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Dämmerung über Athen: Schuldenfalle schnappt zu

16.01.2012 | 11:52 |  WOLFGANG BÖHM (Die Presse)

Griechenlands Sparanstrengungen und Reformen bleiben bislang auf der Strecke. Dreimal muss das mit insgesamt 330 Milliarden Euro verschuldete Land bis zum Sommer dieses Jahres einer Pleite ausweichen.

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Des einen Freud ist des anderen Leid. Die erfolgreiche Anleihenauktion von Italien und Spanien in der abgelaufenen Woche ist für Griechenland keine gute Nachricht. Denn damit droht der mit insgesamt 330 Milliarden Euro verschuldete Staat von den restlichen Problemländern der Eurozone abgekoppelt zu werden. Zudem zerschlagen sich Hoffnungen auf eine baldige Sanierung des Landes. Bis zum Sommer warten drei schicksalhafte Hürden.

1 Kommende Woche entscheiden sich die nächste Hilfstranche und der Schuldenschnitt der Banken.

Wenn am kommenden Montag die Vertreter der Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) nach Athen reisen, um die Spar- und Reformanstrengungen für die Freigabe der nächsten Hilfstranche von acht Milliarden Euro zu kontrollieren, dürfte wenig Positives zutage kommen. Die Steuerreform greift ebenso wenig wie die Verwaltungsreform. Die Privatisierung stockt. Auch der neuen Regierung ist es bisher nicht gelungen, glaubhafte Sanierungsansätze zu finden. Die Wirtschaft ist am Boden. Griechenland befindet sich im fünften Rezessionsjahr.

Gleichzeitig stocken die Verhandlungen über eine private Beteiligung von Banken und Versicherungen. Bis nächste Woche soll das Paket stehen. Zuletzt zeichnete sich aber ab, dass nicht alle Institute zu einem Forderungsverzicht von 50 Prozent bereit sind. Dieser soll den Schuldenberg des Landes um rund 100 Milliarden Euro reduzieren. Der Schuldenschnitt ist eine Voraussetzung für das zweite Hilfspaket von EU und IWF in der Höhe von 130 Milliarden Euro. Schafft Griechenland also diese Hürde der nächsten Kredittranche und des Forderungsverzichts der Banken nicht, ist ein Zahlungsausfall kaum noch abzuwenden.

2 Im März wird die nächste große Rückzahlung fällig. Dem Staat geht schon jetzt das Geld aus.

Selbst wenn kurzfristig noch einmal Geld nach Athen fließt, sind schon die nächsten drohenden Wolken am Horizont zu sehen. Denn im März muss Griechenland die nächsten Staatsanleihen zurückzahlen. Es geht um 14 Milliarden Euro. Schon jetzt hat der Staat Probleme, seine täglichen Ausgaben zu bedienen. So bleibt beispielsweise die staatliche Krankenkasse den Apotheken bereits die Erstattung der Medikamente schuldig. Mit einem neuen Engpass ist zu rechnen. Analysten der französischen Großbank Exane BNP Paribas gehen davon aus, dass Athen versuchen wird, die Forderungen von 14 Milliarden Euro in dreijährige Titel umzuwandeln. Schon jetzt steigen die Werte der Kreditausfallversicherungen (CDS) für griechische Anleihen. Viele Investoren rechnen demnach mit einer nahen Pleite.

3 Bis August muss Athen nochmals 16 Milliarden auftreiben. Die bisherige Hilfe wird nicht reichen.

Gelingt es Athen, sich über den März zu retten, wird sich die Lage bis zum Sommer erneut zuspitzen. Laut IWF-Experten kann Griechenland nur über einen höheren eigenen Konsolidierungsbeitrag oder über noch mehr internationale Hilfe liquid gehalten werden. Zwischen Mai und August muss das Land weitere 16 Milliarden Euro lockermachen, um seine auslaufenden Staatsanleihen zu bedienen. Nur wenn bis dahin alles gut läuft, die privaten Gläubiger, der IWF und die Euroländer mitspielen, außerdem Athen selbst alle angepeilten Sparanstrengungen umsetzt, kann der Zahlungsausfall verhindert werden. Eng wird es in jedem Fall. „Griechenland ist im freien Fall“, prognostiziert der deutsche Wirtschaftsweise Peter Bofinger in einem aktuellen Interview mit der „Passauer Neuen Presse“.

Zeichnet sich bis zum Sommer ab, dass Spanien und Italien sich durch glaubwürdige Sanierungsprogramme über Wasser gehalten haben, werden die Euro-Partner die Lust verlieren, Athen weiteres Geld zuzuschieben. Finanzexperten wie jene von Exane BNP Paribas weisen darauf hin, dass Griechenland langfristig auf internationale Hilfe angewiesen bleibt.

Lassen die Euro-Partner das Land pleitegehen, müssten freilich nicht nur Banken, sondern auch staatliche Kreditgeber den Großteil ihrer Forderungen abschreiben. Obwohl dies rechtliche Probleme aufwerfen würde, wäre ein Austritt Griechenlands aus dem Euro wahrscheinlich.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.01.2012)

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28 Kommentare
 
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Gast: Freund der Deutschen
16.01.2012 15:02
0 0

Im Nachhinein betrachtet...

....war es doch nicht so schlau, die Deutschen als Nazis hinzustellen.

Auch die Franzosen, Briten und eigentlich viele anderen prügeln regelmäßig den deutschen Michl.

Man hat den Deutschen die Mark genommen und den EUR gegeben. Nehmen will man ihnen auch ihren Wohlstand, aufgebaut auf den Trümmern des letzten Weltkriegs.

Wir werden es erleben, daß unsere nördlichen Nachbarn still und heimlich aus der EU austreten. Man kann es ihnen nicht einmal ankreiden, denn die "Friedensunion" ist zu einem Ausbeuterverein verkommen.

Pensionszahlungen an Verstorbene

Aber wenigstens wurden die Pensionszahlungen an 21.000 längst schon Verstorbene mit Anfang dieses Jahres eingestellt. Lang genug hat es ja gedauert, von der Erkenntnis des massiven Sozialbetrugs, bis zu dessen Abstellung.

Gast: DI
15.01.2012 11:02
0 0

Wer rettet die Retter????

Kann sich "Blösterreich" die Zahlungen an die EU noch leisten?

Antworten Gast: Maria F.
15.01.2012 17:11
0 0

Re: Wer rettet die Retter????

Das ist ein gutes Geschäft für meinen Reichenschutzbund.

Die Griechen machen alles richtig,

nur wir machen alles falsch! Oder ist es umgekehrt, irgendwie habe ich den Überblick verloren! mfg

So wie ich das sehe geben wir den Griechen Geld mit dem sie die Zinsen für die Schulden die sie bei uns haben bedienen.

Und dann gehen sie in konkurs.
Was also hat es für einen Sinn, den Griechen Geld nachzuwerfen ?
Soll man sie doch sofort pleite gehen lassen !
Oder will man sich mit Steuergeld einfach Zeit für den Ausstieg als Gläubiger kaufen ?

Ausverkauf der realen Werte !

Mir ist es schon leid, immer wieder das Griechen-bashing zu lesen. Die Griechen werden heute ebenso benutzt, missbraucht und vorgeführt wie die Deutschen zwei Generationen zurück.

Klar ist seit Bekanntwerden der Goldman-Sachs Bilanzfälschung, dass Griechenland und damit Europa gezielt in diese Verschuldungsklemme manövriert wurden. Was passiert nun wirklich ?
Aus der hier viel zitierten Rede von Prof. Sinn kann man entnehmen, dass stabile Volkwirtschaften durch Verschwenderstaaten mit "Aussengeld" (USD und PIIGS-Euro) geflutet werden. Da z.B. Deutschland verpflichtet ist, dieses Aussengeld (USD) in gute Binneneuro zu konvertieren sowie Griechen-Luft-Euro zu akzeptieren, haben die Gelddrucker die Möglichkeit, reale Werte einzukaufen, wie zum Beispiel Aktien deutscher DAX-Unternehmen und Immobilien. Das deutsche Volk wird schleichend enteignet. Auch der ATX steigt, wenn die FED wieder Milliarden in den Markt pumpt.

Re: Ausverkauf der realen Werte !

Was heißt "Griechenland-Bashing! Unbestritten ist doch, dass die Griechen selbst nach Schjätzungen so gut wie aller internationalen Finanzinstitutionen um die 280 Milliarden Euro (oder Dollar?) in den vergangenen 10 Jahren ins Ausland geschafft haben. In Berlin, z.B. gibt es seit twei Jahren einen irren Immobilienboom durch Griechen für die teuersten Objekte, die mihr Geld "in Sicherheit" bringen wollen.
Griechische Banken haben hohe "Investitionen" von Rumänien, Serbien bis Albanien - ohne dass man sie verpflichtete, diese "auf den Mäörkten" zu verkaufen nund den eigenen Staat zu finanzieren.
Nur nebulos sind die griechischen Vermögenswerte in den USA beklannt - aber da getraut sich erst recht - Merks Goldman-Sachs - heran um sie zu mobilisieren.

Woher ich da meine Informationen habe? Man muss nur regelmäßig etwa das WSJ lesen oder die Asia Times usw. Dort "filtern" nicht die durch Privilegien in "Brüssel" oder hiezulande durch Inseratenplantagen bestochenen medialen "Eurofanatiker" die Informationsweitergabe.

Gast: Till aus dem Haus der Freude
14.01.2012 11:59
8 4

Haben wir ein Glück, dass...

...jeder von uns nach Athen transferierte Euro "ein Riesengeschäft" ist.
Bald werden die Griechen zum Tauschhandel zurückkehren : Kreta-Oliven gegen deutsche Panzer, Gratis-Urlaub auf Korfu gegen Geld aus Brüssel, Maghreb- und Nahost-Asylanten für unsere NGOs gegen Schulden-Haircut.

...und der tumbe Strache wollte doch tatsächlich, dass Griechenland aus der Euro-Zone ausschert
;-)

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Der Krieg in Iran ist anscheinend beschlossene Sache

Der Friedensnobelpreisträger Obama wird bald Raketen nach Iran schicken.

Der Ölpreis wird stark ansteigen.
Die großen Profiteure sind die Russen. Die können mehr Waffen verkaufen und profitieren vom hohen Ölpreis.

Die Chinesen werden mehr Öl von Saudi Arabien bekommen.

In EU wird wegen dem hohen Ölpreis eine schwere Rezession kommen.

Da ist Griechenland eigentlich nur ein unbedeutendes Thema.


Antworten Gast: Halbwissen
14.01.2012 14:12
0 0

Re: Der Krieg in Iran ist anscheinend beschlossene Sache

Die Frage ist nun was wir 2 Spekulanten nun gedenken zu tun !?

Direkt in Öl investieren ?
Oder in Russland ?
Oder Waffenfirmen ?
Oder in Energiesparaktien ?
Oder....


0 0

Re: Re: Der Krieg in Iran ist anscheinend beschlossene Sache

Gold und Goldminenaktien kaufen.

Antworten Antworten Gast: rai
15.01.2012 16:08
1 0

Re: Re: Der Krieg in Iran ist anscheinend beschlossene Sache

oder in Gold?

Gast: Eurrora
14.01.2012 09:54
5 1

Griechenland ein Fass ohne Boden .

Die DUMMEN Eurpäer sind den Finanzhaien auf dem Leim gegangen.

total unverständlich

Nicht den "Finanzhaien" sind wir auf dem Leim gegangen, sondern den wahnwitzigen verantwortlichen Politikern. Nicht die Finanzhaie haben Europa und USA mit künstlich billigem Geld geflutet und so eine Blase nach der anderen gezüchtet. Nicht die Finanzheie haben U-Bahnen, Wohnbaudarlehen etc. zu Geld gemacht oder wie in Linz mit Derivaten hunderte Millionen verspekuliert. Finanzhaie sind nur Helfershelfer (siehe Griechenland), aber autorisiert=gewählt wurden die Politker - und damit ihre Politik vom Volk.

Re: Griechenland ein Fass ohne Boden .

Nein, nicht den "Finanzhaien", sondern den blindwütigen EU-rofanatikern in der Politik von Österreichs Grünen, Roten und Schwarzen bis Brüssel.

Von wegen "europäisches Friedensprojekt", wenn wir nicht unbegrenzt in einer Schuldknachtschafrt bezahlen, zahlen an die Griechen usw. kommen die mit den Panzern zu uns wie der Warschauert Pakt 1968 in die CSSR - oder die Amis in den Irak, als der Saddam Hussein für sein Öl keine Dollar sondern andere Währungen haben wollte. Von wegen der "Massenvernichtungswaffen", wie wir heute eben wegen der "iranischen Atombombe" hören gemacht werden....

So kauft sich eben jeder seine Ruhe und Sicherheit.

Früher nannte man das Tribut.
Heute gibts die Bezeichnung Schutzgeld.

Gast: DelphiOrakel
14.01.2012 09:48
3 1

Es dämmert nun schon dem letzten Dümmling, wo Österreich hinsteuert

Failed Man & Schwingelschlögel machen's möglich.
Megateuer bloß

12 0

LIEBER

ein Ende mit Schrecken
als ein Schrecken ohne Ende!

Die Lösung kann nur die Entkopplung Griechenlands vom Euro sein. Damit löst man das wesentliche Problem: Die politische Entscheidungsverantwortung ist wieder handlungsfähig!!!

Finanzhilfen, Schuldenerlässe, etc. sind dann ja auch weiterhin möglich.
Und die Banken und staatlichen Finanzgeber werden so oder so involviert sein...

Gast: Schwindeleggers Faynting Man
14.01.2012 09:04
8 3

Bald wird es auch Österreich dämmern

Das Griechenland-Drehbuch liegt schon zum Abpausen bereit. Nur Spinny und Faygmann haben es noch nicht kapiert. Daher: bis dahin dem Zug der EU-Lemminge folgend...

muehle auf, muehle zu

die koennten auch eine insel verkaufen - grund und boden an eine andere nation zu verkaufen, war frueher ganz normal.

der freie markt haette dieses erbaermliche land schon laengst bankrott gehen lassen - die interventionisten machen es nur noch schlimmer. je laenger die krise prolongiert wird, desto schlimmer wird es - aehnlich einem rausch - wenn man versucht laenger angesoffen zu bleiben, wird der kater danach nur umso groesser

0 1

Re: muehle auf, muehle zu

Richtig, das Abtreten von Staatsgerbiet im Gegenzug für Geld sollte das Normalste auf der Welt sein.

Viele Länder würden verschwinden und es wäre vermutlich gar nicht schade darum.

Warum sollte Österreich immer ein Kleinstaat bleiben?
Gut, mit dieser Regierung ist das sicher gerechtfertigt. Österreich wäre eher ein Staat der verschwinden würde.

13 2

Die Griechen werden letztlich weit besser aussteigen als ...


wir.

Die werden sich über Drachmenabwertung und Gläubigerverzicht elegant sanieren - unsere Enkel werden dann noch Zinsen für jene Beträge zahlen für die wir für Griechenland aushaften.

O-ton: "Dees is ka goed - Does is nua a Hoftung und de wiad eh niee schloogend"

Gast: Failed Man Faygmann
14.01.2012 00:04
13 4

Zu teuer kommt das Zwangsregime EU samt seiner T-Euro-Fehlkonstruktion!

In Brüssel herrscht nichteinmal Hausverstand, nur himmelschreiend kostspielige Inkompetenz.
Dies ist unser Ruin!

Re: Zu teuer kommt das Zwangsregime EU samt seiner T-Euro-Fehlkonstruktion!

Alle Staaten Alle Banken weltweit sind bereits lange Bankrott.)
Die Geschichte wird halt NOCH nicht erzählt.

Hellseher müsste man sein

hellseher oder normalen menschen verstand haben, wie das ganze angefangen hat war hier in den kommentaren schon zu lesen das man griechenland nicht retten inn in dem man ihm einfach milliarden in den arsch schiebt

die eu sollte sich überlegen ein paar presse leser ein zu stelln, oder einfach mal selber das hirn einschalten

 
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