Juncker: "Habe seit Monaten gerufen: Wer holt mich raus?"

21.01.2013 | 07:16 |   (DiePresse.com)

Die Eurogruppe bekommt einen neuen Chef: Nach langem Hin und Her wird der Niederländer Jeroen Dijsselbloem Nachfolger von Jean-Claude Juncker.

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Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker tritt endgültig als Chef der Eurogruppe ab. Seit 2005 steht Juncker an der Spitze der noch jungen Organisation und hatte im Sommer des Vorjahres auf Drängen der anderen Länder noch einmal ein fünftes Mandat angenommen. Dabei kündigte der längstdienende Regierungschef Europas bereits an, nicht die gesamte Amtszeit bis Mitte 2014 bleiben zu wollen. Sein Nachfolger wird mit ziemlicher Sicherheit der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem, der Montagabend von der Eurozone gekürt werden soll.

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Er freue sich über das Ende seiner Amtszeit, sagte Juncker am Montag in Brüssel. "Das ist ein bisschen Wehmut dabei, aber vor allem Erleichterung." "Ich habe sechs Monate gerufen: Wer holt mich hier raus?", sagte er - und fügte hinzu: "Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei."

Junckers beste Zitate: ''Wenn es ernst wird, muss man lügen''

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Frankreich: Vorbehalte gegen Dijsselbloem

Frankreich hat seine Vorbehalte gegen den Niederländer Dijsselbloem (mehr dazu ...) offenbar aufgegeben. Finanzminister Pierre Moscovici sagte dem französischen Fernsehsender TV5 am Sonntag, er gehe von einer Ernennung seines niederländischen Kollegen beim Treffen der Finanzminister der 17 Euro-Länder am Montag in Brüssel aus. Er hoffe, dass Dijsselbloem das Thema Europa mit dem selben Einsatz wie Juncker vorantreibe. Moscovici beharrte allerdings darauf, dass der Niederländer seine Vorstellungen für Europa formuliere. "Das ist das mindeste, was wir erwarten", sagte Moscovici, der wie Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble selbst schon als Juncker-Nachfolger gehandelt worden war.

An Arbeit wird es Dijsselbloem jedenfalls nicht mangeln. Der Streit um direkte Hilfen für marode Kreditinstitute aus dem Euro-Rettungsfonds ESM dürfte andauern.

(APA/AFP)

 
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23 Kommentare
ServusMiteinend
23.01.2013 16:11
1

Seine Prioritäten Wachstum und vertiefung der Währungsunion

Na bitte da haben wir schon den detailierten Plan der Eurobosse, jetzt müsste man in einer Demokratie auch noch die Europa-Bevölkerung fragen ob Sie diesen Weg auch gehen möchte.
Aber das tun sie nicht.

Antworten ServusMiteinend
23.01.2013 16:30
1

Re: Seine Prioritäten Wachstum und vertiefung der Währungsunion

Sie könnten ja einmal die Komplettversion der EU-Vision, in die wir hinarbeiten, präsentieren. Ich meine die haben sich ein Ziel gesteckt, das würde sicher so manchen EU-Bürger interessieren wo dieses Ziel gesteckt wurde.
Ausdenken könnte man sich viel, was das angeht.

washBurn
23.01.2013 00:41
1

Wie in der alten Monarchie

drückt der eine dem nächsten das Zepter in die Hand. Interessant!

HaBeclin
22.01.2013 22:05
0

Der neue "Mister Euro" muss sich erst beweisen

Neuer Mann , neu Ideen.
Die EU muß gerettet werden darüber muß sich jeder im Klaren sein. Das ist Realität.
Die geistige Stärke Europas muß endlich voll zum Tragen kommen.
Die Völker Europas sind sich schon lange einig. Es fehlt die fundamentierte saubere Politik mit der sich jeder Europäer identifizieren kann.
Geld alleine macht es nicht !!!!!!


Verfizer
22.01.2013 19:37
6

Totengräber

Europas, sonst nichts.

Napilut
22.01.2013 14:03
0

Einstimmigkeit ist die Diktatur des Einzelnen

Gott sei Dank verabschiedet sich die EU auch tatsächlich vom Prinzip der Einstimmigkeit. Ein wichtiger Schritt in Richtung Demokratisierung der EU.

MdeLind
22.01.2013 12:44
1

Naja, aber Strasser hat doch gesagt,

dass die in Brüssel in der Regel alle faul sind und die Arbeit eh die Mitarbeiter machen; also was solls.

Herrlich ist der Satz: "wenn´s ernst wird muss man lügen"; in der Politik ist´s offenbar immer sehr ernst.

Antworten ServusMiteinend
23.01.2013 16:17
1

Re: Naja, aber Strasser hat doch gesagt,

Der Strasser hat vor Gericht auch volles Strafmaß ausgefasst .... gg ... Was lernen wir daraus? Manchmal ist es einfach besser die Fr.ss. zu halten.

Elisabeth Weiss
22.01.2013 12:19
1

Das braucht man doch.

Der in Wirtschafts- und Europafragen noch unerfahrene niederländische Finanzminister .....

Antworten mecreant
22.01.2013 16:22
1

Re: Das braucht man doch.

ja, der muß das Abzocken der Bürger erst richtig lernen....

scheinistnichtsein
22.01.2013 10:41
2

der bauer als trillionär :-)

mit bauern als finanzminister haben wir ja erfahrungen in österreich ......hat eine "schweinegeld" gekostet :-)

Elisabeth Weiss
22.01.2013 10:11
0

Ihr Ruf war zu leise, wir hätten das sofort gemacht.


achill
22.01.2013 10:01
5

welche grosse

"Fußstapfen?" die der wirrtschaftlichen "Erfolge" der EU ? ich vermisse -klarerweise - immer noch die Antwort meiner Frage; KOSTEN/nutzen : in EURO - der EU.

NocheinParteiloser
22.01.2013 09:55
2

Keine Chance, die Löcher sind viel zu groß!

Wachstum kommt von geringeren Abgabenquoten und gesunden Budgets. In der Folge würde es dann mehr Beschäftigung geben.

Die Eurozone ist aber um 500.000 Mio. Euro pro Jahr von ausgeglichenen Budgets entfernt. Die Korrektur kann ein Mann doch niemals schaffen. Da geht es um die gewaltige Selbstbedienung, eine gesetzliche Selbstbedienung, an den öff. Geldern, welche reduziert werden müssten. Da gibt es zu viele Neugebauers in der Eurozone.

Geringe Abgabenquoten, geringere Belastungen der Menschen der Realwirtschaft, würden die wirtschaftlichen Aktivitäten auch erhöhen. Die Abgabenquoten steigen aber überall in der Eurozone und reduzieren daher die wirtschaftlichen Aktivitäten und Kosten daher auch Arbeitsplätze.

Die Planwirtschafter der EU, der EU Mitgliedländer, und deren riesigen geschützten Bereiche haben, in nur 10 Jahren!, eine gigantische Blase aufgeblasen. Es ist eine Blase von Mangelwirtschaft, welche durch positive Diskriminierungen, unnötige Verwaltung, Förder-und Frühpensionswahnsinn gekennzeichnet ist. Die Vermeidung von Leistungserbringung für die Gesellschaft, eventuell zur Schaffung von Wohlstand, diese Leistungserbringung würde erfolgreich verhindert.

Diese Mangelwirtschaft weist so große Löcher auf, welche auch gar nicht gestopft werden sollen. Die Entscheidungsträger haben sich doch in der ganzen Eurozone dem "einnahmenseitigen Sparen" verschrieben.

piraa
22.01.2013 09:19
0

Eine gute Wahl

Ich halte diese Entscheidung für klug, da man mit der Bekleidung irgend eines Amtes ja nicht automatisch seine Identität ablegt. Und so ist die Ernennung aus einem Staat, der noch gut dasteht und eher klein ist, eine ausgezeichnet Wahl.
So ist ja auch der Standort Brüssel entstanden, einfach ein Kompromiss. Und deren wird es noch viele geben müssen, da ich glaube, Europa wird schon aufgrund der sozialen Probleme eher mehr auseinandertrifften. Da nützen die gemeinsamen Regulierungen nichts. Es geht nicht nur um starre Regeln, auch um das Herz und das Gefühl und da sind wir noch lange keine Gemeinschaft.

Fornax A
22.01.2013 07:25
2

Marionetten hält sich die Wirtschaft zu Haufe

Verbot von Lobbyisten, staatliche Sanktionen gegen Konzerne die Lobbying betreiben.

Gewinne die nicht wertschöpfend generiert wurden (z.B. die von Hedgefonds, Banken, usw.) radikal besteuern wenn sie nicht gemeinnützig verwendet werden!

http://rt.com/news/oxfam-report-global-inequality-357/

scotus
22.01.2013 02:26
2

Das war wieder einmal ein europäischer Kompromiss

Nicht der kleinste gemeinsame Nenner, es geht noch schlimmer: der letzte aus einem Selektionsverfahren nachdem kein anderer mehr da war.

Der, der übriggeblieben ist: Jeroen Dijsselbloem

Polis Tyrol
21.01.2013 15:46
0

"Ich bin ein Star, holt mich hier raus!"


Reiner Tiroch
21.01.2013 15:44
8

Querdenker sagt:

es wird nicht lange dauern und sie werden uns die direkte Hilfe für faule Banken als die Schuldenlösung überhaupt verkaufen und sich dafür auch noch Rühmen.

Collector
21.01.2013 11:39
18

ESM "anzapfen"?

ESMM anzapfen für Banken-Rekapitalisation und zur Übertragung ihrer faulen Kredite auf den ESM, das ist Volksbetrug!
Die Staaten aus der Haftung für ihre Pleitebanken entlassen, das wünschen sich Irland, Portugal, Spanien und jetzt auch noch Zypern.
Ist unsere Finanzministerin ganz von Gott verlassen, oder hat sie keine Ahnung was gespielt wird??
Und jetzt sieht unser Herr Nowotny auch noch zu, wie jeder Staat, der Geld braucht, sich durch Knopfdruck aus dem Nichts selbst schafft
(wie z. B. Zypern durch Mißb rauch der ELA-Kredite in Höehe von 9 Milliarden Euro = 50% des BIP!).
Zimbabwe läßt schon grüßen (10% Inflation pro Tag!)

Musers
21.01.2013 11:09
18

Jean-Claude Juncker

Es wird Zeit, dass dieser Luxenburg-Machiavelli endlich abtritt.

Wer Lügen als ein legitimes Mittel politischer Handelns ansieht, wer Rechtsstaat (no-bail-out)und Demokratie mit Füßen tritt, wer den "fleissigen" Deutschen die Schuld am EURO - Debakel in die Schuhe schiebt, weil sie eben gesamt betrachtet innovativer, reger und sparsamer sind als die meisten südeuropäischen Länder und ehemaligen Kolonialstaaten Portugal, Italien und Spanien, gehört mit Schimpf und Schande verabschiedet.


Bricop
21.01.2013 07:39
1

Ich hoffe der neue wird besser verständlich

Es ist ausgemacht, daß eine AAA Land den stellt
weil er außer reden nichts darf.

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