EU: Banken erhielten 1,6 Billionen €

Seit 2008 flossen 1,6 Billionen Euro an staatlichen Beihilfen in den EU-Finanzsektor. Rund die Hälfte des Beihilfenvolumens entfiel auf drei Länder: Großbritannien, Irland und Deutschland.

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Euromünzen – APA/DPA/ULI DECK

Wien/Höll. Seit Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008 genehmigte die EU-Kommission staatliche Beihilfen für den Bankensektor in der Höhe von 5,058 Billionen Euro. Davon wurden 1,6 Billionen Euro in Anspruch genommen. Dies entspricht 12,8 Prozent des EU-Bruttoinlandsprodukts, wie die EU-Kommission am Freitag mitteilte.

Rund die Hälfte des Beihilfenvolumens entfiel auf drei Länder: Großbritannien (19 Prozent), Irland (16 Prozent) und Deutschland (16 Prozent). Von den 1,6 Billionen machten Garantien 1,08 Billionen Euro aus. Beim Rest handelt es sich um direkte Zuschüsse und andere Maßnahmen. Der Großteil der Beihilfen wurde in den Krisenjahren 2008 und 2009 gewährt. Im Jahr 2011 genehmigte die EU-Kommission nur noch Hilfen von 274,4 Mrd. Euro für den Finanzsektor. Ob und wie viel Geld die Staaten damit verloren haben, geht aus dem EU-Bericht nicht hervor.

Um die Auswirkungen der restriktiveren Kreditkonditionen möglichst gering zu halten, vergaben die EU-Mitgliedsländer auch staatliche Beihilfen an die Realwirtschaft. Zwischen Dezember 2008 und Oktober 2011 stellten die Mitgliedsländer den Firmen 82,9 Mrd. Euro zur Verfügung. Während 2010 noch 11,7 Mrd. Euro in Anspruch genommen wurden, sank das Volumen der krisenbedingten Beihilfen für die Realwirtschaft im Jahr 2011 auf 4,8 Mrd. Euro. Dies hängt mit den budgetären Zwängen in den Mitgliedsländern zusammen. Zudem konnten sich viele Firmen wieder Geld von den Finanzmärkten holen.

 

Österreich verlor 1,9 Mrd. Euro

Für Österreich hat die EU-Kommission keine Zahlen veröffentlicht. Laut Angaben des Finanzministeriums verlor der Bund durch die Rettungsaktionen für die Banken bis Ende September 2012 exakt 1,93 Mrd. Euro. Darin ist noch nicht die vor Kurzem durchgeführte Kapitalerhöhung der Hypo Alpe Adria enthalten. Im Dezember gewährte der Staat der Hypo einen Zuschuss von 500 Mio. Euro. Das Kärntner Institut holte sich noch eine Mrd. Euro über eine Anleihe, für die der Bund eine Garantie abgab.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.12.2012)

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