Die Europäische Zentralbank (EZB) ist die Hüterin des Euro. Ihr vorrangiges Ziel ist es, die Preisstabilität für 331 Millionen Menschen in 17 Ländern zu garantieren - das bedeutet nach ihrem eigenen Verständnis eine jährliche Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent.
Die EZB wurde 1998 gegründet und ist nach dem Vorbild der Deutschen Bundesbank politisch unabhängig. Oberstes Entscheidungsgremium ist der EZB-Rat. Ihm gehören die 17 Vertreter der nationalen Notenbanken sowie das Direktorium aus dem Präsidenten, einem Vize und vier weiteren Direktoriumsmitgliedern an.
Der Rat setzt die Höhe der Zinssätze im Euroraum fest, zu denen sich Geschäftsbanken bei der Zentralbank Geld ausleihen können. Die EZB kann Inflationsgefahren begegnen, indem sie Zinsen erhöht. Niedrigere Zinsen verbilligen dagegen Kredite für Unternehmen und Verbraucher und können somit Investitionen und den privaten Konsum anschieben. Die Zentralbank für auch die Ausgabe der Euro-Noten verantwortlich.
In der Finanzkrise starteten die Währungshüter eine Reihe außergewöhnlicher Geschäfte, um die Versorgung des Finanzsystems mit Bargeld sicherzustellen. So lieh sie Geschäftsbanken unbegrenzt Geld zu ungewöhnlich langen Laufzeiten von bis zu einem Jahr. Dieses Instrument hat die EZB in der Euro-Schuldenkrise reaktiviert.
Zudem kauften die Währungshüter Staatsanleihen klammer Euroländer. Die Maßnahme stieß auf Kritik: Damit setze die Bank ihre Unabhängigkeit aufs Spiel und drucke Geld, um Staatsschulden zu finanzieren.
(APA)

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