S&P: Österreich-Rating bleibt AA+, Ausblick verbessert

29.01.2013 | 13:36 |   (DiePresse.com)

Österreich halte der Eurokrise stand und befinde sich auf Budgetpfad. Die Kapitalausstattung der Banken sei aber schwach, urteilt die Ratingagentur.

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Vor einem Jahr hat Österreich von der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) das Höchstrating AAA (Triple A) aberkannt bekommen. Seine Bestnote hat Österreich für seine Kreditwürdigkeit am Dienstag zwar nicht zurück bekommen. Österreichs Rating wurde mit "AA+" bestätigt. S&P stufte allerdings den Ausblick von "negativ" auf "stabil". Die Ratingagentur hob die Widerstandsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft inmitten der Euro-Schuldenkrise hervor. Von den Banken wird mit Blick auf die Risiken im umfangreichen Engagement in Ost/Südosteuropa allerdings ein stärkerer Kapitalaufbau erwartet.

Dass Österreich in wenigen Jahren sein Spitzenrating von S&P zurück erhält, ist aus heutiger Sicht nicht besonders wahrscheinlich. S&P hält die Wahrscheinlichkeit dafür gegenwärtig für gering. Zumal größere fiskalpolitische Fortschritte als im jetzigen Haushaltsplan von der Ratingagentur als kaum machbar beurteilt werden.

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Durch die Verbesserung des Ratingausblicks fühlt sich VP-Finanzministerin Maria Fekter im Kurs bestätigt. "Wir haben die Krise besser gemeistert als andere und unsere Budgetpolitik insbesondere das Reformpaket zeigen Wirkung", so Fekter in Reaktion auf die S&P-Einschätzungen. Besonders erfreulich sei, dass "die heimische Wirtschaft weiter standhaft gegenüber den negativen Auswirkungen der Schuldenkrise bleiben wird", erklärte die Finanzministerin.

Kapitalausstattung der Banken schwach

Der verbesserte Ausblick spiegelt die Erwartungen der Ratingagentur wider, wonach Österreichs Wirtschaft die negativen Folgen der Euro-Schuldenkrise weiterhin gut wegstecken kann, führt die Ratingagentur aus. S&P erwartet zudem, dass die Regierung an ihrem strengeren Budgetsanierungskurs und auch an den in den Haushaltsplänen bis 2016 aufgeführten Reformen festhält. Laut S&P könnte es Österreich schaffen, bis 2017 ein ausgeglichenes strukturelles Budget zu schaffen, vorausgesetzt das europäische Umfeld wird nicht schlechter als derzeit erwartet.

Ein gewichtiger Faktor in den Rating-Erwartungen für Österreich sind die Banken. S&P beurteilt die Kapitalausstattung der Banken in Österreich als schwach. Die Agentur geht davon aus, dass die österreichischen Banken ihre Kapitalbasis weiter stärken. Vor allem um Belastungen im Zusammenhang mit riskanteren Positionen in Ost-und Südosteuropa standzuhalten.

Abstufung möglich

Sollte Österreichs Regierung freilich von seinem Kurs des Defizit- und Schuldenabbaues abweichen, könnte eine Abstufung des Republik-Ratings erfolgen. Diese Rute stellte die Agentur der Regierung ins Fenster, hält aber fest, dass sie davon nicht ausgehe. Auch unerwartete Entwicklungen in der Eurozone könnten Österreich - und damit seine Kreditwürdigkeit - in Mitleidenschaft ziehen.

>>> KARTE: Bonität der EU-Länder

(APA)

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21 Kommentare

supa

na supa!

einmal eine zig-Billion Platinmünze prägen!
grautulation!
7-ter platz:

http://de.ibtimes.com/articles_slideshows/25387/20120229/die-15-reichstennder-der-welt-schweiz-auf-platz-9_7.htm#article_header

supa!

es wird gekürzt und gespart, gemeinden und kommunen haben kein geld.

pensionen , pflege, infrastruktur?
kein geld...

aber supa!

wir sind das 12.-reichste land.
http://de.ibtimes.com/articles_slideshows/25387/20120229/die-15-reichstennder-der-welt-schweiz-auf-platz-9_12.htm#article_header

supi!

ergo:

wie schaut es global aus?


Re: supa

Wo wird bei uns gespart?

zB Gesundheit: Wiener Krankenhäuser bekommen pro "Sozialversicherungspunkt" 144 Cent ausgezahlt, der österreichische Durchschnitt liegt bei 123Cent und Ordensspitäler bekommen 93.

Jetzt stellt sich die Frage, ob für die Gesundheit kein Geld da ist, oder ob da Gelder versickern ohne beim Bürger anzukommen? Oder Ordensspitäler sind um so viel schlechter als öffentliche, oder Landesspitäler bieten schlechtere Betreuung als ein normales wiener Spital.

Und Infrakstruktur?
Für die Infrastruktur der Eisenbahn ist zum Beispiel kein Geld da, weil die ÖBB mit ihrem Umsatz (da sind schon 1Mrd an Subventionen für Schülerfreifahrt und Pensionisten drin) nicht einmal die Personalkosten decken kann. Man könnte jetzt sagen, das ist bei Eisenbahn so, aber leider wird es in Deutschland und der Schweiz anders vorgezeigt.
In den USA werden sogar 40% aller Güter per Bahn transportiert, ganz ohne Subventionen. Umgelegt auf Ö würde dieser Wert ein Drittel weniger LKWs auf den Straßen bedeuten.

Und zu Pensionen?
Verstehen sie, wieso ein ÖBB-Pensionist laut RH-Bericht 10x soviel kostet wie ein ASVG-Pensionist?

Ich bin der Meinung, dass die Diskussion derzeit in eine falsche Richtung läuft.
Schweden hat sein Steuer und sein Wohlfahrtsysstem vollständig umgestellt und es nach Widerstand der damals noch Privilegierten,

Schulden

Jetzt werden erst recht die Schulden erhöht, indem das Pendlerpauschale unnötigerweise erhöht und so die Steuereinnahmen gesenkt (und die Umweltbelastung vergrößert) werden.

Die Oberflächlichkeit solcher Ratings erklärt jene der "Maßnahmen", die sie bedienen.

S

und die politisch tendenziöse Bewertung offen gelegt.

Werden die übernommenen Haftungen für die maroden Staaten und Banken schlagend, dann gute Nacht Österreich.

Für den Verlust des Tripple-A ist die Politik verantwortlich, welche aus Machterhaltsstreben bzw. Parteiinteressen Milliardeneinsparungspotentiale (z. B. Vorschläge des Rechnungshofes zur Verwaltungsreform) brach liegen gelassen hat und noch immer nicht hebt. Auch wenn jetzt der Ausblick auf stabil gesetzt wurde, werden wir eher eine Abstufung als die Rückgewinnung des Tripple-A-Status erleben.

Aufgrund der Fundamentaldaten und der übernommenen Haftungen für die maroden Staaten und Banken, welche noch weiter ansteigen werden, ist auch die AA+ Bewertung mehr als schmeichelhaft. Österreich hat massive strukturelle Probleme (Überalterung der Bevölkerung und die damit zusammenhängenden steigenden Aufwendungen) und vor allem auch wird an den bestehenden Großbaustellen (Spitals-, Pensions-, Verwaltungs- Bildungsreform) seit Jahren bzw. Jahrzehnten herumgedoktert ohne dass bisher eine nachhaltige Verbesserung bewirkt wurde.

Um zu verhindern, dass Österreich aus Machterhaltsstreben bzw. Parteiinteressen den Anschluss verliert bzw. noch weiter ins Hintertreffen gerät, muss das Volk jederzeit als kollektiver Korrekturmechanismus eingreifen können um z. B. die Vorschläge des Rechnungshofes zur Hebung von Milliardeneinsparungspotentialen notfalls erzwingen zu können, wenn Blockaden die Zukunft unseres Landes gefährden.

Re: Werden die übernommenen Haftungen für die maroden Staaten und Banken schlagend, dann gute Nacht Österreich.

Zum ersten Absatz:
Ich denke, da haben Sie nicht ganz unrecht. Wenn die ausgelagerten Schulden ab 2013 in der offiziellen Schuldenstatistik erfasst werden müssen (so habe ich es wenigstens gehört) dürfte die Schuldenquote gegen 100 % des BIP steigen. Da wird wohl eine Neubeurteilung beiden Ratings fällig.

Was mich ebenfalls wundert, sind die negativen Target2-Salden Österreichs, wobei Österreich eines von drei Ländern ist, von denen man keine aktuellen Zahlen erhält. Ende 2011 betrug der Negativsaldo von Target2 für Österreich -69 Mrd. Euro. Ende März 2012 wurde er noch mit -37 Mrd. angegeben. Seither gibt es keine Aufdatierung mehr.

Der Negativsaldo an sich überrascht mich. Negative Target2-Salden entstehen eigentlich nur durch Leistungsbilanzdefizite und Kapitalflucht. An letzteres glaube ich nicht so recht. Dann müssten aber negative Leistungsbilanzsalden da sein, was den offiziellen Zahlen widerspricht. Das Ganze ist für mich undurchsichtig und inkonsistent.


Re: Re: Werden die übernommenen Haftungen für die maroden Staaten und Banken schlagend, dann gute Nacht Österreich.

Target 2 ist ein System zwischen den verschiedenen Zentralbanken der EU und regelt den Zahlungsverkehr. wenn zum Beispiel ein Kunde aus Land A in einem Land B waren bestellt wird die Zahlung per Bank über die Zentralbank der Länder abgewickelt. fliesst Buchgeld ist der Target auf 0. fliesst kein Geld steigt der Target des Landes B und fällt im Land A. Land B ist jetzt über den Betrag Gläubiger und Land A Schuldner. einfach ausgedrückt. was jetzt die Riesen Unterschiede der Target 2 Beträge der Länder, hauptsächlich zu Deutschland, zu bedeuten haben, kann sich jetzt jeder selber ein Bild machen. ;)

Re: Re: Werden die übernommenen Haftungen für die maroden Staaten und Banken schlagend, dann gute Nacht Österreich.

Ja, das ist interessant!
Deutschland mit riesigen Target-Überschüssen und Ö mit Defizit.

Vielleicht ist es so: Der Leistungsbilanzüberschuss von Deutschland kommt nicht nur von Exporterfolgen, sondern auch von Einnahmen aus ihrem beträchlichen Auslandsvermögen. Die deutsche Wirtschaft beschäftigt Millionen von Arbeitnehmern im Ausland.

Dagegen hat Ö wenig anzubieten. Außer dem zu starken Engagement der 3 großen Banken in Ost- Mitteleuropa. Vor allem der hohe Anteil an Fremdwährungskrediten in diesen Ländern dürfte wie ein Klotz am Bein der Banken hängen. Möglicherweise ist das die Hauptursache der Defizite.


Re: Re: Re: Werden die übernommenen Haftungen für die maroden Staaten und Banken schlagend, dann gute Nacht Österreich.

Zur Erklärung von Leistungsbilanzdefiziten/überchüssen:

Normalerweise tendiert die Leistungsbilanz immer gegen 0, weil in der normalen Wirtschaft man sich nie übermäßig Verschulden kann oder nicht mehr Einkaufen kann, als man hat.

Der einzige Spieler, der das Gleichgewicht stören kann ist der Staat.

Investiert der Staat auf Schulden, dann steigt das Vermögen der Bürger und die Importe steigen, die Exporte bleiben aber gleich. Daher geht die Leistungbilanz Richtung Minus. Spart der Staat, sinkt der Inlandskonsum, die Importe sinken in der Folge. Die Exporte bleiben gleich oder tun sich sogar leichter, weil weniger Güter im Inland gekauft werden und daher mehr exportiert wird/werden muß. Daher geht die Bilanz Richtung positiv.

Daher haben Staaten die Sparen oder Schulden abbauen (zB, D und Schweden) eher eine positive Leistungsbilanz und Länder die sich verschulden eher eine negative.

Und es hängt nicht von den Arbeitern im Ausland ab, weil dann müßten die Schweizer irgendwo sein: Die beschäftigen nämlich mehr Menschen im Ausland als es überhaupt Schweizer gibt.

Re: Re: Re: Re: Werden die übernommenen Haftungen für die maroden Staaten und Banken schlagend, dann gute Nacht Österreich.

Umfasst die Leistungsbilanz nicht alles??
Waren- u. Dienstleistungsverkehr. Aber auch die Kapitalbilanz - also Kapitalexport und Import.

Re: Re: Re: Re: Werden die übernommenen Haftungen für die maroden Staaten und Banken schlagend, dann gute Nacht Österreich.

Da ist sicher Einiges dran. Leistungsbilanzüberschüsse entstehen allerdings auch auf Grund besserer Wettbewerbsfähigkeit, beispielsweise besserer Produkte. Das ist gerade am Beispiel Frankreichs und Deutschlands abzulesen. Die Schweiz hätte mit ihrem starken Franken keinen Stich, wenn sie nicht wettbewerbsfähige Produkte anbieten würde (die Schweiz hat einen Handelsbilanzüberschuss von etwa 20 Mrd. Franken pro Jahr).

Noch eine Korrektur: Die Schweizer Wirtschaft beschäftigt etwa 2.6 Mio. Arbeitnehmer im Ausland. Weitere 250'000 Arbeitnehmer aus der EU arbeiten als Grenzgänger in der Schweiz und mehr als eine Million sind in der Schweiz niedergelassene Arbeitnehmer.


Re: Re: Re: Re: Re: Werden die übernommenen Haftungen für die maroden Staaten und Banken schlagend, dann gute Nacht Österreich.

Wettbewerbsfähigkeit wirkt sich auf Dauer gar nicht aus, weil:

Wenn man wettbewerbsfähiger ist, dann steigt der Wohlstand, dadurch steigen die Importe, dadurch wird die Bilanz wieder gedrückt. Auf Dauer geht's ja sowieso nicht, weil irgendwann den Käufern das Geld ausgehen würde und die dann die Produkte nicht mehr Importieren könnten, außer der Staat verschuldet sich.
Geld drucken bringt fast nichts, weil ja der Wert fällt.

Die Schweizer haben keinen Überschuss, weil sie gut sind, sondern weil sie ihren Staatshaushalt in Ordnung haben, im Gegensatz zu den Franzosen, die sich massiv verschulden.
Aber ja, sie müssen gut sein, damit sie ihren Franken "beherrschen" können. Genauso wie die Österreicher gut sein mußten, weil der Schilling 1:7 an die DM gekoppelt war.
Trotz alledem könnten die Schweizer ein riesiges Minus in der Leistungbilanz haben, wenn der Staat sich einfach massiv verschulden würde (was er nicht tut).

Auf was ich hinaus will: Das Außenhandelsdefizit hängt nur zum geringen Teil von der Exportfähigkeit eines Landes ab. Vielmehr wirkt die Sparsamkeit des Staates.

Kurz zu den Arbeitnehmerzahlen: 2.5 Mio sind die direkt Angestellten, da sind jene die in "steuerlichen" Töchtern arbeiten nicht dabei, das sind nochmal ~6Mio.

Re: Werden die übernommenen Haftungen für die maroden Staaten und Banken schlagend, dann gute Nacht Österreich.

Ich stimme Ihnen weitgehend zu.

Eine Lösung sehe ich für eine Verwaltungsreform NUR darin, das die für die Verwaltung zuständige Regierung (Ministet) nicht mehr gewählt werden sondern nur mehr das kontrollierende Parlament.

eh gut - für die anderen

Das ist für ausländische Kreditgeber gar nicht so schlecht, denn jetzt können sie höhere Zinsen verlangen.

Wer hat dieses Spiel eigentlich erfunden?

Keine Ahnung, aber negativ posten.

Das Rating steigert die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen sinken!

Re: Keine Ahnung, aber negativ posten.

das mit dem Keine Ahnung gebe ich retour.

Oder wollen sie mich aufklären wie das alles weiter gehen soll

Re: Re: Keine Ahnung, aber negativ posten.

vielleicht will mir Sochard die Weiterentwicklung der Weltwirtschaft erklären, oder, wie um Gottes Willen die Gier uns alle so beflügelt hat, dass es uns dermaßen in den Schlamm legt.

Ich weiß was ein AAA Rating ist! - und ich wundere mich bis heute, warum Banken Zinsen verlangen, obwohl sie sich eine Erfolgsnote schöpfen könnten - Ohne Zinsen auf den Bürger zu drücken.

Re: Re: Re: Keine Ahnung, aber negativ posten.

stimmt tatsächlich, er hat sich nicht einfach versprochen, sondern er ersetzt Wissen und Verstand mit kruden -wahrscheinlich esoterischen - Ideen

Bei der Regierung kann S&P da auch keinen Vorwurf machen

weil außer immer mehr Schulden torzt höherer Steuern bringen die eben nichts zusammen.

Reformunfähig, immer korrupter und immer mehr Freunderwirtschaft das Rot/Schwar.

-> Abwahl!

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