Ärzte warnen: Griechen verpesten mit Brennholz die Luft

02.01.2013 | 16:14 |   (DiePresse.com)

Um Geld zu sparen, heizen viele Griechen mit Holz statt mit Öl. Die Folge: Beißender Geruch und graubraune Dunstschichten über den Ballungszentren.

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Wirtschaftskrise und steigende Preise nehmen den Griechen die Luft zum atmen - buchstäblich, wie Ärzte meinen. Um teures Heizöl zu sparen, verbrennen viele Griechen Holz, um sich zu wärmen. Die Folge: Beißender Geruch und graubraune Dunstschichten über den Ballungszentren. Viele Athener klagten über tränende Augen und ein Brennen im Hals.

Nach Messungen des Umweltministeriums wurde der zulässige Feinstaubgrenzwert in den vergangenen Wochen wiederholt übertroffen, schreibt "Spiegel Online". Im Norden Athens wurden Werte um 150 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen. Zum Vergleich: In Österreich gilt ein Grenzwert von 50 Mikrogramm - dieser wird in manchen Gegenden, etwa in Graz, allerdings auch häufig überschritten ("DiePresse.com" berichtete). In Städten wie Peking werden zeitweise sogar 500 Mikrogramm gemessen. .

"Millionen Bürger in Gefahr"

Die Ärztekammer der griechischen Hauptstadt rief die Regierung am Mittwoch dazu auf, die Bevölkerung vor diesen Folgen ihrer Sparpolitik zu schützen. Das Phänomen habe "bedrohliche Dimensionen angenommen und setzt das Leben von Millionen Bürgern Gefahren aus", hieß es weiter. Dies gelte besonders für Kinder und chronisch Kranke.

Die Preise für Heizöl verglichen mit 2011 um mehr als 50 Prozent auf 1,38 Euro pro Liter. Das Holz, das die Griechen nun zum Heizen verwenden, wird häufig illegal geschlagen.

(APA/dpa/Red.)

 
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61 Kommentare
 
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Oberst Redl
07.01.2013 19:03
0

Mentale Vorbereitung

auf die nächste Bettelrunde.

Lisa L
04.01.2013 18:32
2

emissionsverordnungen

Bei Betrachtung der Grenzwerte sieht man, dass die holz- lobby einen viel höheren Grenzwert für Holz als für Öl durchgesetzt hat. Mit einem holzofen kann man also mehr verpesten.

Iason
04.01.2013 12:58
3

In AT wird bekanntlich die Holzheizung ebenfalls propagiert und sogar gefördert

Ob Pellets, Hackschnitzel oder Scheiter, bei all dieser Verbrennung entsteht jede Menge Feinstaub (Flugasche!). Zusätzlich natürlich CO und manches Mal durch Verunreinigungen des Brensstoffes auch viel giftigere Substanzen bis zu den Dioxinen.

Mich wunderimmerte, warum z.B. bei einer Pelletsheizung kaum Asche anfällt. Klar, das Meiste geht durch den Schornschtein als Flugasche raus.

In Ballungsräumen sind Holzheizungen vollkommen ungeeignet. Förderungen gehören hier rasch gestrichen!

periskop
03.01.2013 20:15
5

Feinstaub kommt zum allergrößten Teil vom Heizen mit Holz, die grüne Ideologie hackt aber viel lieber auf den Straßenverkehr, der nur wenig beiträgt, hin!


Antworten Iason
04.01.2013 13:02
3

Re: Feinstaub kommt zum allergrößten Teil vom Heizen mit Holz, die grüne Ideologie hackt aber viel lieber auf den Straßenverkehr, der nur wenig beiträgt, hin!

Sehr richtig.

Aber wie immer wird man da erst in ein paar Jahren draufkommen. Dann wird man schon Mrd. an Fördergelder für die falsche Sache verschwendet haben.
Es ist immer das Selbe mit den Planwirtscahftern.
Sie werden von Lobbyisten getrieben.

sky-fan
03.01.2013 20:04
1

holz

ist sicher besser als erfrieren.

karrybe
03.01.2013 12:20
3

Griechen heizen mit Holz

das größere Problem ist wohl das das Holz illegal geschlagen wird und das in einem Land das kaum Holzbestand (mehr) hat.

Hirschmugl
03.01.2013 12:02
0

So ein Schmarrn.

Mit Heizen von Holz verpestet man garnichts, zum Unterschied beim Verbrennen von Öl. Holzbrand enthält keine Schwefelverbindungen, keine unverbrannten, zyklischen Aromaten.
Allenfalls noch im Saft stehendes Holz soll man nicht verbrennen.

Antworten lopdp
22.01.2013 11:41
0

Re: So ein Schmarrn.

Holz besteht aus Kohlenwasserstoffen. Natürlich entstehen bei der Verbrennung auch Aromaten.

Antworten Iason
04.01.2013 13:05
1

Re: So ein Schmarrn.

CO, Feinstaub, schlechter Wirkungsgrad der Kessel, Abholzung der Wälder, die als CO2 Speicher dienen.

Antworten Sand1
03.01.2013 13:49
1

Re: So ein Schmarrn.

Aha?

Gehonnes
03.01.2013 11:07
0

Ölbrand stinkt sicher mehr und ist umweltschädlicher als Holz

In Athen hat es schon immer stärker gestunken als in jeder Großstadt Europas; und ich war dort schon überall! Mein erster Eindruck, in Athen zu Silvester angekommen war, daß es dort fürchterlich stank und auch der Müll auf den Straßen lag, wie sonst nirgendwo! Wenn die Ärzte Sorge um arme Menschen in Griechenland haben könnten sie die Steuer, die sie dem Staat vorenthalten doch einfach diesen armen Menschen spenden!!! Sie gerieren sich doch, ähnlich einigen unserer Ärzten als "Gutmenschen" die immer nur an andere denken um davon abzulenken, daß es ihnen nur um ihr geliebtes Geld geht!!!

Antworten SilviaG
03.01.2013 12:38
4

Re: Ölbrand stinkt sicher mehr und ist umweltschädlicher als Holz

Es stank dort schon immer...die wollen doch nur eine Brennstoff-Beihilfe rausschinden, die wieder wir zahlen sollen, anstatt dass sie endlich ihre Steuern eintreiben ! So ein Land sucht wirklich seinesgleichen...
Und die Ärzte lassen sich vor den Karren spannen, als "Autorität", das ist alles...

Antworten Sand1
03.01.2013 11:40
2

Re: Ölbrand stinkt sicher mehr und ist umweltschädlicher als Holz

Das stimmt vielleicht für einen modernen Ofen / Heizkessel, der mit Holz optimaler Qualität befeuert und von einem kompetenten Heizer bedient wird. Und auch dann ist die Menge an aromatischen Kohlenwasserstoffen noch weit über den empfohlenen Grenzwerten. An Stelle wird, weil es kein echtes Brennholz zu kaufen gibt, oft Bauabfall, Industrieabfall, Hausmüll, Plastik, Gummi, Textilien usw verbrannt. Noch dazu bei zu geringer Luftzufuhr.

Antworten Antworten Hirschmugl
03.01.2013 12:03
1

Re: Re: Ölbrand stinkt sicher mehr und ist umweltschädlicher als Holz

ich vermute, die verbrennen nicht nur Holzscheite, sondern ihren Müll noch dazu.

Albert Keinstein
03.01.2013 10:59
1

die griechen im kleinen, was global im großen gemacht wird.

das ignorieren externer effekte.
eigennutz geht vor gemeinwohl.

bei den griechen kann man das ja noch einsehen. kalte füße wiegen halt schwerer als krankenhaus/tod für einen unbekannten.

abseits dieses notfalls sind es allerdings nicht kalte füße sondern gier und hedonismus, die elend und not über andere bringen.

in einer gerechten welt, würden die verursacher zur rechenschaft gezogen. doch in der real existierenden welt sind es erst ihre kinder und enkel, die die rechnung zahlen werden.

parapente
03.01.2013 10:19
1

Jahrtausende Jahre

und bis heute heizen bei uns auch noch viele Leute mit Holz!

Agent Orange
03.01.2013 09:28
2

Ts ts ts

Und der Iran weiß nicht wohin mit seinem günstigen Erdöl.
Die Griechen zahlen als erstes für die Blockadepolitik Isreals und der USA. Paradox!

makaberich
03.01.2013 07:54
8

Ist wohl nicht mehr weit ...

... bis uns die EU das Holzheizen verbieten wird, damit wir die überteuerte Fernwärme nehmen müssen?

Antworten lopdp
22.01.2013 11:46
0

Re: Ist wohl nicht mehr weit ...

Diese EU, ha? Die hat immer was Böses im Sinn.

Eine falsch bediente Holzheizung kann mit einer einzigen Ladung so viel Feinstaub erzeugen wie ein modernes Kfz auf tausenden Kilometern. Verheerend, wenn einer in der Stadt so heizt.

Aber Hauptsach' wir schimpfen auf Verdacht hin schon mal auf die EU , während wir im Feinstaub ersticken.

Antworten Iason
04.01.2013 13:07
0

Re: Ist wohl nicht mehr weit ...

Ein Verbot ist sicher der falsche Weg, aber die Förderung in AT gehört rasch weg!

Antworten muckraker
03.01.2013 11:10
2

Re: Ist wohl nicht mehr weit ...

Ein Holzheizverbot würde ich begrüssen, denn solche willkürlichen Vorgänge beschleunigen die nächste aufkommende (franz.) Revolution enorm. Bei unserem heutigen rücksichtslosen Vereinigungswahn der EU-Politik kann sich das Volk nur mehr mit einer Revolution dem Wahnsinn entgegen stellen. Und die Vorzeichen dafür stehen gut - die ersten größeren Bünde haben sich bereits manifestiert.
Die Griechen werden sicher nicht per Gesetz frieren, eher schon Politiker mit Holzscheiter verjagen.

Alekhin
03.01.2013 06:28
6

Na Bumm.

Den "kleinen" Griechen geht das Geld aus und was niemanden ernsthaft überraschen wird ist eingetreten. Die heizen doch echt mit Holz jetzt anstatt Öl und das nur des schnöden Mammons wegen. Der entsprechende Aufreger, das Damoklesschwert der Feinstaubbelastung, fällt gut zum Thema passend wohl ebenso in die Kategorie "völlig wurscht".

Noch interessanter als der Artikel mit bahnbrechendem Inhalt dann die Meinungen zum Thema. Die Vergleiche hierzulande üblicher Heizmodelle sind ja teils noch ansatzweise informativ, der postulierte Untergang des Sozialstaates passt wohl in jeden anderen Beitrag über Griechenland besser, wunderbare Weisheiten ala "man kann nur ausgeben was man einnimmt" dürfen natürlich auch nicht fehlen, ganz gleich wie falsch diese Aussage aus makroökonomischer Sicht auch sein mag.

Was bleibt ist am Ende die Info dass die Griechen wieder verstärkt auf Holz zum Heizen zurückgreifen. Bei echtem Holz super wegen der CO2-Neutralität, bei Spannplatten.. naja, die brennen halt auch. Es gibt in jedem Fall wichtigere aktuelle Themen - nicht nur aber auch in Griechenland.

Thronfolger
03.01.2013 05:34
10

Das Ende des Sozialistenstaates

Man kann eben nur augeben, was man einnimmt. Seit JAHRZEHNTEN spielen uns die Sozialisten Wolkenkuckuksheim vor, indem sie ein gutes Drittel mehr pro Jahr ausgeben, als sie mit ihren konfiskatorischen, arbeits-und untermehmensfeindlichen Steuern einnehmen. Bei den schwaecheren Laendern wie Griechenland ist es eben heute Schluss, bei uns morgen. Nur ist es in Griechenland waermer.... Alles in allem ist das die inherente Schwaeche des volksdemokratisch-republikanischen Systems, das niemals von Dauer sein kann.

engel
03.01.2013 00:23
6

Mir kommen die Tränen

Schon wieder ein patscherter Versuch Mitleid zu erwecken. Die ach, so armen Griechen werden noch vergiftet. Wo Holzheizungen viel umweltfreundlicher sind. Vielleicht sind diese Ärzte sogar dieselben, die jahrzehntelang vermeintliche Invalidität gegen Schmiergeld attestiert und die griechische Sozialversicherung indirekt mit Millionenbeträgen belastet haben. Ich erinnere mich an die Story von Zakyntos, der Insel der Blinden, wo ein blinder Invaliditätspensionbezieher nebenbei als Taxifahrer, ein anderer als Vogelfänger, dazuverdient haben.

myzypresse
02.01.2013 23:49
0

Ärzte - sind das die Komiker

oder sind in Griechenland alle Ärzte zu Komiker ausgebildet worden? Abzocker gibts ja bei uns auch genug.

Lustig sind die aufbereiteten Nachrichtenmeldungen schon immer wieder.

Wenn Heizöl in Griechenland teurer als bei uns ist, dann gehören einige Verantwortliche mal etwas ordentlich geschröpft oder noch besser gleich ausgepresst.

Irgendwie passt hinten und vorne nichts mehr zusammen.

Was die Stotter Mitzi dazu wohl sagt?

Vielleicht man die noch dazu fragt?

Ich glaube, die haben nicht Ärzte gefragt, sondern Komiker.

Nur wenns mir einmal wirklich so dreckig geht, dann wird die Pulloverheizung eingeschaltet.....

bevor politischer Schwachsinn und Abzocke weiter waltet.

 
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