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Was ist die Eurokrise?

06.12.2011 | 12:31 |   (DiePresse.com)

Die noch junge Währung feiert 2012 ihren zehnten Geburtstag. Die Presse.com erklärt die Gründe für die gegenwärtige Krise.

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Über die exakte "Geburtsstunde" der Eurokrise gibt es keine Aufzeichnungen. Viele sehen den Beginn mit der Finanzkrise 2008. Am 15. September ging die große US-Bank „Lehman Brothers“ Pleite. Daraufhin verteuerten sich die Kredite, die Zinsen sprangen noch oben und Aktien verloren deutlich an Wert. Länder wie Griechenland, Irland und Portugal hatten riesige Staatsschulden angehäuft, die sie ohne Unterstützung Dritter niemals hätten wieder abbauen können. Zudem haben einige Euro-Staaten den Banken mit Steuergeldern Unterstützung gegeben. In der Konsequenz ist die Staatsverschuldung in allen Euroländern gestiegen.

Staaten decken ihren immensen Finanzbedarf auch über Schulden, die sie über die Ausgabe von Staatsanleihen aufnehmen. Viele Jahre mussten selbst als weniger solide geltende Euro-Länder den Investoren geringe Zinsen bieten. Mit der Schuldenkrise hat die Kreditwürdigkeit zahlreicher Eurostaaten aber gelitten, weswegen die Anleger immer höhere Zinsen für ihre Kredite verlangten. Spitze des Eisbergs ist Griechenland: Viele Jahre musste Athen den Investoren für zehnjährige Schulden Zinsen von teils unter fünf Prozent bieten. Seitdem die Schuldenlage Athens aber aus dem Ruder gelaufen ist, hat sich das Zinsniveau bei etwa 28 Prozent eingependelt.

Bis zu diesem Sommer war die Schuldenkrise auf kleine Euroländer wie Griechenland, Irland und Portugal begrenzt. Nach der Beteiligung privater Gläubiger an der Rettung Athens ist die Krise aber auf Italien und Spanien übergeschwappt. Mittlerweile müssen die dritt-und viertgrößte Euro-Wirtschaft den Anlegern ähnlich hohe Zinsen bieten, wie die kleineren Euro-Länder kurz vor ihrer Rettung. Unlängst sind an den Finanzmärkten sogar Euro-Länder unter Druck geraten, die bisher als solide galten und von den Ratingagenturen Top-Bewertungen erhalten. Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hat praktisch die gesamte Eurozone unter verschärfte Beobachtung gestellt.

Im Grunde ist der Zusammenhang einfach: Höhere Renditen erhöhen die Zinsbelastung der Länder, was deren ohnehin angespannte Haushalts- und Schuldenlage zusätzlich verschlechtert. Allerdings geschieht dies nicht schlagartig, denn viele Länder refinanzieren sich über die Ausgabe teils sehr lang laufender Staatsanleihen. Laufen diese Anleihen aus, müssen die Staaten neue Anleihen ausgeben - nun jedoch zu einem spürbar höheren Zins.

Weder Milliarden-Hilfspakete noch die zähen Debatten um immer neue Vorschläge zur Lösung der Euro-Schuldenkrise vermochten bisher, die Märkte zu beruhigen. Die Renditen und damit die Refinanzierungskosten der Länder sollen gesenkt werden, damit sich deren Schuldenlage nicht noch weiter verschlechtert. Wichtige Voraussetzung: Das Vertrauen der Investoren in die Länder muss erhöht werden. Drei Instrumente stehen derzeit zur Diskussion: der Euro-Rettungsschirm EFSF, die gemeinsame Ausgabe von Staatsanleihen (Euro-Bonds) und Anleihenkäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB).

(Red. / herbas)

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2 Kommentare
Gast: Doc.Exx
14.12.2011 20:42
2 0

SCHULDENUNION IST DIE URSACHE

# Länder ... Staatsschulden angehäuft, die sie ohne Unterstützung Dritter niemals hätten wieder abbauen können. #

Eine einfache Frage: Wenn zwei Geschäftspartner freiwillig unter sich ein Kreditgeschäft vereinbaren, von dem sie beide profitieren, und wenn dann der Kreditgeber nicht alles Geld zurückbekommt: Warum muss dann ein völlig unbeteiligter Dritter, der von dem Kreditgeschäft überhaupt nicht profitiert hat, diese Schulden abbauen?

Warum machen es die beiden nicht unter sich aus? So ist es doch im normalen Leben. Wenn ein Bewohner von Wien sich mit einem Kredit übernommen hat, den ihm die Sparkasse Wien großzügig genehmigt hat, sollen dann die Nachbarn oder besser noch die Stadträte von Wien persönlich die Schulden übernehmen.

Da käme doch eher der Sparkassen-Direktor in Frage, der an solchen Kreditgeschäften nicht schlecht verdient hat. Warum kümmert sich der Direktor nicht selbst um sein Problem, und verhandelt mit dem Kreditnehmer eine Lösung ihres gemeinsamen Problem: Aussetzen der Tilgung, Pfändung des Gehalts.

Wieso muss sich der Stadtrat mit dem Problem befassen? Soll er für solche Fälle dem Sparkassen-Direktor zuliebe einen Schulden-Stabilitäts-Bond einrichten, in den alle Einwohner per Zwangsabgabe einzahlen müssen?

Verrückt? Nein, solche Dinge laufen in der Eurozone ab, seit der verantwortliche Eurogruppenchef Juncker den Art.125 AEUV "Keine Schuldenhaftung" systematisch missachtet. Das ist der eigentlich Grund für diese spezifische Euro-Krise.


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