wird das Problem nicht zu lösen sein.

Das soll eine Rettung sein?

56% der jungen Arbeitslosen sollen mit ihrem nicht mehr vorhandenen Geld viel konsumieren und die Wirtschaft retten?

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