US-Investor Soros kritisiert strenge Sparpolitik in EU

24.01.2013 | 22:17 |   (DiePresse.com)

Dafür macht er Deutschland verantwortlich. Eine Geldpolitik der offenen Schleusen wie sie die Fed betreibe forderte der legendäre Investor auch für Europa.

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Der legendäre US-Investor George Soros hat die Austeritätspolitik der EU in der Schuldenkrise kritisiert. Diese führe zu einem Graben in der Eurozone zwischen Schuldner- und Gläubigerländern und führe Europa in die Rezession, sagte Soros am Rande des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos.

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Die nächsten zwei Jahre dürften sehr hart werden. Und wenn die überstanden seien, dürfte die Eurozone permanent zwischen Zentrum und Peripherie geteilt sein. Die Austeritätspolitik sei inakzeptabel und nicht tolerierbar, sagte Soros am Donnerstagabend im Rahmen eines Dinners.

Entspannung bei Austritt Deutschlands

Die Europäische Zentralbank (EZB) sei die einzige große Notenbank, die nicht die Notenpresse im großen Stil angeworfen habe. Aber eine Geldpolitik der offenen Schleusen, wie sie die US- Notenbank FED betreibe, sei die richtige Politik zur Zeit, sagte Soros. Auch in Japan habe sich die Notenbank unter dem Druck der neuen Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe zu einer Politik der Geldschwemme entschieden.

Wenn Deutschland aus der Eurozone aussteigen würde, würde sich die Schuldenlast der Krisenstaaten am Rande Europas entspannen, sagte Soros. Dann würde sich die neue D-Mark aufwerten und der Euro an Wert verlieren. Die Schuldendruck der tief in der Kreide steckenden Länder würde nachlassen, weil die Schulden in Euro denominiert seien.

Weltbekannt wurde der gebürtige Ungar Soros im Jahr 1992, als er gegen das britische Pfund wettete, die Bank of England in die Knie zwang und am Ende eine Milliarde Dollar kassierte. Die Zeche mussten die britischen Bürger zahlen. Soros Einsatz war damals zehn Milliarden Dollar (7,5 Mrd. Euro) gewesen.

(APA/sda)

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36 Kommentare
 
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Soros ist

sicher ein kluger Mann, aber ich frage mich, warum er immer just in dem Moment Öl ins Feuer gießen muss, wenn der Brand allmählich unter Kontrolle gerät. Letztendlich wäre sein Ego gerettet, wenn der Euro zerbricht.

Weltbekannt wurde der gebürtige Ungar Soros im Jahr 1992, als er gegen das britische Pfund wettete, die Bank of England in die Knie zwang und am Ende eine Milliarde Dollar kassierte. Die Zeche mussten die britischen Bürger zahlen. Soros Einsatz war damals zehn Milliarden Dollar (7,5 Mrd. Euro) gewesen.

fazit: alle schattenbankfuzzuis mit einem nassen fetzen davontreiben!

Der hat wahrscheinlich keine Kinder.

Denn die müssen die Zeche von diesen Verantwortungslosen Casinokapitalisten zahlen.

endlich wird tacheles gesprochen

Als ich vor 2 Jahren geschrieben habe, dass die einzige Möglichkeit der Rettung der suedeuop. Staaten ein Austritt der Hartwährungsländer ist, wurde darüber nur gelacht!
Die Lösung hat einen gewissen Charme:
1. Der Euro kann dann abgewertet werden, die Länder können zu ihrer vor der Einführung der Gemeinschaftswährung praktizierten Inflationspolitik zurückkehren.
2. Die ausgetretenen Staaten koennen die Schulden, die ja weiter in Euro bestehen bleiben leichter zurückzahlen, da die neue(n) währungen sofort aufgewertet werden.
3. Das einzige Problem wird sein, dass die Volkswirtschaften con D/A/NL einen kurzfristigen Rezessionsschock durch die Verteuerung ihrer Produkte erfahren werden.
4. Dieser wird allerdings auch nicht so hart werden, da sich der Import der Rohstoffe wesentlich verbilligen wird, und der Anteil der Rohstoffkosten an den Endprodukten ohnehin schon wesentlich höher ist, als die dann steigenden (durch die Aufwertung) Lohnstückkosten.


für Südeuropa ist der Euro viel zu hart

Der Euro steigt und steigt - reines Gift für Südeuropa.
Der deflationäre Schock zerstört die letzten Reste ihrer produktiven Wirtschaft. Die Deindustralisierung der PIGS kann ihr Zerstörungswerk ungehindert fortsetzen. So wird es diese Länder in kurzer Zeit zerreissen.

Damit Südeuropa überleben kann, bräuchten sie einen Euro um 0,80 zum Dollar, nicht wie jetzt zu 1,34.
Für Deutschland ist das die besten aller Welten, weil sie ihre hochwertigen Exportgüter nicht zu billig hergeben brauchen. Ja, ein Euro-Dollarkurs von 1,50 oder noch höher wäre für Deutschland noch besser und leicht verkraftbar.

Soros hat vollkommen recht. Wenn die Deutschen noch etwas Liebe für Südeuropa aufbringen, dann sollten sie so gut sein und aus dem Euro austreten und ihre DM wieder einführen.


Es wirkt

als hätten die Amis die Hosen voll vor den Deutschen.

Na den haben wir noch gebraucht.

Die Amis haben doch längst ihren Zenit überschritten. Schwimmen in Schulden und wollen uns Europäer belehren, wwas wir zu tun haben.
Die wirtschaftlichen Topländer sind mittlerweile meist in Asien zu finden.

Die politische Rezepte von Soros

findet man für Georgien und Ukraine gut aber für Deutschland schlecht! Was ist das Problem?

Wenn die FED Politik ...

... in den USA, und die der BoE und der BoJ (GB, Japan) zu der ungeheuren Verschuldung dieser 3 Länder geführt hat (die nur durch inflationäres Gelddrucken überhaupt im Zaum zu halten ist), und davon die Superreichen immer reicher geworden sind während die Sparer, Renten- und Lebensversicherungs-Kunden "abrutschen" und die kleinen Häuslebauer in den USA wegen dieser Politik ihr ganzes Erspartes in der Subprimekrise verloren haben (das ist nicht weg, das haben jetzt nur die Heuschrecken), dann lehrt uns Soros, dass das alles so richtig war und verstärkt weiter so gemacht werden soll. - Nein, die Staaten müssen sich durch Schuldenabbau immer weniger von der Finanzindustrie abhängig machen zugunsten der REALWIRTSCHAFT.

die Alchemie der Finanzen!

Oder es lebe die Inflation

die Eurozone wird, nein sie muss brechen!

dieser mann ist einer der hauptverantwortlichen

hedgefondsmanager, die gegen den euro gewettet haben, hab ich mir sagen lassen. er hat schon früher erfolgreich gegen währungen agiert. und von so jemanden müssen wir uns sagen lassen, dass wir-das volk- mehr sparen sollen? das ist, um in ihrer sprache zu sprechen, herr soros - eine chuzpe der sonderklasse!

Typisch Volk, anstatt sich selbst zu bilden,

sich selbst eine Meinung zu bilden, drischt man schnell mal auf den Kapitalisten ein.

Der Euro ist eine Fehlkonstruktion und kann nicht funktionieren. Er schafft Ungleichgewichte, die die Friedensunion unfriedlich sprengen werden. Er lässt eben den PIIGS keine Luft.

Soros hat Recht.

Re: Typisch Volk, anstatt sich selbst zu bilden,

leider frau weiss: sie sind uninformiert. ich habe die rede auszugsweise im radio gehört. soros hat die sparpolitik nicht kritisiert sondern den staat zu sparen aufgefordert, bei den sozialausgaben, bei der bildung, bei den pensionen.
wenn sie das gut finden, dann gehören sie offensichtlich zu jenen, die sich leisten können, einem solchen finanzgauner das wort zu reden!

Neid der Besitzlosen

die diesen Verein auch noch bezahlen.
Und gegen den ESM haben es grade mal 600 auf die Straßen geschafft.
Es ist denkbar einfach zu nörgeln, aber schwer was zu erreichen in diesem Land.

Wo er Recht hat, hat er Recht.


Re: Wo er Recht hat, hat er Recht.

verstehen sie eigentlich überhaupt, worum es geht?

Re: Wo er Recht hat, hat er Recht.

Sie sind also der Meinung, Europa sollte massiv die Gelddruckmaschinen anwerfen und ihre Schuldenkrise mit Inflation beseitigen.

Re: Re: Wo er Recht hat, hat er Recht.

Nicht die Gelddruckmaschinen anwerfen. Doch der Euro sollte gesittet aufgelöst werden.

Re: Re: Re: Wo er Recht hat, hat er Recht.

na genau das will er nicht! können Sie nicht verstehend lesen? da steht: "Wenn Deutschland aus der Eurozone aussteigen würde, würde sich die Schuldenlast der Krisenstaaten am Rande Europas entspannen, sagte Soros"
nur deutschland soll raus und zurück in die DM, damit sich soros und konsorten den euromarkt gänzlich unter den nagel reissen können!.

Natürlich

Höhere Schulden = größere Abhängigkeit
Es sollte den Linken zu denken geben, wenn ein Soros ihre Meinung vertritt.

ie kommen Sie darauf? Soros ist alles nur nicht links!

er ist der größte neoliberale kapitalistische hedgefondsmenager und hauptprofiteur der neoliberalen geldmarktwirtschaft.

Re: ie kommen Sie darauf? Soros ist alles nur nicht links!

Etwas drastisch formuliert, aber im Grunde nicht unrichtig.
Aber er vertritt nunmal hier dieselbe Ansicht wie hierzulande das linke Spektrum.
Ebendas sollte letzterem zu Denken geben.

Re: Re: ie kommen Sie darauf? Soros ist alles nur nicht links!

die linken sind jetzt unter die neoliberalen schattenbänker gegangen? wäre mir neu!

Soros ist alles nur nicht links!

Was verstehen Sie unter links?
Wenn Sie die Sozialdemokratie meinen, dann haben Sie Unrecht!

wenn man soviele Sachwerte besitzt wie Soros

der u.a. auch jede menge gold gekauft hat, nebst immobilien und zahlreichen unternehmensanteilen und kunst, dann kann ich gut verstehen, dass er sich fuer eine sehr lockere geldpolitik auspricht, die mehr und mehr geld ins system pumpt, um dieses zu erhalten.

Der selbst ernannte philantroph ist hier weniger menschenfreundlich, denn die unteren und mittleren schichte leiden am meisten, wenn das geld zunehmend entwertet wird.

Eine Währung niederzukämpfen ...

Lieschen Müller würde bestrafz, wenn sie einen heiligen Euroschein verbrennen würde.

 
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