Athen droht streikenden U-Bahnfahrern mit Gefängnis

24.01.2013 | 16:34 |   (DiePresse.com)

Seit acht Tagen versinkt Athen im Verkehrschaos, weil die U-Bahnfahrer streiken. Die griechische Regierung hat sie nun zur Arbeit verpflichtet.

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Seit Tagen versinkt Athen aufgrund eines Streiks der U-Bahnfahrer im Verkehrschaos: Die Einwohner versuchen, sich in völlig überfüllte Busse zu quetschen oder machen sich zu Fuß auf den Weg. Händler im Zentrum von Athen klagen, sie würden ruiniert, weil die Kunden ausblieben. Die Regierung hat sich nachacht Tagen Streik nun entschlossen, die U-Bahnfahrer zum Dienst zu verpflichten. Die öffentlichen Angestellten müssen nun zur Arbeit zurückkehren, oder sie wandern ins Gefängnis, berichtete die Zeitung "Kathimerini". Ähnliche Zwangsmaßnahmen waren in den Vorjahren bereits gegen Straßenreinigungskräfte und Fernfahrer angewendet worden.

Dutzende Gewerkschaft haben sich am Donnerstag in der Zentralbahnhofsgarage der U-Bahn versammelt und verbarrikadiert. Die Gewerkschaft zeigte sich empört: "Es ist eine Junta. Die werden uns hier tot rausholen", sagte der Chef der U-Bahnfahrer, Antonis Stamatopoulos, im Fernsehen.

"Ein Putsch gegen die Verfassung"

Unmittelbar nach der Entscheidung der Regierung sagten mehrere Abgeordnete der oppositionellen Linksbündnisses Syriza den Streikenden ihre Unterstützung zu. "Es ist ein Putsch gegen die Verfassung", sagte der Abgeordnete der Linksradikalen, Dimitris Stratoulis. Die Gewerkschaften der Bus- und Straßenbahnfahrer kündigte aus Solidarität einen Streik für Donnerstagnachmittag und Freitag an.

"Die Gewerkschaft der U-Bahnfahrer wollte eine blindwütige Konfrontation", rechtfertigte sich der griechische Transportminister Kostis Chatzidakis am Donnerstag die Maßnahme im Fernsehen. Ein Arbeitsgericht hatte die Streiks für illegal erklärt hat. Auch Transportminister Chatzidakis kritisierte, dass nicht offen zu gestreikt wird. Von den 1300 Beschäftigten hätten sich am ersten Streiktag, dem 17. Jänner, 790 krankgemeldet oder freigenommen und damit ihren Tageslohn normal kassiert, obwohl sie angeblich streikten.

Lohnkürzungen von bis zu 25 Prozent

Beim aktuellen Sparprogramm der Regierung drohen den U-Bahnfahrern nach Gewerkschaftsangaben Gehaltskürzungen von bis zu 25 Prozent. Bisher gehörten sie zu den privilegierteren Angestellten im öffentlichen Dienst. Die U-Bahnfahrer würden mit den jüngsten Kürzungen nunmehr lediglich etwa 700 Euro monatlich netto verdienen, kritisiert die Gewerkschaft.

(APA/dpa)

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10 Kommentare

Als Nächstes sehe ich das Militär

an der Spitze.

Re: Als Nächstes sehe ich das Militär

das sind noch größere Penner (kein Diesel)

Athen droht streikenden U-Bahnfahrern mit Gefängnis

was immer sie gehört haben, Athen ist kurz vor 12 zu einem Aufstand und Krieg.

Das Volk hat die Nase voll von Betrug Gaunerei Klauerei.

Griechenland ist in einen Europäischen Vertrag hineingelockt worden mit falschen Zahlen.
Angeblich wurde sich verrechnet. Man kann sich verrechnen in 100er -1000er - Millionen aber nicht in solcher Höhe von hunderten Milliarden???

Ungezählte Bänker-Wirtschaftler waren da, keiner hat das gemerkt.
Seit 3 Jahren konnte das keiner merken ???
Frage wollte das keiner merken ???

Man hat die eigentlichen Schulden um das 4 bis 5 fache hochgerechnet.

Jeder der Parteien spielt sein eigene Spiel das Volk nimmt alles selbst in die Hand.

Wir müssen aufpassen,das übrige Europa,nicht das wir das selbe Glück haben.

Niemand ist perfekt, es gibt nur perfekte Absichten.


Demokratie und Freiheit in der EU

Fast wie im Comecon und der UdSSR. Wenn die Realität zu grauslich wird, dann muß halt mit Zwang gearbeitet werden. Das griechische Parlament: Wir werden keine Militärjunta brauchen, das machen wir mit "demokratischen" Mitteln. Schließlich sind wir ja durch die EU dazu legitimiert.

Mit welcher Begründung will man jemanden ins

Gefängnis stecken wenn dieser nicht zur Arbeit erscheint? Entlassung wäre maximal möglich.

Re: Mit welcher Begründung will man jemanden ins

Irgendeine griechische Notstandsverordnung? Beugehaft? Auch in Österreich gibt es ähnliches.

Entlassung löst das Problem ja nicht sondern würde es verschärfen; man kann ja wohl kaum jemanden x-Beliebigen auf der Strasse ansprechen und zwei Minuten später und in eine U-Bahn setzen.

Re: Mit welcher Begründung will man jemanden ins

Beamte haben oft kein Streikrecht. Weiters könnte man auch das nichtausüben des amtes als mißbrauch sehen.

Die Troika macht es möglich ...

... eigentlich unvorstellbar, dass so etwas in AT auch einmal passiert ...

(Ironie Ende)

Zwangsarbeit?

Wilkommen im Faschismus!

Re: Zwangsarbeit?

Ein Faschismus der anderen Art - erklär das mal den Gutmenschen!

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