Juncker: "Habe seit Monaten gerufen: Wer holt mich raus?"

Die Eurogruppe bekommt einen neuen Chef: Nach langem Hin und Her wird der Niederländer Jeroen Dijsselbloem Nachfolger von Jean-Claude Juncker.

Jeroen Dijsselbloem, Jean-Claude Juncker
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Jeroen Dijsselbloem, Jean-Claude Juncker
AP

Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker tritt endgültig als Chef der Eurogruppe ab. Seit 2005 steht Juncker an der Spitze der noch jungen Organisation und hatte im Sommer des Vorjahres auf Drängen der anderen Länder noch einmal ein fünftes Mandat angenommen. Dabei kündigte der längstdienende Regierungschef Europas bereits an, nicht die gesamte Amtszeit bis Mitte 2014 bleiben zu wollen. Sein Nachfolger wird mit ziemlicher Sicherheit der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem, der Montagabend von der Eurozone gekürt werden soll.

Er freue sich über das Ende seiner Amtszeit, sagte Juncker am Montag in Brüssel. "Das ist ein bisschen Wehmut dabei, aber vor allem Erleichterung." "Ich habe sechs Monate gerufen: Wer holt mich hier raus?", sagte er - und fügte hinzu: "Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei."

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Frankreich: Vorbehalte gegen Dijsselbloem

Frankreich hat seine Vorbehalte gegen den Niederländer Dijsselbloem (mehr dazu ...) offenbar aufgegeben. Finanzminister Pierre Moscovici sagte dem französischen Fernsehsender TV5 am Sonntag, er gehe von einer Ernennung seines niederländischen Kollegen beim Treffen der Finanzminister der 17 Euro-Länder am Montag in Brüssel aus. Er hoffe, dass Dijsselbloem das Thema Europa mit dem selben Einsatz wie Juncker vorantreibe. Moscovici beharrte allerdings darauf, dass der Niederländer seine Vorstellungen für Europa formuliere. "Das ist das mindeste, was wir erwarten", sagte Moscovici, der wie Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble selbst schon als Juncker-Nachfolger gehandelt worden war.

An Arbeit wird es Dijsselbloem jedenfalls nicht mangeln. Der Streit um direkte Hilfen für marode Kreditinstitute aus dem Euro-Rettungsfonds ESM dürfte andauern.

(APA/AFP)

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