"Wall Street Journal": Spanien plündert Pensionskasse

04.01.2013 | 20:44 |   (DiePresse.com)

Der Reservefonds ist so gut wie leer, heißt es in dem Bericht. Fast 65 Milliarden Euro wurden zweckentfremdet. Eine neuerliche Rezession droht, wen das Geld versiegt.

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Spanien hat in seiner Finanznot den Reservefonds der Sozialversicherung geplündert. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit hat die Regierung damit die eigenen, zunehmend riskanten Staatsschuldenpapiere gekauft und einen Teil des Geldes für dringende Sofortzahlungen verwendet, schreibt das Wall Street Journal.

Inzwischen sei der Topf fast leer, so das Blatt. Mindestens 90 Prozent des ursprünglich 65 Milliarden Euro schweren Fondsvermögens sind zweckentfremdet worden. Und obwohl es bisher keine öffentliche Kontroverse über die Geldentnahme gab, kommen nun Zweifel auf, ob der Reservefonds seine Aufgabe als Garant künftiger Pensionszahlungen überhaupt noch erfüllen kann.

Die wenigen unabhängigen Finanzanalysten, die den Fonds im Blick haben, sind höchst beunruhigt: Sie sagen, der spanischen Regierung würden bald die Hände gebunden sein. Es drohe abermals ein Jahr der Rezession mit schmerzhaften Sparmaßnahmen, und mit dem Reservefonds wird in Kürze eine weitere Geldquelle versiegen.

EU-Finanzhilfe noch heuer?

Für den spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy könnte der Druck so groß werden, dass er gezwungen sein könnte, noch in diesem Jahr beim Rettungsfonds der Europäischen Union um Finanzhilfe zu bitten - ein politisch riskantes Unterfangen, dass er zu vermeiden versucht. Zudem wächst die Angst, dass die Sozialversicherungsrücklagen, mit denen künftige Renten bezahlt werden sollen, schneller aufgebraucht sein könnten als erwartet.

Im November hob die Regierung 4 Milliarden Euro aus dem Reservefonds ab, um Renten zu bezahlen. Es war das zweite Mal überhaupt, dass sie aus dem Topf Geld ausgegeben hat. Erstmals tasteten die Politiker die Reserven im September an. Damals zogen sie 3 Milliarden Euro ab für nicht weiter konkretisierte Bedürfnisse des Finanzministeriums. Zusammen überschritten die beiden Abhebungen das gesetzlich vorgeschriebene jährliche Limit. Also änderte die Regierung kurzerhand die Obergrenze für Geldentnahmen aus dem Fonds.

(APA)

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50 Kommentare
 
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Na Bravo! Herr Faymann & Co werden sie bei Ihrem nächsten Spanienbesuch wieder auffüllen! Da bin ich mir sicher!


Wie sagt das alte Sprichwort: Der Fisch..............


Wie bereits vor Monaten gepostet,

Verlierer in diesem EURO-Rettungs-Ringelspiel sind jene, welche zu wenig ausgeben.

Mit SPÖVP würden wir zwar hier in absehbarer Zeit problemlos zu Italien und Spanien aufschliessen, jedoch ist das ziemlich sinnlos. Da in diesem Fall das aufgenommene Geld zu einem Teil eher verspekuliert wird, und zum anderen Teil wandert es in die dunklen Kanäle der befreundeten Firmenverflechtungen. Die Stadt Wien ist dafür ein Musterbesispiel, arbeitet man sich einmal durch die nicht zu verbergenden Verknüpfungen durch.

Dazu ein geschilderter Bilderwitz:
Man mit Faß ohne Boden steht am Rand einer Klippe, das Faß über den Abgrund haltend. Von oben schüttet im die EU Geld in's Faß und fragt dazu: "wieviel"? Der Mann antwortet, "bis es voll ist".

Die Deutschen ...

... werden auch das zahlen.

Re: Die Deutschen ...

Und wer sind Deiner Meinung nach `Die Deutschen`?. Letztendlich werden wir genauso geschröpft. Wetten? Umgerechnet auf die Entwicklungsleistung Schwedens sollen uns 70 Milliarden fehlen? Warum alles hinter verschlossenen Türen? Die entscheiden über unser Schicksal, und wir werden nicht mal informiert. Diese Korruption "geht" in guten Zeiten. in schlechten aber?

Spanien hat einen staatlichen Pensionsfonds?

Und in Spanien hat dieser staatliche Pensions-Fonds (völlig legal!) auf Staatsanleihen umgeschichtet. Ein Schelm, wer da Böses denkt!
Meines Wissens gibt es so etwas in Österreich gar nicht, da kann man auch nichts mehr umschichten.
Ja, man auch gar nichts mehr erhoffen.
Warum man beim ESM nicht auf der Verpfändung der Goldbestände der zu unterstützenden Länder bestanden hat, ist auch eine Frage an die EU-Politiker!

Dank Rot-Schwarz-Grün darf sich Österreich glücklich schätzen, den Spaniern und Co. mit 80 Milliarden Euro unter die Arme greifen zu dürfen

Der international-sozialistische Umverteilungsexzess namens EURO nimmt immer perv ersere Ausmaße an!

Frank Stronach bitte kommen und diesen Ir rsinn beenden!

Gehen Sie mal ins Standard-Forum ...

... bei den Linken herrscht euphorische Begeisterung. Der EURO, der ESM und die Umverteilung wird begeistert kommentiert.
Jeder, der für den EURO-Austritt eintritt, wird als Dumpfbacke hingestellt.
Das Problem ist, es gibt mehr Proletariat. Daher haben sie auch mehr Wählerstimmen. Daher wird die SPÖ und die Grünen wiedergewählt.
Niemand kann etwas dagegen unternehmen. Ja - Firmeninhaber können Teile (vor allem Lizenzen, Rechte, Marken) außer Landes schaffen. Wie halt die Italiener und Griechen das in den letzten Jahren gemacht haben.

wer glaubt,

dass nicht solches auch in Österreich möglich wäre? in einer ÖVP/FPÖ/SPÖ regierung mit sicherheit!

staatliches Pensionszockersystem!

Wer dem Staat Geld gibt, darf sich nicht wundern, wenn er es veruntreut!

Weg mit dem staatlichen Pensionssystem!

Re: staatliches Pensionszockersystem!

sie haben wohl das scheitern der zweiten und dritten pensionssäule schüssels verschlafen ?

Na und?

Was macht unsere Regierung? (Ob das Steuergeld aus der Pensionskasse oder dem Buget fehlt ist letzendlich egal).

Bis 2016 sollen die Staatsschulden von 190 Mrd. auf unglaubliche 290 Mrd. steigen erklärten Fekter (ÖVP) und Schieder (SPÖ) im ORF Zentrum. .... wir müssen Geld aufnehmen um die Zinsen für die Staatsschulden zu bezahlen.


diese enorme staatsverschuldung

resultiert aus der (nicht zurückgezahlten)bankenhilfe und der verstaatlichten schulden derselben! und natürlich den hohen zinsen dafür!

Re: diese enorme staatsverschuldung

Sie sind sicher eine Sozialdemorkat!

Re: Re: diese enorme staatsverschuldung

ich bin eine, die sich sehr gut erinnern kann und die die heutige entwicklung der privaten pensionsfonds sehr gut kennt!

Re: Re: Re: diese enorme staatsverschuldung

dann ist alles klar....

Wo geht dieses Geld hin?

Ist etwa dass dieses Geld, mit dem wir die Vermögen der Reichen retten und die sich dann vom Acker machen und z.B. nach Russland auswandern? Oder "darf" die staatliche Rentenkassa sogar die private Rentenkassa auch noch gleich mit retten? Wenn alles geplündert ist, heißt es dann, hättet ihr euch doch Privat versichert.
Da hat die FPÖ schon recht was interessieren mich die Versicherungen und Banken. Etwas anders retten wir gar nicht mit diesen Drecks ESM und die Schwarz,Roten und Grünen sind an erster Stelle vorne dabei. Zudem gibt es eine Einlagensicherung von 100.000 Euro, die wäre locker mit den 1,7 Billionen Euro drin gewesen, die man den pleite Banken in den A..... geblasen hat.
Ich will wieder meine soziale Marktwirtschaft zurück. Wer pleite ist ist pleite und aus.

Re: Wo geht dieses Geld hin?

wenn die Banken nicjt gerechnet worden wäre, dann wäre das ganze system zusammenbricht. ihr prinzipientreue gut u schön, aber man muss auch auf die konsequenzen schaun.

Re: Wo geht dieses Geld hin?

die von Ihnen hochgelobte FPÖ trägt teilschuld an dem schuldendebakel, siehe HYPO alpe adria

2013 Spanien nächster Rettungskandidat

Nur durch den Kunstgriff in den Pensionsfond konnte Spanien 2012 über die Runden kommen, womit 2013 ein Hilfsansuchen vorprogrammiert ist, wenn auch diese Quelle versiegt ist.

In die österr. Verfassung kommt laut Regierungsvereinbarung ein Spekulationsverbot, nur welche Kreditgewährung ist mit mehr Risiko behaftet als an Staaten, die von den Ratingagenturen als hoch spekulativ eingestuft werden? Wird auch hier wieder einmal die Bevölkerung gepflanzt?

http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/511632_Vorschau-2013.html

Einmal mehr zeigt sich ...

... dass kollektivistische Systeme wie zB die ehem. UDSSR und heute die EU nicht funktionieren können. Keiner trägt die Verantwortung für irgendwas, haften tut das Kollektiv - bis letztlich alle Pleite sind. Die Parallelen der UDSSR der 80er-Jahre zur heutigen EU zeichnen sich ab.

genau deswegen ...

... wurden ja in Spanien das Demonstrationsrecht eingeschraenkt und die Polizeibefugnisse erweitert :-(

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richtig muss es heißen

banken und politik plündern die bürger aus

Re: richtig muss es heißen

korrekt: die Sozialdemokraten plündern die Bürger aus und ruinieren die Finanzindustrie.

Re: richtig muss es heißen

Und geht man auf die Straße wird man auch noch von den neoliberalen Kräften und ihren Handlangern nach Strich und Faden verprügelt. Auch die Rentner,sogar Schüler.
Ich will nicht wissen auf welcher Seite unsere Polizei steht? Auf der Seite der 1%er und den Bankstern? Mann muss nur nach Baden-Württemberg schauen und da ging es nur um einen Bahnhof. Darum bin ich für die Wehrpflicht.
Obwohl die Polizisten sind ja auch unsere Kinder und kommen aus dem Volk und sind keine Söldner. Jetzt kenne ich mich selber nicht mehr aus.

Re: Re: richtig muss es heißen

viele haben es aber auch verdient - wenn ich da so nach BW schaue - ein paar hinter die Löffeln zu bekommen, Speziell die sozialdemokratischen Ausplünderer.

 
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