22.05.2013 04:00 Merkliste 0

Die Europäische Zentralbank

02.12.2011 | 13:07 |   (DiePresse.com)

Die EZB ist Hüterin des Euro und soll eine geringe Inflation garantieren. Zumindest bis jetzt.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist die Hüterin des Euro. Ihr vorrangiges Ziel ist es, die Preisstabilität für 331 Millionen Menschen in 17 Ländern zu garantieren - das bedeutet nach ihrem eigenen Verständnis eine jährliche Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent.

Die EZB wurde 1998 gegründet und ist nach dem Vorbild der Deutschen Bundesbank politisch unabhängig. Oberstes Entscheidungsgremium ist der EZB-Rat. Ihm gehören die 17 Vertreter der nationalen Notenbanken sowie das Direktorium aus dem Präsidenten, einem Vize und vier weiteren Direktoriumsmitgliedern an.

Der Rat setzt die Höhe der Zinssätze im Euroraum fest, zu denen sich Geschäftsbanken bei der Zentralbank Geld ausleihen können. Die EZB kann Inflationsgefahren begegnen, indem sie Zinsen erhöht. Niedrigere Zinsen verbilligen dagegen Kredite für Unternehmen und Verbraucher und können somit Investitionen und den privaten Konsum anschieben. Die Zentralbank für auch die Ausgabe der Euro-Noten verantwortlich.

In der Finanzkrise starteten die Währungshüter eine Reihe außergewöhnlicher Geschäfte, um die Versorgung des Finanzsystems mit Bargeld sicherzustellen. So lieh sie Geschäftsbanken unbegrenzt Geld zu ungewöhnlich langen Laufzeiten von bis zu einem Jahr. Dieses Instrument hat die EZB in der Euro-Schuldenkrise reaktiviert.

Zudem kauften die Währungshüter Staatsanleihen klammer Euroländer. Die Maßnahme stieß auf Kritik: Damit setze die Bank ihre Unabhängigkeit aufs Spiel und drucke Geld, um Staatsschulden zu finanzieren.

 

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

Eurokrise - Die Begriffe

  • Was ist die Eurokrise? Ein Rückblick auf die Ursachen mehr...

    EFSF Der Rettungsschirm und wie er funktioniert mehr...

    Hebel für EFSF Wie man aus sehr viel Geld noch viel mehr Geld macht. mehr ...

    EFSM Der Mechanismus für Finanzstabilisierung und seine Aufgaben mehr...

    ESM Der Europäische Stabilitätsmechanismus soll 2013 den EFSF-Fonds ablösen. mehr ...

    Eurobonds Was gemeinsame EU-Anleihen bezwecken und wie sie funktionieren sollen. mehr ...

    EZB Die EZB ist Hüterin des Euro und soll eine geringe Inflation garantieren. Zumindest bis jetzt. mehr ...

    Waffen der EZB Was die "Bazooka" ist und welche anderen Waffen die Zentralbank hat. mehr ...

    IWF Der IWF ist die Finanzfeuerwehr der Vereinten Nationen und massiv an den Hilfsaktionen in Europa beteiligt. mehr ...

    Ratingagenturen Die wichtigsten Agenturen und deren Bewertungen. mehr ...

    SPIV Das Special Purpose Investment Vehicle soll die Finanzierung in Euroländern erleichtern. mehr ...

    Troika Die Troika ist eine Gruppe von Experten von EZB, IWF und EU-Kommission. mehr ...

    G20 Die 20 größten Wirtschaftsmächte repräsentieren zwei Drittel der Weltbevölkerung. mehr ...

    PSI Beim Private Sector Involvement geht es um die Beteiligung des Privatsektors an der Krisenlösung. mehr ...

    CDS Kreditausfallsversicherungen werden unter anderem dann fällig, wenn ein Land pleite ist. mehr ...

    Sekundärmarkt Der Sekundärmarkt ist der Markt, auf dem die bereits in Umlauf befindlichen Wertpapiere gehandelt werden. mehr ...

    OMT OMT ist die Abkürzung für Outright Monetary Transactions. Dahinter verbirgt sich das von der EZB am 6.September 2012 beschlossene neue Kaufprogramm von Staatsanleihen der Krisenländer. mehr ...