Euroraum: Wachsender Berg fauler Kredite bei Banken

11.02.2013 | 11:34 |   (DiePresse.com)

Im Euroraum sitzen die Banken auf faulen Krediten in der Höhe von 918 Milliarden Euro, besagt eine Studie von Ernst & Young.

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Die Banken im Euroraum kämpfen einer Hochrechnung zufolge mit einem wachsenden Berg fauler Kredite. Auf die Rekordsumme von 918 Milliarden Euro belaufen sich laut Ernst & Young (E&Y) aktuell Kredite, die Unternehmen und Privatleute wegen der Wirtschaftsflaute nicht mehr fristgerecht zurückzahlen können.

Besonders stark betroffen seien Spanien und Italien, heißt es in der am Montag veröffentlichten Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Dort seien 15,5 beziehungsweise 10,2 Prozent der Ausleihungen ausfallgefährdet. In der Eurozone insgesamt fielen 7,6 Prozent der Kreditsumme in diese Kategorie. Binnen Jahresfrist erhöhte sich die Summe der faulen Kredite bei Geldinstituten im Euroraum um 80 Milliarden Euro.

Deutschland steht relativ gut da

Deutsche Banken stünden dank der vergleichsweise starken Binnenkonjunktur deutlich besser da: Der Anteil fauler Kredite liege bei deutschen Instituten in diesem Jahr bei nur 2,7 Prozent. Die Experten gehen davon aus, dass deutsche Institute im laufenden Jahr ihren Bestand an notleidenden Krediten von 200 Milliarden Euro auf 183 Milliarden Euro verringern können. In der Eurozone insgesamt werde dieser Trend erst 2014 einsetzen. Zu Österreich hat Ernst & Young keine Daten erhoben.

Trotz der schwierigen Lage im Kreditbereich traut Ernst & Young den Euro-Banken im laufenden Jahr steigende Gewinne zu: um drei Prozent von 632 Milliarden auf 651 Milliarden Euro. "Die Banken sind in den vergangenen Jahren zum Teil bereits stark geschrumpft, sowohl von der Bilanzsumme als auch von der Mitarbeiterzahl her", erklärte E&Y-Partner Claus-Peter Wagner.

Kreditvergabe schleppend

Die Vergabe neuer Kredite im Euroraum dürfte 2013 nach Einschätzung von Ernst & Young eher schleppend verlaufen. In Deutschland sei jedoch gegen den Trend mit mehr Krediten zu rechnen - sowohl für Unternehmen als auch für Verbraucher und Bauherren.

Die Studie schreibt Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der nationalen Aufsichtsbehörden für die Bankenbranche fort.

(APA/dpa)

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13 Kommentare

Die Erfolgsgeschichte der EU...

...geht weiter...

Faymann will das mit den Ersparnissen österreichischer Pensionisten kompensieren


Ist das neu?

In der gesamten EU haben Politiker und Banken gezockt!

Der Euro bringt uns billigere Preise, mehr Arbeitsplätze und Sicherheit haben uns SPÖ+ÖVP+Grüne versprochen.

Und wir haben mit 66% JA zu dieser EU gesagt. Wir verdienen nichts anderes.

Egal wie man es dreht und wendet

ist der Euro hoffentlich out, sonst müssen wir für diese Kredite auch noch bürgen .

Das Monster Finanzunwesen sitzt auf uneinbringlichen Krediten von 10.000 Mrd. Euro!

Das ist die Gesamtsumme der offiziellen Staatsschulden der Länder der Eurozone. Diese Länder können der Schulden ja schon lange nicht mehr begleichen, haben auch keine Sicherheiten!, die brauchen zu den Umbuchungen schon lange eine Erhöhung des Gesamtschuldenstandes.

Diese Schuldner sind auch schon lange so kaputt, dass diese sogar die Zinsen über eine Schuldenerhöhung bezahlen müssen.

Das ist das Kernproblem des Monster Finanzunwesens. Die haben sich vom Monster Staatsunwesen 10.000 Mrd. Euro umhängen lassen, welche niemals beglichen werden.

Mit dem ESM sollen es nun um min. 1.000 Mrd. mehr werden. Nur, diese 1.000 Mrd. Euro reichen den Ländern vielleicht für 2-3 Jahre, dann werden die Mrd. auch schon sinnlos verbraucht worden sein.

Viele Unternehmen steigerten in den letzten Jahren (seit 2009) die Eigenkapitalquote erheblich, die wollen nicht mehr in Schulden ertrinken = fallende Nachfrage. Kapazitätserweiterungen werden kaum gemacht, die Perspektiven für Europa sind ja auch schlecht (gemacht worden!).

Die Privaten wollen auch nicht mehr in Schulden ertrinken und fragen weniger Kredite nach.

Es sind nur noch 2 Gruppen, welche steigende Kreditvolumen wollen. Die Monster Staatsunwesen und Finanzunwesen. Es sind auch nur die beiden Monstergruppen, welche NOTLEIDEND sind.

Die Notleidenden sind aber sehr hungrig und wollen von deren Mitmenschen noch viel mehr Nahrung. Nur, die Menschen der Realwirtschaft werden das Volumen an Nahrung nie zur Verfügung stellen können!

kaum hat die eu ein budget von 960 mrd. euro beschlossen ...

melden die banken über ihre berater Ernst & Young einen finanzbedarf (abschreibungen) von 918 mrd. euro an.

das sieht man wieder mal den "vorauseilenden gehorsam" unserer 27 regierungschefs.

Fragt

einfach Skandinavier was Sie von der EU und vom Euro halten? Es würden Vielen die Augen aufgehen. Die lassen sich nicht manipulieren und diese EU Propaganda geht bei denen vorbei. Feststellen kann man aber, daß dort die Medien viel objektiver berichten als bei uns, wobei die KRONE und der ORF die Medien sind, die am meisten manipullieren.

Re:Krone?

dass die Krone für die Eu und Euro ist wäre mir neu!

Re: Fragt

das merkt man bei denen am Wahlverhalten aber nicht unbedingt. Jammern und die Augen verdrehen ist zu wenig. Bei uns gibt es auch viel Unmut.

Macht nix! Wir Steuerzahler (vor allem Mittelstand und Pensionisten) werden das schon zahlen.


Re: Macht nix! Wir Steuerzahler (vor allem Mittelstand und Pensionisten) werden das schon zahlen.

Im Moment sind wir Pensionisten schwere Belastungen. Wir haben zwar eingezahlt aber das Geld ist weg, für Wahlgeschenke ab 1970.

Re: Macht nix! Wir Steuerzahler (vor allem Mittelstand und Pensionisten) werden das schon zahlen.

Genau das Gleiche wollte ich auch schreiben.

Re: Macht nix! Wir Steuerzahler (vor allem Mittelstand und Pensionisten) werden das schon zahlen.

Stimmt und der Mitzi fallen dazu immer wieder neue Ideen dazu ein. Natürlich rechnen die mit unserer Geduld und Gutmütigkeit.

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