Rekord bei Arbeitslosigkeit in Frankreich

Fast jeder vierte jugendliche Franzose ist arbeitslos. Diese Arbeitslosenquote stieg merklich von 23,6 auf 24,9 Prozent. Präsident Hollande gerät unter Druck.

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Rekord bei Arbeitslosigkeit in Frankreich
Rekord bei Arbeitslosigkeit in Frankreich – (c) REUTERS (VINCENT KESSLER)

Wien/Paris/Ag./Red. Die Arbeitslosigkeit in Frankreich ist auf den höchsten Stand seit 13 Jahren gestiegen. Im dritten Quartal kletterte die Arbeitslosenquote auf 10,3 Prozent, teilte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) am Donnerstag in Paris mit. Im zweiten Quartal waren es 10,2 Prozent. Damit ist die Quote fast doppelt so hoch wie in Deutschland mit aktuell 5,3 Prozent. In Österreich ist die Arbeitslosenquote mit 4,5 Prozent aktuell noch niedriger.

Besonders stark betroffen sind in Frankreich wie auch in anderen EU-Ländern die Jugendlichen. Fast jeder Vierte hat keinen Job: Diese Arbeitslosenquote stieg merklich von 23,6 auf 24,9 Prozent. Die Daten werden nach international einheitlichen Standards berechnet.

 

Gute Nachrichten aus Irland

Der seit Mai amtierende Präsident François Hollande gerät damit weiter unter Druck. Er will Industriejobs erhalten, muss aber gleichzeitig Ausgaben kürzen und Steuern erhöhen, um das Haushaltsdefizit in den Griff zu bekommen.

An den Finanzmärkten steht Frankreich derzeit aber gut da. Trotz schlechter Konjunkturaussichten fielen die Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen erstmals unter die Marke von zwei Prozent.

In Irland ist die Arbeitslosenquote indes gesunken: auf den niedrigsten Stand seit Juni 2011. Die Reformen scheinen zu greifen, so die irische Regierung.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.12.2012)

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