Bauern drohen Griechenland "lahmzulegen"

04.02.2013 | 13:18 |   (DiePresse.com)

Die Landwirte fordern niedrigere Treibstoffpreise. Sie drohen die Autobahnen vollständig zu blockieren. Auch die Seeleute streiken weiter, Inseln ohne Flughäfen sind praktisch abgeschlossen.

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Die Bauern fordern unter anderem niedrigere Preise für Treibstoffe. Sie können nach Angaben ihrer Verbände nicht mehr mit Gewinn produzieren. Die Landwirte drohen, mit ihren Traktoren die Autobahn vollständig zu sperren, die die griechische Hauptstadt Athen mit der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki verbindet. Zudem planen sie, auch andere wichtige Verbindungen sowie die Zufahrtsstraßen zu den Grenzübergängen des Landes zu sperren. "Wenn Athen nicht unseren Forderungen nachkommt, werden wir Griechenland lahmlegen", skandierten aufgebrachte Bauern am Montag.

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Die Arbeitsniederlegungen machen sich bereits bemerkbar. Es gibt Lebensmittel-Engpässe und Agrarexporte in die Balkanländer und andere Staaten mussten verschoben werden. Die Regierung führt Gespräche mit den Streikenden. Sie verwehrt sich jedoch gegen Forderungen, die Reformen unterlaufen würden, die von den internationalen Geldgebern im Gegenzug für die Milliardenhilfen verlangt werden.

Im Fährenstreik kein Ende in Sicht

Auch im Fährenstreik in der Ägäis ist kein Ende in Sicht. Die griechischen Seeleute, die in der Küstenschifffahrt beschäftigt sind, setzten am Montag ihren seit fünf Tagen andauernden Streik fort. Auch am Dienstag wird kein Schiff in Piräus ankommen oder auslaufen. Die Folge: Viele Inseln, die über keinen Flughafen verfügen, sind praktisch von der Außenwelt abgeschnitten. Der internationale Fährverkehr zwischen Italien und Griechenland läuft dagegen normal.

Die Proteste sind Folge der Sparpolitik. Die griechische Wirtschaft schrumpft seit beinahe sechs Jahren. Die Schiffe laufen fast leer zu den Inseln aus, weil die Einheimischen ihre Reisen auf die absolut notwendigen beschränkt haben. Die Reedereien entlassen Seeleute oder zahlen mit Verspätung. Einige schulden den Seeleuten sogar mehrere Monatsgehälter, sagt die zuständige Gewerkschaft.

 

(APA/dpa/Reuters)

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12 Kommentare

also ich glaube die griechische Mentalität ist (mit)schuld

ein Volk "umzuerziehen" dauert Jahrhunderte

lassen wir sie ziehen

streiken bringt ja so viel

ich hinke also drohe ich damit,mmir ins andere bein zu schiessen. sehr intellent...

Auch die Seeleute streiken............

..............und die Reeder zahlen wie gewohnt KEINE Steuern!!

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griechenland hat eh merkel schon lahmgelegt


Die spinnen, die Römer

Die Griechen haben sich scheinbar viele Jahre auf Pump ein schönes Leben gemacht. Jetzt aufeinmal müssen sie mit dem auskommen, was sie selbst verdienen und sie sind aufgebracht, dass man so etwas von ihnen verlangt. Sie streiken. Wissen die nicht, dass sie dadurch das Land noch mehr in die Krise stürzen?
Die Geldgeber sind sicher mitschuld an der griechischen Misere. Aber man gewinnt den Eindruck, dass immer noch viele Griechen glauben, sie selbst träfe überhaupt keine Schuld an ihrer Armut und sie hätten ein Recht darauf, dass sie mehr ausgeben dürfen als sie verdienen. Dafür streiken sie.

Re: Die spinnen, die Römer

Die sind wohl eher angefressen, dass die ganzen Hilfszahlungen nur Banken zu Gute kommt die an der Situation im Land nichts ändern.

Ist auch schwer nach zu vollziehen, dass ein Land immer weiter Schulden aufnimmt nur um die Gläubiger nicht zu verärgern.

Dort wären doch die meisten lieber in die Staatspleite gegangen. Das passt - verständlicherweise - aber den anderen EU-Staaten nicht, die unvernünftigerweise viel Geld hineingepumpt haben.

Re: Re: Die spinnen, die Römer

Wer hier rot verteilt, der soll mir bitte erklären wie diese Hilfszahlungen die versickern und Wirtschaften im weitesten Sinne unmöglich machen - hohe Steuerlast mit absolut keiner Möglichkeit Fremdkapital für ein Unternehmen zu erlangen - gut für die Bevölkerung sind?

Griechenland ist die bankrote Version von Österreich. Wir haben einige Vorteile wie ein spitzen System zur Ausbildung für Fachkräfte (Lehre ist unschlagbar im internationalen Vergleich!), Deutschland als großen Bruder an den sich schamlos angehängt wird und eine historisch übrig gebliebene Rolle als Ost/West-Drehscheibe.

Gäbe es das alles nicht, würden im Moment ÖVP/SPÖ genauso versuchen für ihre Freunderln und sich Geld abzupumpen wie es gerade in Griechenland passiert.

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Re: Die spinnen, die Römer

Von welchen Griechen sprechen Sie? Der Durchschnittsgrieche hat auch vor der Krise schon viel gearbeitet (höchste Wohchenarbeitszeit Europas! http://blog.handelsblatt.com/global-reporting/2011/02/19/die-griechische-rentenluge-und-andere-vorurteile/) und wenig verdient...überhaupt bei Anbetracht der im letzten Jahrzehnt sehr stark angezogenen Preise. Und ein Streik hin oder her bewirkt doch nichts mehr! Im Gegenteil: Warum sollen sie denn arbeiten, wenn die Löhne, so überhaupt bezahlt, ins Bodenlose fallen, die Preise gleichbleiben und der Staat stattdessen ungeniert bei den ärmsten und wehrlosesten zugreift während - Binnenmarkt sei dank - die beträchtliche Anzahl der Profiteure des letzten Jahrzehnts ihre Abermillionen wenn nicht gar Milliarden im Ausland ins trockene bringt?
Die Revolte ist die einzige Möglichkeit, die hier noch bleibt.

Re: Die spinnen, die Römer

genau meine Meinung

Griechenland hat ein schweres Leistungsproblem!

Das Problem mit der fehlenden Leistung der Gesellschaft für die Gesellschaft ist so gewaltig, dass das ganze Land zu einem Sozialfall werden ließ.

Streiken verhindert Leistungserbringung, kann also nur der falsche Weg sein.

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Re: Griechenland hat ein schweres Leistungsproblem!

Der falsche Weg war, diesem Land den Euro zu schenken, obwohl man wusste, dass damals die Bilanzen "getürkt" waren. Die große Mitschuld an dem Desaster tragen die EU-Bonzen und alle nationalen Regierungen, die dem zustimmten.

Re: Re: Griechenland hat ein schweres Leistungsproblem!

Der Euro war kein Geschenk an Griechenland, der wurde von den Griechen erschlichen. Ich meine auch, dass die Hauptfehler nach dem Beitritt zur Eurozone passiert sind. Da ging es ja erst so richtig los. Die Griechen werden dadurch aber keinen Vorteil haben.

Die große Mitschuld an dem Desaster tragen die EU-Bonzen und alle nationalen Regierungen, allen voran Frankreich und Deutschland. Die sind ja auch schon lange Vertragsbrüchig und halten den Zustand des Vertragsbruchs auch stabil aufrecht.

Es wird kommen wie es kommen muss, weil das Versagen einfach nur galaktisch war. Die Idee eines freien Europas für freie Bürger wurde nichts anders als eine korrupte Umverteilungseinheit im Gelddruckerwahnsinn und Schuldemachwahnsinn. Die geben ja bis Heute keine Ruhe und haben sich zum "noch mehr Schuldenmachen" den ESM geschaffen. Weil das keine Zukunft hat, so wird der Euro in die Luft gejagt werden, die EU gleich mit dazu. Die Entscheidungsträger werden das Gegenteil von deren Ziel erreichen!

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