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EZB belässt Leitzins bei 0,75 Prozent

06.12.2012 | 14:09 |   (DiePresse.com)

EZB-Chef Draghi sieht das Vertrauen der Investoren nach Europa zurückkehren. Der Ball für weitere wirtschaftspolitisch Schritte wird an die Politik zurück gespielt.

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Die Zinsen im Euroraum bleiben auf Rekordtief. Die Europäische Zentralbank (EZB) hält den Leitzins bei 0,75 Prozent. Von einem weiteren Schritt nach unten sahen die Währungshüter bei ihrer Sitzung am Donnerstag in Frankfurt trotz der schwächer werdenden Konjunktur weiterhin ab.

EZB-Präsident Mario Draghi hatte kürzlich betont, das Vertrauen von Investoren in den Euroraum kehre allmählich zurück. Nach seiner Überzeugung trug dazu auch der Kurs der Notenbank bei. Die EZB versorgt nicht nur seit Monaten Banken mit extrem billigem Geld. Sie bekräftigte auch mehrfach ihre Bereitschaft, notfalls unbegrenzt Anleihen klammer Eurostaaten wie Spanien aufzukaufen.

Reformen vorantreiben

Damit liegt der Ball aus Sicht der Währungshüter wieder im Feld der Politik. Reformen in den Krisenländern und in der Europäischen Union als Ganzes müssten vorangetrieben werden, forderte Draghi.

Allerdings steckt die Wirtschaft der Eurozone in der Rezession, die Arbeitslosenzahlen schnellten in manchen Ländern dramatisch in die Höhe. Dass zudem die Inflation auf dem Rückzug ist, spricht für eine weitere Lockerung der Geldpolitik. Jedoch ist vor allem in Deutschland die Sorge groß, dass das die Inflation anheizen könnte. Am Donnerstag will die EZB neue Prognosen zu Wirtschaftswachstum und Inflationsentwicklung 2013 und 2014 veröffentlichen.

Unbegrenzter Bankenkredit verlängert

Die sogenannte Vollzuteilung bei den Hauptrefinanzierungsgeschäften mit den Banken werde "so lange wie nötig", mindestens jedoch bis 9. Juli 2013 verlängert, kündigte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag in Frankfurt an. Ursprünglich wäre die Rundumversorgung im Januar 2013 ausgelaufen. Damit können sich die Banken in der Eurozone auch in Zukunft unbegrenzt mit Geld bei der Europäische Zentralbank (EZB) eindecken.

Wegen massiver Refinanzierungsprobleme der Banken in vielen Euro-Ländern hatten Analysten mit der Verlängerung dieser Maßnahme gerechnet. Vor Ausbruch der Krise hatte die EZB lediglich so viel Liquidität ins Finanzsystem gepumpt, wie sie für richtig hielt. Dabei hatten die Banken in einem Auktionsverfahren um die Milliarden aus Frankfurt bieten müssen, wobei nicht alle Wünsche auch erfüllt wurden. Der EZB-Leitzins war dabei der Mindestsatz, den die Institute zu zahlen hatten.

(APA/dpa)

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