Troika: Rettung Griechenlands birgt "sehr große" Risiken

18.12.2012 | 12:05 |   (DiePresse.com)

Es sei immer noch möglich, dass das Mittelmeerland seinen Verpflichtungen nicht nachkomme, urteilten die Gläubiger Griechenlands in einem Bericht.

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Die internationalen Geldgeber sehen für die Rettung Griechenlands vor dem Staatsbankrott große Risiken. In ihrem aktuellsten Bericht äußert die Troika - bestehend aus EZB, EU-Kommission und IWF - Zweifel daran, dass Athen tatsächlich seinen Verpflichtungen nachkommt und die zugesagten Reformen verwirklicht. "Die Risiken für die Umsetzung des Programms bleiben sehr hoch", heißt es darin. Probleme bei der Verwirklichung der Reformen könnten dadurch entstehen, "dass die Regierungskoalition brüchig ist und einige Reformen auf politischen Widerstand stoßen", schreiben die Gläubiger. Zudem könnte die griechische Wirtschaft 2013 wie bereits im laufenden Jahr tiefer in die Rezession rutschen als erwartet und damit die Haushaltskonsolidierung gefährden. Die Troika warnt, falls Athen Reformen langsamer als gedacht umsetze, könnte die Wirtschaft "2014 nicht wie erwartet zum Wachstum zurückkehren."

Notkredite sollen trotzdem fließen

Die nächsten milliardenschweren Notkrediten sollen aber dennoch wie geplant fließen. Im Bericht empfehlen die Experten der EU-Kommission die Auszahlung der Gelder aus dem Euro-Rettungsfonds EFSF. Auf Grundlage des Berichts hatten die Euro-Finanzminister erst in der vergangenen Woche 49,1 Milliarden Euro EFSF-Kredite endgültig freigegeben.

Im Gegenzug muss Athen strenge Auflagen einhalten. So schreibt der Troika-Bericht als wichtigstes Ziel Steuerreformen vor. Als Auflagen für die nächsten Kredittranchen nennt der Bericht auch Reformen im Energiemarkt, im Gesundheitswesen sowie in der öffentlichen Verwaltung. Die griechische Regierung hatte bereits vergangene Woche ein neues Steuergesetz vorgelegt, um Steuerhinterziehung und Schattenwirtschaft zu bekämpfen. Darüber muss noch das Parlament in Athen abstimmen.

Bereits Hilfen in Höhe von 150 Mrd. Euro erhalten

Im Rahmen der internationalen Hilfe überprüfen die Fachleute der Troika regelmäßig die Budgetsanierung in Athen. Laut Troika-Bericht hat Griechenland für seine Rettung seit Mai 2010 genau 148,6 Milliarden Euro internationaler Hilfe erhalten. Das hoch verschuldete Mittelmeerland wurde bereits zwei Mal von Euro-Ländern und IWF gerettet. Die Gelder stammten aus dem ersten und zweiten Hilfsprogramm.

(APA/Reuters)

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36 Kommentare
 
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Die Griechen wollen und können nicht. Jeder Euro umsonst, der in dieses mediterrae Fass ohne Boden fließt.

Die korrupte politische Klasse und der ebenso korrupte Beamtenapparat hat keinerlei Interesse daran Reformen umzusetzen. Und nur die Umsetzung zählt. Hol der Teufel unsere Politiker, die das nicht einsehen wollen. Der Tritt in die Kehrseite bei den nächsten Wahlen ist ihnen sicher.

Henryk Broder: „Wir erleben die letzten Tage Europas. Die EU löst keine Probleme. Sie ist ein – sie ist das Problem!“




Für den Schriftsteller Henryk Broder
ist die EU
der massivste Versuch einer Ent-Demokratisierung der Gesellschaft
seit dem Ende der Sowjetunion.

Broder gibt deswegen der
> EU <
keine Überlebenschance
– auch wenn die Gäste auf der Titanic nichts von dem Eisberg hören wollen, auf den der alte Kontinent zusteuert.
QUELLE:
Die Deutschen Mittelstands Nachrichten dokumentieren eine zornige Rede Broders.

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/12/48877/
http://www.dr-hankel.de/2012/11/08/der-euro-zum-tode-durch-seine-rettung-verurteilt/
http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2011/11/entweder-die-eu-oder-demokratie-beides.html


800 Milliarden!

Für GR wurden bislang 800 Milliarden Euro lt. dem ehm. Parlamentspräsidenten Richard Sulik bereitgestelllt (http://www.unzensuriert.at/content/008650-Solidarit-t-mit-Griechenland-konkreten-Zahlen).

Nicht das parteiische Gremium der Troika, das den Euro nicht krachenlassen will, weil IWF und EZB dann selbst leite wären, beurteilt GR richtig, sondern die Ratinagenturen. Und die sagen, Kredite an GR sind "Ramsch".

Wegen Verschleuderung von Volksvermögen durch Spekulation gehört Frau Fekter sofort vor Gericht! Anders als Finnland hat sie auf Sicherheiten verzichtet.

Wer nicht für sofortigen, geordneten Ausstieg aus dem Euro ist, der hat nicht alle Tassen im Schrank. Nicht einmal die Tschechen wollen noch in den Euro, geschweige denn Polen.


die parlamentsprotokolle

bitte sicher aufheben, nicht dass dann nicht mehr geklärt werden kann, wer für und wer gegen den ESM gestimmt hat ...

Versuchskaninchen

GR ist das Versuchskaninchen, an dessen traurigem Beispiel den wesentlich wichtigeren Ländern wie Italien und Spanien und Irland .. und... und auch unseren Politikern und uns selber vorexerziert wird, was Zahlungsunfähigkeit heißt.
Ist nicht lustig.
Ich hoffe, daß das den Sparwillen bei uns bestärkt.

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Es sei immer noch möglich, dass meine Gläubiger ihren Verpflichtungen nicht nachkommen....

mit solch einem Geschäftsplan gehe ich mal zu meiner Bank...und als Bürgen setze ich gleich Rot-Schwarz-Grün ein...

Ungleiches Maß

Warum dürfen die Salzburger Politiker nicht spekulieren, die Bundespolitiker aber schon ?

der kostas ..

ist halt kein sportler, sondern mehr der schmähführer ... (sirtaki tanzen, parties und den mädels nachsteigen :-)
und jetzt geht er auf das sportgymasium .
. eine zeitlang hat er sich ja durch-geschummelt, muste beim turnen zum arzt, oder hat dem turnlehrer halt erzählt, dass er die 60 meter zwar nicht heute, aber morgen in der zeit laufen wird ... um dann halt wieder rein zufällig beim arzt zu sein ...
und jetzt kaufen sie ihm auch noch sündteure hanteln, die der kostas wieder nicht angreifen wird ...sind halt dumm die eltern, statt das sie ihm in die hauptschule geben, wo er hingehört, buttern sie geld rein, dass sie nie wieder sehen werden ...

Die Rettung von Griechenland war eine politische Entscheidung!

Niemand hat geglaubt, dass Griechenland diese Programme durchsetzen kann und wird. Sowas hat es in der Geschichte der Griechen neimals gegeben! Daher müssen die Politiker, die diese Entscheidung getroffen haben, die Verantwortung übernemen!

Re: Die Rettung von Griechenland war eine politische Entscheidung!

Und sie glauben wirklich, dass die Politiker, die diese Entscheidung getroffen haben, die Verantwortung übernemen? Ich glaubs nicht, Im Gegenteil, die werden mit Millionenabfertigung und hoch dekoriert von der Bühne abtreten.

und trotzdem

überweisen unsere politiker milliarden und abermilliarden an steuergeld (also geld das ihnen nicht gehört sondern nur zu treuen handen überantwortet wurde von ihrem souverän, dem volk) dorthin? wenn das ein privater macht, landet er im gefängnis. ich hoffe, es kommt einst der tag, an dem diese politiker zur verantwortung gezogen werden (island hats ja schon vorgemacht).

Re: und trotzdem

1) Überwiesen wurde von Österreich nichts.
2) Die übernommenen Haftungen sollen einer ungeregelten "Insolvenz" vorbeugen, um eine Ansteckungsgefahr zu vermeiden; denn das würde wirklich teuer werden
3) Griechenland kann nur gerettet werden, wenn Strukturreformen vorgenommen werden; deshalb muss der Druck aufrecht erhalten werden, obwohl eine sofortige Lösung der finanziellen Probleme relativ einfach wäre

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Überwiesen wurde von Österreich nichts.

Sie machen es sich leicht. Warum eigentlich? Nur um die EU reinzuwaschen? Was haben Sie dann schon davon?

Jedenfalls wurden von uns einmal Bürgschaften übernommen, die mit Sicherheit schlagend werden. Das ist aber dann nichts anderes, als wenn wir einen Kredit aufnehmen, den wir gleich an die Griechen weiter verschenken. Weiters stehen wir für die Kursdifferenz gut, damit die Griechen Kredite zu besseren Konditionen bekommen.

Das alles wird, bis jetzt, so an die 10 Mrd. sein, das letztendlich dem österrreichischen Steuerzahler umgehängt wird!

Re: Überwiesen wurde von Österreich nichts.

Der Weg wird meiner Meinung nach so aussehen: sobald Griechenland Reformen ausreichend und glaubhaft umgesetzt hat (so wie auch Spanien, Italien,... es noch tun müssen) und in Deutschland die Wahlen vorüber sind, wird das Mandat der EZB erweitert und die EZB kauft sämtliche Anleihen Griechenlands auf. Diese werden mit einer Laufzeit von 100 Jahren und einem Zinssatz von 1% p. a. versehen und keine Haftung wird schlagend. Nachdem ein Land nicht liquidiert werden kann - wie ein Unternehmen -, wird das Geld wieder zurückkommen.

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Re: Re: Überwiesen wurde von Österreich nichts.

Um nicht mißverstanden zu werden, ich sehne mich nicht nach einem Zusammenbruch der EU, weil ich ganz einfach weiß, daß das mit großem Unglück für breite Schichten der EU-Bevölkerung einhergehen würde.

Allerdings kann ich den Politikern und deren Beratern, die uns so bedenkenlos in diesen Verein geradezu hineingeprügelt haben, nicht noch zustimmen. Außerdem halte ich die allesamt für unfähig uns ohne großen Schaden aus diesem Schlamassel hinauszuführen.

Aber auf Ihr Statement zurückzukommen. Möglicherweise gelingt dies, wie Sie es beschrieben haben. Darauf beruhen ja auch die Hoffnungen der EU-Politiker, daß erstens Zeit gewonnen und das Vertrauen der Menschen nicht restlos zum Teufel geht. Aber was heißt denn das alles wirklich. Man hat versucht mittels Wetten den Geldeinsatz zu vermehren und hat daraufhin noch Schulden gemacht, die kein Mensch mehr zurückzahlen kann. Der letzte Ausweg ist ein Mittel, das eigentlich noch nie wirklich funktioniert hat. Nämlich die Geldvermehrung durch die Druckerpresse. Man hofft, indem man alle Euro-Guthaben verwässert, damit das Auslangen zu finden. Aber ich fürchte, daß das nicht funktionieren wird, da es dafür in der Geschichte ganz einfach kein Beispiel gibt, das auch zum Ziel geführt hätte!

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die

HIN-und HER Trab, und JA und Nein-Troika hat auch was zu sagen? Super.

Troika sagt damit, dass die Finanzierung der Griechen Hochrisikospekulation ist,

was laut unserer Verfassung (Gebot einer sparsamen, wirtschaftlichen und zweckmäßigen Gebarung) verboten ist. Haben sich somit österr. Parteien in Selbstherrlichkeit über unsere Verfassung gesetzt?

http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/507139_Die-Todsuenden-der-Politik.html

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der faymann wird es schon richten

ein mann mit seinen fähigkeiten und können wird die eu schon retten ha ha ha

In einer Debatte erklräten Fischler (ÖVP) und Scholten

Faymann und Spindelegger verlassen sich immer öfters auf Merkel und Hollande - und glauben beide werden das schon für uns richten.

Die DDR hat sich von der Mißwirtschaft mit Honecker gelöst!

Wir aber wählen weiterhin immer wieder SPÖ+ÖVP egal wie viele Mrd. sie noch verzocken, wie viele Skandale sie uns noch präsentieren....

Wir verdienen nichts anderes.

Das heißt also....

...wir zocken zur Abwechslung wieder einmal mit Steuergeldern....

Die Wahrscheinlichkeit ist groß dass Griechenland nicht...

Die Wahrscheinlichkeit ist groß dass Griechenland nicht gerettet werden kann. "Wie groß?" fragt ein Geldgeberland. Die Troika antwortet: "Na ja, die Wahrscheinlichkeit liegt selbst in Griechenland, wenn 9.000.000 weiterhin keine Steuer zahlen wollen und nur 1.000.000 willig sind, ihre Steuerpflicht nachzukommen, dann haben Sie eine Wahrscheinlichkeit von 90% dass das Land doch nicht retten läßt". Fragt ein Finanzminister beängstigt weiter:" wie kann ich diese Wahrheit meiner Steuerzahler positiv umformulieren? denn die Bundestagswahl rückt immer näher". Antwortet die Troika ganz locker: " Sie brauchen einen Kostenvoranschlag von Ihren Wirtschaftsforschungsinstitute austellen, dass wenn € zerbrechen würde, Ihr Land um 10 fache kosten als Rettung Griechenlands kosten würde, dann werden Ihr Steuerzahler weiterhin brav zahlen."

100% richtig! "Sehr große Risiken" heißt das Rettungsgeld "ist verloren"

Wie sollte es anders sein?

Die griechische Wirtschaft schrumpft schon das 5. Jahr - gesamt über 20%.
50% der Jugendlichen sind arbeitslos, (die Gesamtarbeitslosigkeit liegt über 22%)
Gehälter und Pensionen werden massiv gekürzt.
Von dem nicht mehr vorhandenem Geld sollen die Griechen mehr kaufen um damit die Wirtschaft zu stärken; so etwas kann doch NIEMALS funktionieren!

Aber unsere Politiker wollen und das als "Erfolg" und "Rettung" verkaufen.
Fekter (ÖVP) meint sogar: "Mrd. die wir nach Griechenland schicken ist für uns ein gutes Geschäft".

Ich denke, wir sollten solche Leute nicht mehr wählen!

2 Seiten

Natürlich ist Wissen vorhanden, wie viel Geld zu Rettung notwendig ist und es wäre nicht schwierig, diese zur Verfügung zu stellen. Allein dann würde der Druck auf Griechenland, Reformen auf den Weg zu bringen, schlagartig abnehmen. Die Aussage, dass Europa pleite wäre, ist geradezu kindisch. Wie hoch ist der Verschuldensgrad der USA oder Japans? Seitens IWF und Konsorten wird es als Risiko dargestellt, dass es in einer Demokratie Wahlen gibt - das ist befremdend.

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Natürlich ist Wissen vorhanden, wie viel Geld zu Rettung notwendig ist

Das ist es eben nicht! Tut mir leid!

Denn sobald die Griechen merken, daß sie sowieso gerettet werden, dann wird sich bei denen nichts ändern. Das heißt aber dann auch, daß der Geldstrom, mit dem man Griechenland füttert, ewig fließen muß! Mit anderen Worten die Geldsumme für Griechenland geht gegen unendlich und da wird es dann haarig. Denn die Zeiten werden auch für die Geldgeber schlechter und daher das politische Klima in der EU frostiger!

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Troika: Rettung Griechenlands birgt "sehr große" Risiken

no na. Alternativlos, wusste keiner, nicht vorhersehbar ....

 
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