Troika: Rettung Griechenlands birgt "sehr große" Risiken

Es sei immer noch möglich, dass das Mittelmeerland seinen Verpflichtungen nicht nachkomme, urteilten die Gläubiger Griechenlands in einem Bericht.

File picture of cranes at foothills of Acropolis during transfer operation of artefacts from Acropolis to new location some 400 meters away in Athens
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File picture of cranes at foothills of Acropolis during transfer operation of artefacts from Acropolis to new location some 400 meters away in Athens
REUTERS

Die internationalen Geldgeber sehen für die Rettung Griechenlands vor dem Staatsbankrott große Risiken. In ihrem aktuellsten Bericht äußert die Troika - bestehend aus EZB, EU-Kommission und IWF - Zweifel daran, dass Athen tatsächlich seinen Verpflichtungen nachkommt und die zugesagten Reformen verwirklicht. "Die Risiken für die Umsetzung des Programms bleiben sehr hoch", heißt es darin. Probleme bei der Verwirklichung der Reformen könnten dadurch entstehen, "dass die Regierungskoalition brüchig ist und einige Reformen auf politischen Widerstand stoßen", schreiben die Gläubiger. Zudem könnte die griechische Wirtschaft 2013 wie bereits im laufenden Jahr tiefer in die Rezession rutschen als erwartet und damit die Haushaltskonsolidierung gefährden. Die Troika warnt, falls Athen Reformen langsamer als gedacht umsetze, könnte die Wirtschaft "2014 nicht wie erwartet zum Wachstum zurückkehren."

Notkredite sollen trotzdem fließen

Die nächsten milliardenschweren Notkrediten sollen aber dennoch wie geplant fließen. Im Bericht empfehlen die Experten der EU-Kommission die Auszahlung der Gelder aus dem Euro-Rettungsfonds EFSF. Auf Grundlage des Berichts hatten die Euro-Finanzminister erst in der vergangenen Woche 49,1 Milliarden Euro EFSF-Kredite endgültig freigegeben.

Im Gegenzug muss Athen strenge Auflagen einhalten. So schreibt der Troika-Bericht als wichtigstes Ziel Steuerreformen vor. Als Auflagen für die nächsten Kredittranchen nennt der Bericht auch Reformen im Energiemarkt, im Gesundheitswesen sowie in der öffentlichen Verwaltung. Die griechische Regierung hatte bereits vergangene Woche ein neues Steuergesetz vorgelegt, um Steuerhinterziehung und Schattenwirtschaft zu bekämpfen. Darüber muss noch das Parlament in Athen abstimmen.

Bereits Hilfen in Höhe von 150 Mrd. Euro erhalten

Im Rahmen der internationalen Hilfe überprüfen die Fachleute der Troika regelmäßig die Budgetsanierung in Athen. Laut Troika-Bericht hat Griechenland für seine Rettung seit Mai 2010 genau 148,6 Milliarden Euro internationaler Hilfe erhalten. Das hoch verschuldete Mittelmeerland wurde bereits zwei Mal von Euro-Ländern und IWF gerettet. Die Gelder stammten aus dem ersten und zweiten Hilfsprogramm.

(APA/Reuters)

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