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Eurorettung: Zypern bekommt keinen Blankoscheck

11.02.2013 | 18:23 |  von unserem Korrespondentenmichael laczynski (Die Presse)

Die Finanzminister der Eurozone überlegen, ob beziehungsweise wie dem überschuldeten Inselstaat geholfen werden könnte. Entschieden wird aber frühestens im März.

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Brüssel. Nach dem Nervenkitzel der vergangenen Woche – Stichwort nächtlicher Verhandlungsmarathon beim Brüsseler Budgetgipfel – liest sich die Tagesordnung für das heutige Treffen der EU-Finanz- und Wirtschaftsminister (Ecofin) schaumgebremst: Auf der Agenda stehen unter anderem so aufregende Punkte wie die Entlastung des Haushaltsplans 2011 oder die Budgetleitlinien des Rates für das laufende Jahr. Und auch das gestrige Treffen der Finanzminister der Eurozone, das am Vorabend des Ecofin stattfindet, verlief in relativ ruhigen Bahnen.

Dass diese Bahnen aber nur relativ ruhig waren, haben die Euro-Ressortchefs einem Mitglied zu verdanken, das gerade einmal 0,15 Prozent zur Wirtschaftsleistung der Eurozone beiträgt: Zypern. Ein in Schieflage geratener Finanzsektor, der an das Achtfache der Wirtschaftsleistung heranreicht, droht den Inselstaat in die Tiefe zu reißen, falls Europa nicht rettend einspringt. Der Umfang des unmittelbar benötigten Hilfspakets wird auf rund 17 Milliarden Euro geschätzt, was in etwa dem jährlichen zyprischen BIP entspricht – davon sollen zehn Milliarden direkt in den Bankensektor und der Rest in den Staatshaushalt fließen.

Einen Hilfsantrag beim Europäischen Finanz-Rettungsschirm ESM in der Höhe von 17,5 Mrd. Euro hat die Regierung in Nikosia bereits im Sommer 2012 gestellt. Dass die Angelegenheit frühestens im März entschieden wird, hängt mit zwei Faktoren zusammen: Erstens wird in Zypern am kommenden Sonntag der Präsident gewählt – nachdem Amtsinhaber Demetris Christofias (siehe rechts), der die europäischen Hilfsgelder am liebsten ohne Bedingungen hätte, nicht mehr antreten darf, wollen die EU-Partner die neue Regierungsmannschaft abwarten, bevor sie (eventuell) zur Tat schreiten.

 

Bankfiliale der Oligarchen

Schwerer wiegt allerdings der zweite Faktor: Zypern gilt als ausgelagerte Bankfiliale der russischen Oligarchen, die dort – so der unschöne Verdacht – ihre Vermögen weißwaschen. Für die engen Bande zwischen Nikosia und Moskau spricht die Tatsache, dass Russland 2012 mit einem Kredit von 2,5 Mrd. Euro einsprang. Überspitzt formuliert lautet das Argument der Gegner einer Hilfe für Zypern wie folgt: Warum sollen europäische Steuerzahler mit ihrem Geld russische Millionäre retten?

Die Frage nach dem Warum ist schnell beantwortet: Nach Ansicht so gut wie aller Experten ist Zypern trotz seiner Kleinheit systemrelevant – unter anderem, weil die (ohnehin geschwächten) griechischen Banken rund 15 Mrd. Euro Forderungen gegenüber Zypern in ihren Büchern haben. Sollte die Insel also krachen, dürfte die griechische Krise wieder voll ausbrechen. Und daran dürfte Deutschland, das stellvertretend für die Sorgen aller Steuerzahler steht, kein Interesse haben.

 

Verluste für Kontoinhaber?

Nichtsdestoweniger dürfte es für Nikosia keinen Blankoscheck geben – die bisherigen Geldgeber Zyperns werden wohl in der einen oder anderen Form zum Handkuss kommen. Wie die „Financial Times“ am Montag aus einem Memorandum der EU-Kommission zitierte, werden derzeit mehrere Optionen erörtert, die von einem Haircut (Abschlag auf den Wert) bei zyprischen Anleihen bis hin zu einer Beteiligung bestimmter (vor allem ausländischer) Kontoinhaber reichen.

Letztere Option würde wohl hauptsächlich die russischen Bankkunden treffen und ließe sich daher politisch leichter verkaufen, wird aber laut „Financial Times“ von den Verfassern als zu riskant abgelehnt – weil sie einen Sturm der Bankkunden in ganz Südeuropa auslösen könnte. Die EU-Kommission hüllte sich gestern jedenfalls in Schweigen: „Es gibt von unserer Seite keinen offiziellen Vorschlag, der diesen Medienberichten entsprechen würde“, so ein Sprecher der Behörde. Nachsatz: Man arbeite daran, die Lasten einer Hilfe „fair“ zu verteilen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.02.2013)

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14 Kommentare

Der Schärdinger

Alle werden wieder bezahlen, weil sonst kommt es so fürchterlich..............
Bei uns kommt es auch fürchterlich im Herbst!!!

1 0

na gehts ..

die ganzen europäischen banken hängen doch mit ihren zyperntöchtern da drinnen .. darum geht es wirklich :-)

6 0

Ich kann es nicht mehr hören

Selbstverständlich wird bezahlt werden.


Zypern?

Meinen Sie die russische Enklave im Mittelmeer?

Re: Zypern?

die tü(r)ckische Enklave

Re: Re: Zypern?

Türkische Enklave wissen ja alle. Eine russische Enklave EU-Mitglied! Moskow entscheidet in Brüssel mit?

Re: Re: Re: Zypern?

Tückisch House, tückisch.

Ist fast dasselbe wie türkisch. Ihre Kommentare auch immer wieder.
(Der Gray hat halt mitgedacht!)


ich meine,

da soll sich die russische mafia darum kümmern, die retten keine zypriotischen banken alternativlos.

da herrschen rauere sitten.

erstmal, seit geraumer Zeit gibt es ZYPERN nicht mehr

den Norden beherrscht das Wirtschaftswunderland Türkei (ha ha)

den Süden die Russenmafia

was geht uns das jetzt genau an ?

Nach Ansicht so gut wie aller Experten ist Zypern trotz seiner Kleinheit systemrelevant

Dann wär´s an der Zeit, dass sich so gut wie alle Experten Gedanken über das System machen.

Denn: Niemand, der auch nur die geringste Ahnung von irgendetwas hat würde einem Unternehmensteil von 0,15% erlauben, das Gesamtunternehmen zu gefährden.

Jede Wette

Gezahlt wird sowieso, die Politverbrecher verarschen uns komplett. Und sie wissen sogar das wir das wissen.

wie wärs

wenns erstmal ihr öl verkaufen und dann nochmal nachrechnen?

Anscheinend

weiß der Faymi noch nicht, daß Zypern was braucht?

Zypern bekommt keinen Blankoscheck?

Ganz im Gegenteil, wird der marode €uro um jeden Preis "gerettet" und zwar bis dorthin, wo eine Manupilation nicht mehr greifen kann.

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