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IWF will griechischen Sanierungsplan ändern

08.01.2012 | 15:06 |   (DiePresse.com)

Die Annahmen der Gläubigertroika seien unrealisitsch. Nun könnte ein noch härteres Sparpaket im Gespräch sein. Experten halten Griechenland bereits für zahlungsunfähig.

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Der Internationale Währungsfonds glaubt einem Medienbericht zufolge nicht mehr, dass Griechenland mit der bisherigen Strategie auf die Beine kommen kann. Der IWF wolle deswegen die Eckpunkte des Sanierungsprogrammes ändern, berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Sonntag unter Berufung auf einen internen Vermerk. Demnach müssten die Griechen entweder mehr sparen, die privaten Gläubiger auf mehr Forderungen verzichten oder die staatlichen Kreditgeber mehr Geld bereitstellen. Die internationale Gläubigergruppe aus IWF, Europäischer Zentralbank und EU-Kommission reist Ende der Woche wieder nach Athen, um über die Reformen in Griechenland zu verhandeln.

Die Regierung von Ministerpräsident Lukas Papademos hofft auf ein neues Rettungspaket mit einem Volumen von 130 Milliarden Euro. Ein wichtiger Bestandteil des Planes ist, dass private Gläubiger wie Banken, Versicherungen oder Fonds auf 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Die Einzelheiten sind noch nicht geklärt. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hatte im Dezember von stockenden Verhandlungen berichtet, weil die griechische Regierung einen noch höheren Verzicht anstrebe. Die Gespräche sollen im Jänner abgeschlossen werden.

Mit dem Forderungsverzicht soll die Schuldenquote Griechenlands auf 120 Prozent im Vergleich zur Wirtschaftskraft gesenkt werden. Ohne diesen Schritt würde die Schuldenlast nach einer EU-Prognose in diesem Jahr auf fast 200 Prozent steigen. Weil die Wirtschaft stärker schrumpft als befürchtet, gibt es immer mehr Zweifel, ob die bisherigen Pläne ausreichen. So sprach Ackermann im Dezember von einem "Tropfen auf den heißen Stein" und forderte, dass sich auch öffentliche Gläubiger - also Staaten wie Deutschland - beteiligen müssten.

Die EU-Kommission bremste zuletzt am Freitag die Erwartungen auf ein größeres Engagement der öffentlichen Geldgeber. Ein Sprecher sagte, bei den Verhandlungen werde es nicht über eine größere Summe als die vereinbarten 130 Milliarden Euro gehen. Die nächste Tranche aus dem ersten Hilfspaket über insgesamt 110 Milliarden Euro soll Griechenland im März erhalten. Die Hilfen sind an Reformauflagen gebunden, die Papademos gegen den erbitterten Widerstand von Gewerkschaften durchsetzen muss. Vorgesehen sind etwa eine Steuer- und Justizreform sowie Rentenkürzungen.

"Griechenland bereits zahlungsunfähig"

Experten zweifeln unterdessen daran, dass sich Griechenland mit dem geplanten Forderungsverzicht der Privatgläubiger erholen kann. So sagte der Wirtschaftswissenschaftler Clemens Fuest der Tageszeitung "To Vima" (Sonntagausgabe), der geplante Schuldenschnitt reiche nicht aus. "Nach meiner Einschätzung ist Griechenland bereits zahlungsunfähig", sagte der Professor, der auch das deutsche Finanzministerium berät.

"Der Spiegel" zitierte eine Studie des Kieler Ökonomen Henning Klodt, nach der die Annahmen der Gläubigertroika aus IWF, EZB und EU-Kommission unrealistisch gewesen seien. Selbst bei deutlich niedrigeren Zinsen und euphorischen Annahmen über die griechische Konjunktur müsste der Haushaltsüberschuss mehr als zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes entsprechen. Einen derartigen Wert habe in den vergangenen Jahrzehnten kein Industrieland je erreicht, zitierte das Magazin den Wissenschaftler.

(Ag.)

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23 Kommentare

Zurück zur Drachme und zum Escudo

Da anscheinend keiner prognostizieren kann oder mag, was passieren würde, wenn Griechenland aus dem Euro ausscheren würde, werden monoton Schreckenszenarien verbreitet. Ich glaube, daß dies vorgeschobene Argumente sind, die die Steuerzahler im Rest Europa bei Laune halten soll. Es geht nur um die Anlagebestände der Versicherungen und Banken, die in diesem Falle wertlos würden. Es geht darum, dieser Branche die Zeit zu verschaffen, diese Bestände über staatliche bad banks, EZB Anleihen Aufkäufe und Staatsgarantien dem Steuerzahler zu übergeben. Griechenland ist weder für Exporteure noch als Produktionsstandort für Europa von Bedeutung. Warum also das ganze Theater? Ich halte es für möglich, daß ein solcher Schritt den Euro stärken würde, den Griechen helfen würde, Investitionen im Tourismus und in grichische Immobilien beflügeln würde, und den Griechen einen Neuanfang erlauben würde. Das Schengen Abkommen kann bestehnen bleiben. Das geht auch ohne den Euro. Das Selbe gilt auch für Portugal. Italien und Spanien wird es schaffen, die Haushalte zu sanieren, wenn die immense Schattenwirtschaft und Steuerhinterziehung gestoppt werden kann.

Gast: Grieche
09.01.2012 08:48
0 0

Spapotenial

Es gäbe auch in Griechenland durchaus noch mögliche Einsparungen, die sozial verträglich wären, .....
http://www.zeit.de/2012/02/Ruestung-Griechenland

Gast: vbn
09.01.2012 08:18
0 1

Raus aus dem Euro ...


... so liebenswert bleiebn wie sie sind, dann sind die Griechen in 5-10 Jahren wieder auf den Beinen und haben keine EU-Herrschaft mehr zu ertragen!!

Die Griechen sind ein fleißiges und EHRENWERTES Volk, das die EU zu zerstören versucht!

Gast: Gast 8
09.01.2012 08:11
0 0

Das Spiel wird so weitergehen

Da Griechenland um jeden Preis gerettet werden muß, wird es alle 6 Monate eine Verzögerung geben, und dann wird das Geld fliessen. Es hat schon vor einem Jahr jeder gewusst, daß die Steuer nicht eingetrieben werden und daß die Privatisierungen viel zu hoch bewertet wurden.

Gast: wie bitte?
09.01.2012 08:11
0 0

eine horrorvision ist

dass wir bis zum st. nimmerleinstag für die banken (offiziell griechen) blechen müssen.
Die griechen wären mit der drachme besser bedient...

0 0

Griechenland ist ein Fass ohne Boden!

die Griechen sollten Pleite gehen können.

Gast: malocher
09.01.2012 06:01
0 0

zurück zur Drachme

Die Griechen wären gut Beraten die Drachme
wieder eizuführen.Bestes Beispiel ist dafür
immer noch Argentinien.
Die habens auch geschafft.
Mit dem Euro bleiben die Griechen die nächsten
Jahrzehnte noch unten.

Gast: Wetterhahn
09.01.2012 01:07
1 1

Die IWF Diktatur ist die schlechteste Regierungsform

aber zeigen sie mir eine Bessere?

Gast: xom
09.01.2012 00:16
2 0

glaubt das noch wer?

glaubt hier wirklich noch igrendwer, dass das "schicksal" griechenlands wirklich etwas mit der sparwillen der bevölkerung zu tun hat?

GENUG GEZAHLT

Dieses Griechenland hat mangels Veränderungsbereitschaft keinen weiteren Euro Kredit verdient, denn jeder weitere Euro wäre Verschwendung.Offensichtlich ist Griechenland unverändert Lichtjahre von der Erkenntnis und Umsetzung entfernt, was alles – und zudem schnellstens – geändert werden soll.Es geht nicht um gemahnen der Troika, sondern um einfache Rückzahlungen der Schulden.

Bürgschaft wird jetzt eingelöst!

D.h heißt, dass die Milliarden Bürgschaften, die wir (Österreich) für Griechenland bereitgestellt haben weg sind. Verloren im griechischen Mafia Moloch....

Aber hey kein Problem, dann hackeln wir halt länger, bekommen weniger Gesundheitsleistungen und zahlen mehr Steuern.

Gast: Cortez
08.01.2012 17:04
10 2

Das überrascht doch niemanden

wir wurden doch immer nur betrogen. Macht nix, die Realität wird die EU-Spinner einholen. Euro und EU sind am Ende. Und das ist gut so. Die Mayas hatten mit 2012 durchaus recht. Es bezieht sich allerdings "nur" auf die EU.

Antworten Gast: Wumpus
08.01.2012 18:08
6 1

Re: Das überrascht doch niemanden

Ich bin voller Zuversicht, laut Finanzministerin Fekter wird es für Österreich ein gutes Geschäft.

Re: Das überrascht doch niemanden


Glauben Sie, dass einige andere Schulden-Staaten (wie die USA und Japan) gänzlich ungeschoren davon kommen werden?

soll die Schuldenquote Griechenlands auf 120 Prozent im Vergleich zur Wirtschaftskraft gesenkt werden.

und in 2 Jahren stehen wir dann wieder bei 200% oder was!

Gast: gast3b
08.01.2012 16:26
8 1

GR sitzt am längeren Ast !

Die Troika-Hirschen können sich ihre Sparpakete einreiben. Griechenland rüstet weiter auf und ist als Schuldner in einer komfortablen Position:
wenn die EU nicht zahlt zerreisst's den TEURO!! Also muß die "Europäische Gemeinschaft" die griechische Zeche wohl oder übel zahlen.

1 1

Re: GR sitzt am längeren Ast !

warum soll's denn Euro zerrissen? der Schilling hat auch viele Pleiten überlebt.

Antworten Gast: alchetrix
08.01.2012 17:16
3 0

Re: GR sitzt am längeren Ast !

Der Ast ließe sich von einem Augenblick auf den anderen als insovent erklären würde, alle ausländische guthaben von vermögenden Griechen einfrieren und in die Konkursabwicklung einbeziehen würde. Das Land ist von innen ausgehöhlt worden, und sollte genau mit diesem Inhalt wieder befüllt werden.
Das kann jedoch nur vom IWF in Zusammenarbeit mit der EU geschehen - die griechischeRegierung könnts vergessen, die hatte Chance.

Also nicht noch mehr unseres Geld mehr unser Geld nachwerfen, sondern sich an den Dieben schadlos halten!

ja

gut verdient mit den Zahlungen an die Griechen. Zumindest laut Aussagen einiger Politiker.
Jetzt werden uns die windigen Ostgeschäfte in die Predule bringen und wir sind bald in der gleichen Situation wie im obrigen Bericht.
Hauptsache die Pfründe unserer Regierunsparteien sind gesichert, was aus uns der Bevölkerung wird ist ist den Gaunern vom Parlament bis zum BP sowas von egal.
In kürze werden wir erfahren das Ungarn schuld ist an unserem Ramschstatus.
Eines ist mal klar, wenn alles am Boden liegt sind es die Politiker welche genug beiseite geschafft haben um nicht am Hungertuch zu nagen wie wir es tun werden.

Die Ungarn würden weit weniger brauchen

wobei die Erholungschancen weit besser stehen.
Dennoch gibt der IWF kein Geld und unsere Banken wollen auf keinen einzigen Forint verzichten.
Warum will man Ungarn in den Bankrott treiben? Ist das für unsere Banken günstiger????

Re: Die Ungarn würden weit weniger brauchen

ungarn ist "schlimm" da sich ihr regierungschef weigert seinen kotau vor den mächtigen der medien und finanzwelt zu machen. griechenland hingegen ist brav, da es ja den intern. geldadel und die intern. industrie ordentlich sattfressen ließ

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Re: Die Ungarn würden weit weniger brauchen

Ungarn würde sofort Geld bekommen, aber ein Herr ist da sehr stur.

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