Wirtschaft in Europa bleibt am Boden

Frühestens im zweiten Halbjahr 2014 dürfe die EU-Konjunktur wieder anziehen, verkündete EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Olli Rehn am Freitag bei der Präsentation der Frühjahrsprognose.

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Wirtschaft in Europa bleibt am Boden – (c) REUTERS (YVES HERMAN)

Brüssel/AUER. Für heuer kann Europas Wirtschaft das Kapitel Wachstum wohl endgültig abhaken. Die seit dem Vorjahr andauernde Rezession werde frühestens in der zweiten Hälfte 2014 wieder in Wachstum umschlagen, verkündete EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Olli Rehn am Freitag bei der Präsentation der Frühjahrsprognose.
Für heuer rechnet die Kommission mit einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung der 27 EU-Mitgliedsländer um 0,1 Prozent. Und das, obwohl die EU bereits eine Stabilisierung der Konjunktur ab Jahresmitte eingerechnet hat. Im Folgejahr hoffen die Prognostiker auf ein Plus von 1,4 Prozent.

Wachstum „freischalten“

Vorrangiges Thema war die in weiten Teilen des Kontinents grassierende Arbeitslosigkeit (siehe Grafik). Rehn kündigte an, „alles“ tun zu wollen, um dagegen anzukämpfen. Realpolitisch läuft das auf eine weitere Aufweichung des Konsolidierungskurses hin, den vor allem Deutschland fordert. Die Konsolidierung werde fortgesetzt, versicherte der EU-Beamte. „Aber die Geschwindigkeit nimmt ab.“ Die Politik müsse auch Wachstum in Europa „freischalten“.

Tatsächlich entwickeln sich die Budgetdefizits der 27 EU-Länder langsam zum Besseren. Die Staatsschulden in der EU nehmen unterdessen weiter zu. 2014 sollen sie erstmals 90 Prozent der Wirtschaftsleistung übersteigen.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.05.2013)

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