Juncker warnt vor "Tragödie der Massenarbeitslosigkeit"

Der scheidende Eurogruppen-Chef fordert ein eigenes Budget. Er sehe die Gefahr sozialer Unruhen, wenn die Arbeitslosigkeit nicht eingedämmt werde.

Jean-Claude Juncker
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Der scheidende Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker hat ein eigenes Budget der Eurozone unter anderem zum Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit gefordert. "Ich warne davor, die Tragödie der Massenarbeitslosigkeit und ihre Risiken für den sozialen Frieden zu unterschätzen", sagte der luxemburgische Regierungschef gegenüber der Zeitung "Rheinische Post". Gelinge es nicht, die Arbeitslosigkeit einzudämmen, drohten soziale Unruhen in Europa. Generell mahnte Juncker zu mehr Solidarität unter den Mitgliedern des Euroraums. "Viele Staaten der Eurozone könnten sich noch solidarischer benehmen", sagte er der Zeitung. Seinem Nachfolger riet Juncker, "solide zu sein und sich nicht zum Werkzeug einzelner Staaten machen zu lassen".

Juncker verkündet am Montag Nachfolger

Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker wird aller Voraussicht nach Montagabend in Brüssel seinen Nachfolger an der Spitze der Währungsunion bekanntgeben. In EU-Ratskreisen wurde am Freitag in Brüssel erklärt, es sei zu erwarten, dass Juncker nach der Sitzung der Finanzminister der Währungsunion in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem neuen Eurogruppen-Vorsitzenden auftreten werde. Allgemein wird erwartet, dass der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem gewählt wird.

Dijsselbloem ist seit erst elf Wochen Finanzminister seines Landes. Auf europäischem Parkett ist er weitgehend unbekannt. In seiner Heimat gilt der Sozialdemokrat als herausragender Vermittler und schlauer Stratege. Beides sind Eigenschaften, die dem 46-Jährigen als Chef der Eurogruppe zugute kommen würden. Juncker war Eurogruppen-Chef, seit das Amt im Jahr 2005 geschaffen wurde.

(APA/AFP)

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