EU-Bonusdeckelung trifft 35.000 Banker

Ab kommendem Jahr sind die Boni von Bankmitarbeitern auf das Doppelte des Jahresfixums beschränkt. Die Kreditinstitute wollen die Regeln später umsetzen.

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Logos are seen outside a branch of Barclays bank in London – REUTERS

Brüssel/Red/Bloomberg. Fast genau fünf Jahre nach Ausbruch der größten Finanzkrise seit dem Zweiten Weltkrieg nimmt die EU die Bezahlung der Banker ins Visier. Wenn Anfang 2014 der nächste Bonus ausbezahlt wird, ist die beschlossene Deckelung für Banker-Boni bereits in Kraft. Maximal das Doppelte des Jahresfixums dürfen Banken ihren Mitarbeitern dann noch zusätzlich auszahlen.

 

„Risk-Taker“ ab 500.000 Euro

Betroffen von der künftigen Regelung werden nach Einschätzung der British Bankers Association (BBA) weltweit rund 35.000 Mitarbeiter bei Banken sein. Das wären 20-mal mehr als derzeit Vergütungsbeschränkungen unterliegen. Nach der Definition der Europäischen Bankenaufsicht EBA beginnt die Deckelung ab einem Festgehalt von jährlich 500.000 Euro. Ab dieser Summe gelten die Angestellten als „Risk-Taker“, unabhängig von ihrer tatsächlichen Funktion. Nach einer Studie des britischen Bankenverbands BBA wären von der Regelung 23.450 Bankmitarbeiter in Großbritannien, 2835 in anderen EU-Ländern und 8777 in anderen Ländern weltweit betroffen.

„Risk-Taker allein aufgrund ihres Vergütungspakets zu definieren ist einfach falsch“, sagte Simon Hills, Executive Director der BBA in London in einem Telefoninterview mit Bloomberg. „Viele Leute, deren Verdienst über 500.000 liegt, üben Funktionen aus, die nicht dazu führen, dass sie bedeutende Risken für ihr Institut eingehen.“

 

Banken wollen Aufschub bis 2015

Die BBA ist besorgt, dass die Banken es nicht schaffen werden, die neuen Anforderungen rechtzeitig bis zur Bonusrunde Anfang 2014 umzusetzen und hat die EBA daher ersucht, die neuen Regeln zu verschieben. Franca Congiu, eine Sprecherin der EBA, wollte sich dazu nicht äußern. Eine Verschiebung bis 2015 würde den Banken „genügend Zeit geben, um die notwendigen Vertragsergänzungen zu erarbeiten und abzuschließen“, hieß es in der BBA-Studie.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.09.2013)

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