Juncker warnt vor "Tragödie der Massenarbeitslosigkeit"

18.01.2013 | 15:08 |   (DiePresse.com)

Der scheidende Eurogruppen-Chef fordert ein eigenes Budget. Er sehe die Gefahr sozialer Unruhen, wenn die Arbeitslosigkeit nicht eingedämmt werde.

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Der scheidende Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker hat ein eigenes Budget der Eurozone unter anderem zum Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit gefordert. "Ich warne davor, die Tragödie der Massenarbeitslosigkeit und ihre Risiken für den sozialen Frieden zu unterschätzen", sagte der luxemburgische Regierungschef gegenüber der Zeitung "Rheinische Post". Gelinge es nicht, die Arbeitslosigkeit einzudämmen, drohten soziale Unruhen in Europa. Generell mahnte Juncker zu mehr Solidarität unter den Mitgliedern des Euroraums. "Viele Staaten der Eurozone könnten sich noch solidarischer benehmen", sagte er der Zeitung. Seinem Nachfolger riet Juncker, "solide zu sein und sich nicht zum Werkzeug einzelner Staaten machen zu lassen".

Juncker verkündet am Montag Nachfolger

Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker wird aller Voraussicht nach Montagabend in Brüssel seinen Nachfolger an der Spitze der Währungsunion bekanntgeben. In EU-Ratskreisen wurde am Freitag in Brüssel erklärt, es sei zu erwarten, dass Juncker nach der Sitzung der Finanzminister der Währungsunion in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem neuen Eurogruppen-Vorsitzenden auftreten werde. Allgemein wird erwartet, dass der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem gewählt wird.

Dijsselbloem ist seit erst elf Wochen Finanzminister seines Landes. Auf europäischem Parkett ist er weitgehend unbekannt. In seiner Heimat gilt der Sozialdemokrat als herausragender Vermittler und schlauer Stratege. Beides sind Eigenschaften, die dem 46-Jährigen als Chef der Eurogruppe zugute kommen würden. Juncker war Eurogruppen-Chef, seit das Amt im Jahr 2005 geschaffen wurde.

(APA/AFP)

 
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77 Kommentare
 
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news2
19.01.2013 00:52
0

die älteren sollen arbeiten bis zum umfallen und dann mit minipensionen abgespeist werden- und die ausgebildeten jüngeren werden genauso vom arbeitsmarkt verdrängt.

die euweite jugendarbeitslosigkeit liegt schon bei über 50% u. kostet lt. berichten schon 154 mrd. euro. aber auch die SPÖ will die menschen die sehr bald angefangen haben zu arbeiten, nicht mehr früher in pension gehen lassen. 40 vers.jahre wären sogar europaweit noch immer spitze, aber die SPÖ hat kein soziales gspür mehr. was da nun wegen der euro bankenlobbypolitik auf die bürger zukommt, kann man leider schon als katastrophal bezeichnen; im selben ausmaß wie die bankenmärkte u.damit die vermögenden kapital-u.geldeliten gefördert und subventionert werden, wird bei der arbeitenden bevölkerung radikal eingespart. mit unabsehbaren folgen für den sozialen frieden u.sozialen wohlstand der bürger in europa. auch hundstorfers u.faymanns(SPÖ) sozialabbaupolitik bei den asvg pensionen u. asvg invalidenpensionen gehen in die gleiche unsoziale richtung. wer schon bald angefangen hat zu arbeiten, soll nun genauso spät in die pension gehen-wie jene- die erst mit 25 oder 30 angefangen haben zu arbeiten u.erst sehr spät beiträge leisten. die armut u.das soziale ungleichgewicht in der bevölkerung wird durch die SPÖpolitik massiv steigen. neueste studien zeigen schon den sozialen niedergang europas u.die verarmung großer teile der bevölkerung auf. aber die deregulierten banken u die hochfinanz können diesen sozialabbau wegen der schwachen und volksfernen SPÖ politiker ohne probleme durchsetzen. und überall wo die sozialisten mit den bankern politik machen, gehts noch ungerechter ab.

Zonediver
18.01.2013 23:07
1

...na issa lieb!

...und warnt uns vor soz. Unruhen - nau da schau her!
Und er ist einer derjenigen, die diesen Zustand "bewußt" herbeigeführt haben - die Figur gehört auch entsorgt.

makaberich
18.01.2013 19:34
4

Er sehe die Gefahr sozialer Unruhen, wenn die Arbeitslosigkeit nicht eingedämmt werde.

'Soziale Unruhen gibts wohl eher, weil Personen wie er in den letzten Jahren Politik gemacht haben.
Warum werden Linke nie zur Verantwortung gezogen, wenn sie etwas in den Sand setzen, obwohl sie lauthals dafür eintreten, dass z.B. die Habsburger sehr wohl für ihre Handlungen bestraft werden sollen.

Antworten newy123@hotmail.com
18.01.2013 20:16
0

Re: Er sehe die Gefahr sozialer Unruhen, wenn die Arbeitslosigkeit nicht eingedämmt werde.

Mich würde interessieren wie Sie Politik der Linken definieren?
Hartz IV in Deutschland?
Aufhebung der Erbschaftssteuer?
Wefall der Verstuerung von Veraeusserungsgewinnen?

Fuer eine kleine Aufklaerung wäre ich dankbar.


Antworten Antworten makaberich
18.01.2013 22:24
0

Re: Re: Er sehe die Gefahr sozialer Unruhen, wenn die Arbeitslosigkeit nicht eingedämmt werde.

65-85% Steuern und Abgaben bei einem mittleren Einkommen.
Abkehr der bürgerlichen Werte (Ausgewogenheit von Rechten und PFLICHTEN)
Schaffung von Megastrukturen und Zentralismus
Moloch Staat, der im Besitz der Menschen ist, die in ihm leben.

duncans
18.01.2013 17:57
7

Was glaubt er eigentlich?

Die Massenarbeitslosigkeit ist längst da! Spanien ist eledigt. Da gibt es Nichts mehr zuretten. Als nächstes kommen dort soziale Unruhen, die zwangsläufig in Gewaltausbrüchen enden. Die EU hat zum Absahnen fürs Großkapital ein paar Jahre funktioniert und jetzt kommt das Ende mit Schrecken.

Cagliostro
18.01.2013 17:46
5

Erst alles in die EU reinlassen, was nicht lesen und schreiben kann,

damit die Industrie billige Sklaven hat, und sich dann über Arbeitslosigkeit beklagen. Und dazu noch alle Jobs, die keine besonderen Fähigkeiten brauchen, dorthin auslagern, wo es gerade am billigsten ist.

Für nichts anderes braucht die EU der Konzerne den freien Warenverkehr und die offenen Grenzen.

Antworten wirneue
18.01.2013 18:03
0

Re: Erst alles in die EU reinlassen, was nicht lesen und schreiben kann,

Keine Angst, die Wende kommt. Der reale Sozialismus ist längst vergessen, sodass er wieder neu erfunden werden kann. Das europäische Selbstverständnis ist verschwunden, sodass jede fordernde und heilversprechende Ideologie in dieser wertefreien Gesellschaft sehr viel Platz vorfindet. Europa weiss nicht, was Andere längst geplant haben, und Europa nimmt nicht Ernst, was hier bereits an Veränderung erkennbar ist. Realitätsverweigerung löst leider keine Probleme.

cs745
18.01.2013 16:58
3

die neoliberalen verbrechet tun alles dass es noch schlimmer wird


Walter M.
18.01.2013 16:53
3

jetzt kommt er drauf ?

er und alle diese leute hätten jahrzehnte zeit gehabt, dagegenzusteuern. jetzt jammern, um sich von den problemen zu distanzieren. endlich davonjagen! und wir sollten wie die briten endlich raus aus dieser bankroteur-union.

Austrian Economist
18.01.2013 16:35
3

Arbeitslose warnen vor "Tragödie der EU und Junkers"

so lange Politiker meinen, sie müssten die Arbeitslosigkeit "bekämpfen", so lange wird sie weiter steigen.
Erst wenn die Politik ihre Finger von der Wirtschaft lässt, wird es wieder aufwärts gehen.

Crex crex
18.01.2013 16:26
5

zuerst das Haus anzünden,

und dann vor den Flammen warnen.

Antworten Austrian Economist
18.01.2013 16:42
2

Re: zuerst das Haus anzünden,

aber geh, sie meinen es ja gut, die Sozis. Sie machen es ja nicht in böser Absicht. Sie glauben halt selbst, dass Sozialismus funktioniert.
Man sollte sie in Anstalten sammeln und von jeglichen Entscheidungen ausschließen.

grant
18.01.2013 16:01
2

Der Scheidende hat gut reden

Ist an der drohenden Massenarbeitslosigkeit nicht auch die Massenzuwanderung ungebildeter in Europa schuld?

Antworten wirneue
18.01.2013 17:50
1

Re: Der Scheidende hat gut reden

Ö. hat`s gut - bei uns wird überallhin unterstützt, gefördert, gekurt, rechtzeitig in Pension gegangen. Und wer in Schule oder arbeitsmäßig nichts tun will, braucht sich nicht wirklich fürchten, weil es auch ohne Anstrengung irgendwie geht. Schwarzarbeit ist ebenfalls eine fixe Größe, denn die Beitragszahler müssen irgendwann wieder mehr an den Topf/Tropf abführen, und schon rennt das Werkl weiter. Die EU ist weit weg, und für die nichterledigten Hausaufgaben unserer Politiker gibt`s ohnehin keine Sanktionen.

phj_
18.01.2013 15:56
5

Schön langsam bekommen sie Angst

und es dämmert ihnen welches Chaos sie verursacht haben.

Ertl
18.01.2013 14:52
8

zynisch

Juncker(ein inniger Parteifreund von Schüssel)warnt vor den Folgen der Politik die er und seine Gesinnungsfreunde mitzuverantworten haben.Zynischer geht´s nimmer!

ServusMiteinend
18.01.2013 14:17
3

Wenn hier jemand ein Insider ist und über genügend background Infos bescheid weis, dann ist es ER ...

Jetzt wissen wir auch warum er ausgeschieden ist: Skeptiker und Querdenker haben im brüsseler Optimistenstadel keinen Platz.

Antworten ServusMiteinend
18.01.2013 14:20
0

Re:

Bitte vergessen sie nicht, dass die EU nach wie vor Friedensnobelpreisträger ist.

Blitzky
18.01.2013 13:28
6

Dieses STatement aus Junckers Mund ist ungefähr so sinnig...

... wie wenn Grasser jetzt öffentlich lamentieren würde, dass in Österreich immer mehr geschmiert und Steuer hinterzogen wird.
Juncker ist ein Hauptbestandteil des Problems. Man sollte solche Leute dann nicht auch noch zur Reparatur heranziehen.

achill
18.01.2013 12:17
0

nix

Tragödie - Katastrophe (alles schon dagewesen-Akiba) siehe 1938.

Dagobert der Gute
18.01.2013 12:15
18

Räuberbande

Diese Bande hat doch erst diese Krise (mit)verursacht.

Anstatt ihre Schuld einzugestehen, wollen sie an der Errichtung einer EUdSSR weiterbasteln, ohne die Völker mitreden zu lassen.

ewoewo
18.01.2013 12:00
11

...

tja wenn man vor sich selbst warnt gehoert man abgewaehlt.

Dr. Dieter Zakel MA
18.01.2013 11:12
8

Arbeitslosigkeit gibt’s weil

Arbeit zu teuer ist.
Wenn man daran nix ändert ändert sich auch an der Arbeitslosigkeit nichts...

Antworten Sochard
18.01.2013 13:24
2

Re: Arbeitslosigkeit gibt’s weil

Es liegt nicht am Preis, sondern es ist eine Frage von Angebot und Nachfrage.
Ab einer gewissen Marktsättigung, egal ob bei Arbeitnehmer oder Produkten, sinkt die Nachfrage ...

Antworten Eugenio Pacelli
18.01.2013 12:17
5

Re: Arbeitslosigkeit gibt’s weil

Vor allem, weil jene, die wirklich schuften einen hohen Preis zu zahlen haben: Immer mehr Flexibilität und immer geringer wachsende Löhne.
Und Arbeitslosigkeit: Je kleiner der Kuchen, desto weniger können davon satt werden! Alles Andere zu behaupten ist Quatsch, ganz einfach!

 
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