Banken: EZB sammelt Geld ein

25.01.2013 | 17:56 |   (Die Presse)

Nächste Woche wollen 278 Banken aus der Eurozone rund 138 Milliarden Euro aus Krisenkrediten an die Europäische Zentralbank (EZB) zurückzahlen. Das sind mehr als die Hälfte der beteiligten Häuser.

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[Wien/Frankfurt/ag/red. Erste Banken aus der Eurozone können sich wieder vom Tropf der Europäischen Zentralbank (EZB) lösen. Wie die EZB am Freitag mitteilte, wollen kommende Woche 278 Institute die erste Gelegenheit nutzen und insgesamt 137,2 Mrd. Euro an die EZB zurückzahlen. Das sind mehr als die Hälfte der beteiligten Häuser.

Das Geld liehen sie sich Ende 2011 von der EZB beim ersten von zwei Refinanzierungsgeschäften, die je drei Jahre laufen. Für die EZB beginnt damit der schrittweise Ausstieg aus ihren zahlreichen Krisenmaßnahmen. Analysten rechneten damit, dass zunächst rund 100 Mrd. Euro in die Zentralbank zurückfließen.

Welche Banken das Geld zurückgeben, blieb zunächst unklar. Einige Institute, etwa die Commerzbank oder die britische Lloyds, haben bereits angekündigt, zunächst einen Teil des geliehenen Geldes an die EZB zurückzuüberweisen.

Die Institute nutzen die Option, bereits nach einem Jahr das Geld zurückzugeben, da inzwischen mehr und mehr Banken wegen der abflauenden Krise wieder auf anderen Wegen und billiger als bei der Zentralbank an frische Liquidität kommen.
Die EZB reichte im Dezember 2011 und Februar 2012 zusammen gut eine Billion Euro aus, um Probleme an den Geldmärkten zu lindern.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.01.2013)

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4 Kommentare

Vernebelung, Vernebelung, Vernebelung!

Die Refinanzierungskredite wurden aber nicht von den Banken genommen, die jetzt zurückzahlen sollen, sondern von den Südeuropäern, hauptsächlich von den Griechen. Solche Kredite dürfen von der EZB eigentlich nur gegen Sicherstellungen, z. B. Staatsanleihen vergeben werden. Die kann die EZB dann an Sparer verkaufen und das überschüssige Bargeld damit wieder ensammeln. Die Griechen haben aber nichts, Spanier und andere zu wenig. Deshalb hat die EZB als "Sicherheit" z. B. gegenseitige Schuldverschreibungen von Banken, die gar nichts haben oder solche die erst am 1.1.2999 fällig werden, genommen. Mit dem frischen Geld haben die südländer vorwiegend in Deutschland eingekauft. Um Inflation zu vermeiden, hat die Bundesbank das überschüssige Geld bei der EZB als Einlagenfazilität hinterlegt. Jetzt sollen also die Deutschen und die anderen, die über solche Guthaben verfügen, dieses Geld der EZB schenken, um Inflation zu vermeiden.

Das ist nichts anderes als eine Unterstützung der Nordeuropäer an den Süden und schon wieder eine Umgehung der No-Bail-Out-Klausel und damit eine weitere Schädigung der ohnehin schon in die Rezession schlitternden europäischen Wirtschaft!

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Geldmenge M3 - Inflation

Derzeit dreht sich das Geld nur im Kreis. Die Geldmenge M3 hat sich seit 2008 in der Eurozone nicht erhöht.

Erst die Erhöhung erzeugt dann Inflation. Das kann aber noch kommen. Wenn die Konjunktur anzieht kommt die Inflation.


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wie wäre es wenn sie sich von der politik und unseren steuergeldern lösen würden


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Re: wie wäre es wenn sie sich von der politik und unseren steuergeldern lösen würden

Was würde das bringen?!

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