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Banken leihen sich bei EZB fast 500 Milliarden Euro

21.12.2011 | 11:56 |   (DiePresse.com)

Die Europäische Zentralbank legte den ersten von zwei Drei-Jahres-Tendern auf. Die Banken haben sich beim Megatender mit billigem Geld eingedeckt.

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Die Banken des Euroraums haben sich am Mittwoch mit sehr viel Liquidität für einen ungewöhnlichen Zeitraum von drei Jahren eingedeckt. Insgesamt liehen sich die Institute bei der Europäischen Zentralbank (EZB) 489,2 Milliarden Euro, wie die EZB in Frankfurt mitteilte. Das ist deutlich mehr als erwartet. Im Schnitt hatten Bankvolkswirte mit rund 300 Milliarden Euro gerechnet. Der Zins, den die Banken zahlen müssen, orientiert sich an den Sätzen der wöchentlichen Hauptrefinanzierungsgeschäften der Institute mit der EZB über die Laufzeit von drei Jahren. Derzeit liegt er bei 1,0 Prozent - das entspricht dem Leitzins im Euroraum.

An dem Geschäft beteiligten sich laut EZB insgesamt 523 Banken - das ist ein sehr hoher Wert. Das langfristige Refinanzierungsgeschäft ist von der Notenbank Anfang Dezember angekündigt worden. Es ist das erste von insgesamt zwei solcher ungewöhnlich langen Geschäfte. Die EZB will mit dem Geschäft die Planungssicherheit der Banken erhöhen. Die Hoffnung auf eine Stabilisierung des Banken-Sektors in der Euro-Zone hat die wichtigsten Indices angeschoben.

"Sollte der Tender die erhoffte Entspannung bei der Banken-Refinanzierung bringen, dürften die Länder-Renditen mittelfristig weiter fallen. Auch dem Euro sollte dies neues Vertrauen bringen und für kräftig steigende Kurse sorgen", prognostizierte LBBW-Analyst Ralph Herre. Die Bandbreite der Schätzungen der Volkswirte reicht dabei von 150 Milliarden Euro bis zu 600 Milliarden Euro.

Die Banken stehen laut EZB-Chef Mario Draghi vor einem äußerst schwierigen Jahr. Insgesamt rollt auf Europas Banken eine riesige Refinanzierungswelle zu, da 725 Milliarden Euro an Schulden auslaufen und zurückgezahlt oder verlängert werden müssen. Die EZB befürchtet, dass die Banken vor diesem Hintergrund ihre Darlehensvergabe an Firmen einschränken und damit eine wirtschaftlich fatale Kreditklemme in der Euro-Zone auslösen könnten.

Mit dem Tender bietet die EZB den Geschäftsbanken einen Dreijahreskredit an. Wegen der Euro-Krise misstrauen die Institute einander und halten sich mit Krediten an andere Banken zurück. Bei der Zentralbank können sie sich heute  für drei Jahre mit so viel Geld eindecken, wie sie benötigen. Die Zinsen richten sich nach dem durchschnittlichen Leitzins über die Gesamtlaufzeit des Darlehens.

Italiens Banken wollen zugreifen

Vor allem Italiens Banken wollten sich bei der anstehenden langfristigen Kreditlinie der EZB mit Geld eindecken. Zuletzt hatte der italienische Branchenprimus und Mutter der Bank Austria, UniCredit, einen weiteren Nackenschlag hinnehmen müssen: Die Rating-Agentur Fitch verpasste dem Geldinstitut eine schlechtere Bonitätsnote. Die UniCredit befürchtet keine Kreditklemme im kommenden Jahr. "Unser neuer Plan sieht bis 2015 zusätzliche Kredite in Höhe von 33 Milliarden Euro für die Unternehmen und 39 Milliarden Euro für Familien vor. Das Problem sind die Zinssätze. Wenn sie steigen, ist die Kreditaufnahme teurer", sagte Ghizzoni im Interview mit der Mailänder Tageszeitung "Il Giornale".

Dass die Zentralbank für einen so langen Zeitraum Geld an die Geschäftsbanken verleiht, soll deren Planungssicherheit erhöhen und dem Vertrauensverlust innerhalb des Finanzsystems insgesamt entgegenwirken. Der Zins des Geschäfts ist an die künftige Leitzinsentwicklung gekoppelt. Die EZB hatte in der Vergangenheit nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers bereits mit drei Jahrestendern eine Krise des Bankensystems verhindert. Beim allerersten dieser Tender im Sommer 2009 hatten sich rund 1000 Institute die gigantische Summe von fast einer halben Billion Euro bei der Notenbank gesichert.

(APA/Ag.)

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11 Kommentare
Collector
21.12.2011 17:58
0 1

Banken wird Profit zugeschoben und die Steuerzahler bluten!

Bloomberg meldet am 21. 12. 2011
:
ECB awarded 489 billion euros ($645 billion) in 1,134-day loans, the most ever in a single operation .

„Banks flock to free money“: “This is basically free money,” said Jens-Oliver Niklasch, a strategist at Landesbank Baden-Wuerttemberg in Stuttgart. “The conditions are unbeatable. Everybody who can will try to get a piece of this cake.”

French President Nicolas Sarkozy has suggested banks could use the loans to buy even more government debt.

Daraus geht hervor:Die EZB finanziert indirekt die Staatshaushalte.
Die Banken erhalten Cash fast umsonst. Sie verleihen es an Kreditnehmer zu 5-8% (bei Kreditkarten sogar bis 15%), also mit einem Aufschlag von 400-700%.. Beim Kauf von österreichischen Staatsanleihen durch die Banken beträgt der Aufschlag noch immer 260%, den wir Steuerzahler berappen müssen (dzt. 8-10 Milliarden jährlich). Das könnten wir uns mit eigener Notenbank und eigener Währung uns ersparen!
Ebenso können wir ca. 30-50 Milliarden an Beteiligungen an Rettungschirmen, GR-Hilfe und IMF-Beiträge erspa ren
Gleichzeitig werden Mehrwert- und Enteignungssteuern überlegt. Trotzdem ist zuwenig Geld da für die Ärzte im Allg. Krankenhaus, die Frauen müssenlänger arbeiten, wir kürzen bei Bildung, Altenbetreuung und Real-Pensionen.
Wie lange soll diese Verrücktheit von Faymann/Fekter/Novotny noch dauern?

Antworten Gast: EFF EFF
21.12.2011 19:11
0 0

Re: Banken wird Profit zugeschoben und die Steuerzahler bluten!

Die moderne Bank ist der Sand im Getriebe.

DCWorld
21.12.2011 15:20
1 0

Geld ist das Problem

Man hat den Eindruck, dass frisches Geld die Lösung zu sein scheint. So ist meist auch die Berichterstattung.

Tatsächlich ist und war Geld immer das Problem, was zu verschiedenen Krisen geführt hat:
http://www.start-trading.de/blog/2011/12/21/zu-viel-geld-ist-schlecht/

Gast: EFF EFF
21.12.2011 15:00
0 0

Vorbereitung auf Griechenlands Schuldenschnitt

Eine freiwillige Gläubigerbeteiligung hinsichtlich Griechenland erübrigt sich mit dieser Geldflut, da die EZB für diese äusserst günstigen Kredite auch Klopapier als Sicherheit annimmt.
Wie auch immer scheint QE der einzig mögliche, gangbare Weg aus der Krise - wären keine Bonus-Banken involviert, die sich zwar gerne retten, aber nicht kontrollieren lassen möchten.

Gast: Gustav01
21.12.2011 14:40
1 0

Ringelspiel?

Ist das jetzt ein Ringelspiel? Die Banken leihen sich Geld bei der EZB, kaufen Staatspapiere und die EZB kauft diese Staatspapiere von den Banken zurück...

Und wir sind die Deppen und bekommen die Rechnung präsentiert... Sparpakete ohne Ende? Irgendjemand muss das ja bezahlen.

Die Mähr von den Sparpaketen wg. der Staatsverschuldung... wer`s glaubt.

Die Staatsschulden sind wegen der ganzen "Rettungsschirme" in die Höhe geschnellt und nicht weil wir über die Verhältnisse gelebt haben

Antworten Gast: EFF EFF
21.12.2011 15:04
0 0

Re: Ringelspiel?

Bislang hat die EZB faule Staatsanleihen gekauft und das Geld mit dem Verkauf guter EFSF-Kredite wieder am Markt abgezogen.
Mit der neuen Kreditlinie hat dieses Spiel nun ein Ende.

Gast: pächter der wahrheit
21.12.2011 13:03
1 0

Kann die EZB auch sicherstellen

dass die Banken mit dem Geld nicht ganz einfach weiterzocken und sich bei Schieflage von den Staaten auffangen lassen?

Gast: GUBA
21.12.2011 12:58
2 0

Gutes Geschäft

Dies ist nichts anderes als QE über den Umweg Kreditinstitut. Die Hoffung der ECB ist, daß die Gelder über Kredite in die Realwirtschaft fließen. Es ist jedoch anzunehmen, daß ein beträchtlicher Teil dafür Verwendung findet hoch rendierende Staatsanleihen zu kaufen, was ein tolles Geschäft für die Banken sein könnte und gleichzeitig von den Regierungschefs der unter Druck geratenen Länder sicher sehr positiv gesehen wird. Denn damit kommen Käufer auf den Staaatsanleihen Markt zurück und die Spreads werden fallen. Würde mich nicht wundern wenn Banken sehr bald mehr Staatsanleihen von Italien, frankreich, Spanien etc. in Ihrer Bilanz haben. Und wie gesagt damit werden die banken gut verdienen, ich würde Wetten, daß wir ab 2013 wieder Rekordgewinne bei den Banken sehen werden. Wobei im übrigen ist dass nichts anderes als dass die Banken wieder Leveragen.

mecreant
21.12.2011 12:14
0 0

500 Milliarden Euro

wo hat die EZB bloß das viele Geld her....?

Antworten Gast: w-i.at
21.12.2011 13:34
0 0

Re: 500 Milliarden Euro

...das war auch mein erster Gedanke.

RSteiner
21.12.2011 11:17
0 0

Die Transparenz fehlt

Kein Mensch weiß, wie viel Geld da wieder aus dem Nichts erzeugt wird.

In Amiland hat eine Rechnungsprüfung erschütternde Ergebnisse gebracht:

http://ausserdem.info/2011/Zentralbank-gab-den-Banken-heimlich-16-Billionen

Ich glaube wir brauchen sowas auch für die EZB. Ich glaube da sind viele Leichen im Keller.

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