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Anleihen: Industriestaaten droht Anlegerboykott

12.12.2011 | 13:36 |   (DiePresse.com)

Die Anleihenmärkte der Industrieländer drohen auszutrocknen. Auch Frankreich und Österreich stehen vor Problemen bei der Kreditaufnahme.

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Die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) warnt vor dem Austrocknen der Anleihenmärkte der Industrieländer, berichtet die britische Zeitung "Financial Times". Demnach werden sich 2012 die OECD-Staaten 7,9 Billionen Euro leihen müssen - vorwiegend weil bestehende Verbindlichkeiten auslaufen und neu begeben werden müssen. Bereits heuer mussten 7,7 Billionen Euro neu aufgenommen werden - das entspricht einer Verdoppelung seit 2005.

Bereits jetzt tun sich angeschlagene Staaten wie Italien und Spanien schwer, Abnehmer für ihre Anleihen zu finden - vor allem zu akzeptablen Zinsen. Besonders besorgniserregend: Der OECD-Bericht, der noch im Dezember veröffentlicht werden soll, nennt neben Frankreich nun offenbar auch Österreich explizit als Wackelkandidaten - beide Staaten werden von den Ratingagenturen bislang mit der Höchstnote AAA bewertet.

"Animal Spirits" als große Herausforderung

In der nahen Zukunft werde es für viele OECD-Staaten eine "große Herausforderung" sein, Anleihen in größerem Umfang auf den Märkten zu platzieren. Im OECD-Papier ist von "animal spirits" die Rede, die die Zinsen hochzutreiben drohen - mit allen Konsequenzen. Die Stabilität vieler Regierungen stehe auf dem Spiel.

Gelingt es Staaten nicht länger sich durch die Ausgabe von Anleihen zu refinanzieren, sind sie in Europa gezwungen, sich an die Europäische Zentralbank (EZB) zu wenden oder um Hilfen anzusuchen - wie das bereits bei Griechenland, Irland und Portugal der Fall war.

Österreich braucht rund 30 Milliarden Euro

Die Länder benötigen das Geld, um auslaufende Kredite zurückzuzahlen, Zinsen zu zahlen und Haushaltsdefizite zu decken. Deutschland muss sich etwa 280 Milliarden Euro von Investoren leihen. Die Republik Österreich braucht laut der Bundesfinanzierungsagentur ÖBFA rund 27 bis 30 Milliarden Euro.

Aus Angst vor Staatspleiten müssen Länder wie Italien und Spanien hohe Risikoaufschläge zahlen, um an das Geld der Investoren heranzukommen. Die Marktzinsen für zehnjährige italienische Staatsanleihen liegen derzeit bei knapp 7,2 Prozent, die für spanische Papiere bei mehr als sechs Prozent. Das erhöht die Kosten für die Staaten enorm und erschwert die Haushaltssanierung.

(Red./Ag.)

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30 Kommentare
 
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Wir dürfen nicht vergessen die OECD war jene Orga

die vor ein paar Jahren Listen ausgearbeitet hat die steuerschonende Banksysteme angeprangert hat. Österreich war auf der "Schwarzen Liste" bis daß hierzulande das Bankengesetz geändert wurde.
25% des Budgets wird von den USA getragen - und dieser Staat schafft an was die OECD zu publizieren hat!

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Re: Wir dürfen nicht vergessen die OECD war jene Orga

das sind nun mal die fakten.

jetzt erkennen sie vielleicht, warum eine starke, mächtige EU wichtiger wäre den je!
aber nein, die heimatliebende nationalisten suchen in EU und Euro raus die lösung, und dann?

Vielleicht sollte man jene die man händeringend zum anpumpen benötigt


nicht ständig als Spekulanten, Wucherer, Raubtierkapitalisten, etc. bezeichnen denen man schon noch einen ordentlichen "Haircut" besorgen will auf dass diese auf mind. 50% ihrer Forderungen zu verzichten haben.

Ganz ehrlich: wenn ich "a Marie" hätt, i tats denen a net geben.....


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Re: Vielleicht sollte man jene die man händeringend zum anpumpen benötigt

eine hand die einen füttert beißt man nicht!

Große Frage

Wo investieren die Fonds und die Institutionellen dann?

Re: Große Frage

Indien, China, Türkei, Südafrika, Brasilien, Mexico...
In diesen Laendern ist es zumindest sicher, dass die Anleger ihr Geld wiedersehen!

Re: Re: Große Frage

In China ist das Kapital schnell d'rinnen, ob's auch wieder schnell und ganz r'auskommt, ist eine ander Frage.
Dzt. gibt es Wahnsinnsproblem mit in den USA gelistete China-Aktien, weil die ihre Bilanzen massenweise geschönt haben.
Bsp. Anleihen: wo sollte das Geld hinfließen: in China's aufgeblähten Immobiliensektor vielleicht?

Antworten Antworten Gast: holifax
12.12.2011 17:37
1 1

Re: Re: Große Frage

Sind z.B. türkische Anleihen sicherer als deutsche oder schwedische?

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Re: Re: Re: Große Frage

offenbar

Gotteslästerung

Das Zins- Zinseszins-System ist so natürlich, unersetzbar und unschuldig wie die Schwerkraft. Ein immanentes Daseinsprinzip.

Abschaffen geht nicht: Was Watzlawik über die Kommunikation gesagt hat (Du kannst nicht nicht kommunizieren) gilt auch für das Zinssystem.

Im Islam wurden z.B. das Zinssystem offiziell abgeschafft, tatsächlich feier es fröhliche Urständ. Und warum hat sich Sivio Gesell nicht durchgesetzt? Weil's ein unnatürliches planwirtschaftliches System war. Geld dagegen hat sich evolutionär gebildet.

Antworten Gast: wer wenn nicht er
12.12.2011 17:48
3 0

Zeitpräferenz

Wenn ich etwas tauschen will (z.B. Geld gegen Ware), dann wähle den Vertragspartner der mir das meiste bietet.

Bieten zwei gleich viel, einer aber heute und der andere erst später, will man lieber früher als später den Gegenwert.

Wenn einer der beiden später zahlen möchte, um wieviel muss er mir dann mehr geben?
Daraus leitet sich der Urzins ab. Der Rest sind Risikoaufschläge und Verwaltungskosten.

Gäbe es dieses Verhalten nicht, könnte man dem Maurer des Wasserkraftwerkes sein Gehalt einfach über 40 Jahre verteilt auszahlen, es bräuchte keine Vorfinanzierung durch Sparer für das Kraftwerk. Der Maurer würde einfach heute hungern und später mehr essen.

Da es dieses (logische) Verhalten der Zeitpräferenz aber gibt, wird es IMMER Menschen geben, die lieber heute mehr ausgeben als sie haben und später verärgert sind weil sie soooo arm sind, während andere bescheidener leben als sie könnten.

Durch diese individuell unterschiedliche Zeitpräferenz entstehen unterschiedliche Sparraten, sodass einige Vermögen und andere Schulden aufbauen.

Gast: hmm
12.12.2011 16:34
2 0

4. Macht im Staate

Es gibt gewiss berechtigte Gründe zu Bedenken. Allerdings keine ernsthaften Anlagealternativen! Die europäische Politiker - fast durch die Bank ein elendes Quislinggesock! - lassen sich von der Medienmacht zu Paaren treiben. Was sich z.B. in Österreich teilweise in den Uniformen der Besatzer oder auch nicht uniformiert bei und nach Kriegsende wieder nach Österreich "eingeschlichen" hatte, bestimmt über die Nachkommen dieser Leute heute unverändert die österreichische Medienlandschaft. Im Grunde verhält sich das - mit zum Teil anderer Optik, aber inhaltlich weitgehendst ident - in fast allen europäischen Staaten recht ähnlich. Das dürfte derzeit das größte Problem darstellen ...

Logisch, wenn man erwartet, dass die Staatsschulden durch das Zulassen einer höheren Inflation abgetragen werden sollen

Wer möchte dann heute noch eine langlaufende Anleihe zu Niedrigzinsen kaufen, die nicht einmal die Inflation decken?

das übel ist der zins und zinseszins


Antworten Gast: holifax
12.12.2011 16:14
3 2

Re: das übel ist der zins und zinseszins

..und die Banken,die viel Geld verzockt haben und mit vielen Milliarden Steuergeld vor der Pleite gerettet werden mussten.
Jetzt brauchen viele Banken wieder eine Milliardenspritze zur Deckung der höheren Eigenkapitalquote.

Diese Seite gehört doch auch mal erwähnt !

3 0

Re: Re: das übel ist der zins und zinseszins

sie könnens X mal wieder holen, der großteil der staatsschulden kommt trotzdem nicht von den banken.

scheinbar fehlts da schon massiv an den grundrechnungsarten. und die banken machen jetzt was die einige immer verlangt haben, sie "spekulieren" nicht mehr mit staatsanlagen.

Re: Re: das übel ist der Zins und Zinseszins

Und dagegen hat Gott die Pleite erfunden!

Das ist ein Wirtschaftsnaturgesetz: Wer soviel Schulden macht, daß er sie nicht mit Zinsen zurückzahlen kann, ist eben pleite!

Und eine Bank, die ihre Kredite nicht mehr zurück bekommt, ist auch pleite!

Diese Binsenweisheiten müssen eben auch die Politiker ganz schlicht und einfach zur Kenntnis nehmen!!!

Eine Bank to big to fail ist einfach to big!!

Gast: hannking
12.12.2011 15:31
10 0

endlich!!!!!

Endlich scheint es vorbei mit dem leichten Geld über Anleihen.

Die westl. Industriestaaten machen seit den 70er Jahren nur Defizite um dem Stimmvieh die Kreuzerl abzukaufen. Aber das geht halt nicht ewig!!!

Denn es ist nicht die Stabilität der Regierungen in Gefahr, sondern die Stabilität des Lügengebäudes "Wohlfahrtsstaat".

Wohlstand muss erarbeitet werden. Als Gesellschaft ist es dazu nötig, besser und leistungsfähiger zu sein als andere. Das ist eben beim Westen nicht mehr uneingeschränkt der Fall.

Hirnschmalz und Ideen wären gefragt, aber da schaut's ja schlecht aus....


5 0

Re: endlich!!!!!

schaut aber leider so aus, als ob man die eigenen staaten an die wand fährt, bevor man die lügen oder die eigene unfähigkeit zugibt.
schauens z.b. nach linz. die sind pleite und die verursacher sind trotzdem noch im amt.
also erwarten sie nicht zuviel, da gehts noch eine zeitlang nach unten, obwohl man eigentlich sofort wenden könnte (muss man ja sowieso einmal, auch wenns hart ist)!

Re: endlich!!!!!Und Gott sei Dank!

Genau so ist es!

Populistische Politiker sind wie Spieler, die von einer krankhaften Spielsucht befallen sind! Und wie diese müssen sie Casinoverbot bekommen!!!

3 0

Re: Re: endlich!!!!!Und Gott sei Dank!

guter vergleich!

Gast: Eleonora K.
12.12.2011 15:22
12 0

Österreich Wackelkandidat

Eientlich wäre jetzt wieder ein Inserat fällig!

Gast: Löser
12.12.2011 15:00
7 0

nona: Lohnabschlüsse um 3-4% und eine Rendite von 1% ? Wer glaubt dieses Trottelregime soll das kaufen?


Dann muss man halt doch auf die Schwarzgeldmilliarden

zurückgreifen!!

macht nichts. ezb & fed werden das geld drucken


Gast: 1. Parteiloser
12.12.2011 14:13
16 0

Das Kreditlimit scheint erreicht zu sein!

Wenn man sich die Rückzahlungsfähigkeit der Staaten anschaut, dann hat man dafür doch das größte Verständnis. Die meisten Staaten bezahlen ja schon seit Jahrzehnten die Zinsen nur durch eine Erhöhung des Schuldenstandes. Die Fähigkeit zum Schuldenzahlen ist real ja schon lange verloren gegangen.

Es ist doch kein Wunder, wenn die Kreditgeber das immer größere werdende Risiko mit immer höheren Zinsen bezahlt bekommen müssen.

Es ist auch kein Wunder, wenn die Kreditgeber an einige Länder gar keine Gelder mehr geben wollen, eben weil die Rückzahlung immer unwahrscheinlicher wird.

Diese Umstände mit "animal spirits" bezeichnen zu wollen, das trifft es doch nicht, außer man meint der Angst der Kreditgeber um das verliehene Geld.

Die Lösung des Problems wären doch für 2 - 3 Jahre keine neuen Schulden. Dieses Signal würde die Kreditgeber sofort in Sicherheit wiegen und die Refinanzierung zu vernünftigen Zinsen wäre sofort kein Problem. Dazu müssten die Politiker aber den Umverteilungswahnsinn endlich lassen. Der Verwaltungs- Förderungs- Ruhegenuss- und Selbstbedienungswahnsinn müsste unter Konrtolle gebracht werden. Das wäre notwendig, nur die Totalversager schaffen das niemals.


 
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