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Rekord bei Arbeitslosigkeit in Frankreich

06.12.2012 | 18:48 |   (Die Presse)

Fast jeder vierte jugendliche Franzose ist arbeitslos. Diese Arbeitslosenquote stieg merklich von 23,6 auf 24,9 Prozent. Präsident Hollande gerät unter Druck.

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Wien/Paris/Ag./Red. Die Arbeitslosigkeit in Frankreich ist auf den höchsten Stand seit 13 Jahren gestiegen. Im dritten Quartal kletterte die Arbeitslosenquote auf 10,3 Prozent, teilte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) am Donnerstag in Paris mit. Im zweiten Quartal waren es 10,2 Prozent. Damit ist die Quote fast doppelt so hoch wie in Deutschland mit aktuell 5,3 Prozent. In Österreich ist die Arbeitslosenquote mit 4,5 Prozent aktuell noch niedriger.

Besonders stark betroffen sind in Frankreich wie auch in anderen EU-Ländern die Jugendlichen. Fast jeder Vierte hat keinen Job: Diese Arbeitslosenquote stieg merklich von 23,6 auf 24,9 Prozent. Die Daten werden nach international einheitlichen Standards berechnet.

 

Gute Nachrichten aus Irland

Der seit Mai amtierende Präsident François Hollande gerät damit weiter unter Druck. Er will Industriejobs erhalten, muss aber gleichzeitig Ausgaben kürzen und Steuern erhöhen, um das Haushaltsdefizit in den Griff zu bekommen.

An den Finanzmärkten steht Frankreich derzeit aber gut da. Trotz schlechter Konjunkturaussichten fielen die Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen erstmals unter die Marke von zwei Prozent.

In Irland ist die Arbeitslosenquote indes gesunken: auf den niedrigsten Stand seit Juni 2011. Die Reformen scheinen zu greifen, so die irische Regierung.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.12.2012)

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1 Kommentare

Rezept: die Schuldigen im Ausland suchen.

Was macht eine gewiefte Regierung in einem solchen Fall? Man sucht den Schuldigen im Ausland, um von den eigenen Problemen abzulenken. Da bietet sich die Schweiz als Schwarzgeldhafen geradezu an. Daher wird auch keine Rücksicht darauf genommen, dass Zehntausende von französischen Grenzgängern Arbeit und Lohn in der Schweiz finden, u.a. in den dortigen Banken (die man bekämpft!) und damit einen noch höheren Anstieg der Arbeitslosigkeit dämpfen. Wegen ihrer überdurchschnittlichen Löhne zahlen diese Leute auch überdurchschnittlich viel Steuern in Frankreich. Auch die Tatsache, dass die Schweiz via IWF inzwischen zu einem der grössten Finanzierer der EU geworden ist, wird unterdrückt. Gerade gestern hat der Schweizer Nationalrat beschlossen, dem IWF 10 Mrd. Fr. für die Rettung des Euro zur Verfügung zu stellen, Geld, das man wohl abschreiben kann. Schon zwei Jahre vorher wurde der IWF mit 30 Mrd. "gesponsert". Die Schweiz ist damt nicht nur relativ, sondern auch absolut einer der grössten Finanzierer des IWF und damit indirekt auch der EU. Dank? Sicher nicht. Hollande hat erst kürzlich gedroht, der Schweiz die Eigenstaatlichkeit abzuerkennen. Solche aggressiven Töne passen schlecht zum "Friedensprojekt EU". Aber Hollande hat ja schon mehrfach beweisen, dass er das Pulver nicht erfunden hat.

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