Bauern drohen Griechenland "lahmzulegen"

Die Landwirte fordern niedrigere Treibstoffpreise. Sie drohen die Autobahnen vollständig zu blockieren. Auch die Seeleute streiken weiter, Inseln ohne Flughäfen sind praktisch abgeschlossen.

Bauern drohen Griechenland lahmzulegen
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Bauern drohen Griechenland lahmzulegen
(c) EPA (VANGELIS BOUGIOTIS)

Die Bauern fordern unter anderem niedrigere Preise für Treibstoffe. Sie können nach Angaben ihrer Verbände nicht mehr mit Gewinn produzieren. Die Landwirte drohen, mit ihren Traktoren die Autobahn vollständig zu sperren, die die griechische Hauptstadt Athen mit der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki verbindet. Zudem planen sie, auch andere wichtige Verbindungen sowie die Zufahrtsstraßen zu den Grenzübergängen des Landes zu sperren. "Wenn Athen nicht unseren Forderungen nachkommt, werden wir Griechenland lahmlegen", skandierten aufgebrachte Bauern am Montag.

Die Arbeitsniederlegungen machen sich bereits bemerkbar. Es gibt Lebensmittel-Engpässe und Agrarexporte in die Balkanländer und andere Staaten mussten verschoben werden. Die Regierung führt Gespräche mit den Streikenden. Sie verwehrt sich jedoch gegen Forderungen, die Reformen unterlaufen würden, die von den internationalen Geldgebern im Gegenzug für die Milliardenhilfen verlangt werden.

Im Fährenstreik kein Ende in Sicht

Auch im Fährenstreik in der Ägäis ist kein Ende in Sicht. Die griechischen Seeleute, die in der Küstenschifffahrt beschäftigt sind, setzten am Montag ihren seit fünf Tagen andauernden Streik fort. Auch am Dienstag wird kein Schiff in Piräus ankommen oder auslaufen. Die Folge: Viele Inseln, die über keinen Flughafen verfügen, sind praktisch von der Außenwelt abgeschnitten. Der internationale Fährverkehr zwischen Italien und Griechenland läuft dagegen normal.

Die Proteste sind Folge der Sparpolitik. Die griechische Wirtschaft schrumpft seit beinahe sechs Jahren. Die Schiffe laufen fast leer zu den Inseln aus, weil die Einheimischen ihre Reisen auf die absolut notwendigen beschränkt haben. Die Reedereien entlassen Seeleute oder zahlen mit Verspätung. Einige schulden den Seeleuten sogar mehrere Monatsgehälter, sagt die zuständige Gewerkschaft.

 

(APA/dpa/Reuters)

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