22.05.2013 03:11 Merkliste 0

ESM-Chef nicht gegen Aufschub für Portugal und Irland

25.01.2013 | 16:07 |   (DiePresse.com)

Die ESM-Darlehen könnten verlängert werden, wenn die Mehrheit der EU-Länder zustimmt. Darüber könne man reden, sagt ESM-Chef Regling.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Der Europäische Rettungsfonds ESM hat Irland und Portugal einen Aufschub für die Rückzahlung ihrer Hilfskredite in Aussicht gestellt. "Darüber kann man reden", sagte ESM-Chef Klaus Regling am Freitag am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos zu Spiegel Online. Beide Staaten wollen Schuldendienst und Zinszahlung nicht aussetzen, sondern lediglich die Laufzeiten verlängern. "Das könnte ihnen helfen, früher an den Markt zurückzukehren", sagte Regling: "Das wiederum ist in unser aller Interesse."

Die ESM-Darlehen könnten verlängert werden, wenn die Mehrheit der EU-Länder zustimmt. Für eine Verlängerung der EFSF-Kredite - dem Vorläufer des permanenten Rettungsschirm ESM - wäre ein einstimmiges Votum der 17 Euro-Länder erforderlich.

Fitch: Portugal braucht zweites Hilfspaket

Sowohl Irland als auch Portugal haben nach längerer Abstinenz erfolgreich den Kapitalmarkt angezapft. Die Ratingagentur Fitch geht allerdings davon aus, dass Portugal ein zweites Rettungspaket seiner Euro-Partner benötigen wird. "Wir sind weiterhin der Ansicht, dass Portugal vor Ablauf des Hilfspakets von IWF und EU keinen vollen Zugang zum Markt bekommen wird", erklärte Fitch. "Daher braucht es weitere Unterstützung und ein zweites Hilfspaket."

Portugal hat bis Ende 2012 insgesamt 18,2 Milliarden aus dem EFSF und 22,1 Milliarden aus dem ESM erhalten. Die Laufzeit der EFSF-Darlehen liegt im Schnitt bei 13,5 Jahren, die der ESM-Darlehen zwischen von fünf bis 30 Jahren. Irland hat bisher 21,7 Milliarden Euro vom ESM und weitere 12 Milliarden Euro vom EFSF erhalten. Die Kredite aus dem EFSF haben eine durchschnittliche Laufzeit von fast zehn Jahren.

 

(APA/Reuters)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

Eurokrise - Die Begriffe

  • Was ist die Eurokrise? Ein Rückblick auf die Ursachen mehr...

    EFSF Der Rettungsschirm und wie er funktioniert mehr...

    Hebel für EFSF Wie man aus sehr viel Geld noch viel mehr Geld macht. mehr ...

    EFSM Der Mechanismus für Finanzstabilisierung und seine Aufgaben mehr...

    ESM Der Europäische Stabilitätsmechanismus soll 2013 den EFSF-Fonds ablösen. mehr ...

    Eurobonds Was gemeinsame EU-Anleihen bezwecken und wie sie funktionieren sollen. mehr ...

    EZB Die EZB ist Hüterin des Euro und soll eine geringe Inflation garantieren. Zumindest bis jetzt. mehr ...

    Waffen der EZB Was die "Bazooka" ist und welche anderen Waffen die Zentralbank hat. mehr ...

    IWF Der IWF ist die Finanzfeuerwehr der Vereinten Nationen und massiv an den Hilfsaktionen in Europa beteiligt. mehr ...

    Ratingagenturen Die wichtigsten Agenturen und deren Bewertungen. mehr ...

    SPIV Das Special Purpose Investment Vehicle soll die Finanzierung in Euroländern erleichtern. mehr ...

    Troika Die Troika ist eine Gruppe von Experten von EZB, IWF und EU-Kommission. mehr ...

    G20 Die 20 größten Wirtschaftsmächte repräsentieren zwei Drittel der Weltbevölkerung. mehr ...

    PSI Beim Private Sector Involvement geht es um die Beteiligung des Privatsektors an der Krisenlösung. mehr ...

    CDS Kreditausfallsversicherungen werden unter anderem dann fällig, wenn ein Land pleite ist. mehr ...

    Sekundärmarkt Der Sekundärmarkt ist der Markt, auf dem die bereits in Umlauf befindlichen Wertpapiere gehandelt werden. mehr ...

    OMT OMT ist die Abkürzung für Outright Monetary Transactions. Dahinter verbirgt sich das von der EZB am 6.September 2012 beschlossene neue Kaufprogramm von Staatsanleihen der Krisenländer. mehr ...