Weltbank: Entspannung in Eurozone

16.01.2013 | 08:52 |   (DiePresse.com)

Die Weltbank gibt teilweise Entwarnung für die Eurozone, das Wachstum bleibt aber schwach.

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Die Weltbank gibt Entwarnung für die Eurozone - zumindest ein bisschen. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten dürften erst einmal überstanden sein. Aber die Wachstumsaussichten seien weiter nicht rosig: Die Wirtschaft habe noch zu viele Probleme.

Die Gefahr einer schweren Finanzkrise in der Eurozone ist nach Ansicht der Weltbank weitgehend gebannt. Das Vertrauen der Märkte in Europa habe sich im vergangenen halben Jahr "dramatisch verbessert", weil die Staaten und die Europäische Zentralbank richtige Schritte zur Stützung der Gemeinschaftswährung unternommen hätten, stellt die Organisation in ihrem am Dienstag (Ortszeit) in Washington veröffentlichten Wirtschaftsausblick fest.

Globale Konjunktur wackelig

Dennoch sei es zu früh für eine echte Entwarnung. Die schwächeren Euro-Staaten liefen bei nachlassendem Reformeifer weiterhin Gefahr, von den Kapitalmärkten abgeschnitten zu werden. Das bleibe ein starkes Abwärtsrisiko für die Weltwirtschaft.

Entgegen der "ermutigenden" Signale von den Märkten sei die tatsächliche globale Konjunktur insgesamt noch "sehr wackelig und unsicher", sagte Weltbankchef Jim Yong Kim laut einer Mitteilung. Vor allem die anhaltende Schwäche in den Industrienationen "trübt die Aussichten für eine schnelle Verbesserung und eine Rückkehr zu einem stabileren Wachstum." Gefahren gingen auch von den politischen Wirren um den Schuldenabbau in den USA aus.

Insgesamt werde die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr weltweit um 2,4 Prozent zunehmen, nach 2,3 Prozent in 2012, schätzt das multilaterale Finanzinstitut in seinem neuesten Ausblick. Erst für 2014 und 2015 sehe es mit 3,1 Prozent und 3,3 Prozent besser aus.

Für die Eurozone erwartet die Weltbank in diesem Jahr einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,1 Prozent. Danach gehe es deutlich aufwärts: 2014 lege das BIP um 0,9 Prozent zu und 2015 um 1,4 Prozent.

(APA/dpa)

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12 Kommentare

Prognosen

Diese ganzen Prognosen sind nicht das Papier wert, auf das sie gedruckt wurden. Jeder Kaffeesud ist zuverlässiger.

Weltbank

Ist das nicht die Bank die Armen Laendern Kredite giebt ,um sie dann Gnadenlos Auszubluendern?

Re: Weltbank

die " Qualität " dieser Aussage findet ihre Entsprechung in der Orthographie ......

Das Geld kommt zurück

China und Russland haben unter anderen am meisten an der europäischen Blase profitiert.

Doch nun müssen sie etwas mit dem Geld machen, dass bei ihnen lagert. Und sie investieren es ua. in Europa.

Werden wir nun vom Osten übernommen? Kurzfristig, ja.

Jedoch langfristig werden nur wenige Übernahmen profitieren. Zu groß sind die kulturellen Unterschiede. Hat auch schon die Geschichte mehrfach dokumentiert.

Geld geht nicht verloren, es wechselt nur den Besitzer. In den nächsten Jahren wird viel Geld nach Europa zurück kommen, aber auch Probleme.

Der Quecksilberdampf-EU geht es nicht so gut.


Durch Massenmigration aus Afrika

hat man den Arbeitsmarkt in Italien und Spanien (eine Million Illegale von der damaligen roten Regierung "legalisiert", jetzt bezahlt die spanische Jugend mit Arbeitslosigkeit) samt Sozialsystem ruiniert - und jetzt sickert das nach Norden, wo Südeuropäer aber kaum Arbeit finden, weil Millionen Dritt-Staaten-Migranten Arbeitsmarkt und Sozialsystem belasten.

Womit Europa langfristig bergab geht.

Alles ist relativ - und vieles logisch.

Re: Durch Massenmigration aus Afrika

Ja, ja der schwarze Mann ist schuld! Sonst ist eh alles super I'm EU-land...

Re: Re: Durch Massenmigration aus Afrika

1. habe ich deutlich ausgedrückt, daß die Hauptschuld bei den (real anti-) europäischen Politikern in den meisten EU-Staaten liegt.*

2. keineswegs behauptet, daß sonst alles eh super wäre.

(*Wenn den Österreichern jemand anbietet, in einem klimatisch fruchtbaren Drittstaat würden sie mit der Ausrufung des Voodoo - Wortes Asyl eine garantierte Grundverpflegung in doppelter bis mehrfacher Höhe des österreichischen Durchschnittsverdienstes samt Wohnung und Sozialversicherung erhalten, würde auch manch einer sofort illegal einreisen. Es ist eben alles relativ))

Re: Durch Massenmigration aus Afrika

Stimmt Ihre Prognose leider nicht und ist sehr kurzsichtig! Denn die Probleme Spaniens sind hausgemacht: Erstens eine sehr von der Bauwirtschaft abhaengige Volkswirtschaft und eine starre Arbeitsmarkt, in dem nicht moeglich ist einmal angestelltes Personal zu kuendigen (quasi Pragmatisierung). Das badet die "nachkommende Generation" aus. Die Migranten spielen dabei eine sehr untergeordnete Rolle. Die waren in Spanien hauptsaechlich aus Suedamerika (und nicht aus Afrika). Italien hat einen sehr geringen Migrantenanteil in der Bevoelkerung und die Migranten sind wie da und dort in sehr prekaeren Arbeitsverhaeltnissen unterwegs. Sie verlieren (bzw. bereits verloren) als erste ihre Arbeitsplaetze!
A propos: beide Laender haben nicht so ein ausgebautes Sozialsystem, das man ausnehmen konnte. Und beide Laender befinden sich wegen dem Anker namens Euro in einer Todesspirale.
Ich weiss, es ist sehr leicht alles auf Migranten zu schieben und vor allem dass sich die Wahlen in der Alpenrepublik naehern, wird manchen der Mund waessrig...

Re: Re: Durch Massenmigration aus Afrika

Ihre Kenntnisse sind ungefähr zehn Jahre veraltet.

Die afrikanische Neuzuwanderung hat inzwischen die traditionelle lateinamerikanische (übrigens teils Rück)wanderung bereits unter Zapatero längst überholt -

samt allen Folgen bis zu Stadtvierteln mit der Erholsamkeit und volkswirtschaftlichen Nutzbringung eines Pariser Banlieue.

Natürlich gibt es zB noch Rivalitäten zwischen nigerianischen und kolumbianischen "Wanderapothekern" und Revierkämpfe mit Gitanos (teil als Rumänen statistisch EU-Bürger), aber die nordafrikanische und zunehmend schwarzafrikanische Migration demoliert am nachhaltigsten die spanische Kultur und Sozialordnung,

(was von Soziologen verharmlosend, den meisten Lesern unverständlich als "Anomie" beschrieben, aber in der Sache kaum mehr bestritten wird)

Entwarnung?

Ich glaub diverse Mitgliedsstaaten haben sich unter der Bürgschaft von den anderen Mitgliedsstaaten ungefähr 100 Mrd. € geborgt. Wo ist da die Entspannung auf den Finanzmärkten? Das ist doch noch schlimner gewordem die letzten 2 Monate.

Re: Entwarnung?

Ja, die Planwirtschafter in den Euroländern und der EU haben nur für noch mehr Kredite und noch mehr Staatseinnahmen / Staatsausgaben gesorgt. Besonders das einnahmenseitige Sparen wird eine gewaltige Wirkung auf die Realwirtschaft haben, welche sehr heftig sein wird. Die Abgabenquoten gehen ja in d ganze Eurozone nach oben, es wird also noch mehr aus der Realwirtschaft abgesaugt. Frankreichs Staatsausgabenquote wird sicher über 55% liegen und geht Richtung irren 60%. Auch Ö geht mit den Staatsausgaben in schnellen Schritten Richtung 55% des BIP.

Ja, es wird laufend in die falsche Richtung gearbeitet.

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