Eurostaaten: Reiche Russen sollen Zypern retten

22.02.2013 | 09:08 |   (DiePresse.com)

Zypern braucht dringend Geld. Nun wollen die Eurostaaten ausländische Bürger und Konzerne an einem Rettungsprogramm für das Land beteiligen.

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Erst am Donnerstag hat der Chef des Euro-Rettungsfonds ESM, Klaus Regling, das in wirtschaftliche Schieflage geratene Zypern als Risiko für die gesamte Eurozone bezeichnet. Zypern sei "systemrelevant", sagte Regling der französischen Zeitung "Le Figaro". Die EZB befürchtet ein Wiederausbrechen der Euro-Krise. Daher sollen nun ausländische Investoren an einem Rettungsprogramm beteiligt werden, berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

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Der Plan der Euro-Staaten: Reiche Bürger und Konzerne, die ihr Geld auf Zypern angelegt haben, sollen an den Kosten des geplanten Hilfspakets für den Inselstaat beteiligt werden, schreibt die Zeitung. Es werde geprüft, wie ein solcher "Sanierungsbeitrag" privater Kontoinhaber und Bankgläubiger - von denen viele aus Russland kommen - aussehen könnte.

Zypern braucht 17 Milliarden Euro

Diskutiert werden höhere Steuern auf Unternehmensgewinne, Kapitalerträge, Villen und Grundbesitz sowie die Einführung einer Vermögenssteuer. Einer bislang unveröffentlichen EZB-Studie zufolge, die der "Süddeutschen Zeitung" vorliegt, liegt das private Pro-Kopf-Vermögen in Zypern innerhalb der Eurozone in der Spitzengruppe - noch vor Deutschland. Erwogen wird aber auch, Forderungen in- und ausländischer Geldgeber gegen Banken in Beteiligungen an diesen umzuwandeln.

Zypern hatte im Juni 2012 eine Anfrage auf Hilfe aus dem Euro-Rettungsfonds gestellt, es benötigt nach eigenen Angaben rund 17,5 Milliarden Euro. Die Summe entspricht in etwa der jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes. Im Falle eines Hilfspakets würden die Staatsschulden auf 140 Prozent der Wirtschaftsleistung ansteigen. Vor allem Deutschland zweifelt an der Schuldentragfähigkeit Zyperns.

Wichtige Niederlassungen in Griechenland

Trotz der verhältnismäßig kleinen zypriotischen Wirtschaft könnten die Schwierigkeiten des Landes das gesamte Finanzsystem der Eurozone destabilisieren. Die zypriotischen Banken hätten wichtige Niederlassungen in Griechenland, sagte der deutsche ESM-Chef. Die Märkte beobachteten Zypern sehr genau. Die deutsche Seite hatte mehrfach erklärt, das "systemische Risiko" sei eine der Voraussetzungen dafür, dass der ESM greifen und einem wirtschaftlich angeschlagenen Land geholfen werden könne.

Regling forderte von Zypern Reformen, etwa im Bankensektor. Auch müsse das Land "das Problem des Verdachts der Geldwäsche" in den Griff bekommen. Zypern gilt als bevorzugtes Land für Schwarzgeld aus Russland, was der Inselstaat aber bestreitet.

Hoffen auf einen konservativen Präsidenten

Am Sonntag findet in Zypern die Stichwahl über den künftigen Präsidenten statt. Nach Angaben aus Kreisen der Währungsunion steigen die Chancen auf Hilfen für das schuldengeplagte Zypern, wenn sich der konservative Kandidat Nikos Anastasiades durchsetzt und - wonach es momentan aussieht - Präsident wird. Er hatte die erste Runde der Wahlen mit einem Stimmanteil von 45,4 Prozent gewonnen und damit deutlich vor seinem kommunistischen Mitbewerber Stavros Malas gelegen. Anastasiades hatte signalisiert, dass er der Forderung der Euro-Partner nach mehr Privatisierungen folgen würde.

(Red.)

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12 Kommentare

Reiche Russen sollen Zypern retten

es ist beim besten Willen nicht vorstellbar dass Russische Reiche Leute, genannt Oligarchen, ihr Geld ausgerechnet in Zypern gelassen haben nachdem es absehbar das dieses Land in die EU kommt.

Das ganze Problem ist verursacht durch Griechenland und dessen Politik.

Bei genauer Betrachtung aller Fakten scheint hier etwas ganz anderes dahinter zu stecken.

Die Zeit wird das zeigen!!!!!!!!!!!!

Über Zypern werden russische Schwarzgelder

in der Höhe vieler hunderte Milliarden verschoben und die Deutsche Bank ist mit ihrer Filiale dort gut im Geschäft. Das zeigte des ZDF-Magazin "Frontal 21" am vergangenen Dienstag. Die deutschen Politiker sind jetzt aber nicht mehr bereit, dieses Land mit deutschem Steuerzahlergeld zu "retten". Da wird es noch viele Gefechte in der EZB geben und man wird auf die Deutschen wieder einmal losgehen. Diese EU ist zum Scheitern verurteilt, das wissen alle, die involviert sind, doch niemand traut sich das laut zu sagen.

Die EZB befürchtet ein Wiederausbrechen der Euro-Krise.

Wieso wurde mein harmloser Kommentar: Kein Steuergeld für Zypern, eigentlich gelöscht?
nein, sagt auch Gerhard Schick, in der ZEIT: "Zypern hat sich zum Schaden ehrlicher Steuerzahler in ganz Europa seit Jahren als innereuropäische Steueroase positioniert"
Ca 250 000 Kapitalgesellschaften (900 000 Einwohner!) und einer Holding kann man ohne Steuern abliefern zu müssen in der gesamten Europäischen Union tätig sein. Dividendenrouting sorgt dafür, dass Gewinne steuerfrei an den Inhaber der Holding zurückgehen.
Mehr Auskunft kann Herr Grasser geben!


17 Milliarden dividiert durch 800 000 ergibt, falls ich mich nicht verrechnet habe, über 20000 Pro Einwohner!

Das ist vollkommen verrückt.

Ich erinnere nebenbei nur daran, dass Österreich bereits mit Beteiligung unserer Unterrichtsministerin (Kommunalkredit) einige Milliarden in Zypern in den Sand gesetzt hat.
Auch bei den Staatsbürgerschaftsgeschäften von Frau Gabi Burgstaller mit den Russen ist einiges Geld über Zypern geflossen.

Ein interessanter ZEIT Artikel zum Thema: Waschanlagen in Europa

http://www.zeit.de/2012/47/Zypern-Steuerhinterziehung-Geldwaesche

Re: 17 Milliarden dividiert durch 800 000 ergibt, falls ich mich nicht verrechnet habe, über 20000 Pro Einwohner!

Hieer muß endlich der Bundesstaatsanwalt tätig werden! Ungeachtet der Person gehören solche kriminelle Transaktionen mit Steuergeldern angezeigt, noch dazu wenn sie mit Schaden für die Republik ausgehen.
Inzwischen wäre es mehr als notwendig, dass sowohl Frau Burgstaller als auch die Unterrichtsministerin aus den öffentlichen Ämtern ausscheidet

Na die Begeisterung

Für diesen Vorschlag hält sich ja in Grenzen, weiß doch ohnedies schon jeder was am Ende herauskommen wird.

Und warum retten dann nicht reiche Griechen Griechenland ?

Wäre ja auch möglich gewesen oder funktioniert das nur wenn es sich um Nichteuropäer handelt ?

Re: Und warum retten dann nicht reiche Griechen Griechenland ?

Warum die wohl reich sind?

800 Tausen Einwohner und mindestens 18 Milliarden Schulden!

Die EU könnte ja das Geld aus der Portokasse bezahlen! Warum sie so ein Theater machen, verstehe ich nicht!

Selbst Geld in Zypern ??????


super jetzt kann die russenmafia ganz legal ihr geld dort waschen


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