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Merkel: EU "unwiderruflich" auf Weg zur Fiskalunion

14.12.2011 | 17:33 |   (DiePresse.com)

Für die deutsche Bundeskanzlerin Merkel ist auf dem jüngsten Gipfel ein Anfang gelungen, Konstruktionsfehler der Währungsunion zu beseitigen.

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Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht die EU nach dem vergangenen EU-Gipfel "unwiderruflich" auf dem Weg zu einer Fiskalunion. Merkel betonte am Mittwoch im Bundestag aber zugleich, das Ziel sei "noch lange nicht" erreicht. Ausdrücklich wies sie Überlegungen über neue staatliche Konjunkturprogramme zurück: "Zur politischen Union gehört auch, gemeinsam Wachstum zu generieren, das sich nicht auf Pump gründet."

"Wir reden nicht mehr über eine Fiskalunion", betonte die Kanzlerin in einer Regierungserklärung. "Wir haben angefangen, sie zu schaffen. Das ist in seiner Bedeutung nicht hoch genug einzuschätzen", sagte die Kanzlerin. Merkel bedauerte, dass sich Großbritannien nicht daran beteiligen wolle. Für sie stehe außer Zweifel, "dass Großbritannien weiter wichtig in der EU sein wird". Das Land sei ein verlässlicher Partner im Bereich der Außen- und Sicherheitspolitik, der Wettbewerbsfähigkeit, des Binnenmarkts, Handels und beim Klimaschutz. London habe ebenfalls ein vitales Interesse daran, dass die EU ihre Schuldenkrise überwinde.

"Keine schnellen Lösungen"

Mit den Beschlüssen des Gipfels sei es gelungen, mit der Beseitigung der Konstruktionsfehler der Währungsunion zu beginnen. Ausdrücklich warnte Merkel vor falschen Erwartungshaltungen. "Es gibt keine einfachen und schnellen Lösungen." Es sei ein Prozess, der nicht Wochen und Monate, sondern Jahre dauern werde. Wenn man die unvermeidlichen Rückschläge wegstecke, könnten die Euro-Zone und die EU stärker werden. Davon dürfe man sich aber nicht entmutigen lassen. "Dann wird Europa aus dieser Krise stärker hervorgehen, als es in sie hineingegangen ist", sagte Merkel. "Die Chancen der Krise sind um ein Vielfaches größer als die Risiken", betonte die CDU-Vorsitzende.

Die Fiskalunion habe drei Säulen: erstens die nationale Eigenverantwortung, zweitens die europäische Solidarität und drittens "Vorsorge durch neues Vertrauen". Merkel lobte die Reformen in etlichen Euro-Staaten. Fünf wichtige Schritte für mehr Solidarität seien gegangen worden. So werde die Effektivität des dauerhaften Euro-Rettungsschirms EFSF gestärkt, der auch Expertise der Europäischen Zentralbank (EZB) erhalte. Zudem werde der dauerhafte Euro-Rettungsmechanismus ESM auf 2012 vorgezogen, wofür die Euro-Staaten schon im kommenden Jahr einen Kapitalstock einzahlen müssten. In Deutschland wird dafür wahrscheinlich ein Nachtragshaushalt nötig.

Weiter Ablehnung von Eurobonds

Die Kanzlerin bekräftigte noch einmal ihre Ablehnung von Eurobonds. Sie seien als eine Maßnahme zur Rettung des Euro nicht geeignet. Die gemeinsame Haftungsobergrenze bei den Euro-Rettungsschirmen EFSF und ESM werde weiter bei 500 Milliarden Euro bleiben, betonte sie.

Nach den Worten Merkels hat sich der Euro als einheitliche Währung bewährt. "Er ist wert-beständiger, als es die DM je war." Die Chancen der gegenwärtigen Krise seien größer als die Risiken. Am Ende des Weges würden eine "nachhaltig gestärkte" Währungsunion und EU stehen.

"Europapolitische Geisterfahrt"

Während die christlich-liberale Koalition in der Debatte im Bundestag den Regierungskurs vehement unterstützte, rügte ihn die Opposition scharf. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier bestritt, dass es einen Durchbruch gegeben habe. Das "Gezerre" habe bereits wieder begonnen. Einzelne Mitgliedsstaaten rückten von den Absprachen ab. Die Vertrauenskrise auf den Finanzmärkten dauere an.

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin sagte, es sei nichts zur Lösung der akuten Probleme getan worden. Er sprach von einer "europapolitischen Geisterfahrt" der Koalition. Für die Linke verlangte ihr Fraktionsvorsitzender Gregor Gysi eine Regelung der Finanzmärkte. Nach seiner Ansicht sind die Vereinbarungen des EU-Gipfels nach nur wenigen Tagen Makulatur.

 

(APA)

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11 Kommentare
Gast: Brennstein2
15.12.2011 08:07
0 0

Fiskalunion

Die Schotten wollen weg von England, die Katalanen von Spanien die Basken sowieso trotz gleicher Sprache und Kultur. Wenn bei einer Fiskalunion dann die Deutschen die Anderen dazu zwingen wollen nicht mehr auszugeben als Ihre Wirtschaft leistet sind sie sofort die Hässlichen-Deutschen. Mehr als eine lose Wirtschaftsgemeinschaft wird auf die Dauer einfach nicht zu halten sein und wer die Regeln nicht einhält ist draussen. Grundsätzlich ist niemand bereit Andere zu alimentieren, das geht nur mit Zwang aber nicht lange.

"Dann wird Europa aus dieser Krise stärker hervorgehen, als es in sie hineingegangen ist"

wir werden aber nur zuschauen, wenn´s denn passiert
denn:
"Merkel lobte die Reformen in etlichen Euro-Staaten"
sicher nicht in Österreich
Bei uns bedeuten Reformen höchstens Steuererhöhungen und da sind unsere ansonst unfähigen, freunderlwirtschaftenden, regierenden Töchtersöhne absolute Spitze


Gast: Buusch
15.12.2011 03:47
0 0

und so schaut die Eurogemeinschaft aus

. . . ein Eldorado für die Spekulanten des freien Marktes, welche die Länder untereinander ausspielen und der Merkel mehr und mehr Euro abringen, während China sich von der Globalisierung einfach abschottet.

Eine Fiskalunion ohne einem einheitlichen Steuer-, Budget- und Sozialsystem und gleichen Standards und Normen ist das gleiche Fressen für Kredithaie und die selbe Illusion für die Union.

Gast: little_brother_is_watching_you_too!
15.12.2011 03:11
0 0

austreten!

aber schnell!

Gast: Vogel Strauss
14.12.2011 20:51
0 0

Die Eurobonds werden kommen

Juncker u. Van Rompuy basteln bereits kräftig dran und auch Fr. Merkels Rhetorik befindet sich schon in der richtigen Richtung!

Gast: fi ha
14.12.2011 19:57
0 2

unwiderruflich?

les ich recht?
diese alternativlosen demokratiefeindlichen packeleien werden immer grausiger.

aber das haben schon etliche gedacht, daß der anschluß an deutschland unwiderruflich ist.
wir werden die auch diesmal eines besseren belehren.

Gast: speibender regenbogen
14.12.2011 19:57
0 2

die chancen sind größer als die risiken...

welche chancen bitte? die chance auf auropaweit durchgehende armut? die chance, daß wir zukünftig automatisch für die pigs-staaten zahlen dürfen?

gut, eine reale chance gibt es: wenn europa pleite geht, dann werden sich aufgrund kleiner werdender hängematten und größerer löcher im sozialen netz so einige integrationsprobleme von selber lösen...

Gast: Tagesmenü
14.12.2011 19:29
0 0

Wieder nur Oxymorone

"unwiderruflich"
Da sie es sagte, ist der Widerruf implizit.


Gast: MEM
14.12.2011 18:22
1 2

Die neue EUDSSR

Die Demokratie bleibt auf der Strecke und wird Schritt für Schritt abgeschafft.
Grundgesetz ? Wozu beachten ?
EU Verträge ? Werden gebrochen


0 0

Sie haben nicht die geringste Ahnung von DDR-Zuständen.

Populist.

Antworten Antworten Gast: zurück zur Demokratie
27.06.2012 14:21
0 0

Re: Sie haben nicht die geringste Ahnung von DDR-Zuständen.

es ist vielleicht noch nicht so weit, aber wir bewegen uns langsam und unaufhaltsam dorthin. Seit einigen Jahren werden laufend Entscheidungen getroffen, von denen behauptet wird es gäbe keine Alternative und die der Großteil der Bürger nicht will.

Mit Demokratie hat sowas nicht mehr viel zu tun.

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