Jeder zweite Österreicher ist gegen Euro-Rettungsschirm

05.12.2012 | 12:58 |   (DiePresse.com)

Immer mehr fühlen sich selbst von der Krise betroffen. 13 Prozent sind überzeugt davon, dass wir in Zukunft wieder in Schilling bezahlen werden.

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Immer mehr Menschen in Österreich sehen sich persönlich in den Strudel der Finanz- und Währungskrise gezogen. Der Anteil jener, die sich davon "stark" oder "eher schon" betroffen fühlen, liegt heuer mit insgesamt 45 Prozent bereits um die Hälfte höher als noch 2010 oder 2009. Besonders stark empfinden das Alleinerziehende, Arbeitslose, Wenigverdiener - aber auch die Altersgruppe ab Mitte 30, die Mitten im Berufsleben steht. Dies geht aus einer Umfrage des Instituts für Trendanalysen und Krisenforschung (ITK) hervor, die am Mittwoch präsentiert wurde. Die Zuversicht, trotz Krise den eigenen Lebensstandard halten zu können, ist im Schwinden begriffen - vor allem bei Berufstätigen, die nach ihrem Leben in der Pension befragt werden. Fast jeder zweite glaubt, dass die Krise noch länger als drei Jahre dauern wird (siehe Grafik).

Dass sich Österreich am Euro-Rettungsschirm beteiligt, halten 49 Prozent nicht für richtig und 39 Prozent für richtig; 12 Prozent sind sich nicht sicher. Auch der Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB wird von der Mehrheit abgelehnt.

Die Hälfte sieht ein "Versagen der Politik"

In der "Gier der Menschen nach schnellem Profit" erblickt noch immer eine Mehrheit von 55 Prozent der Befragten eine Hauptschuld an der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise, 2009 waren es aber noch mehr als 75 Prozent. Am zweithäufigsten wurde jetzt - von 49 Prozent - "das Versagen der Politik" genannt. "Das fehlende Kontrollsystem am Finanzmarkt" machten nun aber nur noch 48 Prozent als Hauptgrund verantwortlich, 2009 waren es noch fast 80 Prozent gewesen. "Egoismus und mangelnde Solidarität" ist jetzt für knapp 25 Prozent schuld, ein "mangelndes Verantwortungsbewusstsein der Banken" aber bereits von 23 Prozent - Mehrfachnennungen möglich.

Insgesamt meinen 27 Prozent der Befragten, dass die Eurozone weiter bestehen und - wie geplant - um Mitgliedsstaaten der EU erweitert wird. 22 Prozent dagegen meinen, dass eine neu gebildete Eurozone nur jene Länder umfassen wird, die eine stabile Währungspolitik betreiben. Dass die Eurozone auseinanderbrechen und alle Euro-Länder wieder zu ihren früheren Währungen zurückkehren werden, glauben 13 Prozent; weitere sechs Prozent rechnen mit einem Ausscheiden der "südlichen Länder Europas".

Eine Mehrheit erwartet sich, dass die EU die Krise löst. 46 Prozent sehen die Verantwortung (auch) bei der österreichischen Regierung (siehe Grafik).

ITK hat für die Umfrage im Oktober österreichweit 550 Interviews bei 15- bis 72-Jährigen geführt, von denen 55 Prozent weiblich und 45 Prozent männlich sowie 67 Prozent erwerbstätig und 33 Prozent nicht erwerbstätig waren.

(APA)

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58 Kommentare
 
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Steuern zahlen...

o.k aber was macht es für einen Unterschied für mich, ob ich fast 50% meines Einkommens nach
a) Griechenland
b) Kärnten
c) Favoriten
überweise?

Richtig - für den Steuerzahler nicht, aber....

früher wurden die Mrd. im eigenen Land investiert und damit Wohlstand und Arbeitsplätze geschaffen.

Heute schaffen wir Wohlstand und Arbeitsplätze in den Schuldenländern, - niemand kümmert sich um die Rekordarbeitslosigkeit im eigenen Land!

Damit diese Politiker(Innen) die uns das eingebrockt haben noch lange so weiter machen können, wählen wir sie immer wieder.
Wir verdienen nichts anderes!

Re: Richtig - für den Steuerzahler nicht, aber....

"...wurden die Mrd. im eigenen Land investiert und damit Wohlstand und Arbeitsplätze geschaffen."

Lernen´s endlich einmal Staat und Wirtschaft auseinanderzuhalten.
Die Wirtschaft investiert in Österreich und schafft Arbeitsplätze und Wohlstand.
Die Republik Österreich verwaltet nur! Staatsnahe Betriebe, wie die ÖBB, investiert in Österreich in fragwürdige Tunnels etc. ein VIELFACHES, wie die Griechenlandhilfe kostet. Ob das NACHHALTIGE Arbeitsplätze und Wohlstand schafft, ist fraglich, wie die Griechenland-Hilfe auch.

Von den 2-stelligen MILLIARDENBETRÄGEN, die vergeudet werden, weil KEINE Reformen gegen den bei jeder Wahl deklarierten Willen des "Souveräns" durchgeführt werden können, redet niemand in Österreich. Das sind aber Kosten JENSEITS der Kosten für die PIGS!

Weg mit dem Euro!

Der Euro gehört abgeschafft. Danach führen wir den Schilling wieder ein und dort wo es nötig ist die Kronen.

Lösung kann nur N-Euro sein.

Besonders empörend ist diese "Rettung", da sie einfach über die Köpfe der Zahler hinweg beschlossen wird und nicht eine einmalige Aktion, sondern einen Dauerzustand darstellt.
Dass sie sinnlos ist und nur immer neue Zahlungen nach sich zieht ist genauso Faktum wie die Tatsache, dass der Empfängerstaat nicht im Entferntesten willens und fähig ist, selbst was zur Sanierung beizutragen, sondern in seiner korrupten Überheblichkeit und Frechheit verharrt, diejenigen die sich um ihn bemühen auch noch ordinär zu beflegeln.
Lösung muss und wird die Entfernung dieses Krebsgeschwürs sein und ebenso die der bereits in Form weiterer "Rettungsempfänger" enstehenden Metastasen.
Nicht aber die Rückkehr zum Sch. ist sinnvoll, sondern eine Gemeinschaft solide wirtschaftender Staaten, eben ein "Nord-Euro".

Mit Sicherheit eine manipulierte STatistik.

Es sind sicher nicht 50% der Österreicher dafür, dass ihr STeuergeld in Griechenland verschwindet und dann auf einen Konto des ehemaligen Griechischen Staatspräsidenten in der Schweiz wieder auftaucht.....

"Fachleute"

Und wieviel Prozent der Österreich können auch nur grob die ökonomischen Implikationen eines solchen Rettungsschirms bzw dessen Fehlens erklären? Zugegeben, die Frage muss man wohl auch in Bezug auf die involvierten Politiker stellen dürfen, und zumindest bei den österreichischen ist der Prozentsatz der kompetenten wahrscheinlich kaum höher als in der Gesamtbevölkerung. Aber so eine Frage zu stellen macht genausoviel Sinn wie: sind sie für genfreie Nahrungsmittel? Wahrscheinlich würde das ähnlich ausgehen und nur eine Minderheit kapiert, was das bedeuten würde.

Re: "Fachleute"

Von genveränderten Nahrungsmittel weiss jeder der sich nicht verdummen lässt, dass sie seit mehr als 40 Jahren nirgends Krankheiten oder sonstige Schäden verursachten. Ob sie einem schmecken, ist eine andere Sache.
Aber um zu sehen, dass die "Rettungsschirme" für GR hinausgeschmissenes Geld sind, dazu braucht man kein Spezialwissen, weil es für jeden der denken kann auf der Hand liegt, dass dieser Staat sowas wie
ein ewiger internationaler Sozialfall zu Lasten anderer bleiben wird.

hm, wo sind die 50%, die den Rettungsschirm haben wollen?

vielleicht zählt man mich auch dazu und ich weiß nichts davon
daher an dieser Stelle: ich bin gegen alle Rettungen von Hypo bis GR

Was fuer eine Krise ?

Insoferne es sich um eine EUrokrise handelt, wie soll die EU dafuer NICHT der Hauptverursacher sein, und wie um Himmelswillen die EU der Retter ?
Und von einer WAEHRUNGSKRISE sehe ich auch nichts, der EUro bleibt aergerlich hoch
:-D

jeder Zweite!!

die hälfte der Österreicher ist ziemlich bescheuert, dafür zu sein für andere Staaten die Schulden zu übernehmen! Ich werd mir jetzt so einen suchen, der kann dann auch meine Schulden haben!

Re: jeder Zweite!!

Wenn ich den Text richtig verstanden habe, os waren nur 39% für den Rettungsschirm, 12% waren unsicher. Wenn man, wie üblich, die Unentschlossenen weg lässt, so kommt ein Verhältnis von 49:39 gegen den Euro-Rettungsschirm heraus.

Ja, dürfens denn das

überhaupt berichten? :-)

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cool

Da wird medial jahrelang was negatives über den Euro-Rettungsschirm berichtet, und dann fragt man im Volk ab. eigentlich logisch was da raus kommt. Wann wurde eigentlich mal was von dessen Aufgabe berichtet.

Ich hoffe die Medien sind sich der Verantwortung bewusst, alles auch die Politik schieben ist nämlich ein wenig einfach.

abgesehen davon, dass es kein Euro-Rettungsschirm ist. Es ist ein Banken- und Staatsrettungsschirm, wäre ohne Euro nämlich genau so. Keine Bank könnte Abwertungen von Staatspapieren von 50% und mehr verkraften.

Keine Bank könnte Abwertungen von Staatspapieren von 50% und mehr verkraften

So what?
Wie komme ich dazu, ein privates Unternehmen für diese Fehlinvestition auch noch bezahlen?
Wie kommt die Öffentlichkeit dazu, Geld von noch funktionierenden Wirtschaftsbereichen abzuziehen und in nachweislich nicht funktionierende zu stecken?
"Nicht funktionierend" impliziert übrigens, dass es sich nicht um eine Investition handelt. Die Kohle ist also schon weg.

Re: cool

Erstens sollten sie sich mal im klaren sein das die Medien das schreiben was sich verkauft aber um das zu verstehen da brauchen sie noch Zeit um erwachsen zu werden !! Und was zum Teufel soll man von Euro gut berichten ????? Wie toll es ist das die Leute weniger in der Tasche haben als mit Schilling ???? Sie sollten echt mal die Schule besuchen anscheinend haben sie keine Ahnung wie es den otto normal Verbraucher geht die können den Staat nicht bescheissen wie die Politiker in Österreich es machen und andere also nichts schreiben wen man keine Ahnung hat einfach mal den Mund halten danke

Realitätsverweigerung

Wenn der Euro untergeht dann reisst er die Österreichische Wirtschaft mit, egal welche Währung wir haben. Es bleibt uns also nichts anderes übrig als alles zu versuchen um den Euro zu retten....

Re: Realitätsverweigerung

Das stimmt natürlich alles. Bleibt die Frage, ob das Ziel dadurch erreichbar ist, indem man mehr Länder höher verschuldet.
Ich persönlich würde empfehlen, sich soweit es geht gegen ein Nein abzusichern. Denn wie man sieht, wird nur dieser eine Weg versucht.

Re: Realitätsverweigerung

Die Realitätsverweigerer sind wohl eher diejenigen die glauben eine durch überbordende Verschuldung ausgelöste Krise durch noch mehr gemeinschaftliche Schulden (und Haftungen) zu lösen.

„Es gibt keinen Weg, den finalen Kollaps eines Booms durch Kreditexpansion zu vermeiden. Die Frage ist nur ob die Krise früher durch freiwillige Aufgabe der Kreditexpansion kommen soll, oder später zusammen mit einer finalen und totalen Katastrophe der darin involvierten Währung."

Ludwig von Mises

Angenehm ist keine der Alternativen. Doch Alternative 1 ist ein Ende mit Schrecken (und der Weg den Island gewählt hat), Alternative 2 ist Schrecken ohne Ende (bisher der Weg Griechenlands und des Euros).

Man sollte die Dinge beim Namen nennen: Es gibt keinen EURO-Rettungsschirm. Es gibt einen Rettungsschirm für Banken und Staaten.


Jeder zweite Österreicher ist gegen Euro-Rettungsschirm

Man mag zu dem Zusammenschluss der europäischen Länder und ihrer einheitlichen Währung, Meinung beziehen wie man will,
doch eindeutig scheint es auch zu sein, das die einzelnen Länder sich dadurch in ihrem Inneren polarisieren.

Re: Jeder zweite Österreicher ist gegen Euro-Rettungsschirm

Stimmt auffällig. Und das Problem wird sich ausweiten, wenn die Jungen draufkommen, dass wir grade den Rest Ihrer zukünftigen Arbeitsleistung (wenn sie denn eine Arbeit finden) genüsslich verjausnen.
Und wenn dann eine Mehrheit glaubt, an all den Sparpaketen etc. sei nur der Süden Schuld (weil wir ja so toll ausgeglichen wirtschaften), wird der kürzlich vergebene Nobelpreis als geschmackloser Scherz erscheinen.

Re: Re: Jeder zweite Österreicher ist gegen Euro-Rettungsschirm

Sie sollten sich einmal die österreichischen Staatsschulden und den kontinuierlichen Anstieg in den letzten 40 Jahren ansehen.
Mit heutigem Tag 229 Milliarden EURO.
http://www.staatsschulden.at/

Dann stellen Sie dieser Gesamtsumme den bisherigen Aufwand für die fälschlicherweise "EURO-Rettung" genannten Hilfsgelder gegenüber, dann werden Sie folgendes feststellen:

Wir haben schon längst den "Rest der zukünftigen Arbeitsleistung unserer Jugend verjausnet".

Keine Pensionsreform, keine ÖBB-Reform, -um nur 2 teure Probleme zu nennen- wiegen seit Jahrzehnten JEDES JAHR wesentlich schwerer, als die Gelder für Griechenland etc.


mich juckts nicht

nehmt zur Kenntnis das Eure Meinung keinen interessiert !!!

und ausserdem Ihr wählt ja immer wieder dieselben Koffer ... SPÖ / ÖVP usw

sich selbst vorbereiten und vorsorgen..


Re: mich juckts nicht

Bitte das mit dem Wählen nicht so pauschal in die Runde werfen. Ansonsten gebe ich Ihnen Recht: Jeder sollte im Rahmen des jeweils Möglichen vorsorgen. Aber bitte nicht alles auf eine Karte, mag sie noch so glänzen.

Ich habe die Krise gelöst:-) Bürger-Bailout!

Wir Bürger geben den Banken einen Kredit für 1,7 bzw. 0,95 % Zinsen (lang- bzw. kurzfristige Spareinlagen). Die Banken schöpfen mit unseren Spareinlagen mit staatlicher Genehmigung zusätzlich Giralkredit-Geld (praktisch zu 0% Zinsen).

Von 100 Euro Staatsschulden bei den Banken stammen ca.:
52 Euro von den Bürgern
40 Euro sind geschöpftes Giralkredit-Geld (entsteht bei Kreditvergabe)
8 Euro von den Banken

Diesen Billigkreditmix und ca. 8% Eigenkapital verleihen die Banken weiter an den Staat, indem sie teure Kredite vergeben oder Staatsanleihen kaufen (in AT 3,6 % Zinsen).

Wir Bürger bekommen für 100 Euro ca. 1,5 Euro an Zinsen. Die Banken "strecken" diese Spareinlage mit Giralkredit-Geld (40/60*100+100) und verleihen 166 Euro an den Staat und bekommen dafür 6 Euro Zinsen (166,66*0,036). Die Banken kassieren also vom Staat 6 Euro und zahlen den Bürgern 1,5 Euro.

Der Staat bezahlt somit für das Geld der Bürger 6% Zinsen und die Bürger erhalten nur 1,5 % Zinsen.

Warum gründen die Bürger nicht eine Genossenschaftsbank? Die Staatsbürgerbank könnte für den Ankauf von Staatsanleihen den Bürgern einen Kredit in der Höhe der Pro-Kopf-Staatsverschuldung geben und dafür 1 % Zinsen verlangen. Die Staatsanleihen sollten 3 % Zinsen bringen.

Für 100 Euro würde der Bürger 1 Euro Zinsen zahlen und 3 Euro Rendite kassieren also 2 Euro an Zinsen erhalten.

Der Staat würde für 100 Euro Kreditgeld nur mehr 3 Euro Zinsen bezahlen - an die Bürger!!

http://niveus.at/umschuldung

 
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