Kroatien sucht Rettung vor Staatsbankrott

Das neue EU-Mitglied will sich so rasch wie möglich von seinen Beteiligungen trennen. Das Budgetdefizit von zehn Mrd. Kuna (1,34 Mrd. Euro) wurde bereits nach einem halben Jahr überschritten.

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Kroatien sucht Rettung Staatsbankrott
Kroatien sucht Rettung Staatsbankrott – (c) EPA (Peter Kneffel)

Wien/Apa/Red. Kroatien ist zwar erst seit wenigen Tagen Mitglied der Europäischen Union. Doch das Wort Staatsbankrott geistert schon jetzt herum. Die kroatische Regierung hat nämlich das für 2013 vorgesehene Budgetdefizit von zehn Mrd. Kuna (1,34 Mrd. Euro) bereits nach einem halben Jahr überschritten. Das berichten kroatische Medien. Mit dem Verkauf von staatlichen Beteiligungen will das Land nun versuchen, seine Schulden zu reduzieren.

Angaben des kroatischen Finanzministers Slavko Linić zufolge sind die Erlöse aus Privatisierungen und Restrukturierungen staatlicher Firmen die einzige Quelle für den Abbau der öffentlichen Schulden in den kommenden fünf Jahren.

 

Verdeckte Schulden

Am gestrigen Donnerstag hat die kroatische Regierung denn auch ein Gesetz zur Verwaltung von staatlichem Eigentum verabschiedet. Bislang sind die Zuständigkeiten der Ministerien und Behörden verstreut. Auch ist oft unklar, welchen Wert Beteiligungen haben. 500 Unternehmen, an denen der Staat Anteile hält, werden künftig in das Zentrum für Verkauf und Restrukturierung ausgelagert. Der Staat will seine Anteile so rasch wie möglich verkaufen. 55 strategisch wichtige Unternehmen werden wiederum dem Staatlichen Amt für die Führung von Staatseigentum unterstellt.

Die Staatsschulden Kroatiens belaufen sich inklusive der Schulden staatlicher Firmen wie Croatia Airlines und jene der Autobahnen auf über 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.07.2013)

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