Finanzsteuer für OeNB-Chef Nowotny "den Versuch wert"

14.02.2013 | 22:28 |   (DiePresse.com)

Mit der neuen Steuer könne man aber Krisen nicht verhindern, aber Spekulationen teurer machen. Das normale Bankgeschäft sei kaum betroffen.

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Die nun von der EU-Kommission offiziell vorgeschlagene Finanztransaktionssteuer, die in elf EU-Staaten eingeführt werden soll, habe "eine Größenordnung, die zumindest einmal den Versuch Wert ist", meint OeNB-Chef Ewald Nowotny: "Ich denke, das müsste funktionieren". Die Maßnahme sei "eine Novität", nun sei es wichtig, sie "in Gang zu setzen" und dann zu sehen, "ob es so funktioniert wie man glaubt", sagte Nowotny am Donnerstagabend in der ZiB2.

Krisen könne man damit nicht verhindern, das wäre unrealistisch. Aber kurzfristige spekulative Transaktionen würden teurer und damit unrentabel. Außerdem ergäben sich zusätzliche Einnahmen für den Staatshaushalt, die zumindest teilweise in einen "Stabilisierungsfonds" für Banken fließen sollten, wünscht sich Nowotny. Mit einem erwarteten Volumen von 31 Milliarden Euro handle es sich aber sicher um "mehr als ein Symbol".

Betroffen sei davon nicht das übliche Geschäft, auf das der Großteil der Aktivitäten österreichischer Banken entfalle. Standorte für Hochfrequenzhandel würden vielleicht geschwächt - aber da müsse man sich überlegen, "ob ich das will". Devisengeschäfte seien ausgenommen, um den Außenhandel nicht zu belasten, "da muss man sehen, wie es sich auswirkt".

(APA)

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15 Kommentare

Unverständlich

Diese Steuer wird keine Finanzkrise verhindern, sondern in jenen Staaten, die mitmachen, Arbeitsplätze und Einkommen vernichten. Aus einer ideologischen Spinnerei ist eine europäische Hype geworden, um dem bösen Kapital zu schaden. Aber die Großinvestoren haben damit kaum ein Problem: sie handeln eben wo anders und sie handeln nicht mit EU Finanzprodukten aus jenen Ländern, die an dem Spuk mitmachen.

Re: Unverständlich

wenn die Linken Gerechtigkeit herstellen, ist ihnen jeder Schaden recht und kann nicht groß genug sein.

Re: Unverständlich

korrekt, aber das werden unsere Linken nie kapieren, dafür fehlt es ihnen an intellektuellem Fähigkeiten. gut, hätten sie die wären sie ja keine Linken.

OeVfP statt OeNB

ich wäre dafür dass man BANK zum schluss streicht, und sie wahrheitsgemäss bezeichnet ..

Oesterreichische Versorgungsanstallt für Parteigünstlinge :-)

.. er weiss ganz genau, dass es nicht funktionieren kann, aber als parteisoldat darf er natürlich vor der wahl dem faymann nicht seine ohnehin schon durch die salzburger gekippten wahlkampfslogan von wegen kampf den spekulanten stören . -- drum schützen sie halt jetzt das wasser, die öffis, den gemeindebau und die hauskatze :-)

sorry .. aber ein mindestmass an redlichkeit ist man wenn man mal auf einer uni vor den leuten gestanden hat, seinen studenten einfach schuldig, und die läst man sich nicht von jemand, der nicht mal die matura hat auch nicht durch ein zugegeben recht ordentliches gehalt abkaufen ...

"Den Versuch wert"

Na, probier ma 's halt.

Hoppla, Ergebnis-> Finanzplatz tot, Arbeitsplätze weg. London, Singapur u.a. reiben sich die Hände.

Naja, macht nichts. Hamma 's halt probiert.

Klingt etwas unstrukturiert, der Hr. N.

Also mal wieder ein nettes kleines Experiment. Schade, dass wieder die Gelegenheit verpasst wurde zu fragen, warum Aktien 10mal schädlicher als Derivate sein sollen.

Einfach eine neue Steuer für Finanzprodukte

Dadurch wird einfach eine neue Einnahmequelle eröffnet.

Natürlich zahlen wir alle bei allen Bankgeschäften, meistens eben versteckt - wie liberaler - diese anführt. Da auch der Handel zwischen den Banken versteuert wird, werden auch die sonstigen Spesen sich (natürlich nur zufällig) erhöhen. Oder wie ich lese, die Zinsen auf Kredite werden erhöht, ohne, dass dies vom Markt her auch nötig wäre.

Dazu kommt, dass ja nicht alle Länder mitmachen, somit ein Plus an Steuereinnahme und ein Minus für die Anleger in den Teilnehmerstaaten.

Das Schröpfen der eigenen Bürger kennt keine Grenzen.


endlich sag das mal einer!

die Finanzantransaktionssteuer, trifft nur:
..."kleine" Aktiensparer
... betriebliche Altersvorsorge
...private Altersvorsorge
...Lebensversicherungen
...Investmentfondssparpläne, wenn nicht in Luxemburg oder Schweiz gelagert.
etc...
kein Bankgeschäft ist von der Steuer betroffen.

gut, gut

das Sparbuch ist nicht betroffen. ;)

Finanzsteuer für OeNB-Chef Nowotny "den Versuch wert":

Die Meinung des Herrn Gouverneurs ist von ihm nur "herunter gelesen" und daher "nichts Neues".

Geschrieben werden die Reden von anderen Leistungsträgern!

unfähig

"Ich denke, das müsste funktionieren". Die Maßnahme sei "eine Novität", nun sei es wichtig, sie "in Gang zu setzen" und dann zu sehen, "ob es so funktioniert wie man glaubt", sagte Nowotny am Donnerstagabend in der ZiB2.

wenn ich solche aussagen lese, weiss ich, wie es um die nationalbank steht.

da rote nowotny...

intellektuell und analythisch ist der Weidmann schon ein anderes kaliber...

EU Staatsanleihen sind auch ausgenommen

Die braucht man ja für Wählergeschenke um an der Macht zu bleiben.

Lächerlich

Der Devisenhandel ist ausgenommen? Der bei weitem größte Finanzmarkt der Welt ist ausgenommen? Und da wird spekuliert, daß sich die Wände biegen. Gerade hat Soros mit seinem Fonds angeblich eine Mrd USD bei seiner Spekulation gegen den Yen verdient.Um das zu verdienen muß er aber ein großes Rad gedreht haben. Volumen wahrscheinlich Milliarden USD. Diese Leute bleiben ungeschoren, während österr. Kleinanleger beim Kauf von Aktien 0,1% und beim Verkauf nocheinmal 0,1% hinlegen müssen. Das ist nicht europ. Solidarität sondern eine Abzocke par excellance.

Re: Lächerlich

korrekt, diese Steuer ist sogar kotraproduktiv. Tobin, der anfangs eine ähnliche Steuer erarbeitet hat, hat sich nach weiteren Studien von seiner Idee wieder getrennt, da sie zu Spekulationen und Verwerfungen auf den Finanzmärkten führt. Nur die dummen Linken verherrlichen heute die Tobin-Steuer und meinen die Finanztransaktionssteuer wäre so etwas ähnliches.

arme SPÖVP

das Zocken im Hinterzimmer mit Steuergeld wird jetzt auch noch besteuert...?

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