Juncker kündigt Rückzug als Eurogruppenchef an

03.12.2012 | 18:59 |   (DiePresse.com)

Der Luxemburger geht Anfang 2013 nach mehr als acht Jahren an Spitze der Währungsunion. Die Nachfolge ist noch nicht geregelt, als Favorit gilt Wolfgang Schäuble.

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Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker hat wenige Tage vor seinem 58. Geburtstag seinen Rückzug angekündigt. Er werde Anfang 2013 abtreten, sagte der luxemburgische Ministerpräsident am Montag in Brüssel nach der Sitzung der Eurogruppe, die er mehr als acht Jahre geleitet hat. Schon im laufenden Jahr hatte es mehrmals Spekulationen gegeben, dass der längstdienende Regierungschef Europas als Eurogruppen-Chef zurücktritt, doch hatte er im Sommer noch ein fünftes Mandat angehängt. Dieses verlässt er nun - wie im Juli angekündigt - vorzeitig.

Als Favorit für seine Nachfolge gilt weiterhin der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble. Allerdings ist bisher keine endgültige Entscheidung gefallen.

Juncker leitet seit 2005 als "Mister Euro" die Finanzminister der Währungsunion, die sich vor jedem EU-Treffen aller 27 Ressortchefs versammeln, gewählt wurde er erstmals am 10. September 2004. Der 1998 gegründeten Eurogruppe gehören mit Ausnahme Großbritanniens die größten europäischen Volkswirtschaften von Deutschland über Frankreich, Italien und Spanien an. Juncker hatte entscheidend am Integrationsprozess mitgewirkt. Er war bereits mehrmals für höchste EU-Posten gehandelt worden, unter anderem als Kommissionspräsident oder als ständiger EU-Ratsvorsitzender.

Sondertreffen am 13. Dezember

In Brüssel verständigten sich die Finanzminister der Eurogruppe darauf, dass Spanien  "Mitte nächster Woche" die erste Tranche des Bankenhilfsprogramms aus dem Rettungsschirm ESM in Höhe von 39,5 Milliarden Euro erhalten wird. Jean-Claude Juncker erklärte nach der Sitzung der Finanzminister der Währungsunion Montagabend in Brüssel, Portugal werde die nächste Hilfszahlung von 2,5 Milliarden Euro im Jänner bekommen.

Beide Staaten würden sich auf einem guten Sanierungskurs befinden. Spanien habe effiziente Maßnahmen ergriffen, um sein übermäßiges Defizit zu senken. Juncker sprach - nach den zahlreichen vergangenen Treffen der Finanzminister der Währungsunion, die manchmal bis in die frühen Morgenstunden dauerten - von "der bei weitem kürzesten Sitzung der Eurogruppe". Jedenfalls werde die Eurogruppe auch in der Zukunft eine Schlüsselrolle spielen, um die notwendigen Lösungen angesichts der finanziellen Herausforderungen zu treffen.

Zu einem Sondertreffen wollen die Finanzminister der Eurozone am 13. Dezember zusammenkommen, um über die Freigabe ausstehender Milliardenhilfen für Griechenland zu entscheiden. Das Treffen soll vor dem Beginn des nächsten EU-Gipfels am kommenden Donnerstag stattfinden, teilte Jean-Claude Juncker mit. Von dem Erfolg des Programms hängt die Freigabe ausstehender Milliardenhilfen an das überschuldete Land ab. Juncker zeigte sich zuversichtlich, dass die Regierung in Athen das Geld erhalten werde.

(APA/dpa-AFX)

 
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21 Kommentare
VictoriaI
04.12.2012 11:29
0

Nicht mit der Grande Nation

Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr, als dass Frankreich einem deutschen Euro-Vorsitzenden zustimmen wird.

Emil Huber
04.12.2012 11:19
3

Junker war mitverantwortlich, dass der Euro Not, Armut und Rekordarbeitslosigkeit brachte

Als Dank darf er sich auf eine fürstliche Pension freuen.

Und wir freuen uns über höhere EU Beiträge.

Antworten Sochard
04.12.2012 14:51
0

Österreich zahlte ca. 94 €/Jahr und Kopf in die EU ein ...


Antworten Pilatus
04.12.2012 11:41
0

Re: Junker war mitverantwortlich, dass der Euro Not, Armut und Rekordarbeitslosigkeit brachte

Nicht nur Juncker, in erster Linie waren es die nationalen Regierungen. Egal ob Lire, Escudo, Peseta oder Drachme, die korrupten Politiker dieser Länder wollten um alles in der Welt den Euro samt seinen billigen Krediten (Zinsen). Man hat mit Hilfe der EU und auch Junckers Hilfe den Leuten vorgeschwärmt, dass dieser Euro das Non plus ultra wäre und dass mit diesem Euro eine neue Zeit des wirtschaftlichen Wohlstands eingeläutet werde. Alles Lüge, was selbst Juncker vor nicht allzu langer Zeit zugegeben hat ("Lügen gehören politischen Arbeit"). Jetzt wird das Protestieren im Süden Europas immer lauter, denn die Menschen haben es satt, auf diese EU-Lügen nochmals reinzufallen und wünschen ihre Politiker (samt Juncker) zum Teufel. Kann man es ihnen verdenken?

Pilatus
04.12.2012 10:18
1

Juncker ist Mitglied

der 4er-Bande, der auch dieser Herr angehört: http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/12/48569/ - Van Rompuy warnt ver Demokratisierung der EU. - Egal ob mit oder ohne Juncker, die EU wird zur Diktatur. Jetzt ist Schäuble der Favorit für Junckers Nachfolge. Ausgerechnet der deutsche Finanzminister, der einigen Südländern geheim Geld zusteckt (Spanien u.a.). Sowohl die 4er-Bande (Van Rompuy - Draghi - Barroso - Juncker) als auch Schäuble sind auf dem besten Weg, die EU ins Desaster zu führen.

Leidgepruefter VIE
04.12.2012 10:16
1

Die erste Ratte verlässt das sinkende Schiff ...


Spekulant
04.12.2012 08:47
1

Ein kleiner Schritt für Junker

ein großer für Europa!! Hehe

Gerald
04.12.2012 07:44
8

Nicht schade um diesen Euro-Totengräber

der maßgeblich die Konstruktion des Euro mitverbockt hat, der kein Problem damit hat die Bevölkerung anzulügen und der sich regelmäßig mit den Weichwährungsländern auf ein Packerl haut.

Da kann ich mich nur dem Vorposter anschließen: Schleich dich! Und sei froh, wenn man dich für den Schaden den du angerichtet hast nicht bis aufs Existenzminimum pfändet.

roger
04.12.2012 07:33
4

Schäuble?

Darum wird in Deutschland auch alles abgenickt, was Griechenland betrifft. Die gerechte Strafe wär, wenn es dann doch ein Franzose oder ein Italiener würd; einer aus der Goldman-Sachs-Riege halt.

granny
04.12.2012 05:50
5

juncker

Na Hoffendlich sagt er einmal die Wahrheit

Bricop
04.12.2012 05:44
3

er wird mir nicht fehlen

ich wette, jetzt kommt ein Franzose.

Analphabet
04.12.2012 02:55
7

Die

Ratten verlassen das sinkende Schiff.

scotus
04.12.2012 00:22
9

Ein Anfang

Barroso, Van Rompuy und Ashton sind immer noch da.

free speech
03.12.2012 23:34
1

Schäuble?

Der ist ja auch nicht mehr der Jüngste!

Der Gastrokritiker
03.12.2012 23:30
3

DANKE! Die gute Nachricht des Jahres.

Like: grün
Dislike: rot

gerechtiker
03.12.2012 22:58
8

schleich'

schleich' di!

navy
03.12.2012 22:37
6

Junkers

Am Schluss hat er rund um die EU Geldwäsche nur noch Mist gemacht

neugierdsnase
03.12.2012 22:26
9

Schäuble?

Da kommt nichts Besseres nach.

Voiklescher
03.12.2012 22:09
7

Stellenausschreibung

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*Gratisreisen um den Erdball
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Ihre Anforderungen:

*Sie kommen aus dem förderungswürdigen Ratingbreich
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*sie haben kein Rückgrat

Bewerbungen unter der Chiffre:

Goldman&Sachs

an das EU-.Parlament
zh. Mr Juncker

befehlsverweigerer2
03.12.2012 20:38
9

wäre ja eigentlich eine gute Nachricht

wenn man nicht wüsste, dass der Posten als solches bestehen bleibt und bald wieder besetzt wird

tiger10
03.12.2012 19:53
9

Dieser hoffentlich baldige Rücktritt

wäre ein großer Segen für Europa!

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